Spiel gegen einen Tisch voller LAGS auf FullTilt

    • sixhigh
      sixhigh
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2007 Beiträge: 1.094
      Hi,

      habe letztens auf Fulltilt gepielt 0.5/1.0 FL SH.
      Auf den Tables tummelten sich lauter overaggro-LAGS rum mit VPIP ~40 und PFR 30-35 und hohem AF.

      Ich hab zwar null gehittet und etliche Fullhouses verloren und wohl auch deshalb stark Minus gemacht, dennoch hatte ich das Gefühl mit dem Table nicht zurecht zu kommen.

      Hatte immer 4 solcher Typen am Tisch die permanent donk-3betten und am Flop raisen und cappen. Die Pots waren auch oft 3-4 handed.

      Wie adapted ihr gegen diese Gegner (vor allem wenn mehrere am Tisch sitzen)?. Werdet ihr Preflop merklich tighter? Man will ja nicht mit marginalen Händen in heavy multiway Action laufen.
  • 6 Antworten
    • DasMike
      DasMike
      Bronze
      Dabei seit: 18.02.2007 Beiträge: 627
      preflop
      • wenn du dich nicht in allzuviele fiese postflop spots mit marginalen sachen reinrutschen willst, kannst du etwas tighter openraisen wenn noch welche von den typen hinter dir sitzen (wobei ich es da eher bevorzugen wuerde, vom Tisch zu gehen)
      • aber dafuer wuerde ich (mach ich auch an solchen Tischen) lighter 3betten, wenn ein 40/35 typ direkt vor mir openraiset, oft kommt man dann trotzdem HU oder ist zumindest in position

      postflop gilt gegen solche leute:
      1. gute madehands overplayen,
      2. marginale madehands passiver als normal spielen
      3. pure- und die meisten semibluffs kannste dir sparen --> Spiel nach Odds & Outs (wenn dein draw ankommt, greift Pkt. 1 wieder)
      4. tisch verlassen, wenn du nicht grad position auf den fisch (mehr als einen pro Tisch gibts ja meistens nich auf FT :P ) am tisch hast
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      DasMike hat es schon gut auf den Punkt gebracht. Jedoch würde ich dir aber empfehlen, den Tisch zu verlassen. Du scheinst mit der Aggression nicht umgehen zu können. Du brauchst wohl noch mehr Erfahrung im Equityverständnis und im "Denken in Ranges". Ein LAG ist natürlich schwieriger zu spielen, weil Aggression bei ihm eine sehr schwache, als auch eine sehr starke Hand sein kann. Die Range ist weiter und schwieriger einzuschätzen.

      Ich denke jeder hat damit Probleme und gerade wenn du mehrere Tische spielst, sollte die Mehrheit deiner Gegner nicht so laggy sein.

      Allgemein kannst du dir merken:

      1. gute Madehands overplayen -> Stimmt!
      2. marginale Madehands passiver als normal spielen...

      Ja und Nein.

      Es stimmt, dass Bluffinduce mehr Value gegen einen LAG hat. Wenn man gut trifft und halbwegs passable Hände hat, wird es für einen LAG teuer.

      Ich denke mit einer marginalen Hand meint DasMike auch gute K-high und A-high Hände. Diese Hände spielt man aber auch sonst gegen TAG's passiv, außer man verteidigt ein gutes Ax passiv und kann auf einem trockenen Board for value checkraisen.

      Marginale Hände wie Lowpair oder middle Pair kann man eigentlich auch overplayen auf bestimmten Boards, wenn gegeben ist, dass der LAG mit marginalen-mittelstarken Draws, Madehands oder pure Air gegenfeuert.

      Eine Hand wie A2 auf 8:spade: 7:diamond: 2:club: würde ich gegen einen TAG zum Beispiel eher passiv spielen, auch für Balancing. Gegen einen LAG aber eher checkraisen, da er looser downcallt und ich ihn zu einem freeshowdownraise oder Semibluffraise auf dem Turn animieren möchte.

      Marginale Madehands solltest du also auch aggressiver spielen als gegen einen TAG.

      3. (Semi)Bluffs kannst du dir sparen => Richtig!

      Sobald ein Draw möglich ist, ist ein LAG mit jeder erdenklichen Hand die Showdownvalue Hand am Showdown.

      4. Rückbezug auf den Passus ganz oben:

      Am besten andere Tische suchen oder vorher mal das Equilab nehmen und mal Szenarien gegen diese highaggression LAG's durchspielen. Wenn man TAG-Ranges gewohnt ist, foldet man denke ich viel zu viel gegen LAG's. Wenn man weiss wie man mit LAG's umgehen muss, kann man ihnen einiges an Geld aus der Tasche ziehen. :)
    • sixhigh
      sixhigh
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2007 Beiträge: 1.094
      Danke für die ausführlichen Antworten!
      Werde die Typen wohl erst mal meiden und inzwischen in dieser Hinsicht an meinem Spiel wie vorgeschlagen arbeiten.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      semibluffs soll man sich sparen?! Also das wäre dann wohl doch zu weak, jedenfalls gegen gute LAGs.
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      Naja. Man semiblufft ja

      a) weil man Foldequity hat und

      b) um sein Spiel zu balancen

      Wenn ich aber einen LAG habe der trotz geringer Semibluff Frequenz alles downcallt, wieso dann in hopeless Spots semibluffen?

      Man sollte es halt differenzieren. Garnicht ist übertrieben natürlich. Wenn man 87 auf 562 hat vs. eine loose Buttonrange, sollte man natürlich auch raisen. Da gibt es ja noch genügend bessere Hände die folden können.

      Ich meinte halt in Spots wo kaum bessere Hände folden und die Outs die Foldequity erzeugen einen eh verbessern.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      Original von firsttsunami
      Ich meinte halt in Spots wo kaum bessere Hände folden und die Outs die Foldequity erzeugen einen eh verbessern.

      das gilt aber gegen JEDEN Gegner^^ das ist der Sinn des Bluffs, wenn nix besseres foldet und man keine implied FE hat auf Karten, die einen nicht verbessern, dann ist bluffen immer schlecht, nur zum Balancen spielt man ja keine Line, wenn der EV der Line selbst krass -EV ist.


      Aber die Aussage "semibluffs kannst du dir sparen" kommt so rüber, als wenn man nie mehr s-bluffen sollte, das wäre dann doch zu wenig gegen die allermiesten LAGs, viele davon sind ja auch wirklich gut und können folden.