Wert einer frühen Verdopplung in verschiedenen SnG-Formen

    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Ich habe mal mit SnG-PT für verschiedene SnG-Formen ausgerechnet, wie viel eine frühe Verdopplung (rein nach ICM) wert ist. Als Modell nahm ich an, dass noch 9 von 10 Spielern dabei sind, man selber t$4000 hat und alle anderen t$2000. Dabei ergab sich:

      code:
      Format             Payout           $EV nach Verdopplung/fairen Anteil vor Turnierbeginn 
      10 Players SnG     50/30/20         1.84 (92%)
       6 Players SnG     70/30            1.84 (92%)
      Step 1             1-2,3-4          1.89 (89%)
      Step 2             1-2,3-4,5-7      1.78 (85%)
      Step 3             1-3,4,5-7        1.63 (82%)
      Step 4             1-3,4,5,6-7      1.66 (82%)
      Step 5             1-2,3-4,5-6,7-8  1.65 (82%)
      Step 6             42/21/15/11/11   1.72 (86%)
      Shootout           100/-            2    (100%)
      Shootout 1st&2nd   50/50            1.89 (95%)
      


      Es zeigt sich natürlich, dass die Chips, die man gewinnt, weniger Wert sind, als die, die man verliert. Ich habe die Rechnung gemacht, um ein besseres Gefühl zu bekommen, wie sehr man Draws abwerten muss, um wieviel besser die Starthand nach einem Raise sein muss (Gap-Konzept), wieviel die Edge in Races sein muss, um diese einzugehen.

      Wenn man sich die Tabelle anschaut, sieht man, dass in sehr Top-basierten Preis-Strukturen die hinzugewonnen Chips etwa 5-10% weniger Wert sind, in flachen Strukturen (wie Step2,Step6) etwa 15% weniger Wert sind und in Strukturen, die Überleben geradezu zum Wesentlichen machen (Steps 3-4 bzw. sanfte Preisunterschiede zwischen den Stufen wie Step 5), sogar fast 20%.

      Die Frage ist nun, ob es ein adäquates Modell ist, diesen berechneten "Wertverlust" als sozusagen virtuellen Rake für die Berechnung von Pot-Odds mit einzusetzen.
  • 4 Antworten
    • Flowjob
      Flowjob
      Bronze
      Dabei seit: 16.02.2006 Beiträge: 2.617
      hm, interessant....aber ich denk nicht dass man da die genauen zahlen immer im kopf haben muss, instinktiv sollte das ja eh jeder einsetzen - und jeder weiß dass ein flip early es nicht wert is ;)

      mfg
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Jo, die Frage ist ja nur, wie sieht es aus, z.B. eine 60:40-Chance zu nehmen, wie bei einer 65:35 oder 45:55. Ich meine, late muss man das nicht machen, die Ranges trainiert man halt mit 'nem Bubble-Trainer und kann sich da auch einfach andere Preisstrukturen eingeben.

      Ich fragte mich halt, wie man das Spiel in der early-Phase in anderen SnG-Formen wie halt den Steps oder den Shootouts an die Preisstruktur anpassen muss. Intuitiv ist klar, dass bei Satelliten-SnGs Überleben wichtiger ist als bei normalen SnGs. Aber was heißt das genau. Angenommen, wir bekommen auf einen Draw 1:2.5 Pot Odds und der Draw kommt zu 1:2,1:2.1,1:2.2,1:1.8 oder so an. Wann nehmen wir ihn an?

      Deswegen suchte ich nach einer Faustformel. Und die Rechnung scheint ja anzudeuten, dass ich für Steps 3-5 vielleicht einfach anstelle des Pots etwa 80% (oder sagen wir 3/4, wenn wir zusätzlich noch einen Skill-Vorteil vermuten, falls man überlebt) des Pots nehme und darauf dann meine Pot Odds berechne, während man in einem "normalen" SnG halt 90% nimmt (bzw. das intuitive, ich brauche (deutlich) bessere Pot Odds als für break even).
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.481
      diese rechnung fände ich für verschiedene MTT-Formen noch interessanter. dürfte aber schwer zu errechnen sein.
    • atuerke
      atuerke
      Bronze
      Dabei seit: 06.04.2005 Beiträge: 4.695
      Find das extrem interessant und auch hilfreich, danke für die Berechnung :)

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      :rolleyes: