Poker als Skillgame promoten - warum?

    • Pokerboydd
      Pokerboydd
      Bronze
      Dabei seit: 03.05.2007 Beiträge: 1.813
      Moin,

      das Poker ein skillgame ist, steht hier nicht zur Debatte, aber inwieweit ist es geschickt, Neulingen das mit diesem Argument nahe zu bringen?

      Ich habe lange nach Zahlen gesucht, aber leider keine genauen gefunden, was ich jedoch meine erkannt zu haben ist, dass der Umsatz von Onlinecasinos + Bingo + Lottery etc. doch nicht soweit von Poker entfernt ist.

      Es gibt also Leute dadraußen, die for whatever Reason gewillt sind, in -EV games zu investieren, bzw. sich nicht darum kümmern. Also muss auch dieses Gambling eine Berechtigung haben.

      Warum nun Poker als Skillgame? Eines der Probleme, die ich beim erzeigen von Nettoeinzahlern sehe: wenn die immer wieder gepredigt bekommen, das Poker was mit Skill zu tun hat, fällt bei einigen irgendwann der Groschen 'Hey, vlt. bin ich bloß schlecht, ich lass das lieber'

      Bei Slots, oder ner Lotterie, denkt das KEINER, da heißts halt 'Hmm, Pech gehabt, nächsten Monat mit neuem Geld tu ich's nochmal'

      Die Blackmember werden hier immer als 'Aushängeschild', 'Zugpferde', 'Idole' etc. dargestellt (Bzw das dies deren Sinn sei).

      Aber zieht es wirklich mehr, wenn Schnibl0r, Hasufly oder Horror Interviews geben: 'Ich hab hart gearbeitet, mein Spiel verbessert, hab math. verständniss und nun hab ich $$$'.
      Wirkt es auf die Zielgruppe, die mal Nettoeinzahler werden kann, nicht besser Storys über Leute tzu hören, die 'einfach mal eingezahlt und den BBJ geknackt' haben? Oder sich durch ein Tourney geluckt?

      Mit der Fokussierung auf 'Poker als Skillgame' lockt man halt Leute, die sich diesen Skill auch erarbeiten wollen, wie die Pokerecology aber zeigt sind die nicht alles.
  • 19 Antworten
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      ich hab ne nicht repräsentative Stichprobenuntersuchung durchgeführt zu dem Thema. ;) Sprich, ich gucke seit kurzem alle meine Leute am Tisch bei PTR nach (inkl. ihrer Stats).
      Das bisherige Ergebnis (~200 Anfragen auf NL25SH-NL100SH) ist wie folgt:
      ~20 absolute Vollfische (65/7 z.B.), die ich eindeutig als Freizeitspieler ansehe, die nie nen Blick in ein Strategieforum getan haben, wenig Spielen(!), dann aber viel verlieren - vermutlich ist ihnen bewusst, dass sie beim Poker verlieren, nehmen es aber als Investition in ihre Freizeitbeschäftigung hin.
      ~150 losing player auf sehr hohe Samplesizes (meist >100k Hände, teilweise Millionen von Händen!) - die mehr oder weniger solide preflop Stats haben (sowas wie 16/12 z.B.).
      Diese Leute haben sich offensichtlich mit Pokertheorie befasst und spielen regelmäßig, aber sie verlieren, zum Teil sehr deutlich und über sehr lange Zeiträume, aber sie spielen weiter.
      ~30 winning player.

      wer also hält den Pokerladen vermutlich mehr am Laufen? Fische die einmal die Woche an nem Abend 2 oder 3 buy ins verdonken oder die Spieler, die fast täglich spielen und sich zumindest ein wenig mit Theorie befasst haben und trotzdem verlieren und immer weiterspielen?!

      Ich denke es braucht wohl beide Sorten und die Regfische wie ich sie nenne will, will ich definitiv nicht missen und nur durch Seiten wie z.B. PS.de kommen eben diese Leute zu Poker und bleiben dann auch dort, selbst wenn sie keinen Erfolg haben, eben weil es so leicht ist alles auf downswings zu schieben, selbst wenn wirklich alles für mangelnden skill spricht. ;)

      my 2 cents.
    • DuneBuggy
      DuneBuggy
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 1.254
      Gibt doch hier ständig News über irgendwelche random Fische, die irgendwelche random Turniere geluckt haben. Und seit der Isildur-News ist auch jeder, der nicht wenigstens versucht, innerhalb von 3 Wochen aus 2000$ 2Mio zu machen, ein Versager.
      Ansonsten ist es richtig, dass man bei der Neuspielerakquirierung vor allem Gambler ansprechen sollte.
      Scooops Beispiel ist wieder ziemlich verkehrt, weil bestimmt über die Hälfte seiner "Losing Regs" mit Rakeback Geld aus dem System gezogen haben und demzufolge "Winner" sind.
    • D4niD4nsen
      D4niD4nsen
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2007 Beiträge: 9.279
      es fehlt halt einfach die unterteilung der >3< zielgruppen von Onlinepoker.

      Pokerstrategy will eigentlich möglichst viele langfristige Spieler ins System bringen, weil sie an denen am meisten verdienen, daher nutzen sie eben als Werbung Blackmember, Erfolge, Strategie etc.

      Der Pokerspieler will möglichst +EV spielen, möglichst viele Fishe, für ihn ist die Werbung von Pokerstrategy insgesamt auch eigentlich schlecht, auch wenn PS ein paar Fishe und $ ins System bringt sind die neuen Spieler durch die Pokerstrategywerbung insgesamt die "taffesten" der neuen Spieler

      Der Pokeranbieter als dritter im Bunde macht letztendlich doch genaudas was du willst. Boris Becker sagt nicht umsonst "Poker ist großes Tennis" woraufhin viele Fishe denken "Jo spiel ich mal bei pokerstars, vielleicht spiel ich ja gegen boris becker, das wär ja cool ^^
      Und für einen Pokeranbieter ist ja auch der Fish der lukrativste Spieler, nicht weil er am meisten Rake dem Anbieter bringt sondern weil er halt wie Scoop auch sagte viele Breakeven oder marginale Looser im Game hält.

      Pokerstrategy => Skillgame promoten für maximalen Gewinn ( Longtermrake )
      Pokeranbieter => Poker als Glücksspiel so wie insgesamt ja von dir "gewollt" ( Longtermaction durch Fish )
      +EV-Pokerspieler => Poker ist Glücksspiel ( Auf der Seite der Pokeranbieter )

      :diamond: D4niD4nsen :diamond:
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von DuneBuggy
      Scooops Beispiel ist wieder ziemlich verkehrt, weil bestimmt über die Hälfte seiner "Losing Regs" mit Rakeback Geld aus dem System gezogen haben und demzufolge "Winner" sind.
      das kann ich so nicht bestätigen, da ich darauf auch geguckt habe, zumindest auf den PTR Rakeback Wert. Und auf diesen stakes zahlt man sehr viel Rake, bekommt aber nur wenig Rakeback, insbesondere auf Stars wo ich ausschließlich geguckt habe.
      Ich war selber einigermaßen schockiert, wenn man an nem Tisch sitzt mit Leuten wo der höchste VPIP 27 ist und alle nen GAP zwischen VPIP und PFR von maximal 5 Prozentpunkten haben (also mehr oder weniger solid sind) und trotzdem 4 der 5 Leute seit >1 Jahr konstant verlieren und auf Stakes wie NL25 ~5k$ im Minus sind...

      Es heißt doch als Faustregel, dass es nur 10% winning player gibt und der Rest verliert, von daher waren meine 30 sogar mehr als zu erwarten stand. ;)
    • SkyReVo
      SkyReVo
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 2.365
      Das Problem ist, dass deine Interessen andere sind als die von pokerstrategy und den Pokerseiten.

      Bei Pokerstrategy sollte dir recht schnell ersichtlich sein, dass dies ein Unternehmen ist und Geld erwirtschaften will, also müssen sie den Leuten den Content mitgeben, sich in den heutigen Games halten zu können.

      Und auch Pokerseiten haben viel mehr Interesse, breakeven Grinder zu züchten als ein paar Fische auf ihre Seite zu locken, die nach 30 Händen 10 Buy-Ins verbraten und nie wieder kommen.

      Du kannst dir das auch gut selbst erschließen:

      Beim Lotto/Slots usw. gibt es viele Leute, die das nur hin und wieder zum Spaß machen - und Süchtige. Außerdem sind diese Hobbys im Vergleich auch deutlich billiger im Zeit/Geld-Verhältnis als Poker, vorallem in der heutigen Umgebung.
      Beim Poker hingegen geht es darum, Spieler möglichst lange auf den Seiten zu halten.
    • Pokerboydd
      Pokerboydd
      Bronze
      Dabei seit: 03.05.2007 Beiträge: 1.813
      Können wir für den rest der Diskussion als Hypothese bitte annehmen, dass Pokerstrategy die Pokerecology VOR kurzfristigen Unternehmenserfolg setzt?
    • smieze
      smieze
      Bronze
      Dabei seit: 18.11.2010 Beiträge: 116
      Meine womöglich etwas wirren Gedankengänge.. :D

      Stichwort Selbstwirksamkeitserwartung. Bedeutet, dass Mensch davon ausgeht, er hat die nötigen Kompetenzen, selbst wirksam zu sein, dh den Ausgang eines Ereignisses zu beeinflussen.

      Und je höher das Bedürfnis eines Menschen ist, etwas "unter Kontrolle zu haben", umso mehr freut es ihn natürlich, wenn er die dazu notwendigen Kompetenzen hat bzw sie sich aneignen kann.
      Das spricht imho für Poker als Skillgame - es suggeriert diesen Personen, dass sie aktiv etwas für den eigenen Erfolg beim Spiel tun können und nicht hoffnungslos dem Kartenglück ausgeliefert sind.
      Sowas sieht man ja auch mal bei Automatenspielern.. irgendwelche Rituale, dreimal auf die Taste, 5 Sekunden warten, dann der Hebel.. in der Hoffnung, dadurch irgendwas beeinflussen zu können.
      Ich glaube auch, grade wenns um Geld geht, ist das Bedürfnis nach Kontrolle bzw Einflussnahme groß - natürlich auch abhängig von den Beträgen, um die es geht.


      Poker als Glücksspiel spricht da eine ganz andere Gruppe an - die, die selbst nichts tun (müssen) wollen. Die, die nicht gewillt sind, "Verantwortung" dafür zu übernehmen, wenn etwas schiefgeht, dh Geld verloren wird. Dann wars halt Pech. Stichwort Attributionstheorie - welche Ursachen schreibt ein Mensch einem bestimmten Ereignis zu? Sich selbst, anderen Menschen, dem Schicksal oder gar Gott? ;)
      Zusätzlich hat Glückspiel einfach einen gewissen Reiz, siehe Lotto.


      Ich finde, beide Seiten der Darstellung haben ihre Berechtigung, da sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Was overall besser (gewinnträchtiger) ist, keine Ahnung.

      (Das wär irgendwie ein geiles Thema für ne Bakk- oder Diplomarbeit.. :f_love: )
    • SkyReVo
      SkyReVo
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 2.365
      Original von Pokerboydd
      Können wir für den rest der Diskussion als Hypothese bitte annehmen, dass Pokerstrategy die Pokerecology VOR kurzfristigen Unternehmenserfolg setzt?
      Klar, dann nehmen wir doch gleich mit an, dass jeder Spieler 'ne Bankroll gegen unendlich mit sich bringt :s_biggrin:
    • ronnie7277
      ronnie7277
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2007 Beiträge: 2.360
      Original von Pokerboydd
      Können wir für den rest der Diskussion als Hypothese bitte annehmen, dass Pokerstrategy die Pokerecology VOR kurzfristigen Unternehmenserfolg setzt?
      tun Sie doch, würde es namlich ab morgen nur noch Vollfische und Topspieler geben, dann würden sowohl die Pokerreooms als auch Ps nichtmehr viel verdienen, da die Vollfische ihr eingezahltes Geld innerhalb weniger Hände an die Topspieler verlieren würden, die dieses Geld wiederum insta auscashen würden, deshalb müssen Seiten wie Ps soviel wie moeglich Breakeaven bzw leichte Loosingplayer ausbilden, die das eingezahlte Geld immer schoen in Rake umwandeln und es somit nicht einfach dem System entzogen werden kann

      die Pokerecology aus Sicht der Anbieter ist nunmal eine andere als die aus Sicht der Winningplayer
    • Heinz021
      Heinz021
      Black
      Dabei seit: 27.09.2007 Beiträge: 6.263
      Original von D4niD4nsen
      es fehlt halt einfach die unterteilung der >3< zielgruppen von Onlinepoker.

      Pokerstrategy will eigentlich möglichst viele langfristige Spieler ins System bringen, weil sie an denen am meisten verdienen, daher nutzen sie eben als Werbung Blackmember, Erfolge, Strategie etc.

      Der Pokerspieler will möglichst +EV spielen, möglichst viele Fishe, für ihn ist die Werbung von Pokerstrategy insgesamt auch eigentlich schlecht, auch wenn PS ein paar Fishe und $ ins System bringt sind die neuen Spieler durch die Pokerstrategywerbung insgesamt die "taffesten" der neuen Spieler

      Der Pokeranbieter als dritter im Bunde macht letztendlich doch genaudas was du willst. Boris Becker sagt nicht umsonst "Poker ist großes Tennis" woraufhin viele Fishe denken "Jo spiel ich mal bei pokerstars, vielleicht spiel ich ja gegen boris becker, das wär ja cool ^^
      Und für einen Pokeranbieter ist ja auch der Fish der lukrativste Spieler, nicht weil er am meisten Rake dem Anbieter bringt sondern weil er halt wie Scoop auch sagte viele Breakeven oder marginale Looser im Game hält.

      Pokerstrategy => Skillgame promoten für maximalen Gewinn ( Longtermrake )
      Pokeranbieter => Poker als Glücksspiel so wie insgesamt ja von dir "gewollt" ( Longtermaction durch Fish )
      +EV-Pokerspieler => Poker ist Glücksspiel ( Auf der Seite der Pokeranbieter )

      :diamond: D4niD4nsen :diamond:
      leider siehts so aus!


      für uns wäre fisch werbung viel besser. gibt da nichts besseres als wenn fische wie moneymaker, der holzfäller-ami und co die wsop gewinnen.

      ps.de interessiert das imo zu wenig, sie locken leute mit achso tollen stati und strategie und erfolgen der high-raker.
      die leute sollen immer schön BE spielen und vor allem viel.

      diamonds und BM werden als elite dargestellt, denen es nachzueifern gilt.
      dass man aber als diamond+ aber nicht zwingend was erreicht haben muss ist nebensächlich.
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Was Scooop schreibt ist schon ziemlich Nahe an der Realität. Habe selbst fast immer nur BE gepielt, oder verloren, weil ich oft tiltete Autopilot spielte usw..

      Die These mit den 90% Losern und 10% Winnern kann man ggf. so stehen lassen. Wenn ein BE-Spieler sein A-Game liefert ist er meist auch Winningplayer in dem Moment, allerdings ruft er dies meist nicht ab.

      Es war allerdings schon in alten Livegamezeiten so, dass Spieler sich den damaligen Bestseller "Super System" reinzogen und trotzdem verloren habe, weil sie einfach nicht viel nachdachten tilteten etc. Da saßen oft auch viele "Durchschnittsspieler", ein paar Vollfische und ein oder zwei echte Sharks an den Tischen.

      Es liegt aber in der Natur des Menschen, denke ich. Ist wie in vielen Branchen, wer nicht selbst denkt/an sich arbeitet, der kommt auch zu nichts. Das kann kein Pokerraum und auch PS.de nicht beeinflussen. Und das ist auch gut so.

      Die meisten denken sich doch, ich lese mir ein paar Artikel durch, spiele meinen guten Preflopstil runter und schiebe die losses, die Postflop entstehen aufs Pech. Fische schieben alles aufs Glück und PS.de Regs halt auf Downswings, also aufs Pech. Das sie einfach nur Glück haben mit ihrer Semiguten Spielweise, wenn sie mal anständig up sind, das kapieren sie nicht.

      Ich spreche da aus eigener Erfahrung und arbeite hart daran, dass ich auch zu den 10% gehöre, vorher ging ich einfach davon aus. Seitdem ich mich ausserhalb von irgendwelchen Artikeln weiterentwickelte in Form von U2U, Blog, Analyse des eingenen Spiels, weniger Tische, mehr denken usw. konnte ich meine BR verdoppeln und spiele NL50.

      Nur machen sich diese Arbeit die wenigsten, weil sie zu faul sind, oder sich einfach überschätzen, das ist auch der Grund, warum Poker nicht aussterben wird und Scooops unterteilung immer Bestand haben wird, so lange es Poker gibt.

      Edit: sorry wegen, eher offtopic
    • alf68
      alf68
      Bronze
      Dabei seit: 06.12.2010 Beiträge: 1.516
      poker als skillgame hinstellen wird dir in deinem persöhnlichen umkreis nutzen.. willst du fische ziehen musst du berichten, das einer 5$ auf ner randomseite bekommen hat.. damit nen ticket zur wsop erspielt und dort 250k abgeräumt hat.. irgendwie wollen viele menschen eben mit ganz enig einsatz reich werden.. ;)

      das strategy nur reich wird wenn wir gut spielen ist logisch.. und die pokeranbieter sorgen mit ihren ganzen fischpromos dafür das wir immer nachschub haben..


      herrlich an der 10% theorie (10% der pokerspieler spielen langfristig gewinne ein) - wenn man über mehere jahre gewinne gemacht hat gehört man damit zu den 10% der besten pokerspieler der welt :D - dat klingt doch super ;)


      aber mal ernsthaft.. vor ein paar jahren konnte ich 10$ limits noch locker mit 12% roi spielen.. aktuell mühe ich mich in 5$ dons für 5% ab... das spiel ist härter geworden

      @heinz: wenn man sich fangen lässt von solchen statusgedanken ohne zu nachzudenken ist man selber schuld.. ebenso wie leute die hören der moneymaker hat die wsop gewonnen.. wow ich spiel auch.. charakter haben heisst auch solchen lockrufen nicht immer direkt nachzugeben. es knacken auch leute nen lotto jackpot und trotzdem spiel ichs nicht.
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.433
      Hi Leute,

      es gibt viele Möglichkeiten, wie man Poker darstellen kann. Allerdings muss man sich als Company auch positionieren und kann das Produkt nicht stets anders verkaufen, nur weil es besser zu einer Zielgruppe passt.
      Weiterhin ist es für die Marktentwicklung auch wichtig, sich nicht bewusst in die shady Gambler Ecke zu bewegen.

      Daher ist es imo sehr wichtig, Poker auch weiterhin als erlernbares Skillgame darzustellen, mal ehrlich, anders macht doch auch unser Produkt keinen Sinn :)

      Dabei ist es natürlich korrekt, dass man nicht nur das Thema "Geld gewinnen" in den Vordergrund stellt, sondern den Wert "Spass und Unterhaltung" ebenfalls nennt, da eben nicht jeder ein superambitionierter Lerner ist. Selbst als Non-Winner kann Poker nämlich Spass machen und aufregend sein, wie auch viele andere Dinge, bei denen man Geld mit einem monetären ROI von -100% investiert - die Dauerkarte im Fussballstadion oder der regelmäßige Konzertbesuch.
    • alf68
      alf68
      Bronze
      Dabei seit: 06.12.2010 Beiträge: 1.516
      Original von OnkelHotte

      ....
      Daher ist es imo sehr wichtig, Poker auch weiterhin als erlernbares Skillgame darzustellen, mal ehrlich, anders macht doch auch unser Produkt keinen Sinn :)
      ....
      für euch hier nicht.. was auch nen konkreten unterschied der ps.de line zu den lines der pokeranbieter darstellt.. wobei auch die schon mehr auf den skillfaktor gehen von wegen pokerschule..

      die realität ist aber eben stars,ftp,888,.... denen kann es egal sein ob die spieler wirklich gut spielen können.. hauptsache viele.. ps.de "züchtet" möglichst gute spieler um eben maximalen gewinn zu machen.

      deutlich wird der unterschied bei so aktionen wie dem ausbremsen von intellipoker.. als intelli die spieler zugut machen wollte, hat stars direkt ne bremse gesetzt.. wenig geld in die ausbildung viel in die aquise soll die line da sein.
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 8.764
      Würde gerne etwas zu zwei Themen hier sagen:

      1. Woher kommt nachhaltiges Wachstum auch im Sinne der Winning Player
      2. Ausrichtung von PokerStrategy.com
      3. Effekt von PokerStrategy.com


      Ad 1:

      Hier kann ich natürlich auf die großen Gambler hoffen - allerdings ist das eine Zielgruppe, die (logischerweise) nur sehr teuer angesprochen werden kann (da eben auch Casinogames etc. solche Kunden haben wollen).

      Die Alternative ist, Poker als eine globale, weit verbreitete und gesellschaftlich akzeptierte Form von Unterhaltung aufziehen.

      Analogien wären hier eher Profisport, Hollywood, Popmusik.

      Hier ist die Zielgruppe "jeder" - natürlich bei Poker mit den Eigenschaften (a) online und (b) kompetitiv eher junge Männer als Hausfrauen. Das ist bei Profifussball ja aber auch in der Fanbase nicht anders.


      Ad 2:

      PokerStrategy.com kommt sicher von einem Fokus auf super-ambitionierte Winning Player. Schon vor Jahren haben wir aber hier den Kurs erweitert: Wir möchten nicht nur für die bestmögliche Unterstützungsumgebung für ambitioniere Winning Player liefern - sondern auch die "breite Masse" ansprechen und Poker als legitimes, spannendes Hobby populär machen.

      Das passt nicht nur besser zu unserer Marke, sondern ist mir auch "moralisch" lieber - und zu guter letzt sehen wir gerade hierdrin das größte Potential.

      Unterhaltungsformen mit wenigen großen Donators - ob Gambler oder Mäzene (Guy Laliberte wäre dann wohl beides ;) ) - können nie so groß, beliebt, nachhaltig und gesellschaftlich akzeptiert werden wie die Bewegung in die Mitte der Gesellschaft.

      Poker hat das Potential zu mehr als "wir saugen mal eben ein paar Gambler aus".


      Ad 3:

      Wir sind trotz allem irgendwo noch ein ziemlich junges Start-up. Daher ist der Weg holprig, gerade wenn man zwei Dinge gleichzeitig machen möchte:

      (a) weiterhin die beste Pokerschule bleiben & jedem - auch unseren VIPs - coole Mehrwerte zu liefern.

      (b) gleichzeitig Poker in breiteren Gesellschaftsschichten akzeptiert zu machen - dafür arbeiten wir an Marketing-Methoden, der Ausrichtung der Website, Promotions, Newsletter-Strategien, besserer Usability und unterhaltsameren Inhalten.

      Perfekt sind wir sicher bei beidem nicht - aber haben auf beiden Tracks große Schritte gemacht und noch viel vor uns.

      Wir sind denke ich nach wie vor die beste Pokerschule (wie gesagt: zu verbessern gibt es trotzdem viel) und gleichzeitig haben wir uns extrem verbreitert. Bald 4,5 Millionen Mitglieder (6.500 neue gestern und vorgestern jeweils), über 1 Million mal die $50 vergeben - das ist unser Weg, und wir haben noch viel vor.
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Original von Pokerboydd
      Können wir für den rest der Diskussion als Hypothese bitte annehmen, dass Pokerstrategy die Pokerecology VOR kurzfristigen Unternehmenserfolg setzt?
      Ich bitte drum, denn das ist in der Tat so, ansosonsten wären unseren ganzen Depositer-Freerolls und die Promo-Policy totaler Unsinn.
    • spade14
      spade14
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2007 Beiträge: 3.173
      Original von smieze
      Meine womöglich etwas wirren Gedankengänge.. :D

      Stichwort Selbstwirksamkeitserwartung. Bedeutet, dass Mensch davon ausgeht, er hat die nötigen Kompetenzen, selbst wirksam zu sein, dh den Ausgang eines Ereignisses zu beeinflussen.

      Und je höher das Bedürfnis eines Menschen ist, etwas "unter Kontrolle zu haben", umso mehr freut es ihn natürlich, wenn er die dazu notwendigen Kompetenzen hat bzw sie sich aneignen kann.
      Das spricht imho für Poker als Skillgame - es suggeriert diesen Personen, dass sie aktiv etwas für den eigenen Erfolg beim Spiel tun können und nicht hoffnungslos dem Kartenglück ausgeliefert sind.
      Sowas sieht man ja auch mal bei Automatenspielern.. irgendwelche Rituale, dreimal auf die Taste, 5 Sekunden warten, dann der Hebel.. in der Hoffnung, dadurch irgendwas beeinflussen zu können.
      Ich glaube auch, grade wenns um Geld geht, ist das Bedürfnis nach Kontrolle bzw Einflussnahme groß - natürlich auch abhängig von den Beträgen, um die es geht.


      Poker als Glücksspiel spricht da eine ganz andere Gruppe an - die, die selbst nichts tun (müssen) wollen. Die, die nicht gewillt sind, "Verantwortung" dafür zu übernehmen, wenn etwas schiefgeht, dh Geld verloren wird. Dann wars halt Pech. Stichwort Attributionstheorie - welche Ursachen schreibt ein Mensch einem bestimmten Ereignis zu? Sich selbst, anderen Menschen, dem Schicksal oder gar Gott? ;)
      Zusätzlich hat Glückspiel einfach einen gewissen Reiz, siehe Lotto.


      Ich finde, beide Seiten der Darstellung haben ihre Berechtigung, da sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Was overall besser (gewinnträchtiger) ist, keine Ahnung.

      (Das wär irgendwie ein geiles Thema für ne Bakk- oder Diplomarbeit.. :f_love: )

      i love you


      psychologiestudentinnen :heart: :heart: :heart:

      sry für offtopic

      ontopic: leider nichts beizutragen :D
    • AlBunda
      AlBunda
      Bronze
      Dabei seit: 02.11.2010 Beiträge: 8
      Quelle: Das Gehirn will beschäftigt werden.

      "Wenn wir älter werden, altert auch unser Gehirn. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis lässt mit den Jahren nach, wir werden immer vergesslicher. Diesen Prozess können wir zwar nicht stoppen, aber verlangsamen, indem wir das Gehirn aktiv halten und immer wieder fordern. Eine bewährte und lustvolle Methode dafür ist das Spielen."

      FAZIT:
      Pokern hält die grauen Zellen auf vergnügliche Art und Weise in Schwung.
      __________________________

      Die Frage ganz speziell an korn, xantos und OnkelHotte lautet daher: Pokerstrategy.com-Marketing in Richtung der "golden oldies", Ja oder eher Nein?

      Gedanken dazu mit Blick auf die Pokerecology:
      a) die Älteren bestimmen zunehmend die Politik (also auch die gesetzliche Regulierung bzgl. Online-Poker) - stellen zunehmend die gesellschaftliche Mitte dar.
      b) die Alten von heute stehen finanziell gut da und haben Zeit - auch Zeit für Lesen/Lernen/Wissen weitergeben.
      c) Pokern gab es auch schon zu den Zeiten unserer Eltern und Großeltern. Man bräuchte also die Senioren nur wieder "reaktivieren" - auf "online" hoch-leveln.

      Sollte man einen 90-jährigen anders als einen 18-jährigen pokerschulen?
      Bei dem einen in Richtung Gehirnjogging mit Geldeinsatz-Thrill und bei dem anderen in Richtung Pokern als Job/Nebenjob?
      Den Senior mittels Hochdeutsch den Youngster durch Szene-Jargon?
      Senioren-Targeting ein Image-Gewinn oder Image-Killer?

      Freue mich auf Meinungen dazu.
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 8.764
      Danke für den Input!

      Generationsfrei denke ich, dass der Reiz für Poker darin besteht, ein herausforderndes Strategiespiel mit/gegen andere Menschen als Hobby zu haben - und dabei nicht nur Spaß zu haben, sondern sich auch besser kennenzulernen.

      Das gilt ja auch für das Gros der jüngeren Generation - auch 90% unserer jungen Mitglieder sind deutlich eher spaßorientiert.

      Generell muss man Poker positionieren als Alternative zu...
      - Social Games (FarmVille etc.)
      - Berieselungs-TV
      - Sudoku

      mit dem Hook, dass es so interessant ist wie...
      - Schach
      - Profisport
      - Bridge/Skat

      Die Zielgruppen sind dabei natürlichweise vielseitig - das macht ja gerade Poker so erfolgreich. Ein spezieller Fokus auf eine ältere Generation wäre möglich, ich denke aber intuitiv, dass derzeit eine breite Kundenansprache besser ist.

      Sobald unser Marketing-Team noch besser aufgestellt ist, werden wir sicher auch mehr ausprobieren; du musst bedenken dass wir in X Märkten tätig sind und mit derzeit einem sehr kleinen Team bereits die Kanäle Online, TV, Print bespielen.

      Gruß,
      Lutz