Anpassung der SHC für die frühe Phase

    • Dumm1984
      Dumm1984
      Bronze
      Dabei seit: 02.12.2007 Beiträge: 201
      Ich beschäftige mich gerade mit zwei Fragen zur frühen Phase von SNGs:

      1. Welche Abweichungen vom SHC sind zu vertreten, um in früher und mittlerer Position weniger berechenbar zu sein? Ich meine, jeder break-even Fish auf den 22ern kann mich exploiten, wenn er meine Range bei jedem Raise und Limp so genau einschätzen kann.

      Macht es z.B. Sinn, AA-KK in 25% der Fälle nur zu limpen? Oder AQs aus EP mit in die Range zu nehmen? Oder suited connectors und kleine PP in 10% der Fälle auch zu raisen? Oder ist es unterm Strich einfach besser, extrem berechenbar zu sein und dafür in der frühen Phase in weniger Hände verwickelt zu sein?

      2. Wie sollte man Hände wie AQo, AJ, KQ aus LP und den Blinds spielen, wenn schon viele Spieler in die Hand mit eingestiegen sind? Oft complete bzw. checke ich in den Blinds nur, weil ich nur ungern gegen einen oder zwei limp/caller OOP spielen möchte. Ist das Blödsinn? Wie sieht es in LP aus? Sollte ich KQ auch gegen 4 Limper aus CO immer raisen? Falls nicht: Wovon macht ihr solche Entscheidungen abhängig?
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    • 00Visor
      00Visor
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      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 14.438
      Wenn du an so fischigen Tischen spielst, dass du noch limpen kannst, solltest du dir keine Sorge machen, irgendwie berechenbar zu sein.

      Ansonsten:
      - Nicht mehr limpen (vor allem nicht AA/KK), dann bist du auch nicht berechenbar, wenn du sonst eher tight spielst
      - Etwas aufloosen (aus EP kannst du AQ locker raisen)
      - Gegen Limps gut spielbare Hände IP auf jeden Fall raisen (z.b. KQ)
      - In den Blinds eher tight raisen, kommt auf Reads an, AQ kann man schon raisen, AJ/KQ je nach Situation
    • Dumm1984
      Dumm1984
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      Dabei seit: 02.12.2007 Beiträge: 201
      Vielen Dank für die Antwort! Mit AQ ist die Range aus EP und MP schon etwas weiter. Ich werd's mal ausprobieren.

      Was meinst du mit << so fischige Tische, dass du noch limpen kannst >>? Laut SHC soll man doch 99-22 (auch first in) limpen, aus EP sogar JJ-TT. Würdest du davon abraten? Ich persönlich weiche davon insofern ab, als ich auch JJ je nach Tisch aus EP raise, und 77-22 je nach Tisch nicht aus EP first in limpe.

      Gerade kommen mir noch zwei Themen in den Sinn:

      Wie sieht es mit der Coldcalling-Range aus? Laut SHC ist da nur AK drin. Und auch hier finde ich das Standard-Spiel viel zu berechenbar. Wann immer ich coldcalle, drehe ich im Grunde meine Karten um! Klar, auf den 11ern spiel ich das so, merkt ja sowieso keiner. Aber für höhere Limits scheint mir das nicht mehr angemessen zu sein. Also was tun? Raises aus MP und LP je nach eigener Position und Stats der Gegner auch mit JJ-TT, AQ coldcallen? (Mit AK und JJ je nach Situation vielleicht sogar mal reraisen, um auch diese Range ein klein wenig aufzulockern?)

      Wie sollte man es mit Blind-Steals in der frühen Phase halten? Laut SHC ist ein Steal mit QJ von BU nicht vorgesehen, << weil es sich noch nicht lohnt, die Blinds zu stehlen >>. Ich habe dieses Argument nie verstanden. Erstens sind die Chips gar nicht so irrelevant, wie es sich anhört. Und zweitens gilt dasselbe ja auch für die Chips, die ich investieren muss. Laut ICM entsprechen die 60 Chips eines erfolgreichen Steals bei 20/40 in der ersten Hand einem zusätzlichen Anteil am Preisgeld von 2,7%. Verliere ich dagegen 120 Chips, kostet mich das 5,5% meiner Equity. Bei 66% Folds von SB+BB macht der Steal damit Immediate Profit. Und da ist die postflop equity der Hand noch gar nicht mit eingerechnet -- einer Hand, die gut floppen kann und die ich IP spiele. Ist meine Argumentation schlüssig? Sprich: Sollte ich tatsächlich auch schon in der frühen Phase mit einigen Händen stealen, die nicht im SHC auftauchen? Wie weit würdet ihr da gehen?
    • 00Visor
      00Visor
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      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 14.438
      Das SHC ist für Einsteiger konzipiert und da wird nicht an Balancing gedacht.

      Coldcalling-Range: Pocket-Pairs sollte da doch auch drin sein. Early auf Setvalue und spät kann man auch JJ-77 coldcallen je nach Einschätzung der Gegner. Generell kann man vor allem gegen Late Position Raises auch AQ callen und evtl. AJ/KQ.

      Blind-Steals: QJo ist natürlich ein Steal vom Button. Das SHC ist da halt sehr tight. Wenn man sich Postflop sicher ist, kann man deep vom BU locker ~40% stealen und auch vom CO noch einiges (15-20%). In der Regel wird man ja nicht loose ge3bettet und postflop IP zu spielen sollte nie ein Problem sein.
    • Dumm1984
      Dumm1984
      Bronze
      Dabei seit: 02.12.2007 Beiträge: 201
      Super, vielen Dank! Das hat mir schon sehr weiter geholfen.

      Kannst du noch was zu dem Gelimpe mit PP sagen? Ab wann würdest du von first-in limps abraten?
    • 00Visor
      00Visor
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 14.438
      Original von Dumm1984
      Kannst du noch was zu dem Gelimpe mit PP sagen? Ab wann würdest du von first-in limps abraten?
      Wenn du das Gefühl hast, zu oft geisoraist zu werden und die Gegner dich darauf readen und du selten ausbezahlt wirst.