Artikel: Psychologische Analysen+Konzepte von DestructOne

    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      Brag: Durch meine Fähigkeit in die Seelen meiner Gegner zu blicken (auch online) und meine Pokerskills ist es mir vergönnt gestern auf 7000$ lifetime pokergewinn hochzukommen und es ist mir eine Ehre dieses frohe Ereignis hier zu verkünden.

      Damit dieser Post auch was sinnvolles enthält und nicht nur sinnlosen Spam werde ich hier einen kurzen Artikel schreiben. Würde mich freuen wenn ein paar gute Spieler die schon etwas Geld verdient haben sich die Zeit nehmen und etwas schreiben bevor sie in die Highstakes abdriften und nurnoch einzeilige rätselhafte Posts schreiben.

      Ich werde einen Artikel über Psychologie schreiben. Das hat zwei Gründe:
      a) Ich denke das der psychologische Faktor, gerade bei NL, sehr groß ist. Es ist viel besser ein mäßiger Spieler zu sein der konzentriert ist und sein A-Game spielt als ein großartiger Spieler der leicht tiltet und viele sinnlose Aktionen macht. Persönliches Management (Bankroll Management, Table Selection, Zielsetzung und Lernverhalten, Konzentration beim Spielen, Gewissenhaftigkeit auch bei niedrigen Beträgen) macht mindestens 70% des Erfolges aus
      b) Auch Limit und Omaha Spieler können diesen Artikel lesen und lernen
      c) Das Anfängerforum quillt über mit Posts der Art "Ich hab 240 Hände und 13$ Gewinn, bin ich gut?" oder "Habe 20$ Verlust, könnte weinen, was mache ich falsch?". Ich hoffe diese Sorgenhotline Artikel etwas zu reduzieren

      Ich werde einige typische Probleme schildern und ein paar Konzepte vorschlagen die es einfacher machen mit diesen beim Poker immer wieder vorkommenden Hindernissen fertig zu werden.
      Alle Beispiele beziehen sich auf NL Holdem, sind aber auch für Limit und Omaha Spieler verständlich. Dieser Artikel ist 100% inoffiziell. Ich habe mich bemüht Fehler zu vermeiden, diese können aber trotzdem vorkommen.

      I) Bad Beat
      Problem: Man schiebt seine Chips als Favorit rein und der Gegner erwischt seinen Kicker/Runner Runner Draw/Gutshot.

      Konzepte:
      - Erfahrung macht es leichter Bad Beats wegzustecken
      Das gilt für fast alle Pokerprobleme aber für dieses gilt es ganz besonders. Nachdem ihr Dutzende Hände gesehen hat in denen der Favorit verloren hat ist es euch schnell egal.
      - Ihr könnt nicht mehr machen als eure Chips mit einem Vorteil in den Pot zu schieben
      So einfach ist das. Würde die Menschen Dinge, die ausserhalb ihrer Macht liegen (d.h. die noch am Turn und River kommenden Karten) als selbstverständlich hinnehmen so wäre dieses Problem wohl gar keins. Dummerweise empfindet der Mensch es als ungerecht wenn er trotz gutem Spiel verliert. Hier ist der Punkt: Poker ist nicht gerecht (im Shortrun). Versucht die Dinge zu beeinflussen auf die ihr Einfluss habt und nimmt den Rest einfach hin.
      - Gute Spieler erleiden mehr Bad Beats
      Macht euch immer wieder klar, dass gute Spieler mehr Bad Beats einstecken müssen da sie häufiger Favorit sind wenn das große Geld in die Mitte fließt. Wenn ich ein schlechter Spieler bin und mit einem Gutshot regelmäig All In bin, so ist es völlig klar das ich mit meinem Gutshot nie Favorit bin. Stattdessen habe ich die einmalige Chance eine Bad Beat zu verteilen, aber ich habe nicht die Chance eine Bad Beat einzustecken (da ich mein Set natürlich mordstrickreich slowplaye).Wenn ihr einmal mit stärkeren Gegnern zu tun hattet und danach wieder auf euer vertrautes Stammlimit zurückgeht werdet ihr euch freuen eure Chips auch mal wieder als Favorit in den Pot schieben zu können, auch wenn ihr Bad Beats und Suckout dafür in Kauf nimmt.

      II) Cooler
      Problem: Ein Cooler ist wenn ihr mit einer starken Hand in eine noch stärkere Hand hereinläuft und (all) euer Geld verliert. Der Coooler ist der kleine Bruder der Bad Beat, aber viel gefährlicher. Während es bei einer Bad Beat vollkommen offensichtlich ist, dass ihr keine Schuld habt, kommen viele Spieler bei einem Cooler ins Zweifeln ob sie ihr AK auf AK7 Board nicht wegwerfen sollen, da ein Set 7er droht.

      Konzepte:
      - Denkt in Ranges
      Nehmen wir obige Situation. Ihr habt am Flop gebettet und werdet AI reraist (die Stacks sind etwas short, also keine große Overbet). Ihr callt, euer Gegner zeigt euch das Set. Während ihr nun überlegt ob ihr die richtigen Entscheidungen getroffen habt, werdet nicht resultatorientiert. Sagt nicht "Es war so klar das er ein Set hatte, ich musste hinten liegen". Die Situation ist nicht klar.

      Der entscheidene Punkt ist, dass jeder Gegner hier sein Set gepusht hätte. Der Fakt das ihr in ein Monster gelaufen seid sagt überhaupt nichts aus darüber ob euer Call gut war. Ihr müsst entscheiden ob euer Call gut war anhand der Range die ihr vom Gegner erwartet. Nehmen wir an, dass der Gegner im obigen Beispiel jedes Ass und 77 gepusht hätte. Seine Range ist also A2+, 77. Er hat eine Verteilung von Händen die er pusht, aber nur eine dieser Hände hat er in Wirklichkeit. Wenn ihr genau wisst, dass er A2+, 77 pusht so könnt ihr anhand dieser Range eure Entscheidung treffen (indem ihr sagt: Ich bin vor viel mehr Händen vorne als hinten und ich habe Dead Money im Pot -> call). Ob euer Gegner euch danach 77, AK oder A4 zeigt ist völlig irrelevant, denn ihr habt eine mathematisch korrekte Entscheidung getroffen.

      Für Bluffs gilt übrigens dasselbe. Angenommen ihr raist preflop und werdet gecallt. Flop ist 754 und ihr bettet euer AK. Turn T. Beide checken. River 2. Ihr entschliesst euch nun zu einem Riverbluff, da ihr euren Gegner auf 65 oder ein anderes kleines Pair setzt. Euer Gegner raist, ihr foldet euren Bluff und er zeigt euch 22. War der Riverbluff falsch? Nicht unbedingt. Es ist auch hier völlig klar, dass ihr euren Gegner mit der glücklich gecatchten Riverkarte nicht mehr rauskriegt. Müsst ihr auch nicht. Die Frage ist, hätte euer Gegner einen genügend großen Teil seiner Range gefoldet um den Bluff profitabel zu machen? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Callt euer Gegner mit A5o so ist euer Bluff offensichtlich nicht profitabel, da er wenige Karten seiner Range wegwirft. Ihr seht also, dass die Range die ihr von eurem Gegner erwartet wichtig ist um eine Entscheidung zu treffen und die tatsächliche Hand uninteressant.

      Mit einem Wort der Warnung möchte ich diesen Abschnitt abschliessen: Es ist sehr, sehr schwer die Ranges euer Gegner akkurat einzuschätzen. Wüsste ich genau welche Range mein Gegner hat, ich würde in 2 Wochen NL1000 spielen. Ranges korrekt einzuschätzen erfordert viel Erfahrung. Wenn ihr die Ranges euer Gegner fehlinterpretiert so wird euch dieser Tip hier mehr schaden als nutzten. Wer jedesmal denkt, dass seine Valuebet am River mit Middle Pair Top Kicker von allen Pairs des Gegners gecallt wird kann "mathematisch korrekt" betten. Wenn aber die von euch wahrgenommene Range falsch ist und euer Gegner nicht mit allen Pairs, sondern nur mit Top Pair callt und euch mit diesem schlägt, so habt ihr einen Fehler begangen, auch wenn ihr euch vielleicht einredet nur wieder auf einem Cooler zu sein.

      -Bessere Entscheidung
      Vor einiger Zeit habe ich folgende Hand gespielt: Ich hatte JJ und habe einen Raise vor mir reraist. Der Raiser callt meinen Reraise und das Board kommt AJJ. Wir plänkeln ein bisschen herum und sind am Ende All In. Er hatte Aces full und ich hatte Quad Jacks.

      Hier ist ein zweites Beispiel: Ich bin im Blind, der Cutoff raist und ich 3bette mit 44. Er callt und das Board ist J54. Auch hier gehen wir wieder AI und er zeigt QJ.

      Wo ist der Unterschied zwischen den beiden Beispielhänden? Bei der ersten Hand hätte ich an Stelle meines Gegners genauso gespielt. Auch ich hätte AA preflop flatcalled und auch ich wäre mit Aces full AI gegangen. Im Grunde genommen hatte ich also Glück, dass ich auf der Quads Seite stand und hinterher 200$ mehr in der Tasche hatte. In diesen Situationen hilft euch eure Pokerfähigkeit nicht weiter, da sich niemand von Set-over-Set oder Quads-over-Full House lösen KANN.

      In der zweiten Situation habe ich wieder 200$ gewonnen. Man kann nun sagen ich wäre wiederrum glücklich da ich ein Set gefloppt habe und in gewisser Weise stimmt das auch. ABER ich hätte mich an der Stelle meines Gegners nach einer Flopbet von meinem TP lösen können bzw. hätte preflop gefoldet und wäre nicht AI gegangen. Hätten wir die Situation also zweimal gespielt, einmal hätte ich die QJ Seite übernommen und einmal die 44 dann hätte ich 150-190$ Gewinn gemacht, weil ich früher folden kann.

      Wann immer ihr also in eine Situation kommt in der ihr euch unschlüssig seit, ob ihr richtig gehandelt habt oder ob es nur ein Cooler war der euch nach unten gezogen hat, so überlegt euch wie ihr an Stelle eures Gegners gespielt hättet. Wenn ihr mit den Karten eurer Gegner mehr Geld aus den Monstern holt und weniger mit schlechten Händen verliert, dann seid ihr besser als eurer Gegner und gewinnt langfristig. Es kommt vor, dass eure Gegner bessere Karten kriegen und euch den ganzen Abend plattmachen. Solange ihr aber Fehler im Spiel eurer Gegner entdeckt, die ihr an der Stelle eurer Gegner nicht gemacht hättet, solange seid ihr Winning Player .

      Eine andere wichtige Anwendung dieses Gedankenganges ist es zu erkennen wenn man einfach nur Glück hat. Ich habe zum Beispiel mehrfach einen Shot auf NL400 gewagt. Einmal habe ich meine 400$ Anfangsgeld zu 1500$ aufgebaut und dann den Tisch verlassen. Ich fühlte mich natürlich als neuer König der Highlimits, aber als ich mir die großen Hände später ansah, so musst ich eingestehen, dass meine Gegner wenige Fehler gemacht hatten und einfach nur in dummen Situationen gegen mich gelandet waren. Ich konnte also feststellen, dass ich keineswegs der NL400 Pro bin sondern einfach nur ein gewöhnlicher Luckbox Regular. Diese Erkenntnis hilft um -EV Limits zu vermeiden.

      Auch hier wieder ein Wort der Warnung: Nicht alle "Fehler" die ihr seht müssen auch wirklich Fehler sein. Wenn ihr ein schlechter Pokerspieler seid, werdet ihr Fehler entdecken die keine sind.
      Ein anderes Problem ist das manche Situationen bestimmte Spielertypen bevorzugen. Wenn es darum geht Fehler zu vermeiden indem man sich von einer guten, aber nicht exzellenten, Hand zu lösen versucht so machen Rocks weniger Fehler als Maniacs. Sind also den ganzen Abend gute Hände gegen gute Hände unterwegs machen Rocks nach dem obigen Modell weniger Fehler als ihr Gegner obwohl sie vielleicht die schlechteren Spieler sind.


      III) Ungeduld
      Problem: Häufig verliert man anfangs ein paar kleine Pöte oder auch nur ein paar Blinds und versucht dann mit viel Druck einen großen Pot zu gewinnen. Oder man versucht mit allen Mitteln eine Break Even Session hinzubiegen bzw. eine selbstgesteckte Zahl zu erreichen (z.B. 5000$ Bankroll als gerade Zahl aber nicht 4989$)

      Konzepte:
      Die großen Pötte sind wichtig
      Man muss sich klar machen, dass sich ein paar kleinere verlorene Pötte schnell ausgleichen können. Wenn ihr die letzten 4 Pötte verloren habt weil eure c-Bets geraist wurden, so kann ein einziger großer Pot das sehr schnell ausgleichen. Pötte in NL wachsen schnell. Ein preflop geraister Pot mit einer Flopbet ist in NL100 12$ groß. Wenn ihr nur eine einzige Street mehr bettet und gecallt werdet wird der Pot deutlich größer und wächst auf 40$.

      Its all one big Session
      Eine von 2+2 verbreitete Weisheit die viel Wahrheit enthält. Der Gedanke ist, dass es völlig egal ist wann ihr Pause macht bzw. eine Session beendet. Pausen sind einfach eine Unterbrechung des Pokerns und es macht keine Sinn zu diesen künstlich gesetzten Wegpunkten gewisse Ziele zu erreichen. Das wäre genauso albern, als wollte man jedesmal wenn man zum Klo geht eine Winning Session haben. Und wo genau soll der Unterschied sein zwischen einer kurzen Pinkelpause und einer wochenlangen Pause vom Poker?
      Es ist natürlich sinnvoll eine Session abzubrechen weil ihr tiltet oder eure Gegner besser sind oder ihr etwas anderes machen wollt. Das sind aber alles Gründe die euren Profit beeinträchtigen und sind deshalb gute Gründe. Aber brecht eure Session nicht ab nur weil ihr gerade 1,2$ im Plus seid und jetzt nicht ins Minus abrutschen wollt.

      Versucht nicht Gewinn zu erzwingen
      Poker ist ein Spiel bei dem sich Phasen gähnder Langeweile und kurzer spannender Momente abwechseln. So ähnlich wie die Varianz eure Ergebnisse verändert genauso beinflusst sie den Fluß des Spieles. Manchmal erlebt man nur die langweiligen Phasen um dann in den kurzen Zeit viele große Pötte zu spielen. Genauso wie die Schwankungen der Winrate ist auch dieses Phänomen der trockenen Durststrecken ("card dead") völlig normal und mathematisch erklärbar. Das beste was man machen kann wenn man keine guten Karten kriegt ist es seine Verluste zu minimieren. Versucht nicht ohne gute Karten Geld zu gewinnen, denn es ist einfach unmöglich. Natürlich kann man mit seinem tighten Image ein paar Moves mehr machen als sonst, aber man begibt sich auf gefährlichen Grund wenn man Gewinn machen möchte obwohl man keine Karten bekommt.

      IV)Extended Tilt
      Problem: Die allermeisten erfahrenen Pokerspieler können sich gut beherrschen wenn sie ein oder zwei Bad Beats und/oder Cooler pro Abend einstecken müssen. Es gibt allerdings auch Phasen in denen viele Bad Beats gehäuft über Wochen hinweg auftreten. Diese Downswings zehren an der geistigen Kraft und an der Selbstsicherheit die man zum Poker braucht. Viele Pokerspieler werden leicht verzweifelt, ändern ihr Spiel komplett und wissen nicht mehr welche Eigenschaften und Fähigkeiten ihnen ihren ursprünglichen Erfolg gebracht haben.

      Konzepte:

      - Poker ist für PS.de Leute eine gigantische Freeroll
      Ihr habt einen großen Vorteil, wenn ihr über PS.de zum Pokern gekommen seid: Ihr habt nie euer eigenes Geld investiert. Folglich ist jedes Geld das ihr gewinnt ein Profit ohne Risiko. Wenn ihr eure Bankroll unter großen Mühen auf 1000$ aufgebaut habt und dann auf 400$ abrutscht, so sagt zu euch selbst nie: "Oh man, ich habe 600$ in den letzten Wochen verbraten". Sagt stattdessen: "Ich gehe einem Hobby nach was mir Spass macht UND dazu habe ich 400$ UND ich kann eventuell noch mehr machen". Macht euch einfach klar das ihr nie verlieren könnt egal was ihr macht.

      - Versucht nicht euren Stil radikal zu ändern
      Wenn das pokern nicht gut läuft versucht der findige Spieler sein Spiel zu verbessern und neu zu kalibrieren. Dies ist richtig und notwendig. Das Problem fängt dann an, wenn er sein Spiel radikal verändern will. Ihr könnt sagen "Ich werde demnächst im Small Blind weniger completen" oder "Ich sollte Top Pair auch schonmal am Flop folden", aber ihr solltet euch nicht einer komplett neuen "Heilslehre" hingeben wie "Ich sollte deutlich looser werden und mindestens 20% meiner Hände raisen" oder "Ich muss deutlich tighter werden und kaum noch c-Bets machen". Es ist auch unter normalen Umständen schlecht sein Spiel radikal zu ändern, aber es in einem Downswing zu versuchen ist eine deutlich dümmere Idee.

      - Downswings sind mathematisch möglich
      Viele Spieler, die noch nie größer verloren haben denken, dass ein Downswing äußerst unwahrscheinlich ist oder nur schlechten Spielern passiert. Nachdem ich von einigen sehr guten Spielern gehört habe die schon große Downswings durchgemacht haben kann ich beruhigt sagen: Auch gute Spieler erleben große Downswings. Es ist zwar mathematisch unwahrscheinlich, aber durchaus möglich, 10-15 Buy Ins zu verlieren. Wer diese Tatsache akzeptiert wird sich nicht unnötig unter Druck setzten.

      Ich möchte hier allerdings nochmal groß warnen (und hier ist die Warnung sehr wichtig, da viele Spieler ihr mieses Spiel zu gerne auf Pech schieben):

      a) Wer Anfänger ist ist eher ein schlechter als ein unglücklicher Spieler. Lasst uns der Tatsache ins Auge sehen und sagen, dass die allermeisten Anfänger schlechte Pokerspieler sind. Das ist ok, denn noch ist kein Meister vom Himmel gefallen und gerade im Poker braucht man viel Übung um gut zu werden. Aber als Anfänger sollte man nicht der Illusion verfallen, man sei ein unfehlbarer Spieler und hat einfach nur Pech. Vielmehr sollte man versuchen sein Spiel zu verbessern und sich klar machen, dass nur viel Erfahrung (oder lange Stunden im Forum) einen zu einem guten Spieler werden lassen. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Auch gute Spieler die über ihrem Niveau spielen sollten sich dieser Tatsache bewusst sein.

      b) Wer einen hohen Erwartungswert hat erlebt wenige Verluststrecken und wer eine Winrate hat die knapp über dem Nullpunkt schwebt hat eine sehr hohe Varianz. Wenn ihr ein Limit also über einen langen Zeitraum total dominiert habt (z.B. mit 12 PTBB/100 über 60k Hände) und nun in einen Downswing geratet, so würde ich diesen nicht als Pech abtun. Es ist einfach zu unwahrscheinlich, dass ein so großer Gewinner mehr als nur ein paar Hüpfer nach unten hat. Andersrum ist jemand der ein sehr marginaler Gewinner ist (und das ist man auf hohen Limits zwangsläufig) sehr häufig von Downswings betroffen. Wenn man sicher ist, dass Limit schlagen zu können und dies am besten auch mit einer großen Samplesize beweisen kann, dann kann man auf dem Limit bleiben muss sich aber klarmachen, dass man eine hohe Varianz hat. Wer diese nicht will sollte auf ein kleineres Limit absteigen, dass er soverän schlägt.

      c) Viele Spieler verschlimmern ihre Verluste bei einem Downswing. Ich bin der Meinung, dass Downswings in mindestens 2/3 der Fälle nicht nur auf Pech zurückgehen. Viele Leute fangen an zu tilten und verlieren 14 Buy-Ins wo sonst vielleicht nur 8-9 Buy-Ins drangewesen wären. Es gibt sehr subtile Formen von Tilt. Man muss nicht zwangsläufig richtig wütend sein, auch eine kleinere Frustation oder eine etwas höhere Bereitschaft zu callen führen zu großen Verlusten und häufig erkennt man diese subtilen Formen von Tilt nicht, obwohl sie einem massiv schaden. Eine Session abzubrechen die nicht gut läuft ist eine effektive Methode um diesen Zusatzverlusten vorzubeugen.

      -Erinnert euch an eure Erfolge
      Die Gewissheit, dass ihr Winning Player seid ist wichtig, um ein großes Selbstvertrauen zu behalten. Es hilft sich deutlich zu machen, dass ihr auch mit dem jetzigen Downswing eine gute Winrate habt und euer Limit immer noch beherrscht.
  • 41 Antworten
    • DPL00
      DPL00
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2006 Beiträge: 393
      Sticky pls!
      Sehr guter Beitrag, warte gespannt auf die Vervollständigung.
    • -=Diablo666=-
      -=Diablo666=-
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2005 Beiträge: 3.290
      dit is very nice![x] sticky
    • Jarostrategy
      Jarostrategy
      Silber
      Dabei seit: 03.03.2007 Beiträge: 5.603
      Imo sehr interessant, gut erklärt und wirklich hilfreich(wenn man versucht es anzuwenden).

      Nur ein bitte für das nächste mal(bzw. vllt kannst du es noch ändern), bitte benutze Absätze. Da kriegt man ja Augenkrebs wenn man das lesen muss das ist doch etwas unübersichtlich ;) (vor allem wenn man nebenher Multitabeld und immer weggucken muss).

      Daumen Hoch, Jaro
    • netblind
      netblind
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 971
      Super verständlich geschriebener Artikel. Danke, bitte mehr davon....
    • vincenTTTaa
      vincenTTTaa
      Global
      Dabei seit: 23.01.2007 Beiträge: 4.028
      guter artikel, inhalt ist klasse, negativ ist allerdings das er schwer zu lesen ist aufgrund der fehlenden absätze, und was ich mir nicht verkneifen kann und nur gut gemeint ist : http://www.seidseit.de
    • SebboCash
      SebboCash
      Bronze
      Dabei seit: 27.06.2006 Beiträge: 462
      cooler artikel. sollte es hier sowieso viel öfter passieren, dass erfahrende spieler (so in etwa wie auf 2+2) ihre eigene Ansichten/strategien posten, dann fällts auch irgendwann nicht mehr so ins Gewicht, dass die NL Sektion noch nicht so ausgebaut ist. thx für die mühe
    • antiviv
      antiviv
      Bronze
      Dabei seit: 15.01.2007 Beiträge: 499
      Sehr schöner Artikel!

      Freu mich schon auf die Ergänzungen!
    • Tembal
      Tembal
      Bronze
      Dabei seit: 10.02.2007 Beiträge: 741
      nice one
      sehr gut geschrieben
    • Farinja
      Farinja
      Bronze
      Dabei seit: 18.02.2007 Beiträge: 69
      Bin schwer beeindruckt! Auch dein Schreibstil gefällt - schon mal daran gedacht NL-Artikel offiziell zu schreiben? :D :D :D
    • Kofi
      Kofi
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2006 Beiträge: 2.324
      Was mir noch einfällt:

      Sehr oft hört man von Leuten, die im Forum beklagen, dass sie IMMER mit Aces verlieren. Was hier auch hilft, um dieser Paranoia entgegenzuwirken ist ein Blick auf die Pokertracker Stats. Dort kann man dann bei 10000 Händen sehen, dass man ziemlich genau 80% seiner Aces gewonnen hat, was dem von PokerStove erzeugen Matchup AA gegen random entspricht. (Meistens gewinnt man sogar etwas mehr als 80%, da man auch öfter nur die Blinds stielt und das Matchup von AA gegen die Hände, die einen callen (vornehmlich AK, KK, QQ etc.) sogar etwas besser ist als das Matchup AA gegen random.

      Ein anderer Fall ist dieses Problem, ständig mit Pocket Kings in Pocket Aces zu laufen. Vor ein paar Tagen hatte ich dieses Gefühl sehr stark, weil es in einer Session gleich mehrmals passiert war (auch mit QQ und JJ, alles in einer Session) Auch hier hat mir ein Blick auf die Pokertracker Stats geholfen: von ~60 Pocket Kings habe ich 4 verloren, weil ein Gegner AA hatte. Das entspricht ungefähr dem Erwartungswert, da die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner AA hat, wenn ich KK habe, über den Daumen gepeilt 1/20 ist (wovon man dann aber natürlich wieder 1/5 gewinnt ;) ).

      Die Theorie ist grundsätzlich, dass sich alles ausgleicht. Wenn man in einer Session dreimal AA gegen die Runner-Runner Straight verloren hat, dann ist das frustrierend. Aber auf lange Sicht stört einen dieser Bad Beat nicht, wenn man ein solider Spieler ist. Dann wird man trotzdem Gewinn machen. Das Problem ist es, diese mathematische Erkenntnis einzusehen. Denn man kann sie nie am eigenen Leib erfahren. Eine riesige Samplesize geht über die Möglichkeit des wirklichen Erlebens hinaus. PokerTracker hilft einem dabei, das erfahrbar zu machen. Ein Blick auf die Stats von 10.000 Händen (oder besser noch mehr) sind vielfach die beste Kur für einen Bad Beat.
    • Razorlight87
      Razorlight87
      Black
      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 7.902
      sehr schöner artikel, mehr davon! :)

      fände es aber auch nett, wenn du mehr absätze machen würdest, dann liest es sich einfach noch leichter!
    • ZwiebelMett
      ZwiebelMett
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2007 Beiträge: 471
      Original von Kofi
      Die Theorie ist grundsätzlich, dass sich alles ausgleicht. Wenn man in einer Session dreimal AA gegen die Runner-Runner Straight verloren hat, dann ist das frustrierend. Aber auf lange Sicht stört einen dieser Bad Beat nicht, wenn man ein solider Spieler ist. Dann wird man trotzdem Gewinn machen. Das Problem ist es, diese mathematische Erkenntnis einzusehen. Denn man kann sie nie am eigenen Leib erfahren. Eine riesige Samplesize geht über die Möglichkeit des wirklichen Erlebens hinaus. PokerTracker hilft einem dabei, das erfahrbar zu machen. Ein Blick auf die Stats von 10.000 Händen (oder besser noch mehr) sind vielfach die beste Kur für einen Bad Beat.
      Vor allem merkt man es sich nicht, wenn man 4 mal hintereinander mit AA gewonnen hat, weil es ja quasi normal ist. Man merkt sich nur die Niederlagen.

      Mein PO sagt mir bei AA allerdings nur 73% Winrate (bei 155 Stück) sowie nur 70% Winrate (auf 179 Stück) auf 40k Hände.
      Sicherlich Leaks aus meinen ersten 2 Monaten, mal sehen wie sich das weiterentwickelt.
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      *bump it up*

      So Absätze sind eingefügt.

      Zu der Sache mit den Assen: Stimmt Pokertracker ist die beste Medizin. Ich mache mit QQ+ 2/3 meines Reingewinn. Im Grunde genommen spiele ich den ganzen "Ramsch" wir AK, AQ, 87s, A7o, KQ nur um meine Gegner lange genug zu beschäftigen bis ich Aces habe und natürlich um genug Blinds zu stealen.
    • iluya
      iluya
      Bronze
      Dabei seit: 23.04.2006 Beiträge: 6.708
      Gratz du hast deinen ersten Sticky Thread :D

      Nu solltest ja wohl die Motivation haben den Artikel zu vervollständigen! Weiter so.

      ps: Hab die Überschrift zur Übersichtlichkeit geändert. Hoffe sie gefällt dir. Wenn net sags dann labern wa nochmal drüber.
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      *bump it up*

      Neuer Teil fertig
    • JBond007
      JBond007
      Bronze
      Dabei seit: 17.03.2007 Beiträge: 1.337
      klasse Beitrag...da kann man gerade als Anfänger nur DANKE sagen...

      aber mal ne Frage:

      Studierst du Psychologie mit Mathe als Beifach, oder ist das nur Hobby? ;)
    • Nichtschwimmer
      Nichtschwimmer
      Black
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 6.974
      toll, danke

      solltest den Artikel an PS.de verkaufen, damit er in den Content kommt, hätte ich ihn sonst doch fast übersehen ;)
    • Davyder
      Davyder
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 1.764
      Jo, guter Beitrag. Paar Gedanken, die viele haben, aber keiner hats je niedergeschrieben :)

      Denke,dass dieser Artikel gerade für Beginner gut ist. Für Fortgeschrittenere und Erfahrene Spieler sollten die Gedankgengänge eigentlich klar sein
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      *bump it up*

      Und er ist fertig