Spielstil des aktuellen FL-Fisches?

    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Als der Pokerboom begann, war der normale Fisch in der Regel eine Callingstation: er spielte preflop zu viele Hände, von denen er sich postflop nicht trennen konnte, und wenn er etwas getroffen hatte, spielte er passiv.

      Es ist immer wieder gesagt worden, dass das Spiel sich enorm verändert habe. Daher meine Frage: welchen "Stil" spielt der Normalfisch, dessen Geld wir erbeuten möchten, heute auf den Micro- und Lowstakes?
  • 10 Antworten
    • Scherben
      Scherben
      Gold
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 972
      also der "normalfisch" spielt immer noch genannten stiel. Die veränderung am spiel ist das es heute weniger fische gibt als noch vor ein paar jahren.

      Aber es gibt natürlich auch das umgekehrte extrem, die fische die preflop immer callen und denn direkt am flop fit or fold spielen (auch wenn du selber das board mit deiner range überhaupt nicht getroffen hast).
    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      Was mir aufgefallen ist, dass viele Fische denken man achte genau darauf wie lange sie warten bis sie den Einsatz setzen und versuchen es dann mit umgekehrter Psychologie

      Ohne Witz, bei Pokerstars SH hab min. 1 solcher Experten sitzen, die dann direkt markiert werden und schön $$$ geben.

      Zögern sie und setzen/callen dann-->sie haben was
      zögern sie und checken-->sie haben nichts
      Setzen sie sofort! -->90% der fälle reiner bluff, 9% semibluff und 1% muss ich die notiz löschen :coolface:
    • Scherben
      Scherben
      Gold
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 972
      Original von buergerkneifer
      Was mir aufgefallen ist, dass viele Fische denken man achte genau darauf wie lange sie warten bis sie den Einsatz setzen und versuchen es dann mit umgekehrter Psychologie

      Ohne Witz, bei Pokerstars SH hab min. 1 solcher Experten sitzen, die dann direkt markiert werden und schön $$$ geben.

      Zögern sie und setzen/callen dann-->sie haben was
      zögern sie und checken-->sie haben nichts
      Setzen sie sofort! -->90% der fälle reiner bluff, 9% semibluff und 1% muss ich die notiz löschen :coolface:
      fische die semibluffen? ;)

      Timingtells würd ich aber an deiner stelle nicht zu stark bewerten, denn es kann ja auch mal sein das der spieler gerade angerufen wird, nebenbei TV, Surft usw..
      Ich würd da nur was drauf geben wenn es bei ihm/ihr sehr häufig vorkommt und ich ausreichend oft den showdown nach dem vermeintlichen Tell gesehen habe.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.496
      Ja, das sind die Typen, die die Nuts haben und dann am River die Timebank aktivieren und fast ablaufen lassen. Die sieht man erstaunlich oft. Das machen selbst Spieler, die sonst ganz vernünftige Stats haben, nicht nur Fische. Die balancen das auch nicht. Keine Ahnung, was die sich dabei denken. Das thematisiert auch opabumpi in seinem TAG gegen LAG Video.

      Insgesamt ist das postflop Spiel vieler Spieler besser geworden. Es gibt nicht mehr so viele Spieler, die mit W$SD 40 und weniger an den Tischen sitzen. Preflop können sie loose sein, postflop wird ihnen dann aber klar, dass sie eine Hand brauchen, um weiterzuspielen. Das betrifft in erster Linie die low Limits. In den Micros sind viele Spieler immer noch sehr schlecht. Man sieht aber mehr ABC-TAGs, die aus den Büchern gelernt haben oder von Pokerschulen. Die spielen in der Regel erkennbar nach Charts und sind postflop tight.

      Das Spiel wird nach oben immer aggressiver. Je weiter es nach oben geht, desto mehr LAGs kommen auf den Plan. Auch die Fische werden aggressiver. Es werden mehr Moves gespielt. Das war schon immer so, aber durch die geringere Fischdichte und auch die bessere Qualität der Spieler wird es schwieriger als früher.
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      Ich kann meinem Vorposter nur zustimmen! Was mir aufgefallen ist, das es ab NL25 schon hart wird ohne Rakeback noch Geld zu machen. Man schaue sich mal bei PTR mal die Topwinner auf solchen Limits, die sind im nächsten Monat schon nicht mehr dabei.

      Es gibt nur sehr sehr wenige Spieler die das Limit kontinuierlich schlagen. Ist ja auch klar, je mehr gute Spieler es gibt, desto höher die Varianz. Gute Spieler haben vielleicht eine Edge von 10%. Der Rake der im Standardfall 5% beträgt, lässt ihn also auf 5 schrumpfen.

      Fehler lassen diese weiter schrumpfen. Und wenn die Fische immer weniger werden, kann das für den Gewinn auch nicht besser sein.

      Just my 2 Cents...
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      Ups, sorry für den Fauxpas. Ich dachte der vorige Post bezog sich auf NL. Auf Fixed Limit ist es aber auch ähnlich. Es wird mehr gereraist, oftmals auch mit Air.

      Was auch mal gerne gemacht wird, ist am Turn einen Checkraise zu machen, auch auf trockenen Boards und das nachdem man schon dabei erwischt wurde und am Flop ein oder zwei hohe Karten lagen.

      Sehr fischig irgendwie...
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Auf den Micros ist, soweit ich das beurteilen kann, Weak-Tight der vorherrschende Spielstil. Gefühlte 80% der Spieler haben anscheinend zumindest irgendwann mal ein SHC gesehen. Die SHCs sind ja auch annähernd alle gleich. Ob sich da an der ein oder anderen Stelle der Kicker um eine Karte unterscheidet mach letzlich den Kohl auch nicht fett. Allerdings wissen die Allermeisten dann schon am Flop nicht mehr was sie tun sollen. Toppair durchbetten und auf starke Draws callen geht gerade noch so, aber darüber hinaus ist Schluss.

      Es werden auch immer wieder die selben Kapitalen Fehler gemacht:
      - Deadblind posten
      - 3-bet coldcallen
      - Zu schlechten Pot-Odds Gutshots callen
      - Passives Spiel mit Set oder Twopair
      - Calldown mit offensichtlich geschlagenen Händen
      - Check/Call oder Checkbehind am River mit K-high Flush
      - Dann aber wie der Teufel betten mit One-Card-Straight am unteren Ende

      Das sind nur die ganz großen Böcke, die vielen Kleinigkeiten kann man garnicht alle aufzählen.

      Anfangs habe ich jeden Gegner bei dem die Stats passten gleich auf TAG gereadet. Nach 1k gespielten Händen musste ich aber immer wieder feststellen, dass es sich fast nur um Nits handelte. Ein wesentlicher Teil meiner (leider doch sehr unberschaubaren) Winnings kommt aus dem Spiel gegen einige meiner Nit Stammkunden. Mal gewinnt er, mal gewinne ich, aber mit der richtigen Valueline kann ich ein bis zwei SB mehr rauspressen als er und schlage ihn damit langfristig.

      Für uns ist das immer noch eine sehr schöne Situation. Sicher, die erwartete Winrate ist nicht me´hr so hoch wie in "den guten alten Zeiten" von denen man immer hört. Aber die Micros bleiben profitabel. Zudem hat das Spiel gegen weak-tighte Gegner auch Vorteile. Man kann sie immer gut auf eine Range setzen, da sie oft auch nach SHC spielen. Sie sucken einen nicht so oft aus wie Calligstations, da Nits eben nicht mit suited Craps oder sowas Spielen. Zudem ist es ein gutes Training für alle die höhere Ambitionen haben. Wer aus den Micros das Spiel gegen tighte Gegner gewohnt ist hat doch auf dem Mid-Limits eine wesentlich höhere Lebenserwartung, als jemand der bisher nur gegen Vollfische gespielt hat.
    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      Original von Padex
      Auf den Micros ist, soweit ich das beurteilen kann, Weak-Tight der vorherrschende Spielstil. Gefühlte 80% der Spieler haben anscheinend zumindest irgendwann mal ein SHC gesehen. Die SHCs sind ja auch annähernd alle gleich. Ob sich da an der ein oder anderen Stelle der Kicker um eine Karte unterscheidet mach letzlich den Kohl auch nicht fett. Allerdings wissen die Allermeisten dann schon am Flop nicht mehr was sie tun sollen. Toppair durchbetten und auf starke Draws callen geht gerade noch so, aber darüber hinaus ist Schluss.

      Es werden auch immer wieder die selben Kapitalen Fehler gemacht:
      - Deadblind posten
      - 3-bet coldcallen
      - Zu schlechten Pot-Odds Gutshots callen
      - Passives Spiel mit Set oder Twopair
      - Calldown mit offensichtlich geschlagenen Händen
      - Check/Call oder Checkbehind am River mit K-high Flush
      - Dann aber wie der Teufel betten mit One-Card-Straight am unteren Ende

      Das sind nur die ganz großen Böcke, die vielen Kleinigkeiten kann man garnicht alle aufzählen.

      Anfangs habe ich jeden Gegner bei dem die Stats passten gleich auf TAG gereadet. Nach 1k gespielten Händen musste ich aber immer wieder feststellen, dass es sich fast nur um Nits handelte. Ein wesentlicher Teil meiner (leider doch sehr unberschaubaren) Winnings kommt aus dem Spiel gegen einige meiner Nit Stammkunden. Mal gewinnt er, mal gewinne ich, aber mit der richtigen Valueline kann ich ein bis zwei SB mehr rauspressen als er und schlage ihn damit langfristig.

      Für uns ist das immer noch eine sehr schöne Situation. Sicher, die erwartete Winrate ist nicht me´hr so hoch wie in "den guten alten Zeiten" von denen man immer hört. Aber die Micros bleiben profitabel. Zudem hat das Spiel gegen weak-tighte Gegner auch Vorteile. Man kann sie immer gut auf eine Range setzen, da sie oft auch nach SHC spielen. Sie sucken einen nicht so oft aus wie Calligstations, da Nits eben nicht mit suited Craps oder sowas Spielen. Zudem ist es ein gutes Training für alle die höhere Ambitionen haben. Wer aus den Micros das Spiel gegen tighte Gegner gewohnt ist hat doch auf dem Mid-Limits eine wesentlich höhere Lebenserwartung, als jemand der bisher nur gegen Vollfische gespielt hat.
      passiert mir auch noch zu oft, wenn ich z.b. mit nem paar 10er PFA war und danach bette und immer nur gecallt wird und das board ganz eindeutig für mich spricht aber am ende dann ein ass kommt, ich checke und er setzt & ich mir immer denke"komm so dumm kann der nicht sein nur wegen dem ass durchzucallen" und dann showdown-->villain hat Ax ._.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Original von buergerkneifer
      passiert mir auch noch zu oft, wenn ich z.b. mit nem paar 10er PFA war und danach bette und immer nur gecallt wird und das board ganz eindeutig für mich spricht aber am ende dann ein ass kommt, ich checke und er setzt & ich mir immer denke"komm so dumm kann der nicht sein nur wegen dem ass durchzucallen" und dann showdown-->villain hat Ax ._.
      Sowas wie eine einzelne Overcard am River meinte ich garnicht.

      Ich dachte eher an solche Scherze hier:


      Preflop: Hero is CO with K:spade: , K:club:
      3 folds, MP3 raises, Hero 3-bets, 3 folds, MP3 calls.

      Flop: (7,40 SB) A:diamond: , K:heart: , Q:spade: (2 players)
      MP3 checks, Hero bets, MP3 calls.

      Turn: (4,70 BB) 2:club: (2 players)
      MP3 checks, Hero bets, MP3 calls.

      River: (6,70 BB) 9:heart: (2 players)
      MP3 checks, Hero bets, MP3 calls.

      Final Pot: 8,70 BB

      Results follow (highlight to see):
      MP3 shows (6d 6c)
      Hero shows three of a kind, kings (Ks Kc)

      Hero wins with three of a kind, kings (Ks Kc)

      MP3 ist hier am Flop gegen meine komplette 3-bet Range einfach nur tot. Selbst gegen 77 hätte er nur noch so um die 5% Equity.
    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      ja gut :D das sind einfach die übelsten donkaments.

      low pair ist sowieso ne heikle angelegenheit in fl ;)