Bankrollmanagement - faktisch richtig; gefühlt falsch

    • sge1302
      sge1302
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2008 Beiträge: 2
      Hallo liebe Gemeinde,

      jetzt muss ich mich dann doch mal an Euch wenden um Eure Meinungen zu erfahren.

      Ich spiele jetzt seit einigen Jahren Poker (online - und ab und zu im Casino auch offline). Sharksagt mir, dass ich nach rund 1.850 Turnieren im Geld bin... auch wenn der ROI nur 1% beträgt.

      Ich spiele überwiegend auf PS die 13,50 Bounty oder die 16er Single-Table Turniere. Gerade bei den letztern fühl ich mich wohl - und komme regelmässig in's Geld.

      Seit einigen Tagen beschäftige ich mich intensiver mit Pokerstrategy, setze den Elephant ein und vor allem: fange an mich an das Bankroll-Management zu halten. Ergo stieg ich zu den 6,50er S'n'G ab.

      Und genau hier liegt das Problem: ich fühl mich hier weder wohl - noch komme ich regelmässig in's Geld. Ich spiele recht streng mein SPiel - dass stark an die Empfehlungen von PokerStrategy angelehnt sind...

      Mein Eindruck ist aber, dass sich bei diesem Limit allerdings immer jemand findet, der mit Kraut und Rüben mitgeht - und Dich dann ausdrawt. Das ist ziemlich frustrierend.

      Was mich interessieren würde:
      a) kennt Ihr das Phänomen
      b) wie reagiert man darauf (Augen zu und durch?)
      oder sollte ich das Limit wechseln???

      Fragt, etwas frustriert,
      der Stefan
  • 4 Antworten
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Definiere mal "regelmäßig im Geld".

      Wenn du die Kohle hast und es dir nix ausmacht kannst du gerne auf den 16ern bleiben wenn sie dir mehr Spaß machen. Allerdings klingt es für mich nicht grade so als hättest du eine große Samplesize. 2000 Spiele Lifetime sind ein Witz. Gute Regs hier auf ps.com haben auf dem Limit über so eine Samplesize auch gerne mal break-even Durststrecken, Up- oder auch Downswings. Da kannst du kaum eine Aussage über deinen Skill treffen.

      Weiterhin zeugt es nicht davon, dass du wesentlich mehr Spiele auf den 6,50ern geleistet hast. Sprich: auch dort bist du noch im Griff der Varianz und kannst keine Aussage über deinen wahren ROI treffen.
      Und 1% ROI alles in allem ist jetzt auch nicht die Welt, was mir zeigt dass du noch massig Leaks hast.

      Und anscheinend mangelt es dir noch an gewissen Basic Skills beim Pokern. Schlechte Gegner sind gut! Gegner die Kraut und Rüben mitgehen kannst du problemlos ausnehmen - aber eben nur auf lange Sicht! Spiel mal 5.000 Spiele auf dem Limit und sieh dann weiter. Spiele solides ABC Poker und gib den Gegnern nicht zuviel Credit auf dem Limit. Gute Hände spielst du stark, in schwache investierst du nix. Beschäftige dich mit ICM und Push or Fold und dann bist du good to go - egal auf welchem Limit.
      Aber merk dir eins und hör auf jemanden, der mal ähnlich gedacht hat wie du: fast jedes Limit hat seine eigenen Eigenheiten und typischen Spielertypen. Aber es ist nie der Fall, dass ein höheres Limit mehr schlechte Spieler hat und somit profitabler als ein niedrigeres ist (mal den Rake vernachlässigt)
    • sge1302
      sge1302
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2008 Beiträge: 2
      Zunächst einmal Danke für Deine prompte Antwort.

      Nun, Du hast sicher recht, dass wohl weder die ANzahl der Spiele, noch der ROI bemerkenswert ist. ;-) Aber für meinen "Privatgebrauch" war ich damit eigentlich immer recht zufrieden...

      Du triffst mit Deiner Aussagen, dass ich die 6,50 noch nicht lange spiele voll in's Schwarze.

      Mit dem Statement schlechte Spieler sind gut - nur bedingt. Denn genau hier ist der Haken: Wenn Du mit Top-Pair, Top-Kicker Geld investierst, gecallt und dann ausgedrawt wirst, ist das nur bedingt spassig. Dies passiert Dir in den höheren Levels sicher auch. Gefühlt aber def. nicht so häufig wie bei den 6,50ern. Meiner Meinung nach zumindest. (PS: ich habe nie behauptet, dass bei den höheren Buy-Ins schlechtere Spieler anzutreffen sind....)


      Aber Du hast sicher auch hier recht: auf lange Sicht ist dieses SPiel profitabel. Das bezweifel ich auch nicht... Bei dem Post ging es mir jetzt auch eher primär um eine kurzfristige Meinung - zu einem (hoffentlich) kurzfristigen Problem. ;-)
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Naja, nix für ungut. Aber Subjektivität hat beim Pokern imho keinen Platz.
      Um es zu erläutern: In meiner letzten Session lief es gefühlt katastrophal! Ich bekomm ja nun nicht jede Situation mit, aber so gehäuft ist mir das noch nie untergekommen: Ständig wurde ich ausgesuckt, ständig waren die Boards so drawlastig und meine Made Hands so verwundbar und letztlich auch geschlagen und ständig bin ich auch in bessere Hände gerannt. Und ich hab mich schon auf das schlimmste gefasst gemacht und nach der Session auf die BR geguckt. 30 BI up (auf 200 Spiele).

      Tja, da war ich heilfroh und nicht wenig verblüfft, schließlich hab ich schon über 10k Spiele auf der hohen Kante und nicht wenig Spielpraxis.

      Nur um zu verdeutlichen wie Subjektivität beim Pokern irre führen kann ;) Die gestrige Session lief subjektiv nämlich viel besser und am Ende war ich nur break even :D
    • WdTrueStory
      WdTrueStory
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2008 Beiträge: 1.141
      es ist schon richtig, dass man auf kleineren limits öfter ausgedrawt wird, einfach weil die leute jeden draw mitgehen. logisch, dass dir das auf einem höheren limit seltener passiert, der gegner denkt da mit und hat selber ahnung vom pokern - er weiß, dass er mit dem call auf lange sicht geld verliert und legt seinen draw weg.
      das ist aber schlecht für dich, was sich nach odds und outs sehr leicht ausrechnen lässt.

      lass dich auf kleineren limits nicht unterkriegen, spiel noch eine weile weiter und bedenke immer: wenn das geld in den pot geht, während du die beste hand hast, hast du genau die situation erreicht, auf die es beim pokern ankommt. hier gewinnst du die meisten chips, auch wenns manchmal unglücklich läuft.