Graph richtig interpretieren

  • 6 Antworten
    • HockeyTobi
      HockeyTobi
      Bronze
      Dabei seit: 03.12.2005 Beiträge: 23.227
      Hey mthies,

      ich hab den Thread mal ins Strategieforum verschoben, wo er doch besser reinpasst.

      Viele Grüße
      Tobi
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      ich könnte dir das natürlich beantworten, aber ich bin relativ sicher, dass du dann sagen würdest, ja aber das weiß (und sehe) ich doch alles selbst. ;)

      Von daher schlage ich vor, dass du es umdrehst - also deine Interpretation des Graphen hier reinschreibst und solltest du darüberhinaus konkrete Fragen haben diese zu nennen, dann können wir dir sicher mehr helfen...
    • mthies
      mthies
      Silber
      Dabei seit: 17.05.2008 Beiträge: 32
      Moin,

      das ist eine gute Idee ;)

      Ich interpretiere in diesen Graph folgendes:

      1.) Die ersten 7.000 Hände habe ich öfter geblufft und weniger "starke" Händegespielt.
      2.) Ab ca. der 10,5K Hand habe ich weniger geblufft und mehr auf "gute" Hände gesetzt und diese auch Aggressiv gespielt.

      right? :)

      Meine Fragen:

      3.) Ich sehe zum Ende hin einen starken abfall der "BB Won Without SD" und frage mich, ob ich nun zu passiv werde.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      also dass du dein Spiel verändert hast im Laufe der Zeit wäre zumindest eine Vermutung gewesen die ich dem Graphen entnommen hätte, aber direkt ableiten kann man es nicht, weil es viel zu wenig Hände sind, um verlässliche Schlüsse daraus zu ziehen.
      (Das liegt an der Mathematik, die varianzbedingten Abweichungen sind so groß, dass man eben riesige Samplesizes braucht um verlässliche Schlüsse aus den Daten ziehen zu können.)

      In der Tat ist die rote Linie, die Non SD winnings, ein guter Indikator für Aggressivität im Spiel. Denn je mehr du bettest oder raist, desto mehr wird diese Linie steigen, und nimmst du noch bluffs hinzu, dann geht sie Richtung Himmel, denn du gewinnst ja dann nur noch, wenn der Gegner foldet und callt er deinen bluff gehen deine SD winnings in den Keller, aber die redline tangiert das nicht. ;)

      Genau daher gehen auch in der Tat deine SD winnings zunächst in den Keller, weil du zu viel bluffst und zu aggressiv bist mit schwachen Händen und nach der Stiländerung dreht sich das Blatt.

      Ich gehe mal davon aus, dass das kein sehr hohes Limit ist was du spielst und wenn dem so ist, so ist eine negative redline durchaus der Standard. Denn du foldest viel preflop, verlierst also durch die blinds schon geld was zu lasten der redline geht und dann wirst du postflop viel bet/fold spielen bzw. in marginalen spots eher zum fold tendieren und dafür eben mit starken Händen zum showdown gehen und dort gewinnen.

      Das ist der typische Stil von PS.de und solche Kurven (negative redline, positive SD winnings) haben die meisten Spieler hier.

      Wenn man beide Alternativen vergleicht, so ist meiner Meinung nach definitiv die letztere die bessere, also deine Stiländerung war schon gut ;)
      Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass du jetzt doch zu viel bei den non SD winnings verlierst, dann wären dies die Baustellen:

      a) mehr blindstealing betreiben preflop, also insbesondere vom CO und BU mehr openraisen und 3betten.
      b) weniger bluffcbetten und direkt c/f spielen mit hoffnungslosen Händen.
      c) einige (wenige!) marginale Hände mehr im Zweifel zum SD bringen als zu folden. (hier muss man unbedingt aufpassen, dass man nicht zu viel callt, lieber fold im Zweifel, aber denkst du dass du zu viel foldest, ja dann calle die besten Hände die du bisher foldest und schau was passiert)
      d) in ausgesuchten spots anfangen zu bluffen. z.B. Flopraises mit Overcards auf low card boards, oder scare cards bluffen. - nicht übertreiben mit dem bluffen, es geht hier wirklich nur um eine sehr kleine Änderung.
      e) mehr valuebetten, insbesondere am River.

      Also kurz: sieht ganz ok aus und es ist nicht so dramatisch, wenn die redline abfällt, Hauptsache die SD winnings kompensieren das so, dass die grüne Linie steigt :) - und wenn du ein wenig an deiner redline arbeiten willst halte dich an die genannten Punkte.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Auf den Micros/small stakes solltest du dich aufs Valuebetten konzentrieren. Die Folge ist, dass die grüne/blaue Kurve sich im soliden positiven Bereich bewegen, die rote befindet sich aber meist im negativen Teil. Wenn du höher kommst, werden die Gegner besser, lassen sich sich nicht mehr so leicht valuetownen. Du musst dich mehr auf Bluffs konzentrieren (trotzdem Valuebets nicht vernachlässigen), mehr Pötte ohne SD mitnehmen. Die rote Kurve sollte sich im positiven Bereich befinden, die Blaue wird ein Stück runtergehen, aber sollte immer noch gut positiv sein.
    • mthies
      mthies
      Silber
      Dabei seit: 17.05.2008 Beiträge: 32
      Hallo Scoop & SleepyCat06,

      vielen dank für eure beiden Antworten.

      Besonders dir Scoop für den Ausführlichen Betrag und deine Ratschläge! Die Tipps werde ich absofort in meiner Strategie stärker beachten und umsätzen.

      Sofern ich im Feb. wieder ~ 15-18k Hände schaffe poste ich hier mal als resümee den neuen Graphen. Bis dahin vielen Dank und ein schönes rest Wochenende!

      PS: Ich spiele gerade SH NL10$ auf FT :)