+EV Call - mathematische Berechnung

    • FiftyFifty
      FiftyFifty
      Black
      Dabei seit: 29.05.2007 Beiträge: 931
      Hallo.

      Gibt es irgendwo Literatur, wo (genaue) Berechnungen, bzw. sehr wahrscheinlich nur Annäherungen zu finden sind, wie man mathematisch berechnen kann, wieviel EV ein Call (edit: Preflop) hat?
      Wie weit ist die mathematische Theorie auf diesem Gebiet bisher?

      Durch die verschiedenen Flopszenarien ist das ja sehr schnell sehr komplex.

      Vielen Dank schonmal für die Antworten.
  • 10 Antworten
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.163
      Du meinst sicherlich nicht rivercalls oder? o_0
    • FiftyFifty
      FiftyFifty
      Black
      Dabei seit: 29.05.2007 Beiträge: 931
      Oh sorry. Hab mich nicht genau genug ausgedrückt. Ich meine coldcalls preflop. Gegner hat range xy und ich will nun wissen welche hands aus meiner range profitabel sind. So mathematisch wie moeglich und mit so wenige annahmen wie moeglich.

      Gibt es da rechenwege oder irgendwelche mathematischen Ansaetze zu?
    • shaddiii
      shaddiii
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 6.900
      Hm, ich bin etwas verwirrt, denn du kannst deine Hand doch einfach gegen eine bestimmte Range stoven und deine benötigte Equity berechnen? Ist allerdings wenig sinnvoll, da

      1) sich der Pot über die Streets verändert und damit auch deine benötigte Equity.
      2) Position in der Theorie keine Rolle spielt.
      3) diese Equity in einigen Situationen einfach weniger eine Rolle spielt - du coldcallst 33 oder 78s ja nicht, weil du damit so tolle top Pairs machst, sondern um Sets, Straights und Flushes ausgezahlt bekommen.
    • FiftyFifty
      FiftyFifty
      Black
      Dabei seit: 29.05.2007 Beiträge: 931
      spekulative Hände sind nicht so das Problem, da sie fast immer die nuts sind, wenn man sie AI bekommt. Man muss also nur abschätzen wieviel man durchschnittlich gewinnt wenn man hittet und das mit den Kosten verrechnen.

      Das Problem sind eher Hände wie KJo oder so, wo man bei Action halt auch mal weglegen muss, bzw. einfach nicht mehr in hit=broke kategorien denken kann. Das macht den ganzen mathematischen Ansatz halt weit komplizierter.

      Mehr oder weniger geht es mir einfach ums GAP-Konzept von Sklansky wenn ichs recht überlege. Hat das irgendwer erweitert/vertieft? Gibt es hierzu Literatur? Hat sich schonmal jemand Gedanken gemacht wie unterschiedliche Stacksizes die Range beeinflussen koennten?

      Wenn jemand dazu was schlaues weiß oder einen Link oder eine Buchempfehlung parat hat wär ich sehr dankbar.
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      nein.
    • Sim87
      Sim87
      Black
      Dabei seit: 29.10.2006 Beiträge: 8.692
      der ev eines preflop calls hängt doch overall ziemlich mit deinem postflop skill zusammen, von daher wird dir das keiner ausrechnen können. zumindest ab 50BB effective oder so.
    • Fox128
      Fox128
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.320
      Mein Approach:

      Hände mit mehr als 50% Equity gegen villains Range zu CC ist imo nie ein Fehler, sollte aber klar sein. Auch oop.

      Man darf preflop aber nicht ZU mathematisch denken, was vorallem die Pot Odds betrifft.
      Beispiel:
      - utg raist 3bb, wir sind am BU, wir kriegen 4.5:3, brauchen also 40% Equity
      - raise auf 3bb, wir sind BB, wir kriegen 4.5:2, brauchen also 30,7% Equity

      --> das sind Fehlannahmen - besonders bei solch kleinen Beträgen Preflop, da das wahre Geld erst Postflop reingeht und wir daher im Schnitt meist eine weit passablere Equity brauchen, bzw eine Hand die sich Postflop eben gut spielen lässt.

      Also bis auf die ~50% Regel, gibt es imo keine mathematischen Normen. Für spekulative Hände ala AXs, SCs, low PPs gilt es schlichtweg NUR die eigenen Postflop Qualitäten und die des Gegners zu vergleichen und natürlich ob wir ip/oop sind.

      Gegen einen Gegner der sehr gut postflop spielt und mit Overpairs eben nicht immer broke geht usw, kann es manchmal tatsächlich gut sein, 22 am BU gegen ein relativ tightes Raise effektiv fullstacked zu folden (genauso wie es Gang und Gebe ist heuzutage low PPs oop fast generell zu folden). Das hängt eben auch NICHT von der Call20 oder Call15 (und was es da sonst noch so gab) Regel ab, die uns allen anfangs so eingetrichtert wurden, sondern davon, was wir denken, ob wir damit im SCHNITT gewinnen.
      Gegen gute Spieler ist es halt zu häufig so, dass man wenn man es mit einem low Set reinbringt, man zu häufig ein höheres Set am SD sieht.
      Im Gegensatz dazu , kann es aber auch gegen jemanden der Postflop große Leaks hat aber sogar profitabel sein, Q9s/54s usw. da mal zu callen. Ja, sogar oop, wenn wir den Read haben, dass der Gegner postflop grottig ist und mit any pair broke geht etc.

      Mathematisch lässt sich also leider keine allgemeine Regel finden (jedenfalls fällt mir nicht mehr dazu ein), zumindest keine für die BSS. Nur die 50% sind imo sure und ein must-call.

      Viel wichtiger - und das hat wiederum sehr viel mit Mathematik zu tun ist das Wissen darüber, wie eine Hand am Flop darsteht. Also wie oft man zb. mit einer Hand two pair+/FD+/OESD+/Combodraws+ USW. trifft UND wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Gegner auf so einem Board eine Hand hat, mit der er Broke geht.
    • Nichtschwimmer
      Nichtschwimmer
      Black
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 6.974
      Zur 50%-Regel lassen sich ganz einfach Gegenbeispiele konstruieren. Sag niemals nie :P
    • Fox128
      Fox128
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.320
      Ja hab heute auch nochmal drüber nachgedacht und teilweise reichen wohl nicht mal die 50%. Bsp:

      BU open raist 50%, wir sitzen im SB/BB, hätten 50% Equity mit:
      A5o, A2s, K9o, A2s, 44

      Das wäre aber meistens ein (sehr) schlechter Call.

      Tja hmm, aber wenn wir am BU sitzen stimmt die 50% Regel denk ich so gut wie immer.

      Was man aber halt immer auch noch berücksichtigen muss ist, wie viel die Spieler nach einem squeezen, daher mathematisch echt sehr schwer zu lösen.
    • liafu
      liafu
      Black
      Dabei seit: 20.02.2007 Beiträge: 3.439
      Original von Fox128
      Ja hab heute auch nochmal drüber nachgedacht und teilweise reichen wohl nicht mal die 50%. Bsp:

      BU open raist 50%, wir sitzen im SB/BB, hätten 50% Equity mit:
      A5o, A2s, K9o, A2s, 44

      Das wäre aber meistens ein (sehr) schlechter Call.

      Tja hmm, aber wenn wir am BU sitzen stimmt die 50% Regel denk ich so gut wie immer.

      Was man aber halt immer auch noch berücksichtigen muss ist, wie viel die Spieler nach einem squeezen, daher mathematisch echt sehr schwer zu lösen.
      völliger schwachsinn diese regel