Wie viel verändern Informationen?

    • Flawless
      Flawless
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2006 Beiträge: 505
      Hey,

      kann gut sein, dass das hier besser im Psychologieforum aufgehoben ist. Wenn die Mods das denken --> bitte verschieben.

      Wir nehmen ein fiktives Szenario. Ein Tisch, FR mit 9 oder 10 Spielern. Spielformat setzen wir mal im ersten Fall auf CG im zweiten auf MTT/SnG

      Ein Spieler bekommt vorab die Information (über die gesamte Dauer) über das Board jeder Hand --> Er weis bei jeder Hand vorher, welches Board am Ende liegen wird.

      Wie sind die Auswirkungen wenn

      A) alle Spieler am Tisch ungefähr gleich stark sind
      B) Dieser Spieler mit Abstand der Schwächste ist
      C) Dieser Spieler mit Abstand der Stärkste ist


      Zweiter Fall MTT oder SnG

      wieder alle 3 Möglichkeiten.

      Vorab, ich bin weder Psychologe noch Mathematiker (Naturwissenschaftler) sondern Bildungswissenschaftler, deswegen interessiert mich das rein persönlich und ich kann hier keinerlei Berechnungen anstellen noch habe ich genug psychlogisches Hintergrundwissen um hier etwas voraus zu sagen.

      Wie wirkt sich das Szenario auf das Spiel in den 3 Beispielen und den 2 Fällen aus?
      Wird der Spieler im Fall 1a dadurch eine extrem höhere edge gegenüber seinen Mitspielern haben da diese Information ausreicht um das Spiel komplett zu seinen Gunsten zu gestalten?
      Wird in 1b der Spieler auf einmal zu einem Starken oder gar zum Stärksten?
      Haben in 1c die anderen überhaupt noch irgendeine Chance außer mit Glück und Set-ups irgendwas zu gewinnen?

      Ich denke mal, dass die Auswirkungen in Fall 1 auf jeden Fall erheblich höher sind als in Fall 2. Kann jedoch nicht einschätzen, wie viel diese Information (die ja doch ein sehr wichtiger Teil des Spiels ist) am Ende ausmacht.

      Zusatzfrage wäre noch. Inwiefern würde diese Information das Spielverhalten das Spielers in allen 6 Beispielen verändern? Also würde er in 1a auf einmal zum "quasi maniac" weil er weis, dass er mit seinem 5/3o die straight am Ende machen wird?

      Wäre fein zu hören, was ihr so darüber denkt

      Saluti di Firenze

      Flaw
  • 9 Antworten
    • coke178
      coke178
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2007 Beiträge: 3.100
      Er wird eine gewaltige Edge haben
      und sollte sich auch auf sein spielverhalten auswirken ;)
    • fame
      fame
      Bronze
      Dabei seit: 24.01.2006 Beiträge: 1.553
      Imho ergibt die Fragestellung keinen Sinn.

      Ich mein diese Information veraendert das komplette Spiel fuer den Spieler, der das Board kennt. Man muss dann das zusaetzliche Wissen ausnutzen um maximal Value aus den Haenden rauszuholen etc. Daher stimmt die Zuordnung "schwaechster" Spieler etc. nichtmehr.
    • moneymekka
      moneymekka
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 566
      hi
      mMn gibst du dem gedankenexperiment keine gelegenkeit, dass kein board gedealt wird. das macht das ganze ein bisschen schwammig bzw. du wüsstest ja vorher auch schon, dass preflop alle folden!
      am besten präzisierst du deine angabe.
      weiß nicht genau was das überhaupt bringen soll^^
    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Die Frage ist, wissen meine Gegner das ich das komplette Board kenne? Falls ja, wirds interessant. Falls nein werden auch schwache Spieler eine riesige edge haben.
      Trotzdem wird es ne menge spots geben in den der stärkere Spieler mit den Informationen um einiges mehr anfangen kann als der schwächere, da es ja immer noch um relative Handstärken geht.
    • Flawless
      Flawless
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2006 Beiträge: 505
      point taken.

      Ich präzisiere.

      Wir nehmen an, dass egal ob am Ende ein Board zustande kommen würde oder nicht, der Spieler das Board das zustande kommen würde, kennt! Dieser Spieler weis nichts über die Action während des Spiels, nur weis er, welches Board kommen wird.

      Die Fragestellung ist vollkommen hypothetischer Natur. Ich will damit nichts beweisen, rausfinden o.Ä.

      Es war einfach nur ein Gedanke, der mir gekommen ist und den ich interessant fand und der es mir wert war, ihn hier mal zur Diskussion zu stellen.

      Insgesamt geht es mir eher darum von euch zu erfahren in wie weit ihr denkt dass diese Information einen Einfluss (dass sie einen hat, darüber sind wir uns wohl alle im klaren) auf das gesamte Geschehen hat und wie sich das in den verschiedenen Konstellationen auswirken würde.

      Ihr könnt die Liste der möglichen Beispiele gerne ergänzen oder einfach mal euren Gedanken freien Lauf lassen.

      Was cool wäre, wenn die, die eh nur Spam und trollen im Sinn haben, einfach ihre Finger von der Tastatur lassen. Danke im Voraus dafür!

      Bye
      Flaw

      E: Grad den letzten Beitrag gesehen, welcher natürlich auch vollkommen berechtigt ist. Nehmen wir beide Fälle an:

      Also I) Gegner wissen, dass er das Board kennt
      II) Gegner wissen nicht, dass er das Board kennt


      macht die Sache zwar nochmal deutlich komplexer, aber die meisten hier sind ja durchaus in der Lage auch komplexe Sachverhalte gut und schnell zu verarbeiten ;)
    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Weiß nicht was du hören willst, aber falls die Gegner nicht wissen das ich das Board kenne:
      ---> Ich werde nur noch Hände spielen bei denen ich weiß das sie mindestens nen pair machen (bzw. zumindest bei nem ante game auch Hände raisen bei denen ich weiß das nen guter Flop für ne cbet kommt. Aber umso schlechter der Spieler desto weniger wird er bluffen)
      ---> Ich kann viel besser Potcontrol betreiben, bringe also mit meinen guten Händen viel rein und mit meinen mäßigen Händen weniger in die Mitte
      ---> Ich kann meine ganzen draws preflop folden
      ---> Ich werde weniger bluffen, da ich sowieso nur mit madehands zum Flop komme und die wohl nie in nen bluff turne, weil ich meine Handstärke am River ja immer schon vorher weiß und sonst einfach nicht mehr mitgehe (--> größere Valuerange)
      ---> Ich kann die Höhe von protection bets abhängig vom Turn/River machen
      ---> Ich werde ohne Ende gegen Leute die AK/QQ+ halten preflop all-in gehen und sie aussucken ;-)
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Wenn der Spieler einigermaßen mitdenkt, dann bekommt er eine gewaltige Edge...allgemein zeichnet sich dies dann durch folgendes aus:

      -wesentliche loosere Handselection preflop
      -hohe Pockets verlieren an Wert
      -"Schunddraws"(Gutshot/Backdoorflush) gewinnen massiv an Wert

      Auf die einzelnen Fälle:

      Cashgame:
      a) Der Spieler ist der einzige mit Gewinnerwartung am Tisch
      b) je nach Spielschwäche....gehen wir von jemanden aus, der die Grundlagen beherrscht, so wird er massiv Gewinn erwirtschaften, da seine "Odds" bekannt sind und somit seine Entscheidungen wesentlich besser werden.
      c) der Spieler wird (vermutlich - hängt wieder von der Stärke ab) den maximalen Value aus allen Händen schöpfen und sein Spiel tighter gestalten

      SnG:
      ->Genauso, hier schlägt der Vorteil vermutlich noch massiver zu, weil die eigentlich höhere Varianz stärker reduziert wird.


      Die Gegner wissen um die Tatsache....jetzt wird es interessant....
      ich denke, dass dann betsizes massiv verändert werden, bzw. gegen den Spieler minimal sind, bis man "weiß", dass er blufft. Der Grund liegt auf der Hand, wenn er weiß ob sein Draw ankommt, dann spielen Odds keine Rolle mehr und er kann sie spielen wie eine Made Hand.
    • Flawless
      Flawless
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2006 Beiträge: 505
      das geht doch schon mal alles in eine interessante Richtung. Nur weiter so.

      Am Ende kommen wir dann immer zu neuen Fragen. Was macht denn, wenn jmd. diese, extrem wichtige Information hat, (sowohl in dem Fall dass die Gegner es wissen als auch in dem Fall, dass die Gegner es nicht wissen), das Spiel schlußendlich aus?

      Dies bezieht sich wahrscheinlich vor allem auf die "höheren Ebenen" des Pokers. Also eher auf 400+ bei CG (mal als verallgemeinerung für alle Pokervarianten genommen, aber wenn ich hier die Beträge für jede einzelne Art aufzähle werd ich heut nimma fertig und ihr wisst was gemeint ist) und 200+ bei MTT/SnG.

      Wo liegt hier also der Knackpunkt? Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, dass ein 10er Reg auf 1000+ mit diesem Wissen zwar Winningplayer ist, aber nicht massiv, da die Gegner ihn aufgrund ihres deutlich besseren Könnens immer noch oft exploiten.

      Kurzes Beispiel was ich meine. Er weis, dass er mit seinem K/2o ein 2pair am Ende macht, was er für extrem stark einschätzt und durchboxt ohne wahrscheinlich riesig auf die Action zu achten und am Schluss dann doch seinen Stack verliert.

      Lasst den Gedanken weiter freien Lauf
    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Auch nen 10er reg wird wissen was relative Handstärke ist. Er wird halt komplett unpredictable für die anderen Mitspieler, bzw. diese werden (für eine ziemlich lange Zeit) komplett falsch auf ihn adapten. Und zwar besonders die Spieler auf nl5k+. Die edge ist einfach riesig. Alleine was man preflop schon rausholen kann mit dem Wissen ist unglaublich. Da kriegste dann eine 3bet nach der anderen als Villain.