welche äußeren umstände haben uns zum menschen werden lassen?

    • Nero11
      Nero11
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      Dabei seit: 05.02.2011 Beiträge: 130
      was hat so langanhaltend auf uns gewirkt, dass wir uns so sehr von anderen primaten entfernt haben und warum hat es nur auf uns gewirkt?
      wir haben ja ziemlich viele veränderungen durchgemacht. wir haben unser fell verloren, wir haben uns aufgerichtet, wir sind fleischfresser geworden, unser gehirn muss über einen längeren zeitraum gewachsen sein. was hat also diese langanhaltende entwicklung gefördert? und warum (ich nehme an, in unserem lebensraum befanden sich auch andere primaten) hat diese wirkung nicht ähnliche veränderungen bei anderen primaten hervorgerufen?
  • 17 Antworten
    • JahZiak
      JahZiak
      Bronze
      Dabei seit: 19.05.2006 Beiträge: 1.096
    • KittenKaboodle
      KittenKaboodle
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      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 3.527
      Was uns Menschen angeht: Mutation/Selektion hat uns zu dem gemacht was wir sind.
      Was andere Primaten angeht: Auch da gilt natürlich dasselbe Prinzip. Aber sie hatten halt Pech bei den Mutationen :D
      Im Ernst, wir wissen ja nicht, ob nicht bestimmte Affenarten auch in Richtung "Mensch" oder was Ähnliches mutieren. Vielleicht brauchen sie ja einfach noch ein paar Millionen Jahre.
    • Nero11
      Nero11
      Global
      Dabei seit: 05.02.2011 Beiträge: 130
      nein ich meine nur, wir haben uns so weit von anderen primaten entfernt, dass sehr langanhaltende und konstante umstände auf uns gewirkt haben müssen. das prinzip versteh ich ja. zufällige mutation reicht meinem verstendnis nach aber nicht aus für all diese entwicklungen.
    • extralong
      extralong
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2007 Beiträge: 522
      Die Weiber sind schuld!!! Stichwort "sexuelle Selektion"...
    • Irbis26
      Irbis26
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 1.131
      Ein paar Therorien die ich schon gehört hatte:

      -Klimaveränderung führte zum Rückgang des Regenwaldes. Menschen haben die Steppe besiedelt während alle anderen Primaten im Wald geblieben haben. Als Anpassung an die Steppe dann aufrechter Gang (schneller rennen, besseren Überblick haben, weniger Sonneneinstahlung) und weniger Körperbehaarung

      -Erfindung Fleisch zu kochen -> Braucht weniger Energie um es zu verdauen -> Grössere Gehirne möglich

      -Kulturelle Evolution (Sprache, Werkzeuge etc.) -> viel schneller als Genetische Evolution
    • cherubium
      cherubium
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 3.936
      was hat so langanhaltend auf uns gewirkt, dass wir uns so sehr von anderen primaten entfernt haben und warum hat es nur auf uns gewirkt?

      Was ein Thema, da müsste man doch eigentlich janz weit hinten anfangen.
      Ich wills mal in Kurzform versuchen:

      Entscheidender Faktor No. 1, dass es überhaupt intelligentes Leben auf der Erde gibt, ist der Jupiter. Ohne Jupiter, kein intelligentes Leben.
      Warum? Jupiter ist ein kosmischer Staubsauger, er lenkt nahezu alle lebensfeindlichen Himmelskörper von der Erde ab. Statistisch kommt nur alle 60 Mio Jahre ein Planetenkiller zur Erde, dank Jupiter. Ohne Ihn wäre die statistische Wahrscheinlichkeit etwa 1000-Fach höher, von Asteroiden getroffen zu werden.

      Das wiederum ist entscheidend für Evolution, die, so nicht wenige Evolutionsforscher, nahezu "unendlich" weiter geht. Aber dies braucht Zeit. Viel Zeit. Der Homo Sapiens, da sollten wir uns keine Illusion machen, ist nichts weiter als ein Zwischenstop auf auf der Evolutionsskala.

      Wo die Reise mit uns hingeht, darüber lässt sich nur spekulieren.

      Deine Annahme, dass "nur" der Homo Sapiens so fortgeschritten ist, halte ich auch für falsch. Allerdings denke ich auch nicht in so kleinen Zeitspannen wie 10.000 tausend Jahre. Sondern eher in die 100.000er Jahre. Homo Sapiens ist mehrfach durch einen "Flaschenhals" gegangen, war also kurz vorm aussterben. "Wir" haben mehrfach mit anderen Menschen ähnlichen Rassen neben einander gelebt. Was dazu geführt hat, dass aktuell nur der homo Sapiens existiert, spekuliert auch die Wissenschaft heute noch.

      Einige vermuten, Homo Sapiens und Neanderthaler haben sich vermischt, andere, der Neanderthaler wurde verdrängt obwohl dieser körperlich überlegen war.

      Also, nur, weil wir seit mehreren 10tausend Jahre "Alleine" leben, hat das noch nicht viel zu bedeuten. Das sind lächerlich kleine Zeiträume.
      Nur hat unser menschlicher Verstand schon Probleme damit, 100 Jahre zurück zu denken.

      Wer weiß, wie der Mensch in 10tausend Jahren aussieht?

      Außerdem gibt es erste Wissenschaftler, die den heutigen Menschen garnicht mehr als Homo Sapiens bezeichnen... Laut deren Auffassung sind wir schon wieder eine Stufe in der Evolution weiter und Homo Sapiens ist ausgestorben.
    • sloFrodo
      sloFrodo
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 4.110
      Original von Irbis26
      -Kulturelle Evolution (Sprache, Werkzeuge etc.) -> viel schneller als Genetische Evolution
      Imo ein sehr entscheidender Faktor: Zum einen wie du schon sagst eine enorme Beschleunigung der Gesamtentwicklung, zum anderen vielleicht auch der Faktor der uns irgendwann aussterben lässt. Denn der Evolutionsdruck der ja die Evolution erst ermöglicht geht in unserer westlichen Überflussgesellschaft gegen null. Immer mehr Krankheiten/Gendefekte sind kein Selektionsfaktor mehr, werden aber trotzdem vererbt, was langfristrig in eine evolutive Sackgasse führen könnte.
    • tazardar
      tazardar
      Bronze
      Dabei seit: 26.09.2006 Beiträge: 355
      Original von sloFrodo
      Original von Irbis26
      -Kulturelle Evolution (Sprache, Werkzeuge etc.) -> viel schneller als Genetische Evolution
      Imo ein sehr entscheidender Faktor: Zum einen wie du schon sagst eine enorme Beschleunigung der Gesamtentwicklung, zum anderen vielleicht auch der Faktor der uns irgendwann aussterben lässt. Denn der Evolutionsdruck der ja die Evolution erst ermöglicht geht in unserer westlichen Überflussgesellschaft gegen null. Immer mehr Krankheiten/Gendefekte sind kein Selektionsfaktor mehr, werden aber trotzdem vererbt, was langfristrig in eine evolutive Sackgasse führen könnte.
      Ich seh das Problem einfach nicht. Solange eine Krankheit/Gendefekt kein Selektionsfaktor ist, gibts doch auch kein Problem. Ob wir die Krankheit wegen einer natürlich entwickelten Immunität oder wegen Medikamenten überleben ist doch völlig egal.

      Fakt ist doch, das unsere kulturelle Evolution und technischem Fortschritt der natürlichen Evolution bisher weit überlegen ist. Vieleicht wären wir ohne die moderne Medizin mitlerweile Immun gegen die Grippe, dafür haben wir mit dessen Hilfe unsere Lebenserwartung gut verdreifacht.

      Zudem ist bei uns die Evolution ja nicht abgeschaltet, sondern verlangsamt oder vll sogar pausiert. Sollte es also soweit kommen, dass die verschleppten schädlichen Mutationen nicht mehr durch den Fortschritt kompensiert werden kann, greift die natürliche Selektion ja wieder. Selbst dann ist die menschliche Population so groß, dass ein Aussterben ziemlich unwarscheinlich ist. Alles was wir ohne unsere Kultur überlebt hätten, überleben wir auch so. Anders herrum gilt das sicher nicht.

      Taz
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.163
      Das dümmste ist: "natürliche" Evolution von 'technischem Fortschritt' zu unterscheiden.

      Alles was der Mensch macht weil er nachdenkt gilt irgendwie als "unnatürlich" oder "Eingriff"...

      Der Mensch hat sich natürlich entwickelt also ist auch alles was er macht eine natürliche, logische, nicht-abwendbare, kausale Konsequenz eines natürlichen Prozesses.

      Aber das wird immer ignoriert!
    • Nero11
      Nero11
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      Dabei seit: 05.02.2011 Beiträge: 130
      Original von pKay
      Das dümmste ist: "natürliche" Evolution von 'technischem Fortschritt' zu unterscheiden.

      Alles was der Mensch macht weil er nachdenkt gilt irgendwie als "unnatürlich" oder "Eingriff"...

      Der Mensch hat sich natürlich entwickelt also ist auch alles was er macht eine natürliche, logische, nicht-abwendbare, kausale Konsequenz eines natürlichen Prozesses.

      Aber das wird immer ignoriert!

      das sehe ich auch so. ich geh sogar noch ein bisschen weiter und sage, der mensch darf nicht aus dem zusammenhang mit dem universum gerissen werden. das universum hat die eigenschaft leben zu erschaffen, also ist es in gewisser weise auch lebendig bzw. ein teil davon - es beherbergt auf jeden fall den schlüssel zum leben.
      die konsequenz ist, dass das universum die eigenschaft besitzt, über sich selbst nachzudenken, sich selbst zu bewundern und zu versuchen sein eigens dasein zu verstehen.

      zu dem anderen: ich muss erstal über alles nachdenken und es alles sacken lassen. das dauert bei eine weile.
    • sloFrodo
      sloFrodo
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 4.110
      Technischen Fortschritt und 'natürliche' Evolution kann man aber nur so lange als Gesamtheit betrachten wie genügend Ressources vorhanden sind die technischen Errungenschften auch zu nutzen - und es ist fraglich wie lange das noch der Fall sein wird. Darauf wollte ich eigentlich hinaus, kam glaub ich nicht so rüber.
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.163
      Nein!
      Es ist auch natürlich, dass eine Resource zu Ende geht.

      Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit an Unendlichkeit von Resource im Sinne von Energie mit dem Forschritt an Forschung, Technik und Erkenntnissen.

      (Sonnenenergie what not etc.)
    • Martink1979
      Martink1979
      Global
      Dabei seit: 03.11.2007 Beiträge: 1.077
      Wie kommst du denn darauf, dass wir zu Menschen geworden sind...?
    • domde
      domde
      Bronze
      Dabei seit: 10.07.2009 Beiträge: 517
    • FrtZ
      FrtZ
      Black
      Dabei seit: 25.08.2006 Beiträge: 3.412
      Bin zu faul, um das ein oder andere nochmal nachzulesen, um nen vernünftigen Beitrag zu dem Thema zu verfassen, deswegen belass ichs einfach mal bei nem Verweis zu einem absoluten Standardwerk zu dem Thema:

      http://www.amazon.de/Baum-Erkenntnis-biologischen-menschlichen-Erkennens/dp/359617855X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1298848814&sr=8-1
    • Nero11
      Nero11
      Global
      Dabei seit: 05.02.2011 Beiträge: 130
      Original von domde
      http://www.allmystery.de/dateien/uf42243,1248384304,monolith.jpg
      2001 ;)
    • Bauer86
      Bauer86
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2006 Beiträge: 709
      Es werden in der Wissenschaft wohl mehrere Theorien besprochen, wie der Mensch aus den anderen Primaten entstehen konnte...

      Eine, die ich für möglich halte, ist folgende:

      Durch den aufrechten Gang haben sich mehrere Umstände geändert, die andere Primaten so nicht zu bewältigen hatten:

      Babys konnten sich nicht mehr am Körper eines Erwachsenen festhalten. Babys mussten also getragen werden, was quasi zur völligen Beeinträchtigung des tragenden Erwachsenen führt. Dieser ist also unbedingt auf Hilfe von anderen angewiesen, wenn er sich und sein Kind "durchbringen" will.
      Auf im Wald lebende Primaten traf dieses Problem nicht zu, denn dort konnte der Baby-tragende Erwachsene sein Auskommen und das Auskommen des Babys selbst bewältigen.

      Aus evolutionärer Sicht macht es nur Sinn, wenn leibliche Verwandte eines Babys durch ihre Biologie dazu animiert werden, sich um das Baby zu kümmern.
      Dadurch entstehen mehrere Konflikte, die einen Evolutionsdruck ausgeübt haben, der einer Lösung bedurfte.

      Ein paar dieser Konflikte sind:
      1. Für den Vater:
      - Kümmert er sich um das Baby, dann ist die Chance erhöht, dass das Baby erwachsen wird und seine Gene fortpflanzen kann. Aber die potentielle Anzahl der Nachkommen, um die er sich kümmert, ist logischerweise geringer als die, um die er sich nicht kümmert. Also der Konflikt: Wenige, aber dafür gut versorgte Nachkommen oder lieber mehr Nachkommen, die dafür weniger gut versorgt sind?
      Lösung dieses Konflikts: Sehr variabel. Es gibt heute im Verhalten von Männern alles zu beobachten. Also vom (seriell) monogamen bis zum völlig promisken Mann. Es scheint vom subjektiv erfahrbaren "Marktwert" und auch von der Qualität der Frau abzuhängen, welchen Weg ein Mann einschlägt. Aber auf jeden Fall hat sich ein umfamgreiches Brutpflegeprogramm bei Männern eingerichtet, das in bestimmten Fällen abgerufen wird.

      - Vaterschaftsunsicherheit: Ist der Mann wirklich der Vater des Kindes oder nicht? Wenn er sich nicht sicher sein kann, der Vater zu sein, wäre Brutpflege kontraproduktiv, denn er würde mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für die Verbreitung der Gene eines anderen Mannes sorgen und gleichzeitig seine eigenen auf der Strecke lassen.
      Lösung: Eifersucht, (serielle) Monogamie der Frau, sonst keine Brutpflege.


      2. Für die Frau:

      - Wie kann die Frau Hilfe bei der Aufzucht eines Kindes bekommen?
      Miteinbeziehen der eigenen Verwandten (Eltern und Geschwister der Frau). Diese Verwandte sind aber nur zu 25% mit dem Baby verwandt.
      Näher Verwandt wäre der Vater, der also selbst ein evolutionär größeres Interesse am erfolgreichen Aufwachsen seiner Kinder hätte. Also einem Mann glaubhaft machen, dass er der Vater des Kindes ist.
      Lösung: (serielle) Monogamie, Manipulation
      Zur seriellen Monogamie ergibt sich dann auch der versteckte Eisprung, denn die eigene Fruchtbarkeit sollte möglichst verborgen bleiben (auch vor der Frau selbst), um weniger anfällig für sexuelles Begehren zu sein. Denn wäre sichtbar, wann eine Frau fruchtbar ist, dann: Vergewaltigung macht mehr Sinn, "Ausnutzen" der Frau macht mehr Sinn usw. usf. Vergleiche dazu Primaten, deren Fruchtbarkeit zur Schau gestellt wird, um eben genau Gegensätzliches zu erreichen, also gesteigertes rein sexuelles der männlichen Primaten.


      Im Endeffekt ergeben sich zwischen Mann und Frau gewisse Spannungen, die durch vielschichtige Manipulation beider Geschlechter zum eigenen Vorteil sein sollen.
      Beispiele dafür:
      Frauen verheimlichen Fremdgehen, spielen sexuelle Treue vor, betonen die Vaterschaft des brutpflegenden Mannes, selektieren Männer sehr stark, kennen ihre eigenen Wünsche bei Männer nicht, haben also von Natur aus gar keine Chance zu sagen, was sie bei einem Mann wollen, um sich mit ihm einzulassen.
      Also die Unwissenheit der Frau bzgl. ihrer Fruchtbarkeit und ihrer Vorlieben bei Männer ist quasi eine evolutionäre Antwort auf das sexuelle Begehren der Männer und dem eigenen Interesse, Männer an sich zu binden.
      Männer hingehen versuchen gerne, Frauen zu schnellem sexuellen Kontakt zu bringen durch Manipulation oder auch Gewalt.
      Darüber kann man insgesamt ewig schreiben und soviel ist da auch noch nicht erforscht oder sonst was, alles mit Vorsicht genießen.

      Durch die gegenseitigen Manipulationen ergibt sich nun aber die Notwendigkeit, intelligenter zu werden, um selbst besser manipulieren zu können und um Manipulationen zu durchschauen. Das Gehirn wird größer.

      Größeres Gehirn führt dazu, dass Kopf größer wird, was dazu führt, dass Babys in einem noch früheren Entwicklungsstadium geboren werden müssen, was alle zu lösenden Probleme weiter verstärkt. Kreislauf.


      Das is jetzt einfach mal nen kurzer grober Überblick über das, was bei mir durch die Beschäftigung mit dem Thema hängen geblieben ist.