Anspannung und innere Unruhe nach eigenen Fehlern

    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Hallo

      Also bei mir ist es immer so, dass ich mich sehr stark aufrege, wenn ich nen Fehler beim Pokern mache und ich spüre dann das meine innere Anspannung immer stärker wird und ich manchmal sogar anfange zu zittern an den Händen und Beinen. Dies führt dann dazu, dass ich noch größere fehler mache, weil ich mich nicht mehr konzentrieren kann und mich sehr impulsiv verhalte.

      Bad Beats nach korrektem Spiel von mir lassen mich dagegen ziemlich kalt. Ich reg mich zwar für ein paar Sekunden ein wenig auf, aber spiele dann normal weiter.

      Das Problem ist auch, dass ich mittlerweile garnicht mehr so viel spiele, weil ich vermutlich unbewusst diese Stresssituationen vermeiden möchte, wobei mir das Spiel eigentlich Spass macht.

      Ich muss also irgendwie diese innere Blockade abbauen, keine Fehler machen zu "dürfen". Ich beschimpfe mich auch immer selbst nach nem schlechten Call oder Bluff etc. und komme mir dann wie der letzte Fisch vor.

      Ich wollte mal fragen, ob noch jemand diese oder ähnliche Probleme hat und wie man solche Blockaden am besten auflösen kann.
  • 9 Antworten
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo Maniac81,

      was du da an körperlichen Symptomen beschreibst, klingt ja schon ziemlich dramatisch.

      Erste Regel müsste sein, dass du den Pokertisch verlässt, wenn du so etwas bei dir feststellst. Du hast ja dann keinen klaren Kopf mehr.

      Wie gehst du denn abseits des Pokertisches damit um, wenn du Fehler machst?

      Gruß

      wespetrev
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Abseits des Pokertisches ist es eigentlich ähnlich, wobei es darauf ankommt, in welchem Bereich ich nen Fehler mache. Wenn es um Dinge geht, die mir wichtig sind und wo ich alles perfekt machen will ist es besonders schlimm.
      Ich hab jetzt selbst mal etwas über google gesucht und dort wird empfohlen, dass man bewusst seine Fehler akzeptieren soll. Ich werd das mal testen in den nächsten Sessions.
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo Maniac81,

      ich muss perfekt sein/alles perfekt machen...

      ist eine Lüge, an die leider viele Menschen glauben. Das geht dann oft mit Schwierigkeiten einher, sich selbst mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen.

      Perfektionismus, das weiß ich aus eigener Erfahrung, kann einem sehr viel Lebensfreude rauben.

      Die Ursachen dafür können im Einzelfall tief liegen. Ob sie in einem solchen Forum angepackt werden können, bezweifele ich ein bisschen. Aber vielleicht hast du wenigstens einen Ansatzpunkt bekommen.

      Gruß

      wespetrev
    • morumbinas
      morumbinas
      Einsteiger
      Dabei seit: 02.03.2009 Beiträge: 64
      lies dir mal die 6 säulen des selbstwertgefühls durch.
    • Suiteng
      Suiteng
      Platin
      Dabei seit: 15.04.2007 Beiträge: 5.388
      ich hab ein ähnliches problem. immer wenn ich einen dummen fehler gemacht habe, bin ich danach immer sehr schlecht gelaunt.
      ich denke dann immer daran, wieviele bbs ich dadurch verloren habe und wie lange ich noch grinden muss, um diese bbs wieder zurück zu gewinnen. das ganze fuckt mich dann extrem ab, dass ich durch den dummen fehler meine ganze geleistete arbeit zunichte gemacht habe :(
    • Johnnybi
      Johnnybi
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2010 Beiträge: 232
      Interessant.
      Eine Frage: Ärgerst Du Dich über suckouts nicht, weil Du soweit Du die Kontrolle hattest, strategisch korrekt gepielt hast? Denn wie die Karten fallen, können wir nicht beeinflussen. Doch wenn Du die Möglichkeit die richtigen Entscheidungen zu treffen ausläßt, regst Du Dich auf?
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Also früher habe ich mich auch stark über Bad Beats geärgert und mich selbst bemitleidet, was ich doch für ein armer Pechvogel bin. Aber ich hab mit der Zeit gelernt, Dinge zu akzeptieren, auf die ich keinen Einfluss habe.
      Nun bin ich grade im Lernprozess meine eigenen Fehler zu akzeptieren, was mir allerdings immernoch ziemlich schwer fällt. Ich versuche mich dann für kurze Zeit auf meinen Atem zu konzentrieren um rational zu bleiben und meine Emotionen zu "beobachten". Wenn man die Emotionen sozusagen wie eine andere Person von außen beobachtet, dann kann man sie auch sehr gut kontrollieren.
      Allerdings gelingt mir das nicht immer muss ich zugeben. Es liegt da wohl noch ein langer Weg vor mir, bis ich meine Emotionen 100% kontrollieren kann.
    • Johnnybi
      Johnnybi
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2010 Beiträge: 232
      Also ich komme immer noch nicht klar mit bad beats von schlechteren Spielern, erst recht, wenn sie nicht nachvollziehbar gespielt haben und sich die suckouts häufen.

      Du beschreibst, wie du dich dissoziierst von deinen Gefühlen. Ich kann mir vorstellen, dass man von der ex ante- Beobachtung auch zur Verdrängung gelangt. Vielleicht zitterst du, weil du mehr geschluckt hast, als erträglich?
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Also ich versuche meine Emotionen nicht zu verdrängen, sondern ich nehme sie als solche wahr. Ich denke jeder kennt das von sich selbst, dass wenn man sehr aufgeregt ist in einer Situation die Kontrolle mehr oder weniger verliert, weil man sich 100% mit seinen Emotionen identifiziert. Wenn ich aber meine Emotionen beobachte wie z.B einen Lichtstrahl zu dem ich hinsehe, dann kann ich sie normalerweise auch gut kontrollieren, weil die identifikation wegfällt. Also ich meine jetzt normale Stresssituationen in unserem Leben. Bei Extremsituationen ist diese Technik vermutlich nicht mehr möglich.