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Equity

Definition


Die Equity (engl. für Marktwert, Kapitalanteil) oder Pot Equity bezeichnet den Anteil eines Spielers am aktuellen Pot, den er gemessen an seinen Gewinnchancen langfristig im Durchschnitt als Auszahlung zu erwarten hat.

Erläuterung

Beträgt der Pot beispielsweise 10$ und ein Spieler hat eine Chance von 50%, dass er die Hand gewinnt, dann beträgt sein Anteil am Pot, seine Equity, 5$, nämlich 50% von 10$. Über lange Sicht, wenn er diese Situation wieder und wieder spielt, wird er gemäß dem Gesetz der großen Zahl tatsächlich im Schnitt 5$ pro gespielten Pot als Auszahlung erhalten haben.

Ein zentraler Begriff im Zusammenhang mit der Pot Equity ist der Expected Value, Erwartungswert oder EV, der die zu erwartende Auszahlung über die Gesamtheit aller von einer konkreten Spielsituation ausgehenden möglichen Spielverläufe angibt. Er berechnet sich aus der Summe der mit der für sie jeweils zu erwartenden Auszahlung multiplizierten Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Spielverläufe.

Während die Odds und Pot Odds in der Mehrzahl nur in der Frage verwandt werden, ob sich das Mitgehen eines gegnerischen Einsatzes lohnt, wenn man die Möglichkeit hat, eine bessere Hand zu erhalten, kann mittels Equity-Berechnungen für jeden Spielzug festgestellt werden, ob er profitabel ist, und zudem kann durch Simulation oder Berechnung festgestellt werden, mit welchem Spielzug die Equity bzw. der Erwartungswert und somit der im Durchschnitt zu erwartende Gewinn in einer bestimmten Spielsituation für die möglichen weiteren Spielverläufe am größten sind.

Der grundlegende Gedanke hierbei ist, sich von Kategorien wie die Unterscheidung in Draws und gemachte Hände zu lösen und eine Hand nur noch auf der Basis ihrer Gewinnwahrscheinlichkeit zu betrachten. Eine Hand mit hoher Gewinnwahrscheinlichkeit, gleich ob sie schon fertig ist oder noch zukünftiger Karten zur Komplettierung bedarf und derzeit noch einer anderen Hand in einem Showdown unterlegen wäre, resultiert in einem hohen Anteil am finalen Pot, einer hohen Equity und einem hohen Erwartungswert.

Beispiel (Texas Hold'em):

Spieler ASpieler BFlop

Spieler A hält mit dem Paar Asse die augenblicklich überlegene Hand. Käme es sofort zum Showdown, würde er die Hand gewinnen. Jedoch ist Spieler B hier der eigentliche Favorit. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nach dem River die beste Hand halten wird, liegt bei 66%, während A die Hand nur in 34% der Fälle gewinnen wird. Es liegt daher eher im Interesse von B, den Pot so groß wie möglich werden zu lassen, da ihm am Flop 66% des finalen Pots zustehen. Er hat die weit überlegene Hand und sollte daher jeden Einsatz von Spieler A erhöhen und sogar All-In gehen, da er auf diese Weise Profitmaximierung betreibt.

Eine Berechnung des besten Spielzuges in der gezeigten Situation würde die Spielverläufe und daraus resultierenden Erwartungswerte für die verschiedene Aktionen, die Spieler B in dieser Situation ausführen kann, gegenüber stellen.

EV (fold) = 0$

EV (call) =...

EV (raise) =...

Die Aktion mit dem höchsten Erwartungswert, EV, wäre die profitabelste Aktion.



Verwandte Themen:

Expected Value, Pot Odds, Odds