Es wird heiß auf den Highstakes

Wir sind zurück mit einer frischen Hand von den höchsten Online-Partien. Heute müssen wir es am River dabei gleich mit zwei Gegnern aufnehmen.

high stakes poker

Habt ihr auch langsam genug von der "Heißzeit"? Nun, jetzt ist erst mal "Highzeit"! Also nicht die "Highzeit", die ihr schon wieder vermutet ihr Schlawiner, sondern "Highstakeszeit". Dieses Mal wieder mit etwas Besonderem, wir gehen nämlich zu dritt zum River. Bisher war spätestens am River nur noch ein Zweiergespann aus der Preflopaction vorhanden.

Als unseren Hero der Hand betrachten wir in dieser Ausgabe makeboifin, über den leider nichts weiter bekannt ist. Wahrscheinlich ist er aber ein Reg von niedrigeren Limits, der sich nun etwas weiter oben umschaut - natürlich könnte er auch ein Hobbyspieler sein.

Bei niabios und yakuts ist es zum Beispiel so, dass man weiß, dass sie Regs von kleineren Limits sind. Vielleicht sieht man beide in Zukunft häufiger auf den Highstakes, sollten sie es schaffen sich dort zu etablieren. Einen eindeutigen Hobbyspieler haben wir mit nuschel0512 auch noch am Tisch sitzen.

Auf in die Action!

Der schwächere Spieler am Tisch entscheidet sich für einen Limp, das Ungewöhnliche ist allerdings, dass auch der Button limpt. In so einem Fall wird eigentlich geraist oder gefoldet und nicht mitgelimpt.

Es gibt jedoch ein paar wenige Hände, die zu schwach zum Isolieren sind, bei nicht zu aggressiven Spielern nach einem aber mitgelimpt werden können:

High Roller Analyse hand history
Und so sieht die Action dieses Mal aus

Am Flop treffen wir mit dem mittleren Paar und einem Flush Draw eine sehr gute Hand und die Frage ist nun, was profitabler ist. Ein gebalancetes Spiel, wo wir einfach keine Bettingrange am Flop hätten und checken, oder ein ungebalancetes Spiel, wo wir einfach versuchen das Maximum aus der Situation und gegen den schwachen Spieler rauszuholen.

Leider kann man das hier nicht so einfach entscheiden. Die Tendenz geht aber zur gebalanceten Variante, also dem Check, da nach uns noch ein Reg mit in der Hand ist. Würden wir die Action abschließen, also wären zuletzt an der Reihe, würde die Situation schon deutlich anders aussehen.

Nachdem wir mit dem Raise konfrontiert wurden, gibt es aber keine zwei Meinungen und der Call ist die einzig korrekte Spielweise. So erhöht man auch die Wahrscheinlichkeit, dass der weniger gute Spieler in der Hand bleibt und nicht foldet.

Der Turn lässt uns im Stich

NL High Stakes Analyse

Der Turn hilft uns leider nicht weiter. Es gibt nun eine One Card Straight, wir haben nicht die Initiative und müssen checken. Wir schauen somit, was die Spieler nach uns machen.

Der Flush bleibt verwehrt

NL High Stakes Analyse

Nachdem alle am Turn gecheckt haben und wir am River wieder nicht getroffen haben, entscheiden wir uns erneut für einen Check, nur um uns dann zu überlegen, wie wir gegen die Bet des Buttons reagieren.

Natürlich könnte man einfach check/fold spielen, schließlich haben wir nichts getroffen. Aber ist das auch die beste Möglichkeit?

Ein Check/Raise wäre eine weitere Option, einmal durch ein kleines Check/Raise von wegen "bitte Call mich, ich habe ein Monster" oder das klassische Check/Raise-All-in, um maximale Fold Equity zu erzeugen. Immerhin haben beide Gegner den Turn gecheckt und sollten am River nicht wirklich oft eine gute Hand halten!

Die Auflösung zur vorherigen Hand

NL High Stakes Analyse

Beim letzten Mal wollten wir wissen, ob wir am River bluffen sollten und wenn ja, wie.

Die meisten haben sich für einen 3/4-Potsize-Bluff entschieden. Dies ist aber einer der wenigen Spots, in denen es tatsächlich so ist, dass man eine Overbettingrange haben möchte, da unsere Bettingrange am River sehr stark polarisiert ist. Die Overbet sorgt dafür, dass es für den Gegner extrem schwer wird eine gute Callingrange zu haben.

Eine Bet in der Höhe von ca. $2.000 wäre also korrekt gewesen. Natürlich muss unsere Range hierbei gebalancet sein und die eigenen Monster betten wir genauso groß. Unser bietet sich gut zum Bluffen an, da wir Bluffcatcher wie KQ oder QT blocken.

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Kommentare (6)

Neueste zuerst
  • Bunkervogel

    #1

    Darf man fragen wer hier die Hände analysiert?
  • Bierb4ron

    #2

    klasse...toller erfolg... weiter so!
  • IronPumper

    #3

    @Bunkervogel:

    Hey,

    Strategischer Input kommt von mir und meinem Solver.^^
    Sprich, ich mache mir zuerst selber meine Gedanken, aber versuche zusaetzlich diese dann anschliessend mit Hilfe meiner Tools zu ueberpruefen.
    Genauso wie ich es eigentlich auch privat mache, also meine eigenen Haende reviewe.

    Was auch schon vorgekommen ist:
    Habe schon ab und an Freunde zur Sicherheit gefragt, die ebenfalls bereits HSNL spielen.

    Das Schreiben und die Ausformulierung der Artikeln uebernimmt jedoch Jemand von PS.com und stammt nicht von mir selber.

    Lg,
    IronPumper
  • OnkelHotte

    #4

    Finde hier check/minraise plausibel. Button könnte bluffen, call suckt aber, da der fish mit A7 oder 9x overcallen könnte. Man will den fish also von einer besseren hand holen, falls der reg blufft. Minraise reicht dafür und für den Fall, dass Button doch was hat, hat man die minimalen Kosten.
  • OnkelHotte

    #5

    Check finde ich auch daher richtig, da man nach triple check den sd gewinnen könnte.
  • IronPumper

    #6

    Hi^^

    @ OnkelHotte:

    Habe noch ein wenig mit dem Antworten gewartet, um nicht bzgl. der Abstimmung zu viel Bias zu geben XD


    Check am River ist auf jeden Fall korrekt.
    Ansonsten finde ich deine Ueberlegungen im ersten Post qualitativ ziemlich gut - macht alles von der Logik her auf jeden Fall auch Sinn und gefaellt einfach^^

    Probleme sind jedoch:
    a.) Nach der Turnkarte besteht ja BTN's potentielle Bluffrange hauptsaechlich aus busted FDs.
    Hier haben wir schon mal mit unserem Kd negativen Blockervalue.

    b.) Problem fuer BTN ist aber, dass auch er mit busted FDs (also die, die wir nicht blocken) auch "Antiblockers" hat, da er quasi Foldingrange von seinen Gegnern blockt.
    Gerade 3-handed mit Freizeitspieler involviert will man da wirklich nicht mit schlechtem Blockervalue bluffen - daher wird die Bluffing-frquenz von BTN so niedrig sein, so dass ich annehme, X/MinR wird in dem Spot nicht die benoetige FEQ haben - speziell auch, da ja der Fish in unbekannter kleiner Wahrscheinlichkeit auch selten mal trap-checken wird und was starkes halten kann.
    Hier waere zwar der Verlust in diesem Szenario mit deiner
    Size-Ueberlegung geringer, aber kombiniert mit der eh schon geringen FEQ in dem Spot (meiner Annahme nach), schon ein ausreichend grosser negativer Punkt, der den EV zusaetlich nach unten druecken wird.

    Daher ist die Situation hier eher so, dass wenn man bluffen will, man auch gegen Teile von BTN's Valuerange blufft
    -> hier speziell 1card-str8s.
    Dieses Size macht auch am meisten Sinn im Hinblick auf unsere Fullhouse+_Valuerange...


    Aber auch dann greifen im Hinblick auf die
    Bluffcombo-Selektion die obigen technischen Punkte (negativer Blockervalue und "nicht last to act") und Kd7d eignet sich daher einfach nicht, um hier was zu machen.

    Ich denke, dass mit der Kombo X/Fold in dem Spot richtig ist.

    Lg,
    IronPumper