Hotel Mama - Das Beste für Pokerspieler, oder?

Heute wollen wir euch wieder ein viel diskutiertes Thema aus unserem Forum vorstellen. Dabei geht es um die Frage, wann es Zeit ist, das Elternhaus zu verlassen.

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Würdet ihr mit 28 noch bei den Eltern wohnen wollen, wenn ihr dadurch keinerlei Wohnkosten oder Ähnliches hättet, oder ist das ein absolutes No-Go und ihr wärt schon lange ausgezogen?

Darum geht es im Forenthread 'Mit 28 von Zuhause ausziehen oder nicht?', welchen wir euch heute vorstellen wollen. Dabei werden nicht nur die typischen Phrasen gedroschen, sondern auch gesellschaftliche Konventionen im Bezug auf dieses Thema hinterfragt.

Wie alles begann ...

get it on

In unserem Forum geht es natürlich nicht nur um Poker, sondern auch im Off-Topic-Bereich lassen sich immer wieder spannende Themen finden, die gerne kontrovers diskutiert werden. In diesem Thread begann alles damit, dass ric599 folgendes Anliegen schilderte:

Hallo zusammen,

ich bin 28 Jahre alt und wohne aktuell mit meinen Eltern und meinem Bruder in einem Einfamilienhaus (Eigentum). Jeder hat im Grunde genommen seine eigene Etage. Ich bin seit gut einem Jahr mit studieren fertig und seitdem arbeite ich auch (verdiene schon jetzt relativ gut). Ich muss aktuell weder Miete, Nebenkosten, noch irgendwas für Lebensmittel zahlen oder mich um Wäsche, Kochen etc. kümmern. Meine Mum würde quasi alles für ihre Kinder machen. Trotzdem stehe ich gerade vor der Entscheidung, ob ich nun ausziehen möchte oder nicht.

Meine Eltern haben mir sogar angeboten, die oberste Etage so umzubauen, dass ich dort eine abgetrennte Wohneinheit hätte (aktuell befindet sich hier noch das Elternschlafzimmer und Küchenanschlüsse etc. würden noch fehlen). Die Alternative wäre eine eigene Wohnung, kaufen wohl zu teuer, daher eher auf Miete. Problem ist aber, dass meine Ansprüche für Wohnraum nicht die niedrigsten sind und ich mir sage, dass ich nicht >40 Std. die Woche arbeite, um in einer 30 m2 Studentenwohnung zu leben (soll nicht arrogant rüberkommen). Für eine 70-80 m2 Wohnung, relativ neu und modern, zahle ich wohl um die €1.000 warm (vielleicht +- 200€ - Wohnung im Saarland). Vom rein wirtschaftlichen Gesichtspunkt macht es in dem Fall natürlich keinen Sinn auszuziehen. Die Frage ist aber, ob ich in 5 Jahren immer noch zuhause wohnen möchte, denn wenn ich Geld in eine Renovierung, Umbau etc. stecke, sollte ich mir diesbezüglich sicher sein.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Und wie war das bei euch mit dem Ausziehen von daheim?

Und schon bilden sich Fraktionen

Es haben sich selbstverständlich rundum das Thema zwei Hauptfraktionen gebildet. Einmal die Gruppe "OMG, was erlauben ric599?! Mit 28 noch bei den Eltern wohnen? Peinlich!":

Dabei legt koeniksgeburt direkt forsch vor:

Die Frage alleine zeigt schon, dass du dringend ausziehen solltest. Mit 28 noch bei Mutti wohnen, sehr creepy.

Auch Play4forlife findet, dass alleine zu leben und auf den eigenen Beinen zu stehen wichtig für die eigene persönliche Entwicklung ist:

Hatte selbst die Gelegenheit eine Wohnung im Elternhaus zu bekommen nach dem Abi, habe aber dankend abgelehnt. Nicht wegen schlechtem Verhältnis, im Gegenteil, aber einfach wegen der gefühlten und gelebten Unabhängigkeit.

Wenn du also die Möglichkeit hast dein Leben selbsständig zu finanzieren ist es imo ratsam die Nabelschnur zu kappen und auf eigene Beine zu kommen. Die Erfahrung ist sicher auch hilfreich wenn dann irgendwann mal die eigene Familiengründung ins Haus steht.

Anders wäre es beispielsweise, wenn du das Gefühl hast, deine Eltern sind auf dich angewiesen (gesundheitlich). Dann wäre es klar vorzuziehen mit ihnen zu leben und zu helfen, wo du kannst. Geht aus deinem Text allerdings nicht hervor, daher go for it - leb' dein eigenes Leben, zurück kannst du wahrscheinlich immer. Aber wichtiger noch, hör einfach auf deinen Bauch und mach das. Niemand hier soll dich in irgendetwas reinquatschen, nur weil er mit a) oder b) gute bzw. schlechte Erfahrungen gemacht hat. Mach deine eigenen.

Doch alles nicht so schlimm?

Die andere Fraktion findet, dass man sich nicht von den gesellschaftlichen Zwängen leiten lassen und selbst entscheiden sollte, ob man mit 28 noch bei den Eltern leben möchte. Vorteile bringt es auf jeden Fall. Bierb4ron sieht es zum Beispiel so:

Solange keine Notwendigkeit besteht und das Verhältnis aller harmonisch ist, ändere nichts! Spar das Geld, welches du bei Auszug für Miete aufwenden würdest.

Falls du irgendwann mal das Gefühl hast, ausziehen zu müssen, hast du dann eine solide Grundlage für eine Anzahlung beim Wohnungskauf oder zumindest Geld für die Einrichtung einer Mietwohnung.

Von irgendwelchen dümmlichen gesellschaftlichen Zwängen der Marke "lol 28, du musst alles alleine machen, lol" machst du dich am besten sofort frei. Muss nicht zu deinem Problem werden, wenn irgendwer bis 12 an Muttis Brust gehangen hat und jetzt ein gestörtes Verhältnis zu seinen Eltern hat und seine Vorschläge entsprechend familien-negativ ausfallen.

Es wäre allerdings durchaus fair, deinen Eltern ein paar Euro Haushaltsgeld anzubieten.

Ebenso denkt Acidxployd, dass nichts dagegenspricht bei den Eltern zu wohnen. Vor allem, wenn man eine Art eigene Wohnung im Elternhaus bekommt:

Ich verstehe immer noch nicht solche Gegenargumente wie: "Omg, mit 28 bei den Eltern wohnen" oder "man kann nicht tun was man will".

In einer Mietswohnung oder einem Mietshaus wird man immer Rücksicht auf etwas nehmen müssen, und sei es nur auf das Gebäude selber, kein Durchbruch zur Küche etc. Auch werden die eigenen Eltern sicherlich mehr dulden als so mancher Nachbar! Es ist ein Wohnen in einer Eigentumswohnung in einem Zwei-Parteien-Haus.

Mit einer Eigentumswohnung im elterlichen Haus ergeben sich nur Vorteile, natürlich wird man Rücksicht nehmen müssen, aber dies ist in einer Gesellschaft ganz normal. Doch trotzdem werden die Freiheiten im Gegensatz zur "Miete" viele mehr sein.

Und wenn das Stockwerk dann umgebaut zu einer eigenständigen Wohnung ist, wird das Argument "omg mit 28 bei den Eltern wohnen" überflüssig.

Jeder würde lieber seinen Eltern das Geld in den Rachen werfen als einem Vermieter, es muss ja nicht viel sein, aber die Eltern werden froh sein, wenn sie ein wenig davon für die Rente zurücklegen.

Ich sehe hier von den Meisten keine wirklichen Argumente dagegen, eher etwas Neid?

Just my 1 Euro 12 Cent

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Nun seid ihr dran! Wie steht ihr zu dieser Thematik? Ist der Abstand zum eigenen Elternhaus ein Muss für die eigene Entwicklung oder sind es doch eher gesellschaftliche Konventionen und Vorurteile, die für unsinnige Argumente sorgen?

Muss man die Sache vielleicht differenzierter sehen und noch mehr Faktoren beachten? Wir freuen uns auf eure Meinungen im Forum und in den Kommentaren.

Hier geht's direkt zum Forenthread

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Kommentare (6)

Neueste zuerst
  • ScrubLord

    #1

    beste Muddi <3
  • Bierb4ron

    #3

    wäre schön gewesen, wenn ihr mich wenigstens gefragt hättet, ob ihr mich zitieren dürft. wenn ihr meine groß/kleinschreibung korrigiert, dann bitte vollständig, so dass es nicht so aussieht, als hätte ich selbst es versucht und nicht gekonnt.
  • Paxis

    #4

    Freu dich doch über den Fame!
  • 27suited

    #5

    Negreanu hat auch ewig bei mutti gelebt und ist ein anständiger Spieler und sogar Mensch vielleicht geworden.

    Bier ist nicht nur hier fame imo
  • Bierb4ron

    #6

    wieso gilt die ignore-funktion nicht in kommentaren? bitte ändern!
  • Paxis

    #7

    Wieso hast du denn 27suited auf ignore?