So erreicht man seine Ziele mit UCOP-Sieger 'Mantelo'

Im Gespräch mit einem unserer beliebtesten Blogger, der vor Kurzem das UCOP Main Event gewinnen konnte, erfahren wir mehr darüber, wie er seine Ziele beim Poker und im echten Leben erreicht.

mantelo
Mantelo

Hallo, Mantelo! Was für viele besonders interessant an deinem Blog sein dürfte, ist die hohe Anzahl an Zielen, die nicht unmittelbar etwas mit Poker zu tun haben, wie Fitness, Literatur, Reisen usw.

Mantelo: Das stimmt, ich habe tatsächlich ziemlich viele Ziele ohne direkten Pokerbezug und ehrlich gesagt gibt es auch bei meinen wöchentlichen Zielsetzungen immer mehr einen Wechsel hin zu Aktivitäten abseits der Tische. Am Ende verhelfen sie mir jedoch alle auch zu besseren Resultaten beim Poker, auch wenn der Bezug hier und da nicht offensichtlich ist. Wenn man an seiner Fitness arbeitet, sich gesund ernährt, genug Schlaf bekommt und grundsätzlich ein ausgeglichenes Leben führt, dann spiegelt sich das auch positiv bei der Arbeit wider. Ich will mich natürlich nicht als das leuchtende Beispiel dafür präsentieren, wie jeder sein Leben leben sollte, aber gleichzeitig wäre ich ohne all die klar definierten Ziele nicht ansatzweise da, wo ich jetzt stehe.

Denkst du, dass den meisten Pokerspielern diese Balance im Leben fehlt?

Mantelo: Ich denke, dass es in der Vergangenheit schon ein weit verbreitetes Problem für viele Spieler war. Heutzutage wissen die Leute aber, dass Poker nicht sämtliche Energie und 100% der verfügbaren Zeit kosten sollte. Ich kann mich noch an ein paar Videos erinnern, bei denen Spieler über ihren üblichen Tagesablauf berichtet haben. Das ging dann meistens in die Richtung "Aufwachen, ein paar Sandwiches essen, dann 16 Stunden grinden und anschließend ab ins Bett". Das hat sich mittlerweile geändert und die besten Spieler setzen auf Qualität statt Quantität.

Wie wichtig ist es aber, sich auch regelmäßig pokerrelevante Ziele zu setzen? Jedes Mal, wenn du das machst, scheinst du das Ganze zu crushen...

Mantelo: Das folgende Zitat fasst das ganz gut zusammen...

quote

Wenn man sich nicht sicher ist, was genau man sich für Ziele setzen sollte, dann wäre meine Empfehlung, dass man grundsätzlich mit seiner Vision fürs Leben anfängt. Anschließend weiß man mehr über den Weg, den man gehen will, und welche Bereiche die meiste Aufmerksamkeit erfordern. Es gibt jede Menge gute Hilfsmittel im Bereich der Zielsetzung, aber die wohl beliebteste Technik sind die sogenannten SMART-Ziele – Specific, Measurable, Attainable, Realistic, Timely. Mein Blog mit der monatlichen Übersicht zu meinen Zielen hat mir dabei sehr geholfen, die Motivation aufrecht zu erhalten, da ich so nicht nur mir selbst gegenüber, sondern auch den Lesern gegenüber regelmäßig Rechenschaft ablegen muss. Und natürlich will niemand dauerhaft faul oder energielos wirken.

"UCOP-Champion ist für mich nicht der Gipfel"

Worin siehst du die Ursache für deinen Erfolg? Als du deinen Blog gestartet hast, waren die Ziele noch recht bescheiden, mittlerweile bist du ein UCOP-Champion.

Mantelo: Ich gehe immer wieder zurück zu meiner Vision, die ich mir jeden Morgen aufs Neue durchlese. Das dauert nur eine Minute, hält einen jedoch auf Kurs und gibt dir Antrieb für den ganzen Tag. Ich habe tatsächlich klein angefangen, aber jedes erreichte Ziel hat mir mehr Energie und Selbstvertrauen für noch größere Herausforderungen gegeben. Ich bin mir sicher, dass der Erfolg bei der UCOP nicht der Gipfel für mich ist.

Du bist sehr viel im MPN-Netzwerk unterwegs. Wie kam es zu der Entscheidung, genau dort das Ziel anzustreben, der erfolgreichste MTT-Spieler zu werden?

Mantelo: Ich bin ein großer Fan der Live-Events von Microgaming. Es gibt sehr attraktive Satellites mit tollen Live-Packages und die gesamten letzten drei Jahre über habe ich kein Event verpasst. Hoffentlich kann ich den Lauf noch eine ganze Weile fortsetzen, als nächstes dann mit dem Turnier in Malta in diesem Monat. Manch einer sagt, dass das MPN-Netzwerk zu klein für ambitionierte Spieler sei, für mich passt es aber perfekt. Ich will nicht die ganze Nacht lang grinden und um 7 Uhr morgens aus dem letzten Turnier ausscheiden. Kleinere Felder sind genau das Richtige für mich. Ich hatte Turniere zuvor nur ein- oder zweimal pro Woche gespielt, aber im letzten Jahr hat es auch so für einen Platz auf dem Leaderboard gereicht. Ich dachte mir also, dass ich mit etwas zusätzlichem Aufwand in diesem Jahr auch die Top 5 erreichen könnte. Durch den Sieg beim UCOP Main Event bin ich nun aktuell sogar an der Spitze, aber es gibt natürlich jeder Menge gute Spieler, die sich diese Position zurückholen wollen.

Wie softer ist das MPN-Netzwerk im Vergleich zu PokerStars? Wie softer ist die UCOP im Vergleich zu einer Turnierserie wie dem Powerfest von partypoker?

Mantelo: Bei Microgaming gibt es keine riesigen Preisgelder. Die meisten Haie, auf die man im Normalfall in jedem Turnier bei PokerStars trifft, werden daher nicht angelockt. In Turnierserien wie der UCOP ist die Konkurrenz dann schon etwas stärker, aber trotzdem ist ein Erfolg beim Powerfest oder der WCOOP nochmal deutlich schwieriger. Viele Events bei PokerStars dauern mittlerweile auch zwei oder drei Tage, ich habe schlichtweg aber zu viele andere Interessen, dass ich nicht einfach mal zwei Tage in Folge nur mit Poker verbringen kann. Das dürfte den meisten Hobbyspielern genauso gehen.

Wie fühlt es sich an das Main Event in einer Turnierserie zu shippen?

Mantelo: Es war schon früh am Morgen, als das Finale beim Main Event entschieden wurde, sodass auch meine Verlobte die Nacht schon hinter sich hatte. Ich habe ihr dann gesagt, dass sie mich bitte ein paar Mal kneifen soll, damit ich weiß, dass es tatsächlich real ist. In der Vergangenheit habe ich nämlich schon etliche High-Roller-Events gewonnen, nur um dann fünf Minuten später aus dem Traum zu erwachen. Auch nach dem Main Event hat es sich eine ganze Weile noch surreal angefühlt und ich konnte erst einmal nicht richtig einschlafen, auch wenn es eine sehr anstrengende Nacht war.

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Der Erfolg von Mantelo im UCOP Main Event

"Man sollte sich SMART-Ziele setzen"

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Was denkst du, wie deine Ziele für das nächste Jahr aussehen werden?

Mantelo: Ich muss natürlich erstmal noch meine Ziele für 2018 schaffen, von daher träume ich noch nicht zu viel vom nächsten Jahr. Ich würde aber gerne noch einmal nach Las Vegas reisen, das könnte also mit auf dem Plan stehen. Aktuell fahre ich außerdem einen mittlerweile 15 Jahre alten Saab, von daher könnte auch eine Art "Lexus-Challenge" auftauchen. Die größte Veränderung, die hoffentlich auf mich zukommen wird, ist aber zweifellos, dass meine Verlobte auch zu meiner Frau wird. Das ist für mich das wichtigste Event überhaupt, an das etwas wie die UCOP nicht ansatzweise herankommt.

Hast du noch abschließend ein paar Tipps für unsere Mitglieder, was das Setzen und Erreichen von Zielen betrifft?

Mantelo: Zunächst sollte man seine Lebensvision als Anker für seine Zielsetzung nutzen. Erwartet aber nicht, dass man das innerhalb von fünf Minuten zu Papier bringen kann. Lest euch stattdessen ein paar der Visionen von Leuten durch, für die ihr Respekt empfindet, und nutzt das Ganze als eine Art Rahmen. Blind kopieren sollte man solch eine Vision aber natürlich nicht, denn letztendlich ist jeder Mensch unterschiedlich. Was den einen glücklich und zufrieden macht, muss nicht zwangsläufig auch bei euch so sein. Setzt euch ein bisschen mit dem Konzept der SMART-Ziele auseinander und versucht eure Vorsätze danach zu formen. Erwartet am Anfang nicht zu viel und macht lieber kleine Schritte, um nach und nach immer vertrauter mit dem Prozess zu werden. In diesem Jahr bleiben nur noch rund zwei Monate, bereitet euch also gut auf 2019 vor!

Wenn ihr noch mehr über Mantelo und seine Laufbahn erfahren wollt, empfehlen wir euch wärmstens seinen persönlichen Blog bei uns im englischen Forum.

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Kommentare (2)

Neueste zuerst
  • lagern

    #1

    ....................................Fürst............................................
  • homolin2014

    #2

    guter Artikel
    #