Österreich denkt über Internetsperren nach

Das Finanzministerium lässt entsprechende Maßnahmen durch die Universität Graz evaluieren, Ergebnisse sollen im zweiten Quartal 2015 vorliegen.

Bundesministerium für Finanzen
Das Bundesministerium für Finanzen in Österreich

Das österreichische Finanzministerium lässt Maßnahmen evaluieren, wie und ob man illegale Glücksspielanbieter sperren kann. Das berichtete der Kurier. In einem Steuerreform-Vortrag an den Ministerrat wird die "Bekämpfung von illegalen Online-Glücksspielportalen durch Internetsperren" als Unterpunkt der Maßnahmen gegen Steuerbetrug angeführt.

Das soll dem Staat insgesamt 100 Millionen Euro einbringen. Trotzdem gehe es "bei der Sache nicht um budgetäre Maßnahmen, sondern um den Spielerschutz", so das Ministerium. Es hat die Universität Graz beauftragt, die effektivsten Maßnahmen zu prüfen. Das Ergebnis soll im zweiten Quartal 2015 als Bericht vorliegen.

Umstrittenes Glücksspielgesetz

Offiziell darf in Österreich lediglich beim Monopolisten win2day gespielt werden, einer Tochter der österreichischen Lotterien. Andere Anbieter befinden sich in einer Grauzone, die bisher allerdings kaum geahndet wird. Dass das Glücksspielgesetz europarechtlich auf wackeligen Beinen steht, hat im letzten Jahr auch ein Landesverwaltungsgericht festgestellt.

Trotzdem scheut sich Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler nicht, ausgerechnet das rigide IP-Blocking der Türkei als positives Beispiel zu nennen. Als Amateur habe man dort keine Chance mehr, geblockte Seiten anzuklicken. Kritiker sehen das eher skeptisch, die Sperren seien leicht zu umgehen.

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Volker Rueß

Volker Rueß

ist studierter Psychologe und Künstler aus Berlin und berichtet als freier Journalist über die Regulierung von Poker im deutschsprachigen Raum.

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Kommentare (23)

Neueste zuerst
  • Starfighter99

    #1

    Jedesmal diese beschränkte Sichtweise und Unfähigkeit, das Europaweit zu klären.

    Das nervt als Poker-Spieler gewaltig.
  • nbchiller

    #2

    Naja, selbst für das kleine Österreich sind 100 Millionen jetzt nicht gerade ein massiver Anreiz.
  • dude1990

    #3

    Das kann dann gleich direkt den Hoteliers überwiesen werden ;)
  • FinalTableTillus

    #4

    Kommt drauf an...
    100 Mio Groschen




    oder Schilling?!
    prffffffftähaahagnihihihiiiii
  • EilatOne

    #5

    ich kapiers auch nicht ... warum geben die das ganze nicht reguliert frei und kassieren steuern
  • DerIkeaElch

    #6

    Toll abgeschriebene Geschichte....hat PS das nach fünf Tagen endlich auch entdeckt und verkauft das als "News"? LOL
  • Anzac

    #8

    @#2: Musste das gleiche denken. :D

    "Türkei als positives Beispiel" - da kann ja eigentlich nix gutes bei raus kommen.
  • Zugwat

    #9

    "Das soll dem Staat insgesamt 100 Millionen Euro einbringen. Trotzdem gehe es "bei der Sache nicht um budgetäre Maßnahmen, sondern um den Spielerschutz"


    Ist klar
  • Napf

    #10

    LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL

    "Türkei als positives Beispiel" und "Spielerschutz".

    Und wer schützt uns vor diesen Vollpfosten ???
  • Davish13

    #11

    heißt das, dass aus österreichischer sicht pokerstars etc illigale seiten sind?
  • Blueser

    #12

    warum versteuern, 99% spielen mit dem geld das sie bei der arbeit verdient haben, und das ist schon nach steuer!!
  • EAsUncleSam

    #13

    Wie soll eine Internetsperre jetzt genau Geld für den Staat einbringen?
  • bowsthemad

    #14

    Na weil alle Österreicher, die die Sperre dann nicht umgehen wollen bei win2day spielen müssten und die führen Steuern in Österreich ab!
  • ETBrooD

    #15

    "Spielerschutz" ist ne aalglatte Lüge, blanker Vorwand. Die Mehrheit der Politiker haben sich noch nie dafür interessiert, Otto Gamblero zu schützen. Diese Scheinheiligen verballern selbst beim Gambling ein Vielfaches dieser 100 Mio, und darüber wird der Mantel des Schweigens gebreitet.
  • lx1982

    #16

    inb4 china und so...
  • EAsUncleSam

    #17

    Ich denke eher das durch diese Massnahme Win2day ziemlich regverseucht wird und dadurch die Fische massenweise verschwinden und im Endeffekt auf Win2day noch weniger Traffic als bisher sein wird. (Bitte an unseren Finanzminister Hr. Schelling weiterleiten)
  • guenni187

    #18

    Was ist das den ? China lässt grüssen oder wie ?
  • icho90

    #19

    spielerschutz.. eher "wir wollen euer geld einstecken"
  • Falco35

    #20

    @3)
    Kann sein. Aber die Regierung will und muss mit allen möglichen Mitteln die Gegenfianzierung der Steuerreform (6 Mrd/Jahr iirc) reinholen. 2 Mrd € sind durch Eindämmung der Schattenwirtschaft geplant.
  • Bierb4ron

    #21

    viel erfolg !
  • Trigger1201

    #22

    klassisch Einnahmen unter dem Deckmantel "Spielerschutz" getarnt.
    Wieviele Einwohner hat Österreich nochmal ? Und wieviele spielen davon um Geld ?

    btw:
    wieviel EInwohner schützt man vor Nordamerikanischen Hormonfleisch ?
  • plearn

    #23

    Internetsperren sind nicht wirksam durchzusetzen...........
  • Don3Goli

    #24

    Wie ist die Situation mit Pokerstars jetzt wirklich? Kennt sich da wer aus?
    Ich verstehe schon das es in einem Graubereich ist und derzeit eigentlich nicht geahndet wird.. aber wie viel kann man sich auszahlen lassen ohne Probleme zu bekommen?