Österreich: Finanzämter besteuern Poker doch nicht

Entgegen einem ersten Entwurf kommt es nun doch nicht zu einer Änderung der Besteuerungspraxis. Das bestätigte das Finanzamt gegenüber dem Kurier.

steuer

Ende August haben wir über die geplante Änderung der Besteuerungspraxis von Pokergewinnen in Österreich berichtet.

Bei einer Fachtagung führender Finanzexperten ging es damals auch um Turnierpoker und die Frage, ob Gewinne steuerbar sind. Im ersten Protokollentwurf empfahlen die Experten den Finanzämtern noch, Pokerspieler ab 2017 erstmalig zu besteuern.

Keine Änderungen geplant

Nach einem Bericht des Kurier wurde diese Empfehlung nun wieder zurückgezogen. Das österreichische Finanzministerium bestätigte gegenüber der Tageszeitung: "Die diesbezüglichen Ausführungen im Begutachtungsentwurf sollen in der endgültigen Fassung nicht mehr enthalten sein."

In der vorläufigen Begründung vom Oktober hatten die Experten noch auf das Urteil des deutschen Bundesfinanzhofs gegen Eddy Scharf verwiesen. Nun rudert die Finanz zurück. Es seien derzeit "keine konkreten Änderungen geplant".

Österreich ist für viele Profispieler zur Wahlheimat geworden, weil die Regulierung hier im Gegensatz zu Deutschland relativ klar ist. Pokergewinne gelten als Glücksspielgewinne und müssen nicht versteuert werden.

Weitere News zur Glücksspielregulierung:

Alle News zum Thema findet ihr in unserem Forum

Kommentare (11)

Neueste zuerst
  • Livio0815

    #1

    D.h. nur dass es nicht verfolgt wird. Die rechtliche Grundlage hat sich ja nicht geändert.
  • wolf1983

    #2

    Naja Gewinne aus Glücksspiel werden nicht besteuert.

    Wie das besteuert werden könnte frag ich mich sowieso. Ein kleinunternehmer, macht ja einen schnitt. Einnahmen minus ausgaben. Abzüglich absetzbare beträge ist gewinn vor steuern.

    Ich kann 1 million € an preisgeldern in einem fiskaljahr gewinnen. Aber nur weil ich 1 million gewinne ist noch lange nicht ausgeschlossen, dass meine aufwendungen nicht doch 999.999 waren.

    Demnach würde man weit im untersten bereich der armutsgrenze fallen.

    Nehmen wir mal an. Buy in 500, ich komme ins geld gewinne aber nur 1000. eigentlich sind die steuern nicht vom preisgeld zu bezahlen. Sondern ich rechne meine kosten gegen. Den buy in.
  • FollowTheSmartMoney

    #3

    Mögen die anderen Kriege führen, du glückliches Österreich gamble ...
  • Livio0815

    #4

    @Killi1983
    Was verstehst Du daran nicht? Einfache EÜR. Ich habe Einnahmen und Kosten. Und der übrig gebliebene Gewinn wird besteuert. Warum sollte das bei Pokerspielern anders sein? In deinem Bsp. 500€ Buyin, 1k cash=500€ Überschuss und der wird besteuert (vereinfacht gesagt, weil ja das gesamte Fiskaljahr betrachtet wird und nicht ein Turnier).
  • icho90

    #5

    "Im ersten Protokollentwurf empfahlen die Experten.."

    Eindeutig waren es Experten die Poker und deren Ekonomie verstehen.. not
  • Aibetucrai

    #6

    @4 wäre ja schön wenn es so gehandhabt würde- Bei Scharf zum Beispiel haben sie keine Buy ins abgezogen, auch nicht Buy ins, bei denen er nichtmal ins Geld kam. So kanns am Ende sein, dass die Steuern höher sind als der Reingewinn. Und die Nachweispflicht hat immer der Spieler. Jedes Receipt dass man nicht mehr hat wird als doppelt teuer...
  • devonmiles85

    #7

    Jey Livio 0815. Wie von dir beschrieben ist es ja gerade nicht gelaufen bei der Besteuerung. Da wurde einfach geschätzt, weil keine genauen Nachweise über Turniere, die teilweise Jahre zurücklagen, erbracht werden konnten.
  • Fantomas741

    #8

    Arg jetz hab ich schon meinen Mietvertrag gekündigt...
  • limpinbarney

    #9

    Erzählt doch keinen Mist. Wer nichts nachweist der wird geschätzt, ohne Ausnahme. Bei Eddy haben sie afaik pauschal 30% von den Winnings abgezogen. Und das ja auch nur, weil er seine Buyins ohne Cash nicht nachweisen konnte. In der Hinsicht werden Pokerspieler nicht anders behandelt wie jeder andere Gewerbetreibende auch (auch die, die erst nachträglich als gewerblich eingestuft wurden). Im Übrigen ist dort das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das FA Köln hat noch gar nicht über das zu versteuernde Einkommen entschieden.
  • FA_Morgoth

    #10

    Selbst wenn man finden würde, dass pokerspieler wie Gewerbetreibende besteuert werden sollten, wären Pokerspieler dadurch deutlich benachteiligt.
    Denn der Profit ist in deutlich höherem Maße vom Glück beeinflusst.

    Beispiel:
    A ist gewerbetreibender und verdient in in 4 Jahren im Schnitt 50k/Jahr.
    B ist pokerspieler und verdient in Summe dasselbe aber mit folgender Verteilung: +400k, -100k, +50k, -150k
    Der Pokerspieler hat einen deutlich höheren Steuersatz bei der Einkommensteuer und darf nur 50k seiner Gewerbeverluste verrechnen. (nur mit den einnahmen aus dem dritten Jahr)

    Wenn nun das FA noch auf die Idee kommt in ab dem 2. oder 4. Jahr in die Liebhaberei abzuschieben wird es noch schlimmer für den Pokerspieler.

    Was viele hier nicht wahrhaben wollen ist auch, dass Pokerspieler oft das "profispielen" aufgeben, wenn sie in den letzten Jahren verluste hatten. Gerade dann kann man seine Verluste oft nicht mehr verrechnen.
  • FA_Morgoth

    #11

    Mit 50k verrechnen meinte ich die Gewerbesteuer. Diese kann man nur in die Zukunft vortragen.

    Bei der EST kann er die -100k (Jahr 2) voll verrechnen und im vierten Jahr 50k rücktragen und 100k in die Zukunft vortragen.
    Er kann aber z.b. die Freibeträge in Jahr 2 und 4 nicht ausnutzen und muss das meiste mit Maximalsteuersatz versteuern.