Österreich: bet-at-home muss einem Spieler 950.000 Euro zurückzahlen

Ein glücksspielsüchtiger Österreicher verzockte die entsprechende Summe beim Online-Roulette. Da der Anbieter keine gültige Lizenz für das Spiel in Österreich besitzt, muss er das Geld wieder zurückzahlen. Das urteilte jetzt das Oberlandesgericht in Linz. Bet-at-home will Berufung einlegen.

Im österreichischen Linz hat das Oberlandesgericht einem spielsüchtigen Spieler recht gegeben, der im Zeitraum von Juni 2010 bis April 2011 im Internet 1.064.458 Euro verzockte, das meiste davon beim Roulette. Das Geld nahm er vom Firmenkonto seines Chefs, der einen gut gehenden mittelständischen Betrieb mit 70 Mitarbeitern führt.

"Mein Mitarbeiter ist hochintelligent und hat alles so perfekt gefälscht, dass ich es erst bemerkt hatte, als das viele Geld schon weg war", so der Unternehmer. Der Glücksspielsüchtige zog anschließend vor Gericht. Sein Argument: Der Anbieter bet-at-home hat keine Lizenz für Online-Roulette in Österreich und hätte ihm das Spiel gar nicht anbieten dürfen.

In Österreich darf nur ein einziger Anbieter Online-Glücksspiele anbieten. Die dafür notwendige Lotterielizenz wurde auf Druck des Europäischen Gerichtshofs letztes Jahr erstmals europaweit ausgeschrieben und ging an die Österreichische Lotterien GmbH.

Auch bet-at-home bewarb sich darum, ging aber leer aus. Das Vergabeverfahren ist höchst umstritten, neben dem österreichischen Verfassungsgericht beschäftigt sich auch die EU-Kommission mit der Rechtmäßigkeit dieser Regelung.

Die Verträge sind "unerlaubt und unwirksam"

Während das Erstgericht die Klage des 40-jährigen Spielers abgewiesen hatte, gab ihm das Oberlandesgericht Linz nun recht und bet-at-home muss die 950.000 Euro wieder zurückerstatten, die der Oberösterreicher beim Roulette verloren hat. Da der Anbieter über keine entsprechende Lizenz verfügte, "sind die mit dem Kläger abgeschlossenen Online-Roulette-Verträge unerlaubt und unwirksam. Sie haben daher dem Kläger die Einsätze zurückzuzahlen", so der Richter.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der von Malta aus agierende Glücksspielanbieter hat bereits angekündigt, beim Obersten Gerichtshof Revision einzulegen. Darüber hinaus könne man sich wegen des laufenden Verfahrens zu dem Fall nicht äußern.

Christian Horwath, der Anwalt des Spielers, sprach von einem "bahnbrechenden" Urteil. Erstmals könnten Spieler klagen, die von Österreich aus Geld bei einer Internetplattform wie bet-at-home verspielen. Das könnte auch auf Online-Poker zutreffen, da hier die gleichen Bestimmungen gelten wie für Online-Roulette.

Der Spieler leidet schon länger unter Glücksspielsucht und hat sich in den österreichischen Casinos bereits sperren lassen. Sein geschädigter Arbeitgeber verzichtete vorerst auf eine Anzeige, um ihm die Chance zu geben, zumindest einen Teil der enormen Schulden abzuarbeiten.

Weitere News zur Glücksspielregulierung:

Glücksspielverband legt Beschwerde bei EU-Kommission ein (4. Oktober 2012)
Bwin.party bewirbt sich um Sportwettenlizenz der 15 Bundesländer (3. September 2012)
Schleswig-Holstein: Fünf Lizenzen an Sportwettenanbieter, Regulierer des Jahres (28.08.2012)

Alle News zum Thema findet ihr in unserem Forum 

von Volker Rueß

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Kommentare (49)

Neueste zuerst
  • Maruschka69

    #1

    lölz
  • Kasperkopf

    #2

    Scheiße, nicht gut wenn Dummheit siegt.
  • JMGPix69

    #3

    @2

    Da gebe ich dir recht. Aber es ist schon krass das sie einem 1kk verspielen lassen ohne ihn zu sperren ist zu krass.
  • betwinner

    #4

    oh oh könnte eine Welle auslösen auch in Deu^^
  • betwinner

    #5

    "Sein geschädigter Arbeitgeber verzichtete vorerst auf eine Anzeige, um ihm die Chance zu geben, zumindest einen Teil der enormen Schulden abzuarbeiten."

    WOW krass.
  • RaucheCh1987

    #6

    Is ja Mal ein netter Betrag der da vom Firmenkonto abgezweigt wurde...
  • Zugwat

    #7

    denke er feiert sich jetzt seines lebens xD
  • ItseMeMario

    #8

    darf er die 950k dann behalten und muss die schulden bei seinem chef nur "abarbeiten" ??? :)
  • TomGrill

    #9

    hmm.....
  • XNOBODYX1

    #10

    man sollte online roulette sowieso verbieten!! bei uns in ősterreich ist es verpoten betrunken casinospiele zu spielen und was wenn ich im suff online mein geld verhőckere das ist ok oder wie ??
  • MastaMANSON

    #11

    wenn broke einfach alle verklagen :)
  • RaucheCh1987

    #12

    Na selbst wenn er die 950k bekommt muss er immer noch 110k abarbeiten, das dürft eine Zeit lang dauern...

    Ich vermute der Chef verzichtet nur auf die Anzeige damit der Mitarbeiter im die 950k (sofern das Verfahren gut geht) sofort gibt. Ansonsten müsste der Chef ja gegen den Mitarbeiter vor Gericht ziehen was wiederum mit Kosten und Zeit verbunden wäre...
  • agonyship

    #13

    Negativ-freeroll für den Anbieter?! Das sind keine guten Nachrichten! Und man sollte Glücksspiel nicht verbieten sondern regulieren, genau wie Poker und zwar in vernünftiger Form!
  • LLuq

    #14

    Wie jetzt bestimmt alle Leute anfangen bei Roulette zu Freerollen :D
  • pingolfin

    #15

    hochintelligent und dann roulette...facepalm
  • schoe01

    #16

    ... bin grad am überlegen auf bet-at-home einzuzahlen :D
  • Rapidoman

    #17

    Überschrift der News: Die Pokerwelt

    Hier gehts um Roulette. Was kommt hier demnächst?...Lottozahlen?
  • house6587

    #18

    so einen arbeitgeber wünsche ich mir auch :-) aber ganz ehrlich, toller chef! hut ab, so würde nicht jeder reagieren!
  • TxPoker888

    #19

    @17: Du hast offensichtlich die Tragweite dieses Urteils noch nicht erfasst. Sollte der oberste Gerichtshof das Urteil bestätigen, so bedeutet das, dass sich die Seiten aus Österreich und aus Ländern mit ähnlicher Gesetzgebung wie z.B. auch Deutschland zurückziehen müssen. Denn es könnte ja auch jeder der beim Pokern Geld verliert klagen und mit ähnlichen Argumenten gewinnen - schliesslich haben die Pokerseiten in Österreich und hierzulande auch keine Lizenz (ausser eben die EU-Lizenz, die nun in Österreich von den Richtern offenbar als ungültig bewertet wird).
  • TxPoker888

    #20

    Fazit: Das Urteil ist auch eine Katastrophe für Online-Poker.
  • TxPoker888

    #21

    Fazit2: Es zeigt wie wichtig es wäre, eine sinnvolle Regulierung und Legalisierung zu erreichen. In Deutschland aber leider wegen unfähiger Politikern nicht möglich. In Schleswig-Holstein wurde die HOffnung im Keime erstickt durch die SPD-Wàhler.
  • furzkissen83

    #22

    Bin mal gespannt, wie die das umsetzen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bet-at-home das Geld auszahlt. Welche Handhabe hat man denn in Österreich gegen eine Firma in Malta.

    Um weitere Schamützel zu umgehen werden die sich allerdings natürlich aus Österreich zurückziehen
  • PlutoA

    #23

    Den Satz "Mein Mitarbeiter ist hochintelligent" mit "Online-Roulette" verbinden und der ganze Artikel erklärt sich von alleine...
  • JohnnyChan

    #24

    Ach du Schei... katastrophal! Regulierung her, aber zackig!
  • Zinsch

    #25

    Also ich bild mir ein, dass es solche Urteile bereits gegeben hat.
  • d4m4st4

    #26

    also wenn ich als bet at home das auszahlen muss dann klag ich aber sofort saemtlich winnings ein und dann krachts...glaub ich aber nicht das sie das wirklich muessen, wird wohl vom EuVfGh overruled das urteil also zuerst das mit den lizenzen (.at lotterien koennen doch kein monopol haben oder?) und dann eben auch dass das sehr wohl ein legaler vertrag war auf eu ebene (wenns die roulette-eu-lizenz oder was haben)


    und ich glaub soooooo unwissend war der chef da auch nicht....
  • toyberg

    #27

    Trotz meiner sehr hohen Intellenz hab ich gerade 10$ beim Roulette verloren. An wen muss ich mich wenden, wenn ich das wieder haben will?
  • Shore

    #28

    1. Geld vom Chef nehmen
    2. Beim Online Roulette vergambeln
    3. Anbieter verklagen
    4. ???
    5. Profit!
  • Duke207

    #29

    erinnert ein wenig an den Artikel aus der Kronen Zeitung ..
  • Gameslave

    #30

    @15/22: und ihr seid ws. beide Nichtraucher und trinkt nie Alkohol, ne? Wäre ja auch voll dumm, Geld dafür zu bezahlen, den Körper zu vergiften... nur, weil Boris Becker erfolgreich im Tennis ist, heißt das nicht, dass er erfolgreich im Fußball wäre oder gut Pokern kann, genau so bedeutet das, dass jemand, der intelligent ist, trotzdem spielsüchtig sein kann. Ihr denkt ja wohl nicht, dass er das macht, weil er denkt, dass er das Spiel schlägt..
  • Kasperkopf

    #31

    @30 dein Name ist Programm?
  • eltazo

    #32

    30 hat einfach recht , auch wenn sein Nick in dem Zusammenhang schon eine Gewisse Ironie beinhaltet.

    Das Urteil selber ist zwar sehr negativ fürs Onlinepoker aber folge Richtig
    Es ist einfach wichtig das hier eine
    Vernünftige Relegierung stattfindet
  • DonHarry36

    #33

    also darf ich zuerst geld stehlen ( eine vertrauensstelle missbrauchen) wenn ich gewinne ist alles ok und wenn ich verliere gehe ich vor gericht und klage die verlorene summe ein. super konzept. ist vielleicht sogar rentabler als mit eigenem zu zocken. wie blöd können richter sein?
  • DonHarry36

    #34

    anhang: ab wann ist man spielsüchtig? und müssen idioten auch bezahlt werden oder muss zuerst spielsucht festgestellt werden?
  • pg89

    #35

    Einzahlungen dürfen nach dem urteil selbstverständlich trotzdem nicht eingehalten werden.
    Wenn man einen ungültigen kaufvertrag abschließt kann man danach ja auch nicht das geld zurück klagen aber die ware trotzdem behalten.
    Nur gewinne muss bet at home nicht mehr auszahlen (was natürlich schlimm genug ist).
  • eltazo

    #36

    wenn ich erst Lizenzen Vergebe kann ich hinterher, welche ohne nur für nicht berechtigt erklären, folglich muss man auch so Urteilen
  • ElHive

    #37

    @33
    Es ist nicht die Schuld des Richters, wenn Politiker zu unfähig sind, funktionierende Gesetze zu erlassen. Im Gegenteil sind sie meistens die ersten Opfer einer solchen Gesetzgebung, weil sie danach urteilen und damit als erstes ausbaden müssen.
  • Phonosapien

    #38

    Lol. Freerollamentz. Bin dann mal alles auf rot setzen.
  • DasSco

    #39

    Also das Urteil birgt jede Menge Sprengstoff. Wenn es vorm OGH/VfGH/EuGH hält (was äußerst zweifelhaft ist), könnte das zur Folge haben, dass sich Glücksspielanbieter so entschädigen, dass sie ihrerseits völlig legal österreichische Spieler ihre Gewinne zurück zahlen lassen. Und da Poker bei uns tollerweise rechtlich mit Roulette gleichgestellt ist...hust
  • Xenomystus

    #40

    is ja dann krass +ev da roulette zu spielen wenn man nachher das verlorene geld zurückklagen kann :D
  • olafpoker1

    #41

    klasse Urteil, ein Hoch auf die Dummheit.. bin mal auscashen, bevor die Ösis die Poker-/Casinonetzwerke mit ihren "Forderungen" broken
  • eltazo

    #42

    bet at home hat das doch verbockt , die haben sich um eine Lizenz beworben NICHT bekommen , trozdem weiter angeboten.
  • king0077777777

    #43

    @DonHarry36 Es geht gar nicht um Spielsucht. Auch wenn er nicht spielsuechtig waere, wuerden sie ihm das Geld zurueckerstatten, weil bet at home eben diese Lizenz nicht besitzt.
    Auch Nichtsuechtige koennen ihr Geld zurueckfordern, darum geht es.
  • Tackleberry

    #44

    Wieso ist ein in Malta ansässiges Unternehmen an ein Gerichtsurteil aus Österreich gebunden? Wenn der Mann sich in Malta seine Brieftasche hätte klauen lassen, könnte er doch nicht in Österreich Anzeige erstatten, oder sehe ich das falsch?

    Kann mir das wer erklären?
  • DonHarry36

    #45

    jo das wird interessant wie die das urteil in malta durchsetzen wollen
  • DonHarry36

    #46

    #44 der ist auch nicht spielsüchtig sondern einfach ein betrüger der versucht seine haut zu retten.klar der chef will seine kohle zurück und darum unterstützt er ihn auch "noch". aber fakt ist das der einfach nur wegen unterschlagung und schwerem betrug hinter gitter gehört
  • WodkaOh

    #47

    NICE RAKE BACK :-)
  • d4m4st4

    #48

    @45&46 naja nur weil sie den sitz in malta haben is das kein freibrief, sie muessen sich an die hier oertlichen gesetze halten. eine ami-konzern kann hier auch keine waffen verkaufen.

    die frage ist ob die eu lizenz (die sie ja angeblich haben) ausreicht und quasi ueber dem .at gesetz steht, welches auch grad zur diskussion steht. so hab ichs zumindest verstanden.
  • JumboJolly

    #49

    bin neugierig was da rauskommt... will gar nicht drann denken wenn es nur noch win2day (.at lotterien poker) in österreich geben würd :D so ne crap software & wenig spieler...