Alex Dreyfus: "Aaron Paul hat große Leidenschaft für Poker"

Im Interview mit dem Chef der Global Poker League erfahren wir mehr über die bisherigen Quoten der Liga und die Aufnahme von Aaron Paul.

Alex Dreyfus
Alex Dreyfus

Die GPL ist bisher auf sehr positive Resonanz getroffen. Ein großer Faktor dürfte sein, dass man die Spieler und ihre Reaktionen live via Webcam verfolgen kann. In gewisser Weise fühlt man sich daran erinnert, wie man sich selbst verhält, wenn man online spielt.

Alex Dreyfus: Als wir die ersten Diskussionen zum Projekt geführt haben, wollten die Team-Manager, dass sich die Spieler gegenseitig via Webcam verfolgen können, damit das übliche Geplänkel und Trashtalk möglich sind. Ich habe mich jedoch dagegen ausgesprochen, da ich überzeugt bin, dass sie größtenteils nicht miteinander sprechen würden, wie beim Live-Poker. Stattdessen wollte ich, dass sie hinter einer Webcam sitzen und sich mit uns, den Zuschauern unterhalten, um eine größere Bindung zu erreichen.

Erfüllen die Zuschauerzahlen zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Erwartungen?

Alex Dreyfus: Wir erreichen vernünftige Zahlen für ein Angebot, dass vor wenigen Monaten noch nicht existiert hat und noch nicht über eine feste Fanbase verfügt. Die erste Phase der Liga verläuft in einem recht langsamen Tempo, aktuell geht es noch nicht ans Eingemachte. Ab Juli geht es um deutlich mehr, da in den Playoffs vier Teams ausscheiden werden.

Aktuell erreichen wir rund 100.000 Einzelviews pro Woche. Das ist ungefähr 1% unseres tatsächlichen Ziels, das wir in rund fünf Jahren erreichen wollen.

"Wir wollten kein aufdringliches Format"

global poker league

Ich nehme an, man ist noch weit davon entfernt, dass sich Fans bestimmten Teams verschreiben? Ist die Entwicklung einer solchen Anhängerschaft realistisch?

Alex Dreyfus: Das Konzept eines Teams steht im krassen Gegensatz zu den Grundlagen von Poker. Unterstützung für ein Team voranzutreiben, das vor einem Jahr noch nicht existiert hat, ist eine große Herausforderung. In den ersten Tagen gab es jede Menge Hater im Twitch-Chat, mittlerweile ist jedoch ein Trend zu erkennen, bei dem mehr und mehr die Unterstützung einzelner Teams in den Vordergrund rückt.

Wenn wir sagen, dass wir Poker "versportlichen" wollen, meinen wir damit, dass wir ein Angebot erschaffen wollen, das Fans dabei hilft, ein gewisses Team zu supporten und gegen andere Teams anzufeuern. Sport dreht sich um die Kontextualisierung von dem, was wir tun. Es dreht sich um die Erschaffung einer Story.

Ein großer Erfolg dürfte das Ausmaß sein, mit dem die Spieler die einzelnen Partien via Social Media promoten. Es ist ziemlich schwer, nicht über Diskussionen zur Liga zu stolpern.

Alex Dreyfus: Wir haben nie auch nur einen Spieler gebeten, das Ganze in dieser Form zu promoten. Es hat sich einfach automatisch so entwickelt, besonders bei den Spielern, die überzeugt von unserem Projekt sind. Der Erfolg der GPL ist angewiesen auf das Interesse der Spieler. Wir haben es geschafft, eine Ligenstruktur zu organisieren, die nicht aufdringlich ist. Die Anmeldung verläuft mühelos, die Partien sind schnell und es ist kategorisch kein Glücksspiel, sodass man überall in der Welt spielen kann. Wir wollen die Spieler weiterhin bei Laune halten, damit es so weitergehen kann.

"Aaron Paul hat große Leidenschaft für Poker"

Aaron Paul playing poker
Aaron Paul

Die Aufnahme von Aaron Paul war eine ziemliche Überraschung. Wie genau seid ihr auf ihn gekommen?

Alex Dreyfus: Wir haben mit ein paar Agenten gearbeitet und einen Blick auf einige A- und B-Promis geworfen, die ihre Teilnahme in Aussicht gestellt haben. Selbst ein Sportler hat sein Interesse bekundet, bei der GPL dabei zu sein. Maria und ich haben uns dann für Aaron Paul entschieden, weil er aus unserer Generation kommt. Er ist ein junger Kerl, spielt gerne Videospiele und ist auf einem Toplevel, was sein Ansehen und seine Popularität betrifft.

Und was am Wichtigsten ist: Er hat sein eigenes Geld genommen, seinen Hoody und seine Sonnenbrille aufgesetzt und hat sich auf den Weg zur WSOP gemacht. Niemand hat ihn dafür bezahlt. Er hat einfach für sich selbst teilgenommen. Das zeigt für mich seine Leidenschaft für das Spiel. Ich weiß nicht, wie gut er spielt, aber auf jeden Fall macht ihm das Ganze sehr viel Spaß.

Die Aufnahme von Aaron ist natürlich durchaus positiv zu bewerten, geht der Schritt aber nicht eigentlich gegen die Grundausrichtung der Liga?

Alex Dreyfus: Die Aufnahme von Celebritys war in der Tat ein großes Fragezeichen für uns, da es sich per Definition um eine professionelle Liga handelt. Es ist jedoch lediglich eine von insgesamt 72 Personen. Wir wollen natürlich, dass es die Liga in große Zeitungen und TV-Shows schafft. Nichts für ungut, aber mit den normalen Spielern ist das nicht wirklich machbar. Drei Team-Manager waren bereit, die finanzielle Beteiligung aufzugeben, um das eigene Team bekannter zu machen. Maria will zwar das LA Sunset gewinnt, aber sie ist überzeugt, dass die GPL ein langfristiges Format sein wird.

Und wann genau sehen wir nun Jesse Pinkman an den Tischen?

Alex Dreyfus: Ich weiß, das genaue Datum, kann es jedoch nicht verraten. Er wird auf jeden Fall Mitte Juni ins Geschehen eingreifen.

Vielen Dank, Alex, und viel Erfolg mit der Liga.

Die Partien der Global Poker League können jede Woche verfolgt werden. Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag findet ihr den entsprechenden Live-Stream dazu in unseren News.

 

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