Australien vor Verbot von Online-Poker

Das australische Parlament nimmt entscheidende Änderungen an den Glücksspielgesetzen des Landes vor, die ein Verbot von Online-Poker sehr wahrscheinlich machen.

Alan_Tudge
Befürworter, Alan Tudge

Nachdem eine Reihe von Gesetzesänderungen vom australischen Senat abgesegnet wurden, sieht alles danach aus, als würde Australien tatsächlich Online-Poker und Live-Sportwetten verbieten.

Die "Interactive Gambling Amendment Bill 2016" wurde dem Senat bereits im November vorgelegt, federführend dabei der "Minister of Human Services" Alan Tudge. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des australischen Unterhauses, die Berichten zufolge reine Formalität ist. In wenigen Monaten dürfte das neue Gesetz im Anschluss in Kraft treten.

Bereits zu Jahresbeginn hatte sich die 888 Holdings aufgrund der angestrebten Gesetzeslage aus dem australischen Markt zurückgezogen. Andere große Pokerräume wie partypoker und PokerStars dürften nun folgen, nachdem man den Rückzug bereits für den Fall angekündigt hatte, dass es zur Bestätigung der Gesetzesänderungen kommt.

Ähnlich wie beim Black Friday in den USA 2011 bleibt australischen Online-Spielern nun praktisch nur die Wahl zwischen Verlassen des Landes, die Nutzung eines VPN zur Verschleierung des eigenen Standorts oder die Aufgabe der Online-Karriere.

"Dumme Entscheidung"

David_Leyonhjelm
Gegner, David Leyonhjelm

Australien hatte bereits 2001 versucht mit einem Gesetz Online-Glücksspiel flächendeckend einzuschränken, allerdings ergaben sich mehrere Schlupflöcher, die genutzt werden konnten, um den Einschränkungen zu entgehen.

Diese Lücken wurden mit den Gesetzesänderungen nun geschlossen, was zwar bei der Mehrheit jedoch nicht im gesamten Senat auf Zustimmung traf. Der liberale australische Senator David Leyonhjelm, der strikt gegen die vorgebrachten Gesetzesänderungen war, erklärte:

“Es ist eine dumme Entscheidung. Wenn man Poker in Australien spielen will, gibt es zahlreiche Möglichkeiten dazu in Casinos oder bei Turnieren. Es ist ja nicht so, als würden nicht schon zahlreiche Leute Poker spielen. Nun schränkt man das Ganze lediglich online ein. Die ganze Welt spielt sich mittlerweile aber online ab. Es gibt eine sehr aktive Online-Pokercommunity in Australien und ich erwarte nicht, dass das Gesetz seinen Zweck bei denjenigen erfüllen wird, die entschlossen sind online zu spielen. Wenn man ein VPN oder ein Offshore-Konto nutzt, kann man nach wie vor spielen. Es ist eine dämliche Situation, in der wir uns nun befinden."

Kommentare (12)

Neueste zuerst
  • Demon3y3s

    #1

    Einfach nur dämlich.Hoffentlich wissen die meisten australischen online Pokerspieler was vpns sind.
  • baaatzi

    #2

    Die Mühe werden sich aber nur die australischen regs machen und nicht die funplayer
  • elnapo

    #3

    Sehr gut endlich gute Nachrichten.
  • Betrunkener

    #4

    Die Ausis waren ja die schlechtesten Spieler überhaupt. Aus dem Land kamen viele Fische und wenig Regs. Das wird das Spiel deutlich tougher machen.
  • mariana262

    #5

    Wie immer zeigt Ps.de nur die Argumentation gegen das Verbot. Letztendlich geht es aber nur darum das illegale Anbieter gerne betrügen, sich um Fairplay und Suchtprävention nicht scheren und darüberhinaus keinen Cent an Steuern bezahlen, um die negativen Folgen des Glücksspiels auszugleichen.

    Wer über VPN Spielen will kann das gerne machen, immerhin werden die 14 Jährigen, die sich einfach anmelden können und das Taschengeld verzocken, davon abgehalten, denn der Schutz von Minderjährigen sieht so aus das man sich erst legitimieren muss wenn man auszahlen will, Geld verspielen ist dagegen für jedes Kind erlaubt.
  • my74beatyourAA

    #6

    Genau mariana, Verbote sind natürlich viel, viel besser, das Beispiel mit der Drogenpolitik zeigt dies immer wieder überdeutlich....

    Amazon, Apple, Starbucks und viele andere internationale Grosskonzerne zahlen in Europa auch (fast) keine Steuern - auch verbieten?

    Mauer bauen?
    Internet zensurieren oder ganz abschalten?

    In der heutigen globalisierten Zeit bringen die gescheiterten Lösungsansätze von vorgestern sicher nichts....
  • Kalinka8425

    #7

    Am Ende wird doch sowieso alles verboten - ist doch immer so
  • Glorstaxus

    #8

    So fortgeschritten die moderne westliche Welt sein will, so zurückgeblieben und dumm sind ihre Maßnahmen in Bezug auf bestimmte Dinge... *kopfschütteln pur*
    Jahrelang versuchen etwas durchzudrücken und dann so einen lächerlichen Lösungsansatz auf den Tisch knallen und das von den vermeindlich klügsten Köpfen des Landes
  • viktoalia

    #9

    Wissen kommt aus erfahrung und erfahrung braucht zeit. "Leider" ist unsere endlich.
  • domman40

    #10

    Hier wurde auch vor einigen Tagen noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass Onlinepoker streng verboten ist und auch der Spieler sich strafbar macht und Gefängnisstrafe bekommen kann, d. h. ihr seid alle kriminell. Ach, was leben wir doch in einem schönen freien Land...hahaha.
  • ultra1895

    #11

    Es gibt einfach zuviele Opfer der unkontrollierten Online-Mafia...ist dann der einfachste Weg es zu verbieten.Die Mafia verdient Milliarden mit unkontrollierter Software.Kontrolle ist wohl zu aufwendig...die Zauberfrage lautet:Wie reagiert Pokerstars wenn es objektive Kontrolle über den Zufallsgenerator gäbe und sie juristisch angreifbar wären??Weg von ihrer Insel...die realen,guten Spieler dürfen keine Bankroll aufbauen und auscashen...deshalb gibts unendliche 2-und 3 Outer...deshalb gibts nur ganz wenige winning player mit Hilfsmitteln und etremem Aufwand...dazu noch Geldwäsche und Jugendschutz!?...Schleswig-Holstein hatte vor Jahren das Lösungskonzept...es wurde bis heute nicht umgesetzt...die Gier der Anbieter ist maßlos!!
  • Psycoryp

    #12

    Ich weiß immer noch nicht ob kleine Poker Turnieren in denen man Geld gewinnen kann in Deutschland erlaubt sind. Habe hier bei uns (NRW) ein Turnier gefunden. Hab die Veranstelter darauf angeschrieben und nie eine Antwort bekommen. Und die Leute die dahin gehen habe keine Ahnung, dass die Veranstaltung jede Zeit von der Polizei gestürmt werden kann. Ob die dann alle verhaftet werden? Obwohl die (Besucher) nicht wissen, ob es illigal ist? Deswegen geh ich auch nicht hin.