Bundesfinanzhof: Eddy Scharf muss Steuern zahlen

Das Oberste Finanzgericht hat die Revision im Steuerstreitfall um Eddy Scharf abgewiesen. Eine ausführliche Begründung steht noch aus.

Eddy Scharf
Eddy Scharf

Am gestrigen Mittwoch hat der Bundesfinanzhof in München letztinstanzlich entschieden, "dass Gewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren (...) der Einkommensteuer unterliegen können."

Die Revision ist bisher nur in einer kurzen Pressemitteilung erklärt worden, eine ausführliche Urteilsbegründung wird also erst in den nächsten Wochen erwartet.

In der Mitteilung stellt das Gericht fest, dass "schon bei einem durchschnittlichen Spieler das Geschicklichkeitselement nur wenig hinter dem Zufallselement zurücktrete."

Die Vorinstanzen hätten dies mit zahlreichen Quellen festgestellt und der Bundesfinanzhof folgte dieser Argumentation.

Trotzdem schränkten die Richter ein, dass nicht jeder Turnierpokerspieler zum Gewerbetreibenden wird. Entscheidend sei im Einzelfall die "Nachhaltigkeit und die Gewinnerzielungsabsicht" des Betroffenen. Außerdem ging es explizit nicht um Cashgames oder Online-Poker.

Welche Auswirkungen das Urteil hat, werden wir in den nächsten Tagen noch näher zu ergründen versuchen.

Update: Lest in unserem Interview, wie Eddy Scharf selbst die Verhandlung empfunden hat, was seine Strategie war und welche Konsequenzen das Urteil für ihn hat.

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Volker Rueß

Volker Rueß

Volker Rueß ist studierter Psychologe und Kunsthandwerker aus Berlin und berichtet als freier Journalist über die Regulierung von Poker im deutschsprachigen Raum.

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Kommentare (24)

Neueste zuerst
  • MrMoxe

    #1

    "Außerdem ging es explizit nicht um Cash Games oder Online-Poker." Na dann...
  • FinalTableTillus

    #2

    Bitter nicht nur für Eddy sondern für alle Pokerspieler.
    Und lol@ schon bei durchschnittl spielern varianz wayne. Und bitte... auch noch der schlechteste spieler der sich sogar dessen bewusst sein kann, hat ja wohl trotzdem eine ''Gewinnerzielungsabsicht'' bei einem turnier auch wenn die noch so unwahrscheinlich sein kann.
    aber war ja zu erwarten bei leuten die sich dann zu experten erkiesen und von der materie einfachmal gar keine ahnung haben
  • TyCobb

    #3

    @2 Und Du hast leider von Rechtswissenschaft keine Ahnung, wg. "Gewinnerzielungsabsicht".
  • Gameslave

    #4

    wtf
  • Extramask

    #5

    Oh man, das sind leider keine guten Neuigkeiten!
  • Favorityz

    #6

    Dann dürfte er aber Anreisekosten etc. auch von der Steuer absetzen, oder?
  • karlsinn

    #7

    Tja, da sind wir aber mal gespannt wie das noch weitergeht...
  • limpinbarney

    #8

    Weiter geht? Das war die letzte Instanz.
  • Acryl

    #9

    lol gibts irgendein spieler der nicht mit einer gewinnerzielungsabsicht spielt? was für affen...
  • PeterSchneider

    #10

    scheiß urteil ... allerdings eine anmerkung: gewinnerzielungsabsicht im juritischen sinne ist nicht das gleiche wie im normalen sprachgebrauch
  • Svobodenho

    #11

    Poker ist Glückspiel und wenn wir online daran teilnehmen, befinden wir uns auf der Isle of Man!
  • richum

    #12

    Was erwartet ihr hier eigentlich im bezug auf Verluste absetzen? Klar ist das Urteil scheiße, aber auch bei einer Selbständigkeit, wirken Verluste nur Steuermindernd und werden nicht ersetzt. Das ist das Risiko einer Selbstständigkkeit.
    Das Urteil wird hier doch für die Meisten sowieso nichts ändern.
  • efkay

    #13

    Es geht zB um Flug & Hotelkosten, nicht Verluste
  • Synovate

    #14

    Geht mal zu nem Anwalt und sagt ihr wollt eure Pokerverluste vom Staat zurück, der wird sich totlachen und das zurecht.
    Genauso würde er einen Unternehmer auslachen, der sich die Verluste eines nicht-profitablen Unternehmens vom Fiskus zurück holen will.
    Finde es btw auch absolut richtig, dass Pokerspieler die hohe Einnahmen haben und Poker als Beruf ausüben Steuern auf die Gewinne zahlen müssen.
    Auch andere unternehmerische und freiberufliche Tätigkeiten birgen Verlustrisiken, trotzdem müssen überall Steuern auf die Erträge gezahlt werden.
  • SeN

    #15

    es muss aber bereits vorher klar definiert sein wann man steuern zu zahlen hat, nicht hinterher weil man merkt dass da jemand geld gemacht hat und der staat das jetzt gerne hätte.
    eddy ist doch zB mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit seit langer zeit losing player in jedem nicht außergewöhnlich soften feld. nur weil der sich werbetechnisch als profi vermarktet hat bedeutet das noch lange nicht dass er überhaupt jemals die voraussetzungen hatte, longterm +EV laufen zu können. wenn er das aber nicht kann (jetzt einfach mal der argumentation halber als fakt angenommen) dann ist jedes winning year bei ihm ein statistischer ausreißer, und wenn solche zu besteuern sind dann würde ich das 1. gerne im voraus wissen und 2. eine saubere rechtliche begründung dafür lesen
  • SeN

    #16

    äh, war @17 von wegen 'Finde es btw auch absolut richtig, dass Pokerspieler die hohe Einnahmen haben und Poker als Beruf ausüben Steuern auf die Gewinne zahlen müssen. '
  • linda82

    #17

    Mal ganz ehrlich muss jetzt jeder halwegs Erfolgreiche Deutscher Spieler Auswandern oder das Geld iergenwie anderweittig verschwieden lassen.....Um nicht nach dem Finanzamt in die Privat Insolvenz zu müssen oder wie ?
  • cRaZyT69

    #18

    Na dann werd ich mal alle Buy-Ins, die Rechnung für den PC, die Kosten für Pokertools und die I-Net kosten zusammenrechnen und bei der Steuererklärung mit angeben.
  • BeJoke

    #19

    Downswings werden mal aber sowas von dann von den Steuern abgezogen...
  • SniffvsSnaf

    #20

    Hallo Staat! Bitte mal Rechtssicherheit herstellen! Danke! Ein Bürger...
  • MrTrocks

    #22

    @24 Hallo Staat! Bitte mal Rechtssicherheit herstellen! Danke! Ein Bürger...

    das wirst du in diesem Fall vergessen können..
  • daniroxx100

    #23

    Sehr interessante News Pokerstrategy! Weiter so!

    Beste Grüße,

    daniroxx100
  • EilatOne

    #24

    finde das urteil gut ... vielleicht wacht der ein oder andere mal auf ... über was er nun genau versteuern muß kann man natürlich streiten ... sollte gewinne abzgl. buy-ins und sonstige kosten sein, was da dann übrig bleibt sollte versteuert werden ...
  • Pauli3344

    #25

    Die Abgrenzung der Einzelfälle erfolgt m.E. zukünftig wohl schwerpunktmäßig nach dem Tatbestandsmerkmal der "Nachhaltigkeit". Das erscheint mir auch sachgerecht und schlüssig, auch wenn die mündliche Begründung bzw. die Pressemitteilung für Laien (was die meisten hier ja sind) wohl auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar erscheint.