Die Main-Event-Gewinne 2019 nach Steuern

$10.000.000 konnte Hossein Ensan mit seinem Triumph bei WSOP Main Event 2019 eintüten. Aber wie viel wird davon übrig bleiben, wenn der Fiskus seinen Anteil bekommen hat?

Die World Series of Poker 2019 ist beendet und all den glücklichen Siegern bleibt nun die freudige Beschäftigung, das gewonnene Geld zu zählen. Und wie jedes Jahr üblich wird man sich auch beim Fiskus auf der ganzen Welt die Hände reiben.

Jedes Jahr gibt Russ Fox von Taxable Talk eine Schätzung darüber ab, wie viel jeder Finalist beim WSOP Main Event tatsächlich mit nach Hause nehmen kann, wenn das lokale Finanzamt seinen Anteil an Steuern erhoben hat. Stakingdeals oder ähnliche Vereinbarungen werden dabei natürlich nicht berücksichtigt:

$10.000 World Series of Poker Main Event
Position Spieler Nationalität Preisgeld Preisgeld nach Steuern
1. Hossein Ensan Deutschland $10.000.000 $5.393.531
2. Dario Sammartino Italien $6.000.000 $3.427.650
3. Alex Livingston Kanada $4.000.000 $2.800.000
4. Garry Gates USA $3.000.000 $1.949.187
5. Kevin Maahs USA $2.200.000 $1.329.271
6. Zhen Cai USA $1.850.000 $1.143.321
7. Nick Marchington England $1.525.000 $1.525.000
8. Timothy Su USA $1,250.000 $758.850
9. Milos Skrbic Serbien $1.000.000 $525.537

Der WSOP-Champion 2019 Hossein Ensan kann auch nach Steuern das größte Preisgeld für sich verbuchen, mehr als $4 Millionen von den $10 Millionen müssen jedoch an das deutsche Finanzamt abgeführt werden – ein höherer Betrag also als das vollständige Preisgeld für den Drittplatzierten Alex Livingston.

Milos Skrbic kommt ursprünglich aus Serbien, lebt mittlerweile jedoch in Kalifornien. Keine allzu günstige Konstellation in Sachen Steuern. Mit 47,5% wird er voraussichtlich mit der höchsten prozentualen Steuerbelastung zur Kasse gebeten.

Alle anderen Finalisten werden zwischen 30 bis 40% von ihren Gewinnen abführen müssen, abgesehen von einem Spieler. Der Brite Nick Marchington aus dem Vereinigten Königreich wird jeden einzelnen Cent seines Gewinns behalten, wodurch er sogar mehr Geld eintüten kann als Kevin Maahs und Zhen Cai, die das Turnier eigentlich vor ihm abgeschlossen haben. Das liegt daran, dass in Großbritannien Pokergewinne nicht besteuert werden, weil die Regierung es so hält, dass Einsätze an sich bereits durch eine Abführung an Umsatzsteuer der Anbieter selbst besteuert wurden. Entsprechend viele Highstakes-Spieler, auch aus Deutschland, leben daher in Großbritannien.

WSOP
Der Final Table des WSOP Main Event 2019 (Bildrechte: WSOP)

Insgesamt werden also in etwa $11.972.653 an Finanzbehörden auf der ganzen Welt fließen, was mehr als einem Drittel der am Final Table insgesamt ausgeschütteten Preisgelder entspricht und natürlich auch den Hauptpreis übertrifft.

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Kommentare (9)

Neueste zuerst
  • CMB

    #1

    Fuerst, auch beim Main...
  • ichwuesstewie

    #2

    du fuchs
  • MichaelCheckson

    #3

    Scheinen sich zu lohnen diese usa-livaments
  • NBFJesus

    #4

    Können mittlerweile die Pokerverlußte abgeschriebenn werden? Pokerspieler werden doch von den Finazämtern als "Unternehmen" eingestuft, soweit ich mich erinnere. Wobei diese einstufung mehr als schwammig ist. Denn welches Produkt oder welche Dienstleistung wird vermarktet oder angeboten?
  • Froned

    #5

    Wäre mal interessant wie ein Finanzamt auf Stakingdeals reagiert
  • NBFJesus

    #6

    Sollte ich jemals eine größere Anzahl an Turnieren bei der WSOP anstreben, werde ich vor Antritt der US-Reise bei bencb nachfragen ob er ein Zimmer in seiner WG zu vermieten hat. Als Erstwohnsitz :)
  • xn321

    #7

    d.h. wenn ich 15k cashe, erhalte ich nur knapp 8k!?
  • Carlosmuc

    #8

    Als Deutscher erhältst du in den USA alles ausgezahlt.
    Aber wenn du, so wie Hossein (wie man seit der spanischen Steuergeschichte weiß) bereits in Deutschland als ein steuerpflichtiger Pokerspieler giltst, dann musst du halt hier die Steuer auch auf den Gewinn abdrücken.

    Welches FA welche Ausgaben anerkennt weiß wohl keiner, da das jedes FA eigenständig festlegt mangels Richtlinie.
    Da kannst halt Glück oder Pech haben
  • simonmach1ne

    #9

    das ist schon krass, wird einem je nach Land direkt mal 50% abgezogen ^^