Erklärt: Big Blind vs. Button Antes

Wenn ihr noch neu im Poker seid, habt ihr von der Debatte Big Blind vs. Button Ante vielleicht noch nichts mitbekommen. Wir zeigen euch, was es damit auf sich hat.

Jeden Tag treffen viele neue Spieler bei PokerStrategy.com ein, daher müssen wir berücksichtigen, dass manch eine Diskussion von erfahrenen Spielern wie Kauderwelsch auf Neulinge wirken kann. Wenn also eine Story in der Pokerszene Schlagzeilen macht, die nur für fachkundige Spieler Sinn ergibt, versuchen wir das Ganze in einem Artikel für Neulinge verständlicher zu erklären.

Wenn ihr das Geschehen innerhalb der Pokerwelt im letzten Jahr verfolgt habt, werdet ihr ohne Zweifel mitbekommen haben, wie über die Einführung einer Big Blind Ante oder Button Ante bei Live-Events diskutiert wurde. Noch vor wenigen Jahren gab es dies nirgends, doch heute ist diese Art Antes zu posten fast überall zur Norm geworden. Wenn ihr neu im Poker seid, steigt ihr zu einem Zeitpunkt ein, in dem es nun darum geht, welches der beiden neuen Konzepte die bessere Alternative darstellt.

Bevor wir uns dieser Frage widmen, wollen wir zunächst klarstellen, was Antes überhaupt sind. Antes werden im Turnierpoker (und selten auch im Cashgame) genutzt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Betrag in Chips, den jeder Spieler zu Beginn einer Hand setzen muss. Big und Small Blind müssen also einmal pro Orbit gesetzt werden, die Ante, welche häufig rund 1/10 des Big Blinds beträgt, vor jeder Hand.

Der Grund dafür ist die Beschleunigung des Spiels, darum werden in Turnieren schließlich auch stetig die Blinds erhöht. Muss man vor jeder Hand eine Ante posten, so schrumpft der Stack kontinuierlich. Man muss sich also früher darum kümmern Chips zu sammeln. Ebenso vergrößert die Ante die Pötte, wodurch diese natürlich attraktiver werden.

Das Spiel beschleunigen

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Alle Chips zu managen kostet die Dealer Zeit und Nerven

Beim Online-Poker wird die Ante automatisch eingesammelt, darum hat die virtuelle Variante keine Relevanz für unseren heutigen Artikel. Die Debatte Big Blind Antes vs. Button Antes ist entstanden, weil es beim Live-Poker immer wieder Probleme mit den Antes gab. Zuvor musste nämlich jeder Spieler vor jeder Hand einzeln seine Ante posten. So haben die Antes selbst das Spiel zwar schneller gemacht, das Einsammeln und Eintauschen dieser war auf der anderen Seite jedoch wieder ein Zeitfresser.

Der Dealer musste immer zuerst die Antes einsammeln, das ist schon einmal ein Arbeitsschritt. Dann mussten Spieler jedoch häufig daran erinnert werden, ihre Ante zu posten (denn irgendjemand hat es eigentlich immer geschafft es zu vergessen). Hatte man den Betrag nicht passend zur Hand, mussten die Chips schlussendlich auch noch eingetauscht werden (ein 1.000er-Chip musste beispielsweise gegen 10 100er-Chips eines anderen Spielers gewechselt werden). All das sorgte natürlich für Verzögerungen.  

Die Idee der ‘Single Ante’ löste dieses Problem. Nun wurde nicht nur ein Big Blind und ein Small Blind pro Runde gesetzt, sondern ein einziger Spieler setzte auch alle fälligwerdenden Antes für die Runde. Diese Aufgabe kam entweder dem Big Blind oder dem Button zu. Anders als der Big oder Small Blind, gehören einem diese Antes jedoch nicht. Sie repräsentieren die Ante eines jeden Spielers am Tisch. Ging man folglich all-in, hatte jedoch nur noch genug Chips für die Antes, stand die Frage im Raum, wie viel man denn nun eigentlich gewinnen könne. Dies löste direkt eine eigene Debatte aus.

Big Blind vs. Button

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Weniger Chips zu managen, mehr Hände pro Stunde

Zum alten System zurückzukehren steht überhaupt nicht mehr im Raum. Das neue System ist viel praktischer und schnelle, kein Wunder also, dass jede große Pokertour es übernommen hat. Dennoch stellt sich die Frage, welcher Ansatz der bessere ist: Big Blind Ante oder Button Ante? Einige sind der Meinung, dass die Button Ante vorteilhafter ist, da man sonst eben den Big Blind sowie die Big Blind Ante posten muss (was kostspielig ist). Das stärkste Argument für die Big Blind Ante ist hingegen, dass es für den Dealer noch einfacher ist, die Zwangseinsätze zu managen. Schließlich handelt es sich ja nur noch um zwei und nicht mehr um drei Posts. Ebenso wäre da noch das Problem des 'Dead Buttons', dies ist aber ein Thema für sich.

Wenn ihr neu an die Tische gekommen seid, werdet ihr wohl überall nur das neue System kennenlernen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass dadurch ein lästiges Problem für Dealer und Spieler gelöst wurde. Das Spiel wird einfach nicht mehr durch das Eintauschen von Chips und unaufmerksame Mitspieler unnötig vor jeder neuen Hand unterbrochen.

Meiner Meinung nach ist die Big Blind Ante die attraktivere Variante. Beide Konzepte sind sich sehr ähnlich, doch die Button Ante ist einfach noch einmal etwas aufwendiger.

Gibt es andere Pokerkonzepte, über die ihr gestolpert seid, die ihr jedoch überhaupt nicht versteht? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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Kommentare (1)

  • CMB

    #1

    Fuerst, wer sonst?