Global Poker Awards sorgen für Ärger

Es gibt jede Menge verdiente Nominierungen, aber auch eine große Debatte darum, ob die richtigen Leute in den richtigen Kategorien ausgewählt wurden.

Vergangenen Abend wurden die Nominierungen für die diesjährigen Global Poker Awards bekannt gegeben. Zum ersten Mal wurden dabei die European Poker Awards und die American Poker Awards kombiniert, um für eine große globale Awardverleihung zu sorgen, die am 5. April per Live-Stream via PokerGo direkt aus Las Vegas übertragen wird.

Über 130 Jurymitglieder aus aller Welt, darunter auch PokerStrategy.com-Redakteur Barry Carter, haben über die offiziell in diesem Jahr Nominierten in 13 Kategorien abgestimmt.

Kontroversen rund um Nominierungen waren schon immer Teil der alljährlichen Pokerawards und dieses Mal waren es nun die Streamer, Podcaster und YouTuber, die für die größten Debatten gesorgt haben.

In der Vlogger-Kategorie kam es zu Diskussionen, weil wie im Falle von Brad Owen einige sehr erfolgreiche Personen in dem Bereich nicht nominiert wurden. Zudem gab es eine Debatte rund um die eigentliche Definition, was einen Vlog ausmacht. Doug Polk wurde zum Beispiel nominiert, obwohl er nach eigener Aussage in 2018 keinen einzigen Vlog veröffentlicht hat. Die meisten YouTuber sehen einen Vlog als ein Videotagebuch, Polk hingegen produzierte hauptsächlich Strategievideos. So kam die Meinung auf, dass "YouTuber" letztendlich eine bessere Bezeichnung für die Kategorie gewesen wäre.

Gleichermaßen für Unverständnis sorgte auch die Entscheidung, dass Joe Ingram nicht in der Podcast-Kategorie dafür aber wiederum als Vlogger nominiert wurde. Allem Anschein nach hatte man bei den Global Poker Awards eine reine Kategorie rund um Audio-Podcast im Sinn, bei der Ingrams "Poker Life Podcast" als Video-Podcast nicht berücksichtigt wurde.

Die meisten bekannten Twitch-Streamer, darunter auch die Nominierten waren ebenfalls nicht zufrienden mit der Auswahl der Jury, nachdem es einige bemerkenswerte Nicht-Nominierungen gab.

Es ist zweifellos klar, dass die Pokerindustrie und die Pokermedien immer noch nicht ganz auf der Höhe sind, was die Bedeutung von Twitch und YouTube für Poker betrifft. Auf beiden Plattformen kamen enorme Viewerzahlen zustande, dennoch sind einige der größten Namen im Streaming- und Videogeschäft in den traditionellen Pokermedien nicht sonderlich bekannt. Als keinen Ausgleich gibt es dazu von uns zumindest in Kürze noch ein längeres Interview mit YouTube-Sensation Brad Owen.

Awards sind immer kontrovers

GPI Awards

Man kann natürlich bei der Anzahl der Kategorien nicht erwarten, dass jeder bei einer Awardverleihung zufriedengestellt wird. Es gibt heutzutage so viele Content-Plattformen, dass man nicht erwarten kann, dass jeder in einer 130-köpfigen Jury komplett auf dem Laufenden ist, was sämtliche Blogs, Podcasts, Twitch-Streamer, YouTuber und Instagram-Stars in Sachen Poker betrifft. Ich war bereits Teil der Jury bei den European Poker Awards und bei den Nominierungen für die WSOP Hall of Fame und sämtliche Awardverleihungen dieser Art treffen auf dasselbe Problem. So kannten beispielsweise lange Zeit viele Juryköpfe nicht die Online-Spieler, die plötzlich nominiert waren, weil es jahrelang ein reiner Award für Live-Poker war. Dann wiederum gibt es Cashgame-Spieler, deren Resultate weniger transparent sind wie die von Turnierspielern, wodurch man ebenfalls einen starken Fokus auf eben diese Pokerform setzt und die Cashgamer leider etwas außen vor bleiben.

Gleichermaßen gibt es dann natürlich auch noch das Problem der Voreingenommenheit, wenn zum Beispiel französische Juryköpfe beim WSOP-Gremium für französische Spieler stimmen, die Spanier für die Spanier etc. Dadurch kam es dazu, als würde eine anti-europäische Tendenz bei derartigen Awards vorherrschen, da ständig US-Amerikaner gewinnen, nachdem die Stimmen in Europa gespalten waren.

Zum Glück gibt es aber natürlich bessere Varianten als Awardverleihungen, um Erfolg beim Poker, bei Twitch oder bei der Austragung von Turnieren zu messen. Seitens der Global Poker Awards sollte man allenfalls Maßnahmen ergreifen, um im nächsten Jahr einen etwas genaueren Blick auf die neuen Poker-Plattformen wie YouTube und Twitch zu werfen, aber selbst beim besten Willen wird es am Tag der Bekanntgabe der Nominierungen immer Diskussionen geben. Pokerawards sollte man letztendlich als Unterhaltung sehen und nicht zu ernst nehmen.

Nachfolgend die vollständige Liste der Kategorien und Nominierungen:

Tournament Performance

  • Justin Bonomo (Super High Roller Bowl IV)
  • John Cynn (WSOP Main Event)
  • Maria Lampropulos (PCA Main Event)
  • Dylan Linde (WPT Five Diamond World Poker Classic)

Breakout Player

  • Almedin "Ali" Imsirovic
  • Maria Konnikova
  • Ping Liu
  • Christopher Michael Soyza

Streamer Of The Year

  • Jeff Gross
  • Jason Somerville
  • Jaime Staples
  • Lex Veldhuis

Vlogger Of The Year

  • Marle Cordeiro
  • Joe Ingram
  • Andrew Neeme
  • Daniel Negreanu
  • Doug Polk

Podcast

  • LFG Podcast (Chad Holloway, Jamie Kerstetter)
  • PokerCentral Podcast (Brent Hanks, Remko Rinkema)
  • PokerNews Podcast (Sarah Herring, Jeff Platt)
  • The Chip Race Poker Podcast (David Lappin, Dara O’Kearney)
  • The Fives a PocketFives.com Podcast (Lance Bradley, Donnie Peters)

Broadcaster

  • Maria Ho
  • Lon McEachern
  • Nick Schulman
  • Lex Veldhuis

Poker Journalist

  • Drew Amato
  • Sarah Herring
  • Remko Rinkema
  • Christian Zetzsche

Media Content

  • Drew Amato (Foto: Brunson verabschiedet sich von der WSOP)
  • Lance Bradley (Buch: "The Pursuit of Poker Success")
  • Haley Hintze (Artikel: "Vayo vs. PokerStars")
  • PokerCentral/GO (Super High Roller Club: Schulman und Nejad)

Industry Person

  • Angelica Hael (World Poker Tour)
  • Cary Katz (Poker Central)
  • Matt Savage (WPT, TDA, more)
  • Ty Stewart (World Series of Poker)
  • Rob Yong (Dusk Till Dawn, partypoker)

Tournament Director

  • Tony Burns (Seminole Hard Rock)
  • Paul Campbell (ARIA)
  • Jack Effel (WSOP)
  • Kenny Halleart (Unibet Open)

Mid-Major Tour/Circuit

  • 888poker Live
  • RUNGOOD Poker Series
  • Unibet Open
  • WPTDeepStacks
  • WSOP Circuit

Event Of The Year

  • partypoker Caribbean Poker Party Main Event
  • Super High Roller Bowl IV
  • WPT Five Diamond World Poker Classic
  • WSOP Main Event

Moment Of The Year

  • Jeremy Hilsercop erhält den PSPC Platinum Pass (mit der Hilfe von Joe Ingram, Arlie Shaban, PokerStars und der Pokercommunity), nachdem ein Video seiner Frau und einem Trip zur WSOP zu Weihnachten viral ging
  • Joe Cada gewinnt das WSOP The Closer, nachdem er sich dafür angemeldet hatte nur kurze Zeit nach seinem beeindruckenden...
  • 5. Platz im WSOP Main Event
  • Doyle Brunson spielt sein letztes WSOP-Event
  • Justin Bonomo gewinnt das Big One for One Drop und vervollständigt seinen Run bei den Super High Rollern (SHRB China, SHRB IV, One Drop)

Weitere Trophäen bei den Global Poker Awards

  • 2018 GPI Poker Player of the Year (Alex Foxen)
  • 2018 GPI Female Player of the Year (Kristen Bicknell)
  • Award for Lifetime Achievement in Poker
  • Charitable Initiative
  • Jury Prize
  • PocketFives Legacy Award
  • People's Choice Award for Poker Personality of the Year

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Kommentare (4)

Neueste zuerst
  • chas0r

    #1

    Auch hier die Frage: Das weisst du ganz genau und zu 100% woher ?
  • extrapartner

    #2

    Barry ist nicht als Poker Journalist nominiert? Dann sollte wenigstens eine Unterkategorie "worst Journalist" eingeführt werden, die er gewinnen kann.
  • CptJokerFish

    #3

    Den Preis für die dümmsten Artikel hat Barry sichet.
  • CptJokerFish

    #4

    sicher.