Hellmuth mit der umstrittensten Hand der WSOP

Beim Main Event verbleiben nur noch rund 400 Spieler und Phil Hellmuth ist schon lange nicht mehr dabei. Dennoch hat er am Wochenende dem Turnier seinen Stempel aufgedrückt.

Am Feature-Table von PokerGO war Hellmuth in einen Pot zwischen drei Spielern involviert, bei dem James Campbell All-in ging und Alex Kuzmin an der Reihe war. Während der jedoch noch überlegte, ließ Hellmuth bereits eine seiner berüchtigten Tiraden vom Stapel, die für jeden ersichtlich nahelegte, dass er im Anschluss folden würde.

Das machte die Entscheidung für Kuzmin deutlich einfacher, musste er ja nicht mehr in Betracht ziehen, dass Hellmuth nach ihm noch callen könnte. Kuzmin callte also das All-in und das Turnier war für Campbell gelaufen.

Wir werden im Laufe der Woche noch genauer auf den Ablauf der Hand und die Problematik dabei eingehen, aber für den Moment zeigt der Rückblick von Doug Polk alles, was man dazu wissen muss:

Im Anschluss kam es zu einer Welle der Entrüstung in der Pokercommunity, bei der Justin Bonomo unter anderem forderte, dass Hellmuth nachträglich bestraft werden solle. Isaac Haxton warf vor, dass Phil derartige Regelverstöße immer wieder bringen würde und selbst für Erik Seidel hatte der Poker Brat eine Grenze überschritten:

Ganz im Stile eines Phil Hellmuth schien ihm der tatsächliche Grund für all die Kritik aber nicht ansatzweise bewusst, stattdessen entschuldigte er sich lediglich für seine verbale Entgleisung. Dass das Preisgeben von Informationen über die eigene Hand einen unfairen Einfluss auf den Verlauf haben kann, wenn noch zwei weitere Spieler involviert sind, entging Hellmuth scheinbar völlig:

Nachdem er sich zunächst als das übliche Opfer von völlig überzogener Kritik inszenierte, kam Phil dann scheinbar aber doch noch zu Sinnen. Er bot James Campbell an das Buy-in für das WSOP Main Event im nächsten Jahr für ihn zu übernehmen, was dieser als Entschuldigung und gerechten Ausgleich akzeptierte:

Wie hart man den Regelverstoß bewertet, hängt am Ende davon ab, was Phil Hellmuth tatsächlich in der Hand getrieben hat. Wenn man überzeugt ist, dass er sich lediglich emotional mal wieder nicht im Griff hatte, auch wenn er die Regeln eigentlich kennt, dann kann man ihm das Vergehen sicherlich vergeben. Trotzdem wäre auch in diesem Fall eine Strafe fällig. Wenn es jedoch eine berechnete Aktion war, um ein Ausscheiden von Campbell zu begünstigen, dann müsste eine Strafe natürlich deutlich härter ausfallen. Am Ende weiß mal wieder nur Phil Hellmuth selbst, was ihn geritten hat.

War es ein absichtlicher Regelbruch oder einfach der klassische Monkeytilt von Phil? Wir freuen uns auf eure Einschätzung!

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Kommentare (4)

Neueste zuerst
  • LEman06

    #1

    -----------------------fürstlich--------------------------------
  • spade14

    #2

    Ich habs live gesehen und war einfach nur fassungslos, dass niemand was gesagt hat. Es war so obv. Kein floor gar nichts, niemand ne mine verzogen.

    Das gleiche war auch als Phil Ivey in nen 7 Minuten Tank ging und keiner hat sich getraut die clock zu callen :o)
  • Umumba

    #3

    Geht natürlich gar nicht und sollte auch bestraft werden, Extrawurst für Regs nervt ja schon im Casino um die Ecke, aber bei der WSOP noch mehr. Trotzdem: Lustigerweise erwähnt niemand, dass er - nachdem man die Karten kennt - Campbell ja sogar geholfen hat, da es nun wirklich Schlimmeres gibt als mit dem Nutflushdraw vom 2nd NFD gecallt zu werden. Solange er nicht weiß, ob Campbell Draw oder Nuts hat, weiß er ja gar nicht, wem er hilft, wenn er Kuzmin zu einem lighteren Call verleitet. Ein lighterer Call ist ja nicht automatisch besser.
  • Fantomas741

    #4

    @2 Wenn ich nicht selbst beteiligt bin sag ich da Grundsätzlich nix, es kann sich ja der betroffene Spieler beschweren. Der hats ja scheinbar auch nich für notwendig gehalten den Floor zu rufen