Hessen will Online-Poker legalisieren

Die Landesregierung hat konkrete Vorschläge für eine Neuordnung des Glücksspielstaatsvertrages gemacht und geht dabei auch auf Online-Poker ein.

Peter Beuth
Der hessische Innenminister Peter Beuth

Bereits im Juli diesen Jahres sprach sich Hessen für eine Neuordnung des Glücksspielstaatsvertrages aus. Nun hat die Landesregierung konkrete Vorschläge ausgearbeitet.

Gleich die erste ihrer fünf groben Leitlinien dreht sich um die Öffnung des Online-Pokermarktes. Bei einem "Internetpokereinsatz" von 3.952 Milliarden Euro im Jahr 2014 sei die bisherige Verbotspolitik gescheitert. Zusammen mit den Online-Casinospielen seien den Ländern dadurch etwa 230 Millionen Euro an Steuereinnahmen entgangen.

Unbegrenzte Zahl an Anbietern

Um diesen Schwarzmarkt zu bekämpfen, die Manipulationsanfälligkeit von Internetspielen zu kontrollieren, für einen besseren Spieler- und Jugendschutz zu sorgen und um die Steuereinnahmen guten Zwecken zuzuführen, soll Online-Poker in Zukunft reguliert werden.

Dabei soll es keine Obergrenze dafür geben, wie viele Anbieter zugelassen werden. "Anbieter, die die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags korrekt umsetzen, sollen auch eine Konzession erhalten können. Die Anzahl spielt dann keine Rolle mehr", so der hessische Innenminister Peter Beuth in einer Pressemitteilung.

Auch das bisher festgeschriebene Limit von 1.000 Euro pro Einsatz hält die Landesregierung für unpraktikabel. Sinnvoller sei die Einführung von Selbstlimitierungsmöglichkeiten und von Verlustlimits. Wobei der Registrierungsprozess bei den legalen Anbietern nicht zu kompliziert sein sollte.

Gemeinsame Entscheidung der Länder

Der Glücksspielstaatsvertrag kann nur von allen Bundesländern zusammen geändert werden, der Vorschlag aus Hessen ist deshalb nur eine grobe Verhandlungsposition, die noch ohne weitere Details auskommt.

Dabei nimmt Hessen eine gewisse Sonderstellung ein, da es die Vergabe der 20 Sportwettenlizenzen koordinieren sollte. Dieses Verfahren ist gründlich gescheitert und wurde bereits von mehreren Gerichten gestoppt. Ob und wann es zu einer Änderung des aktuellen Vertrages kommen könnte, ist trotzdem noch unklar.

Aus den anderen Bundesländer sind auch noch keine Stimmen zu diesem Vorschlag zu vernehmen. Lediglich die Opposition in Schleswig-Holstein, die 2011 ein eigenes liberales Glücksspielgesetz beschloss, forderte ihre Landesregierung auf, sich auf die Seite Hessens zu stellen.

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Volker Rueß

Volker Rueß

Volker Rueß ist studierter Psychologe und Kunsthandwerker aus Berlin und berichtet als freier Journalist über die Regulierung von Poker im deutschsprachigen Raum.

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Kommentare (30)

Neueste zuerst
  • Gameslave

    #1

    Der Fürste!
  • bastip387

    #2

    :O
  • danic00

    #3

    Weiss man ob der Spieler beim Pokern dann abgeschottet werden sollen??
  • FollowTheSmartMoney

    #4

    Komisch, komisch .... mal sehen, was das noch wird.
  • Lausbub7

    #6

    wäre der hammer und pls internationale spielerpools und keine abschottung
  • hionoe

    #7

    Kann ich mir das dann auch auszahlen?
  • richum

    #8

    In before Pokerstars Hessen mit 500 Spielern zur Hauptzeit.
  • nbchiller

    #9

    Äppelwoi-Poker
  • 2Girls1TAG

    #10

    Eigentlich ist es doch nicht gut wenn es reguliert wird, weil der SPieler oder der Raum dann Steuern zahlen muss, sprich dann gibt es Kürzungen im rb oder,bzw. man muss eben selber was abgeben. Oder?
  • Bierb4ron

    #11

    lol... wer glaubt, dass dies gut für die pokerspieler wäre, ist mindestens naiv, wahrscheinlicher aber einfach nur dumm.
  • craankl

    #12

    lol, poker!
  • FollowTheSmartMoney

    #13

    Naja, der Verdacht liegt schon nah, dass die einfach nur profit machen wollen.
  • Wustenfuchs

    #14

    Schaut euch nur an, was seit der Sportwettenregulierung passiert ist!
  • Zw3rG

    #15

    warum ist der denn Minister geworden?
  • zetec

    #16

    @14
    Was denn?
  • richum

    #17

    @13 Was denn auch sonst? Steht doch auch schon im ersten Abschnitt, dass sie dadurch Steuereinnahmen verlieren.
  • FollowTheSmartMoney

    #18

    #17: hätte meine Ironie vielleicht noch deutlicher hervorheben sollen ^^
  • lanoo

    #19

    #11 :purpleheart.png:
  • extrapartner

    #20

    Der Punkt sollte wohl ein Komma sein
  • SniffvsSnaf

    #21

    🌛
  • Hazy23

    #22

    Läuft leider alles auf den nächsten Flickenteppich hinaus (siehe Schleswig-Holstein), jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen.
    Alle feiern die ach so wunderbare EU und schaffen es nicht europaweit geltende Gesetze zu verabschieden.
    Einfach den Markt öffnen, jeder Spieler zahlt einen kleinen Steueranteil bei Einzahlung in seinem Land und das Unternehmen führt Umsatzsteuer ab am Firmensitz.
    Dann kann es jedem egal sein, wieviel jemand gewinnt oder verliert.
    Deutsche Politiker sollten übrigens mit Spielsuchtprävention vorsichtig sein, solange es in einer mittleren bayrischen Stadt über 60 Spielhallenkonzessionen gibt bzw. Lotto einen Werbeaufwand wie Coca-Cola betreibt.
  • DiscoStu85

    #23

    Hessen sagt zwar "spielerschutz" meint aber "Steuereinnahmen"
  • kauZeyh

    #24

    naja für den kleinen pokerspieler ist ein "illegaler online poker Schwarzmarkt" wohl ohnehin besser, denn:

    - suchtprävention spielt keine rolle
    - limitverlust kontrolle spielt keine rolle
    - Sicherheit unseres Geldes ist zumindest bei Pokerstars ausreichend gegeben imho
    - wir zahlen keine steuern und die Strafbarkeit besteht nur theoretisch (keiner wird wegen onlinepoker vorm Strafrichter landen)

    nach Regulierung:

    - zahlen wir steuern bzw. kosten steigen
    - zahlreiche sinnlose und spiel behindernde Regularien werden mit Sicherheit eingeführt (siehe Schleswig Holstein)
    - und mit viel Pech wird's villeicht sogar eine playerpool Abschottung in irgendeiner weise geben (länderebene/bundeseben/eu-weit?)

    also imho im enddeffekt wird das Produkt online poker durch gesetzl. Regulierung in Deutschland für den durschnittsspieler nicht besser werden...

    aber zugegeben, ich habe auch keinerlei vertrauen in unsere Politiker, dass die ein entsprechendes Gesetz mit Kompetenz und Vernunft erlassen würden (vergleiche die grauenhafte Gesetzgebung z.b. in Frankreich, Italien)
  • FollowTheSmartMoney

    #25

    Vertrauen in Politiker ... der war gut :) Also überhaupt die beiden Worte im gleichen Zusammenhang, hehe xD
  • HansLexus

    #26

    DiscoStu85
    DiscoStu85
    09.10.15, 10:01
    #23
    Hessen sagt zwar "spielerschutz" meint aber "Steuereinnahmen"

    dto!
  • Allin5288

    #27

    Das sind doch mal gute News. Hoffe da kommt endlich eine Legalisierung:)
  • raisehans

    #28

    I call
  • Betrunkener

    #29

    Bin für eine Abschottung, Will man endlich ohne die Russen grinden.
  • Starfighter99

    #30

    ohne Russen, ohne mich !
  • Betrunkener

    #31

    Kannst gerne wegbleiben. Damit kann ich leben.