Poker-Bande um Ali Tekintamgac verurteilt

Acht Falschspieler und Komplizen des bereits im letzten Jahr verurteilten Ali Tekintamgac wurden jetzt zu Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und knapp zwei Jahren verurteilt. Gegen zwei weitere Angeklagte läuft das Verfahren noch.

Ali Tekintamgac
Ali Tekintamgac

Nachdem im letzten Jahr bereits Ali Tekintamgac vom Landgericht Augsburg wegen Betrugs in fünf Fällen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, folgten nun die Urteile gegen seine Komplizen.

Die Bande hatte nicht nur im Raum Augsburg systematisch Pokerspiele betrogen, sondern auch auf internationalen Turnieren, wie zum Beispiel der Partouche Poker Tour 2010 in Cannes. Dabei gab ein als Blogger getarnter Komplize Ali Handzeichen über die Karten seiner Kontrahenten.

In Augsburger Kneipen benutzten die Betrüger ausgeklügelte technische Methoden, um ihre Opfer auszunehmen. In die Spielkarten waren Magnetstreifen eingearbeitet, die von einem als Handy getarnten Empfangsgerät ausgelesen und per Ohrknopf an den Spieler übertragen wurde. Die Technik stammte aus China.

Milde Strafen nach einem Deal

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, sollen zwei Männer die Technik besorgt haben, mehrere angeklagte Männer brachten die Karten in Umlauf. Andere wussten über die Technik Bescheid und spielten als Komplizen mit. Alleine an einem Abend 2011 konnten die Bande so rund 10.000 Euro gewinnen.

Vor dem Landgericht wurde nun gleichzeitig zehn Angeklagten der Prozess gemacht, die in die Betrugsmasche verwickelt waren. Nach einem Deal zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigern räumten acht Angeklagte die Vorwürfe ein und erhielten Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und knapp zwei Jahren. Bei zwei weiteren läuft das Verfahren noch weiter.

Auch der Pokerprofi Kadir Karabulut soll in den illegalen Runden mitgemischt haben, von ihm fehlt jedoch weiterhin jede Spur. Er gilt seit 2013 als vermisst. Der Chef der Bande, Ali Tekintamgac, hat seinen Wohnsitz derweil nach Berlin verlegt, wo er als Freigänger das Gefängnis tagsüber wieder verlassen darf.

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Volker Rueß

Volker Rueß

ist studierter Psychologe und Künstler aus Berlin und berichtet als freier Journalist über die Regulierung von Poker im deutschsprachigen Raum.

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Kommentare (23)

Neueste zuerst
  • Zugwat

    #1

    Viel zu milde die Strafen
  • ulliha

    #2

    im vergleich zu hoeness und edathy isses viel zu hart geurteilt
  • Baumann666RNMD

    #3

    Everyone is solid, no money without Magnetstreifen in Poker :)
  • FredDoof

    #4

    Bei dem Gewinn zu Risiko Verhältnis wird das Schummeln wohl +EV
  • apple37

    #5

    im vergleich zu hoeness und edathy isses viel zu hart geurteilt
  • Elisamo

    #6

    Ich vergebe Ihnen
  • FinalTableTillus

    #7

    ''wo er als Freigänger das Gefängnis tagsüber wieder verlassen darf'' in b4 n jahr im knast pennen, dann wegen guter führung entlassen. tzee
  • Belg

    #8

    nice life
  • DerIkeaElch

    #9

    Der Blaschke hat leider nicht ausgesagt, so weit ich weiß, dann wäre der Schaden größe gewesen und die hätten mehr ausgefasst....
  • Gameslave

    #10

    #2: Bei Edathy gab es kein Urteil.
  • guenni187

    #11

    wirtschafts kriminelle wie hoeness und Edathy wurden und werden ja immer mit milden Strafen abgehandelt.
  • cHaiNSawMasSacRe

    #12

    fänd "hände abhacken" eine adäquate bestrafung.
  • Guesswhat

    #13

    Ob die Geschädigten, den "Verurteilten" wohl Betonklotschen anlegen und sie in irgendeinem Weiher versenken werden??
  • buschips

    #14

    Dann werden jetzt die Pokerrunden im Knast ausgenommen. Sicherlich auch ganz profitabel.
  • soldier87xxx

    #15

    edathy? wirtschaftskriminalität...? das isn perverser der sich kipo's rein zieht und vielleicht auch den einen oder anderen film selbst gemacht ... wie kann man das mit hoenes oder iwelchen pokerbetrügern vergleichen? hirnlos?
  • violin89

    #16

    im vergleich zu hoeness und edathy isses viel zu hart geurteilt
  • Sulu

    #17

    Je nachdem um wieviel sie nun tatsächlich betragen haben, ist die Strafe +EV
  • linda82

    #18

    Und auf ewig alle Sperren für Online und Live Glücksspiele aller Art ein Leben lang........sollte es ebenfalls geben.
  • boumiii

    #19

    viel zu milde

    das Geld alles zurück geben
  • tobiacdc

    #20

    ach wie niedlich, bewährungsstrafen.....
  • Matze1976

    #21

    war mit Eddy und Pero öfter im Casino in tschechien....mir kamen die damals schon nicht sauber vor :-(
  • Toerke79

    #22

    Im Vergleich zum Pedobär isses viel zu hart geurteilt
  • plearn

    #23

    Endlich. Betrügen geht nicht. gar nicht. it is not naizzzzzz