Poker-KI arbeitet nun für das Pentagon

Libratus, die Künstliche Intelligenz, die sich im Heads-up gegen vier Profispieler durchsetzen konnte, soll in Zukunft Kriegsszenarien für das US-Militär simulieren.

Libratus Poker
Die Pros beim Duell mit Libratus in 2017

Viele erinnern sich sicherlich an die historische Schlagzeile vor zwei Jahren, als die an der Carnegie Mellon University programmierte KI Libratus ein Team der weltweit besten Heads-up-Spieler schlagen konnte.

Für Poker, insbesondere Heads-up-Partien, waren das natürlich keine guten Nachrichten. Trotzdem war abzusehen, dass der Fortschritt in Sachen Künstliche Intelligenz noch weitaus größere Kreise ziehen würde, als sich lediglich auf ein Kartenspiel zu beschränken. Immerhin war es eins der wenigen Beispiele dafür, dass man einen Computer so programmieren kann, dass er eine "allgemeine Intelligenz" entwickelt. Der erzielte Erfolg gegen menschliche Gegner beim Poker war ein besonderer Meilenstein, da es im Gegensatz zu Schach zahlreiche unbekannte Variablen gibt, die deutlich mehr reflexives Denken erfordern.

Diese Prognose scheint sich nun zu bewahrheiten, nachdem laut eines Berichts des Magazins Wired die bei Libratus angewandte Technologie in den Fokus des US-Verteidigungsministeriums gerückt sein soll.

Von Poker zu Kriegsszenarien

Libratus Poker creator Tuomas Sandholm
Tuomas Sandholm

So wird berichtet, dass der für Libratus verantwortliche Professor der Carnegie Mellon University Tuomas Sandholm ein Startup gegründet hat, das von einer Behörde des Pentagon genannt Defense Innovation Unit $10 Millionen erhalten haben soll.

Es wird spekuliert, dass man Libratus für die Simulation von Kriegsszenarien nutzen will, um das Pentagon im Bereich der strategischen Planung zu unterstützen. Auch Russland und China haben die Erforschung Künstlicher Intelligenz für militärische Zwecke schon seit einer Weile vorangetrieben. So erklärte der russische Präsident Wladimir Putin bereits 2017, dass die Nation, die im Bereich KI die Nase vorn hat, zukünftig auch "die Welt regieren" würde.

Sandholm, der auch ein zweites KI-Startup leitet, das sich für kommerzielle Zwecke im Bereich der Energiemärkte und Videospiele positioniert, ist aber davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Welt sicherer machen wird.

Wer sich für die Wissenschaft hinter Libratus interessiert, kann hier einen Blick auf ein langes Interview mit Tuomas Sandholm zu dem Thema werfen:

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Kommentare (8)

Neueste zuerst
  • LEman06

    #1

    ----------------------fürstlich------------------------------------
  • aktarus111

    #2

    BiN für friedensszenarien!
  • Falkiwalki

    #3

    "Es wird spekuliert, dass man Libratus für die Simulation von Kriegsszenarien nutzen will, um das Pentagon im Bereich der strategischen Planung zu unterstützen."

    Warum simuliert das Programm keine Friedenszenarien, um die Welt im Bereich der strategischen Planung des Friedens zu unterstützen?
  • preem84

    #4

    #3
    Damit wird kein Geld verdient.
  • preem84

    #5

    Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit bis Libratus, Skynet like das gesamte Verteidigungsnetz der USA übernimmt und nach einer 10sec Analyse herausfindet das der Mensch das wahre Übel ist und arrivederci Menschheit^^
  • mufftier

    #6

    Der Inhalt des Videos ist für jemanden der sich mit KI beschäftigt wirklich sau interessant - gerade weil der Bezug auf Poker gegeben ist. Zum schreien komisch ist aber das Setup dieses Interviews. Das sitzen die beiden sich in einem Hotelzimmer gegenüber. Hintergrund #1 eine Hotelzimmertür, Hintergrund #2 ein Hotelbett in einem abgedunkeltem Raum. Highlevel content in einem Porno-Setting. So skurril das ich mich echt schon Frage das muss so gewollt sein xD
  • Santalino2

    #7

    lol
  • BronkoBuster

    #8

    Scary!