Prognose 2018: Was erwartet uns in diesem Jahr?

Wir holen unsere Kristallkugel aus dem Wandschrank hervor und wagen fünf Prognosen zum neuen Pokerjahr, darunter Bitcoin, die WSOP und die Art, wie Antes gesetzt werden.

Shotclock bei der WSOP

Shot clock poker

Ich prognostiziere es zwar jedes Jahr, aber daran wird sich auch diesmal nichts ändern, denn Jahr für Jahr machen die Turnierveranstalter einen weiteren Schritt hin zur Verbreitung der Shotclock. 2017 wurde sie bei der World Poker Tour und bei der LIVE-Turnierserie von 888poker eingeführt und nur wenige Spieler oder Zuschauer hatten damit ein Problem.

Ein Zeitlimit bedeutet mehr Hände für Hobbyspieler, eine größere Edge für die Profis, schnellere Turniere für die Veranstalter und deutlich weniger langweiliges Tanking bei TV-Übertragungen. Beim Main Event wird es wohl noch keine geben, aber dennoch wage ich erneut die Prognose, dass wir 2018 bei der WSOP mehrere Events mit Shotclock sehen werden.

Button-Antes werden die Norm

button ante poker

2017 konnten wir auch sehen, wie bei vielen großen Turnierserien und Live-Events das Konzept getestet wurde, dass der Button sämtliche Antes übernimmt, die am Tisch anfallen. Hauptziel ist, dass das Spiel deutlich beschleunigt wird, weil der Dealer nicht zuerst von allen Spielern die Antes einsammeln und gegebenenfalls noch Wechselchips aushändigen muss. Stattdessen fällt der Mehraufwand Runde für Runde nur bei einem einzelnen Spieler an.

Das Feedback zur Button-Ante war wie im Falle der Shotclock fast durchweg positiv. Einige würden es zwar bevorzugen, wenn der Big Blind die Antes übernimmt, um Komplikationen im Falle eines Dead Button zu vermeiden, nichtsdestotrotz erwarte ich, dass viele der Major-Turnierserien die Praxis 2018 übernehmen werden.

Ein großer Pokerraum wird Bitcoin als Zahlungsoption akzeptieren

bitcoin poker

Wenn man das vergangene Jahr nicht gerade hinterm Mond verbracht hat, wird man den Aufstieg von Bitcoin innerhalb der Pokerszene mitbekommen haben. Mittlerweile ist regelrecht ein Rennen darum ausgebrochen, wer den ersten Krypto-Pokerraum launchen wird.

Es gibt einige Gründe, warum die großen Online-Pokerräume Kryptowährungen noch nicht als Zahlungsmittel akzeptiert haben, allerdings werden sie die neue Technologie nicht ewig ignorieren können. Ich erwarte, dass in diesem Jahr einer der großen Räume den Schritt wagen und Bitcoin akzeptieren wird. Sobald das geschehen ist, dürfte sich ein Dominoeffekt einstellen und viele weitere Anbieter dem Beispiel folgen.

Der Preis von Bitcoin wird Einfluss auf die Pokerszene haben

bitcoin poker

2017 ist der Preis pro Bitcoin Richtung Mond geschossen und viele Pokerspieler scheinen als Resultat deutlich besser situiert, als noch vor einem Jahr. Zweifellos wurde ein nicht unbedeutender Anteil der Gesamt-Bankroll der Pokerszene in Bitcoin investiert. Egal ob der Boom auch in diesem Jahr anhält oder ob es zum Absturz kommt, die Auswirkungen wird man innerhalb der Pokerindustrie spüren.

Sollte es zum Crash kommen, sollte man nicht überrascht sein, wenn die Anzahl an Teilnehmern bei Turnieren mit hohem Buy-in zurückgeht. Sollte der Preis weiter ansteigen, könnten wir bei den Highroller-Turnieren hingegen neue Teilnehmerrekorde verbuchen. Insbesondere im Sommer wenn das Big One for One Drop mit einem Buy-in von $1 Million ansteht, könnte der Zusammenhang zwischen Bitcoin-Preis und Teilnehmeranzahl sehr deutlich werden.

Die WSOP überarbeitet das Wertungssystem für den Player of the Year

Chris Ferguson WSOPE

Die vielleicht bizarrste Story des vergangenen Jahres war der Triumph vom ehemaligen Full-Tilt-Eigner Chris Ferguson als WSOP Player of the Year. Selbst wenn es kein derart umstrittener Spieler geworden wäre, gab es bereits im Vorfeld schon reichlich Kritik am Wertungssystem, da Mincashes darin eine sehr hohe Gewichtung finden. Genau auf diese Weise setzte sich Ferguson auch beim Race durch, nachdem er einen neuen Rekord für Cashes bei einer einzelnen WSOP-Ausgabe aufstellen konnte. Das war zwar durchaus eine beachtliche Leistung, dennoch wirkt es etwas irritierend, dass kein Spieler mit mehr Bracelet-Erfolgen oder einer der 80 Spieler, die deutlich mehr Profit als Ferguson bei der WSOP 2017 gemacht haben, am Ende vor ihm lagen.

Ich erwarte daher, dass man die Wertungsformel seitens der WSOP in diesem Jahr anpassen wird, eventuell durch die Einbeziehung von Punkte-Multiplikatoren beim Erreichen eines Final Tables oder dem Gewinn eines Events. Am Ende wird es nur eine kleine Anpassung sein, die aber dafür sorgen wird, dass das Spielen auf den Turniersieg auch beim Race wieder mehr belohnt wird, als sich ins Geld zu folden.

Wie sehen eure Prognosen für das Jahr 2018 aus, was die Pokerszene betrifft? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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Kommentare (5)

Neueste zuerst
  • CMB

    #1

    Fuerst, wie immer....
  • preem84

    #2

    Pokerstars muss ja wieder mehr Einnahmen generieren als letztes Jahr - da bleib ja nicht mehr viel wo man kürzen kann ergo -
    0 Rakeback;
    Rake wird erhöht;
    +Cashout Fee!
    Ich freu mich drauf^^
  • Faultier911

    #3

    ob bei den high roller turnieren einer mehr oder weniger mitmacht, dürfte hier kaum wen interessieren, denn die zeiten wo PS.de spieler dabei waren sind wohl längst vorbei.

    mit dem Bitcoin wird es genau wie mit PS.de abwärts gehen, denn beide haben ihren zenit längst überschrifften.

    pokerstars dominiert weiterhin den pokermarkt und verdient als einziger dauerhaft geld durch poker. was pokerstars (vielleicht) an pokerumsatz verliert holen die massig durch wetten und casion wieder rein.
  • Bierb4ron

    #4

    super news. weiter so!
  • generalerror

    #5

    Ich fände es nicht gut, wenn das Wertungssystem überarbeitet werden würde. Dann kann man ja gleich die Auszeichnung dem Spieler übergeben, der sich ein paar mal zu einem Bracelet luckt und dann eh am meisten Geld einsammelt. Wenn einer über viele Turniere hinweg konsistent spielt und oft weit nach oben kommt, dann verdient er auch die Auszeichnung.

    Aber dass die großen Pokerseiten Cryptowährungen akzeptieren werden, ist gewiss.