Review zu PokerStars VR

Wir konnten bereits im Vorfeld einen Blick auf das neue VR-Angebot von PokerStars werfen und geben eine erste Einschätzung ab, wo genau das Potenzial des neuen Produkts liegt.

PokerStars VR
PokerStars VR

In dieser Woche hat PokerStars mit der Vorstellung seines kostenlosen Virtual-Reality-Titels PokerStars VR für reichlich Aufsehen gesorgt. Bereits im vergangenen Monat konnte ich das neue Produkt am Rande der EPT Barcelona bei einem Medienevent testen.

In vorherigen Artikeln zu Virtual Reality und Poker war ich zwar neugierig auf die Möglichkeiten einer Kombination, allerdings auch etwas skeptisch, nicht zuletzt da ich selbst etwas hinterherhinke, was modernes Gaming betrifft. Das zeigt sich auch daran, dass ich beim Medienevent in Barcelona zum ersten Mal überhaupt ein VR-Headset aufgesetzt habe. Die Technologie befindet sich nach wie vor in den Kinderschuhen, aber ich war definitiv beeindruckt, von dem Ausmaß an Immersion, dass das Spiel und VR generell bereits bieten.

Die ersten Minuten, in denen man sich an den digitalen Pokerraum in neuer Umgebung gewöhnt, sind noch etwas komisch. Dann war ich jedoch positiv überrascht, wie schnell man eigentlich vergisst, dass man sich in einer virtuellen Welt befindet. So trat der wohl merkwürdigste Moment der ganzen Erfahrung erst auf, als ich das Headset wieder abnahm und der Test sein Ende fand. Das war in etwa vergleichbar mit dem Aufwachen aus einem Traum, da einem plötzlich bewusst wird, dass man sich eine ganze Weile von der echten Welt abgekapselt hat und nicht wusste, was um einen herum passiert.

Das Spiel selbst ist sehr intuitiv gestaltet und nach ein bisschen anfänglicher Gewöhnung wirken Aktionen wie das Aufdecken von Karten, Einsammeln von Chips oder Setzen einer Bet sehr natürlich. Das Treiben am Tisch war etwas chaotisch, was aber vor allem daran lag, dass ich und alle meine Mitspieler solch eine Spielerfahrung zum ersten Mal machten, entsprechend wurde sich ausgetobt und mitunter auch mit Essen beworfen. Sehr positiv war, dass man sich mit jedem am Tisch via Voicechat unterhalten konnte, was sich wohl auch langfristig als eines der wichtigsten Features herausstellen könnte. Die eine Sache, die man beim Online-Poker die meiste Zeit vermisst, ist die soziale Interaktion, die man beim Live-Poker hat. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass PokerStars VR irgendwann auch in Sachen Echtgeld eine ernsthafte Option wird (es gibt keine unmittelbaren Pläne so etwas abseits des Free-to-Play-Modells umzusetzen), aber das Potenzial für erfrischende und unterhaltsame Homegames ist auf jeden Fall vorhanden.

Der soziale Aspekt von Poker

PokerStars VR
Werden VR-Fans Lust auf ein Kartenspiel haben?

Beim Medienevent waren nicht nur Leute der Pokerindustrie vor Ort, auch Journalisten aus dem Technik- und Gamingbereich hatten sich in Barcelona für die Vorstellung von PokerStars VR eingefunden. Den Technikfreaks und Gamern fiel dabei der Einstieg in das Spiel deutlich einfacher als uns Kartenspielern, die Poker eigentlich in- und auswendig kennen. Während ich noch mit der Bedienung am Hadern war (nicht zuletzt weil ich mittlerweile ein alter Sack bin), wurden bereits erste Freundschaften am Tisch geschlossen und Chips durch die Gegend geworfen. Auch meine Frau, die sich sehr für Technik begeistert, war mit bei dem Event und ihr fiel das Ganze so leicht wie Fahrradfahren.

Das dürfte ein gutes Zeichen sein für PokerStars VR. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es kein Produkt für ambitionierte Pokerspieler ist (und vermutlich für lange Zeit auch kein Angebot für Echtgeld-Spieler). Wie passend beworben, ist es vielmehr ein kostenloses Spielerlebnis mit Fokus auf sozialer Interaktion. Das ist generell jedoch nicht schlecht für Poker, denn es ist deutlich zu erkennen, dass es neue Leute an das Spiel heranführen soll, die andernfalls nichts mit dem Kartenspiel anfangen könnten. In dieser Woche konnte Lex Veldhuis bei seinem Twitch-Stream 30.000 Zuschauer verzeichnen, von denen einige wohl zum ersten Mal überhaupt mit Poker in Berührung kamen. Nun bietet sich eine neue Plattform an, um mehr Leute für das Spiel zu begeistern, wenn auch in diesem Fall der Fokus auf dem sozialen Aspekt statt dem kompetitiven liegt.

Virtual-Reality-Gaming wird nicht mehr aufzuhalten sein. Es wird kommen, ob es einem nun gefällt oder nicht. Aktuell ist die Einstiegsbarriere, was das Preisniveau betrifft, noch recht hoch und lediglich rund eine Million Menschen auf der Welt verfügen über die nötige Hardware, um VR-Titel vernünftig zu spielen. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis VR-Headsets deutlich erschwinglicher und vielleicht sogar in die nächste Konsolengeneration direkt integriert werden. Sobald das passiert, wird nun auch ein Pokerspiel in der Virtual Reality auf die Massen warten.

Ich bin mir nicht sicher, wie verlockend Poker ist, wenn man in der VR-Welt auch Drachen erlegen oder F1-Autos im heimischen Sessel um die Strecke peitschen kann, aber es ist die beste Option, um die soziale Interaktion von Live-Poker virtuell widerzuspiegeln, die sich beim gewöhnlichen Online-Poker kaum bietet. Es ist zwar ein etwas bedrückender Gedanke, um den Artikel zu beenden, aber ich lese mittlerweile häufiger, wie Gaming an sich immer mehr zu einem eher einsamen Hobby für manche Menschen wird. Es könnte also sein, dass es deutlich mehr Nachfrage nach einem Spiel gibt, bei dem man sich mit seinen Mitspielern am Tisch unterhalten kann, als es zunächst den Anschein erweckt.

Wie fällt euer erster Eindruck von PokerStars VR aus? Wie seht ihr das Potenzial des Produkts? Wir freuen uns auf eure Einschätzungen!

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Kommentare (6)

Neueste zuerst
  • Paxis

    #1

    Geile Idee auf jeden Fall.
    Zieht eine ganz neue Art von Spielern an.
    Wird halt niesche bleiben.
  • Dogdo

    #2

    Voicechat.... wenn man mit zig russen am tisch sitzt versteht man auch kein wort und es zieht bestimmt auch keine colluder an.
  • Jakobus1989

    #3

    Ohne das sich jetzt bitte jemand auf den Schlips getreten fühlt...

    So ziemlich das dümmste, was ich seit langem gesehen habe im Bezug auf Poker. Sowohl die visuelle Darstellung, die fehlende Liebe zum Detail, als auch der krampfhafte Versuch von Pokerstars auf den Virtual Reality-Zug aufzuspringen.
    Euer Zug ist leider schon lange abgefahren...
    Macht Platz für die zukünftigen Player. PartyPoker schläft nicht...

    Liebe Grüße
    Jakob
  • extrapartner

    #4

    Verstehe nicht, warum das Angebot nicht zu einem vollwertigem Echtgeldangebot weiter entwickelt werden soll, insbesondere da die Live-Dealer-Angebote schon stark zugenommen haben. Kombiniert mit VR könnte das durchaus interessant sein und ordentlichen Unterhaltungswert bieten.
  • AdiPokert

    #5

    Das wird bestimmt noch besser und irgendwann geht man in Casino ohne das Haus zu verlassen.
  • Chrischen666

    #6

    So ein Schwachsinn...