Schleswig-Holstein bereitet Vergabe von Glücksspiellizenzen vor

Ab März soll es in Schleswig-Holstein Glücksspiellizenzen geben, über 80 Glücksspielanbieter haben sich bereits um eine Lizenz beworben. Das bestätigte Hans-Jörn Arp gegenüber PokerStrategy.com.

Auf dem Sportbusiness-Kongress SpoBiS in Düsseldorf diese Woche gab der stellvertretende Vorsitzende der CDU im Landtag von Schleswig-Holstein, Hans-Jörn Arp bekannt, dass sich in Schleswig Holstein bereits 86 Glücksspielanbieter um eine Lizenz beworben haben.

Das bestätigte er auch nochmals gegenüber PokerStrategy.com. "Wir gehen davon aus, dass es ab März Lizenzen geben wird. Ob direkt am 1. oder 2.März, das muss man sehen." In den nächsten Tagen werde eine Überwachungsverordnung bekannt gegeben, die festlegt, wie die Anbieter kontrolliert und überwacht werden. Damit sei der Weg frei, um ab März Lizenzen an Glücksspielanbieter in Schleswig-Holstein zu vergeben.

Die Koalition in Schleswig-Holstein habe keinen Grund an der bisherigen Marschrichtung zu zweifeln, sagte Herr Arp weiter. Zwar unternehme die SPD noch einen letzten Versuch das Gesetz zu kippen, er räumt diesem Unterfangen jedoch keine Erfolgsausichten ein. Er gehe außerdem davon aus, "dass die anderen Bundesländer über kurz oder lang unserem Beispiel folgen werden."

200 Millionen Euro Steuereinnahmen

Die Glücksspielbranche nimmt diese Nachrichten mit wohlwollen auf. Sven Stiel, Director Northern Europe bei Pokerstars sagte laut Medienberichten auf dem Sportbusiness-Kongress in Düsseldorf: "Das Modell Schleswig-Holstein zeigt, was möglich ist: nämlich Spielerschutz und Kanalisierung des Spieltriebs in Einklang zu bringen mit attraktiven Angeboten für Unternehmen, Nutzer und den Staat."

Schleswig-Holstein bestreitet als einziges der 16 deutschen Bundesländer einen Sonderweg der Glücksspielregulierung und hat bereits ein gültiges, von der EU ratifiziertes Gesetz verabschiedet, das Onlinepoker und andere Glücksspiele erlaubt. Im Gegenzug verlangt Schleswig-Holstein die vergleichsweise geringe Abgabe von 20% Steuern auf den Rohertrag. Das nördlichste Bundesland rechnet mit bis zu 200 Millionen Euro an Steuereinahmen durch die Regulierung.

Die anderen 15 Bundesländer warten noch auf ein Urteil der EU, die ihren Vertragsentwurf derzeit überprüft. Experten räumen dem Entwurf jedoch wenig Chance ein, da er die Anbieterzahl auf 20 Lizenzen beschränkt und eine Steuer von 5% auf jeden Wetteinsatz vorsieht. Viele Glücksspielanbieter bezeichneten das in der Vergangenheit als wirtschaftlich unrentabel.

Weitere News zum Glücksspielgesetz in Deutschland:

Sat.1 erhält Rüge wegen unerlaubter Werbung für Glücksspielanbieter (19. Januar 2012)
Informationskonferenz zum Glücksspiel in Schleswig-Holstein (16. Januar 2012)
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Schleswig-Holstein: Bereits 28 Anbieter an Glücksspiellizenzen interessiert (9. Oktober 2011)
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FDP Sachsen plädiert nun für das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz (27. September 2011)
Glücksspielgesetz in Schleswig Holstein: Eine Analyse (14. September 2011)
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Kommentare (30)

Neueste zuerst
  • JustMillion

    #1

    Fürst
  • Chimba

    #2

    nice
  • 18andabused

    #3

    aber nicht vergessen alle leute von hartz4 auszuschließen, wir müssen sie ja schützen, vor der sucht.
  • Trigger1201

    #4

    200 mio haben oder nicht haben^^

    mit dem entwurf der der 15 "boykottierer" wird's nicht mal ansatzweise soviel geben - trotz höherer abgaben.
  • 2hug0

    #5

    20% auf rohertrag is halt auch n saftiges stück, mal gespannt wie sowas bei stars o.a. auf die spieler übertragen wird
  • ameisenmann

    #6

    kann dann einer mal erklären, warum 20% vom rohertrag besser sind als 5% auf jeden wetteinsatz?
  • 6Scan

    #7

    im prinzip ist der rohertrag der brutto umsatz (-MwSt - Ausgaben)

    du setzt 5$ in nen 5$ pot und musst darauf 5% zahlen, das heisst jeder einsatz wird versteuert. sollte obv sein, dass das net gut ist!

    gruß
  • 6Scan

    #8

    aso auf den rohertrag dann 20%, bei Pokerräumen also quasi der gesamtrake.
  • bodytalk1973

    #9

    Wäre es dann auch möglich, daß wir Pokerclubs wie CCC in Deutschland bekommen?
  • Astron1984

    #10

    20% auf den Rohertrag heißt:

    wenn Pokerstars 5% aus jedem pott nimmt z.B. 3$ bekommt Vater Staat davon 20%. 0,60$ in dem Fall
  • uzifloozy

    #11

    Ich muss auch nochmal nachfragen. Also unter Rohertrag verstehe ich dann den Umsatz des Anbieters (= unser Rake)? Also 20% des Rakes? Also wenn er bisher 8% war, würden es dann wahrscheinlich 10% (8% Rake + 2% Steuer) werden? Für uns heißt das dann eine 25%ige Rakeerhöhung.

    Da kann ich dann nicht mehr nur mit gesundem Gewissen rauchen, saufen und Auto fahren, sondern auch noch zocken!

    Yeah! \o/
  • Astron1984

    #12

    nee also noch mal

    bis her nimmt z.b. Pokerstars 5% aus jedem pott rake bis cap 3$

    von diesen 3$ gehen 20% an den Staat 60 Cent und 2,40$ bleiben Pokerstars

    die werden auf keinen fall den rake auf 10% anhben das wäre quatsch
  • dertakman

    #13

    Klingt zu schön um wahr zu sein, ich werde wohl bis zur letzten Sekunde Angst haben, dass da alles gestoppt wird. Warum auch immer^^

    Dabei gehts mir nicht um rechtliche Sicherheit usw., sondern nur ums Prinzip. Endlich geht man irgendwo in Deutschland klug mit dem Thema um.

    Man verschließt sich nicht vor der Realität, mutet dem Bürger zu, selber zu entscheiden was er mit seinem Geld macht, nimmt auch noch Steuern ein, statt einfach irgendwas vor Glücksspielschutz zu labern, zur selben Zeit wo die 100 Spielhalle in der selben Stadt aufgemacht wird usw.
  • Chippie77

    #14

    Aber nur mal so gefragt (so von wg Logik und so...) : Wenn Online Poker erlaubt ist, müßte Live-Poker doch auch außerhalb vom Casino möglich sein...?
  • AyCaramba44

    #15

    #14

    Ein Online Casino braucht eine Lizenz
    Ein Casino in Deutschland hat eine Lizenz
    Hast du eine Lizenz?
  • Redshanks33

    #16

    Klar, wenn Card Rooms ne Lizenz dafür bekommen und das sich für die Card Rooms lohnt ist Live-Poker auch außerhalb von Casinos möglich.

    Deine Home-Game-Runde bleibt aber illegal.:P Es sei denn natürlich du leistest dir eine Lizenz.;)
  • JBCMaster

    #17

    Home-Game-Runden sind legal, solange nicht öffentlich, also solange die Personen sich untereinander kennen.
  • ameisenmann

    #18

    @Astron1984
    cool, danke für die Erklärung, nun habe ich es verstanden.

    Ich halte diese Besteuerung für sehr human und für den richtigen weg.
    Dass immer mehr Automatencasinos überall in meiner Stadt (Berlin) eröffnen, halte ich allerdings für bedenklich :(
  • Umumba

    #19

    @18: Automatencasinos fallen nicht unter den Glücksspielvertrag, sondern unter das Gewerberecht und sind daher Bundesrecht wie ich während einer gerade zu schreibenden Hausarbeit gelernt habe. Die historische Herkunft ist hier nicht Glücksspiel, sondern das Aufstellen eines Daddelautomaten in einer Kneipe. Mittlerweile gibt es halt viele "Kneipen", die sehr viele Daddelautomaten aufstellen. Die Länder können da aber gegensteuern, indem sie z.B. die Anzahl der Automaten pro Halle verringern, der Bund macht allgemein noch eher wenig.
  • eslchr1s

    #20

    #11... direkt vor dir erklärt es jemand und du raffst es immer noch nicht? und 20% von 8$ sind 2$?

    xD barely clever enough to breathe.
  • ameisenmann

    #21

    @19

    ah ok, gut zu wissen!
    Die Anzahl der Automatencasinos sollte imo schon stark reduziert werden, weil es das Stadtbild stört und im Allgemeinen in Bezirken passiert, die als nicht besonders kaufkräftig gelten und von daher fließt wohl viel Hartz4 Geld in die Taschen der Betreiber und Beim Jobcenter müssen sich die Süchtigen dann mittellos melden *augenroll*
  • Furo

    #22

    in before:

    [x] Stars.de neuer partnerraum
  • ob1wahn

    #23

    werden wir trotzdem noch auf stars.com spielen können, oder sind wir dann abgeschottet??
  • matchball31

    #24

    @23: denke mal, daß wir weiterhin spielen können wie bisher. der unterschied ist lediglich, daß s-h lizenzen für bestimmte räume vergibt, die dann behördlich überprüft werden und gewisse auflagen einhalten müssen(Stichwort Risikovermeidung, siehe black friday). Für die Lizenz drücken die Räume Steuern ab. Dabei wird sicherlich der Rohertrag nicht alleine am Rake bemessen, sondern gewisse Ausgaben für Promos, VIP-Programme usw werden da sicher noch vorher abgezogen. Welche Räume die Lizenz erhalten wird sich bald zeigen, auf den anderen bleibt alles wie gehabt.
    Das einzige was ich in dieser Diskussion nicht verstehe ist, was das Aufstellen von Automaten damit zu tun haben soll. Es berührt mich beim Pokern nicht im geringsten, wieviele Automaten in der Dönerbude um die Ecke stehen dürfen.
  • vipman007

    #25

    Ich finde das ist die richtige Entwicklung. Soll das Geld mal schön in Deutschland bleiben und weiter zirkulieren, statt in Malta & Co auf nimmer wiedersehen bei den falschen ankommen, wovon unsere Gesellschaft nun wirklich nichts hat. Und mehr Rechtsicherheit finde ich inzwischen auch mehr als angebracht. Denke da an einige Artikel bei denen berichtet wurde das u.a. die Gelder eingefroren wurden (über 100K€). Aber ich denke: Alles wird gut :D
  • Mertensahens

    #26

    Wenn Stars.de eine Lizenz erhält und man sich dann dort neu anmelden muss (Wie war das bei stars.fr?), dann hoffe ich mal stark auf die Möglichkeit sich dann bei stars.de tracken zu lassen.
  • MfGOne

    #27

    wunschdenken :(
  • masterrchris

    #28

    :)
  • Eisflamme

    #29

    Deutschland kriegt's nicht gebacken und Schleswig-Holstein fährt schön mit EU-Unterstützung eine eigene, vermutlich sehr erfolgreiche Schiene.

    Ein schöner Tritt in den Arsch der rückständigen Bundes-Politiker, die Poker unbedingt verbieten wollen.
  • notep

    #30

    hmm was ich dann nicht versteh wie das geregelt wird, um herauszufinden an wen das rake geht. Also nicht jeder wohnt ja in schleswig holstein und nicht jeder wird von dieser steuer betroffen sein.

    Noch absurder: Sind da jetzt 2 Deutsche am Tisch 2 Franzosen 1 Kanadier und nochn ami. Dann will deutschland jetzt die Steuer. So dann wird das EU weit geregelt dann will Frankreich auch nochmal die Steuer. Und zu guter letzt merkt die USA, dass man damit geld machen kann und erlaubt es auch wenn die Leute steuern zahlen. Fazit: Man kann das nciht so regeln, dass alle bezahlen die am Tisch sitzen.
    Abgesehen davon dass ich es datenschutztechnisch nicht ok fände, wenn der Standort durch IP ermittelt wird die ganze Zeit.

    Also muss die nächste Idee sein der Standort des Unternehmens ist wichtig ob Steuer bezahlt wird. So hier steht aber keine der Pokerseiten in Deutschland -> Keine Einnahmen für Deutschland -> Deutschland wird dieses Gesetz nicht durchsetzen.
    Oder: Die Deutschen dürfen nur noch auf deutschen Pokersteiten spielen -> Problematisch, da das kaum mit gesetz deckbar ist (Kartell usw.)

    Oder kann mir jemand erklären wie es gedacht ist?