Sind Streamer bekannter als Highroller?

Ist Lex populärer als Ivey? Wird Parker eher nach einem Selfie gefragt als Fedor? Wir schauen uns an, wie sich 'Berühmtheit' im Poker verändert.

Wenn ihr euch in der letzten Woche in Pokerforen oder auf Twitter bewegt habt, werdet ihr mitbekommen haben, dass die Triton High Roller Series überall Thema war. Phil Ivey feierte ein siegreiches Turniercomeback, Jason Koon sorgte durch zwei der größten TV-Pötte aller Zeiten für Aufregung, Tom Dwan gab sich als Co-Kommentator die Ehre und Short Deck Hold’em geriet in den Fokus vieler Spieler.

Interessant war aber auch der Vergleich der Zuschauerzahlen. Während Ivey das Short-Deck-Turnier gewann, schienen die regulären Streams nämlich nicht weniger interessant zu sein..

Fügt man die Zuschauer des YouTube-Streams hinzu, so zogen Ivey vs. Jungleman 4.000 Viewer an. Zu wenig, um den Stream von Lex Veldhuis zu überholen. Später in derselben Woche sollte Lex dann noch seinen eigenen Rekord einstellen. 18.331 Viewer schauten bei seinem SCOOP-Deeprun zu, bei dem ein sechsstelliges Preisgeld winkte.

Ein weiteres Publikum

Chris Moneymaker
Für Moneymaker sind Streamer die neuen Celebrities

Ivey heads-up vs. Jungleman wäre vor einigen Jahren noch das Duell des Monats oder gar Jahres gewesen. Was sich im Poker gut verkauft scheint sich jedoch zu wandeln. Ich habe letzte Woche mit Chris Moneymaker gesprochen und seiner Meinung nach sind Lex, Tonkaaa und Jaime Staples heutzutage populärer als die Highroller. Ich glaube, dass er damit recht hat.

Twitch und zum Teil auch YouTube haben Angebote, die auf Gamer zugeschnitten sind, das ist bei Pokercontent jedoch nicht immer der Fall. Bei der WSOP auf ESPN werden sicherlich wieder Spieler wie Phil Ivey die Headliner sein. Es zeigt, dass es ein Poker-Stammpublikum gibt, dann gibt es aber viele Gelegenheitszuschauer, die andere Präferenzen haben. Viele der Zuschauer von Lex wussten wahrscheinlich nicht einmal, wer Phil Ivey ist.

Das ist aber nicht schlecht, denn Online-Poker ist ebenfalls eine Pforte zum Spiel. Twitch-Streams sind direkte Werbung für Poker, hier kann man sich alles erst einmal anschauen, bevor man selbst an die Tische geht. Das ist einfach viel authentischer für einen Beginner, der $20 einzahlt um $1 SNGs zu spielen, als ein Highstakes-Cashgame in Vegas.

Die alten Schlager ziehen immer noch

Jason Koon
Viel Geld sorgt immer noch für viele Zuschauer

Bevor wir Live-Poker hier für tot erklären, schauen wir uns aber noch einmal Zahlen an. Das Cashgame der Triton Series konnte bisher für 50.000 Views bei Twitch und YouTube sorgen. Das ist weniger als beim typischen Video von Doug Polk, jedoch immer noch eine ordentliche Anzahl auf Plattformen, auf denen Poker nur eine Sparte ist.

Wir sehen also, dass auch die gamingaffine Zuschauerschaft auf hohe Stakes und große Pötte steht. Auch Lex hatte seine größten Streams, wenn es in Turnieren deep um viel Geld ging und so war es auch bei Jason Somerville oder Parker Talbot. Eine der häufigsten Fragen, die auf Twitch gestellt wird, lautet: ‘Ist das echtes Geld?’ Und das bleibt wohl auch einer der größten Anziehungsfaktoren von Poker. Hier kann jeder in kurzer Zeit ein Vermögen gewinnen, nicht nur eine Handvoll Pro-Gamer.

Es war eine sehr erfolgreiche Woche für Poker auf Twitch. Wer zum Star der Szene wird verändert sich, nicht zuletzt aufgrund des neuen Publikums. Trotzdem bleiben die alten Kassenschlager immer noch Erfolgsgaranten.

Sind Streamer die neuen Celebrities im Poker? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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Kommentare (2)

Neueste zuerst
  • DELETEDM_3945785

    #1

    Ivey heads-up vs. Jungleman ware echt vor einigen Jahren interessant gewesen.. heut nich mehr.

    Die Leute wollen entertained werden, bzw. geilen sich an exorbitanten Pots auf. (was auch legitim ist)
  • thcfugii

    #2

    lex ist imo immernoch highroller wenn er will :)