Urteilsbegründung gegen Eddy Scharf liegt vor

Warum Eddy Scharf Einkommenssteuer auf seine Pokergewinne zahlen muss und warum die Revision abgewiesen wurde, begründete jetzt der Bundesfinanzhof.

Bundesfinanzhof München
Der Bundesfinanzhof in München

Mitte September erging das Urteil des Bundesfinanzhof im Steuerstreitfall um Eddy Scharf. Nach der mündlichen Verhandlung in München wies das Gericht die Revision ab und stellte fest, dass "Gewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren der Einkommensteuer unterliegen können."

Nun wurde die ausführliche Urteilsbegründung veröffentlicht. Nach steuerrechtlichen Maßstäben ist Turnierpoker demnach eine Mischung aus Glücks- und Geschicklichkeitsspiel. Wann Spieler Einkommenssteuer zahlen müssen, ist jeweils am konkreten Einzelfall zu klären.

Sobald Poker den Bereich der privaten Vermögensverwaltung übersteigt, muss jeweils geklärt werden ob es sich um eine nachhaltige Tätigkeit handelt und ob sie mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. In Eddys Fall stehe das außer Frage.

Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr

Ausführlich begründete das Gericht, warum Eddy seiner Ansicht nach am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnahm. Demnach bot er den Turnierveranstaltern "die öffentliche Darbietung seiner spielerischen Fähigkeiten an". Dafür spreche auch seine Tätigkeit als Fernsehkommentator, Autor eines Pokerblogs, Hauptdarsteller einer Pokerschulungs-DVD, usw.

Die Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr scheidet auch nicht deshalb aus, weil Turnierpoker ein Glücksspiel wäre. Dabei beruft sich der Bundesfinanzhof auf die Feststellung des Finanzgericht Köln, dass Turnierpoker "nicht als reines Glücksspiel anzusehen" sei. An diese Tatsachenwürdigung sei der Bundesfinanzhof gebunden.

Revisionsvorwürfe unbegründet

Die Anwälte warfen der Vorinstanz zwar vor, sie habe die Rechtsprechung und Literatur zu dieser Frage (Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel) nicht gründlich genug ausgewertet. Diese Einwände wies das Gericht jedoch ab. Sie gingen fehl, seien nicht nachvollziehbar oder rechtlich ohne Bedeutung.

Auch der Versuch von Eddys Anwälten, das Urteil des Finanzgericht Köln als lückenhaft und widersprüchlich darzustellen, wies der Bundesfinanzhof ab. Es bestätigte zum Beispiel, dass die "Hendon Mob Poker Database" als "verwertbarer Anhaltspunkt" herangezogen werden darf.

Das Finanzgericht durfte auch Rückschlüsse von Eddys Beruf als Pilot auf seine Fähigkeiten beim Pokern ziehen. Die gesetzlichen Ausbildungsinhalten schließen die Durchführung von Berechnungen ein, sowie psychologische Kenntnisse und die Fähigkeit, "binnen Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen, die über das Leben vieler Menschen entscheiden."

Einheitlichkeit der Rechtsordnung

Schließlich ist der Bundesfinanzhof der Ansicht, dass der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung nicht tangiert wird. Das Glücksspielrecht soll "spezifischen Sucht-, Betrugs-, Manipulations- und Kriminalitätsgefährdungspotentialen entgegenwirken", das Einkommensteuerrecht "das am Markt erwirtschaftete Einkommen erfassen."

Deshalb sei es folgerichtig, dass das Glücksspielrecht auch für Mischspiele wie Poker gelte und das Steuerrecht auf diese Gewinne zugreife.

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Volker Rueß

Volker Rueß

Volker Rueß ist studierter Psychologe und Kunsthandwerker aus Berlin und berichtet als freier Journalist über die Regulierung von Poker im deutschsprachigen Raum.

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Kommentare (65)

Neueste zuerst
  • FollowTheSmartMoney

    #1

    Oh mann ... das ist echt bitter.
  • caroliner

    #2

    sick
  • Extramask

    #3

    Was ein Dreck. Wie viel muss er nun zahlen? Damit ist er doch komplett (über)verschuldet und muss doch dann in die Privatinsolvenz oder wie ist das?
  • Gameslave

    #4

    Mann, würde ich mich gerne mal mit einem der Richter unterhalten. Und bin ich froh, dass ich Poker nur aus Spaß spiele... ;)
  • DrPepper

    #5

    Jo, Rechtsstaat und so. Aber in den USA zählen Fantasy Sports um Geld ja auch als "Skill Game", während Sportwetten reines Gambling seien. Jo, absolut nachvollziehbar. Läuft wohl überall einfach auf nichts als bloße Willkürlichkeit hinaus.
  • domman40

    #6

    Gewinne werden versteuert und Verluste sind privat. Na halleluja, jetzt wird wohl auch der letzte Naivling merken, dass dieser Staat die Dinge so dreht, wie er es haben will, vor allem, wenn es ums liebe Geld geht. Von wegen freie Justiz, einfach lachhaft.
  • BrainBug

    #7

    Lächerlich!
  • WeltMensch

    #8

    #6: komisch, das habe ich auch beim Lesen gedacht... Traue keinem Richter, den Du nicht selbst bestochen hast.
  • bennykvonk85

    #9

    Aber für die Hobbyspieler die mal z.b bei ner SM oder nem Spin hohe Gewinne erzielen heisst dass doch, das diese Gewinne Einkommenssteuerfrei sind oder? Für die meisten somit ein gutes Urteil
  • charly

    #10

    Das Urteil ist grundlegend für alle non Pro`s gut.
    Weil wenn man einen Job hat und sagen wir mal 3000€ Brutto verdient mit 40h die Woche und dann mit Pokern sagen wir mal im avg auf lange zeit 1k den Monat ist es nach diesem Urteil einfach Lucky und darf als Glücksspielgewinn angesehen werden.

    Schlecht für alle Vollzeit Spieler in Deutschland. Aber warum sollten die auch einen Job Steuerfrei betreiben? Darf ja auch kein Selbstständiger sonst!
    Zudem wenn man Vollzeit Pro ist könnte man ja auch Investitionen & Reisekosten absetzen! Nur mal so aus Betriebswirtschaftlicher sicht ergibt sich dadurch auch extreme Vorteile wenn man es ordentlich macht!
  • linda82

    #11

    ist schon echt nicht schön was Da passiert :-(
  • domman40

    #12

    #10: Lies dich doch erstmal in die Materie ein. Eddy war hauptberuflich Pilot. Das Urteil ist ein Schlag ins Gesicht für alle Pokerspieler, egal ob haupt-, nebenberuflich oder hobbymäßig. Nochmal: Gewinnst du, musst du versteuern, verlierst du ist es privat. So wird es gedreht! Hast du keine Buchführung (welcher Pokerspieler hat das?) so wird geschätzt. Was dabei rauskommt, sieht man ja jetzt.
  • SomeTimeForPoker

    #13

    @12: So ist es! Habe ja auch schon einen Diskussionssthread zu Scharf eröffnet und genau das dargestellt.

    Als Chefpilot/ Kommandant bei der Lufthansa hat er MINIMUM 120.000€ im Jahr erhalten, können bei seiner langen Tätigkeit auch 200k p.a. gewesen sein.

    Seine Pokergewinne (insbesondere wenn man all die gubusteten Turniere und CG-Losses, z.B. -20.000 bei FT abzieht) sind im Vergleich dazu Peanuts.

    Dennoch war zu Beginn die Rede von einer Forderung von bis zu 800.000€ Steuern (siehe Fernsehbericht).
  • Schnaps

    #14

    No Money in Poker.
  • charly

    #15

    @12&14: Okay wenn das so gedreht wird dann ists scheiße!
    Dachte halt da gehts drum das die verhältnissmässigkeit irgendwie berücksichtig wird. Und es bei dem Urteil halt auch darum geht das er sehr viel fürs spiel publiziert/gearbeitet hat im tv etc... und er somit aus dem hobby status raus ist.

    Ich glaube aber mal irgendwo ps.de 2+2 etc mal gelesen zu haben das ein schweizer pro buchführung betreiben darf... aber könnte keine source nennen :/
  • eslchr1s

    #16

    peinliches urteil, nicht gut für poker in deutschland und ein armutszeugnis für die deutsche rechtsprechung.

    aber mag den eddy nicht, also what ever
  • bibersuperstar

    #17

    Mich würde mal interessieren, welche coaches hier alle ihre coachingstunden versteuern..
  • limpinbarney

    #18

    Wenn man das so ließt, dann hat sich Kazemi ne ziemliche Schelle geholt. Es wirkt so, als wenn der BFH dem Kläger erst mal erklären muss, wie das so alles mit diesen Rechtsbegriffen und dem Kontext funktioniert.
  • derrichter

    #19

    Zur information. Als flugkapitän hatte er ca 280k - 300k zu versteuerndes Einkommen. Im Jahre 2008, und um dieses Jahr ging es schätzte das FA seinen Gewinn auf 108k. Er gab an minus 17k. Nachweisbar. Soweit das Thema gewinnerziehlungsabsicht. Nachhaltigkeit wurde festgestellt weil er 19!!!!! Turniere zwischen 2003 und 2008 gespielt hat. In Wirklichkeit waren es natürlich mehr aber ca 2 -3 Turniere im Jahr sind dem Gericht nachhaltig genug. Bei anderen Spieler werden andere Argumente aus dem Ärmel geschüttelt. So wie es gerade passt. Durch das Urteil haben sie den Finanzämtern alles ermöglicht. Was nicht passt, wird passend gemacht.
  • Gehirnutzer

    #20

    Mal eine kleine Anmerkung, ob nun Skill-Game oder Glückspiel spielt steuerrechtlich keine Rolle.
    Steuerfrei sind nur die Einnahmen nach § 3 EStG.
  • Bierb4ron

    #21

    und die einnahmen, die man nicht angibt :|
  • EilatOne

    #22

    urteil ist richtig so !
  • pokermop1337

    #23

    RIP Poker
  • derrichter

    #24

    @eilatone
    Finde ich auch. Ich habe mich schon erkundigt. Die Finanzämter freuen sich über jede Anzeige. "Zeigt her eure Graphen" oder wie dieser Thread heißt wird gerade von meinem FA durchgearbeitet. Also zurücklehnen und sich an den Untergang der anderen erfreuen.
  • Gameslave

    #25

    Guten Tag Herr Finanzbeamter, ich habe da mal eine Frage: ich habe gestern Roulette gespielt. Ich habe 100€ auf die 35 gesetzt und ganz stark gewünscht, dass sie kommt, ich hab sogar die Daumen gedrückt, weil ich unbedingt gewinnen wollte und - zack! - kam sie. Muss ich jetzt Steuern bezahlen?
  • derrichter

    #26

    Also wenn du im Internet postest, dass du glaubst den Dreh rauszuhaben, dann mit Sicherheit.
  • Acryl

    #27

    der pizzalieferant hat auch sicke menschenkenntnisse von seinem täglichem umgang mit menschen die er am pokertisch zu nutzen weiss. davon abgesehen, verstehe ich immernoch nicht, wieso nur cashes berücksichtigt werden, die ganzen turniere die OOM abgeschlossen wurden aber nicht. aber ich schätze, da gibts nichts zu verstehen, ausser dass diese behörden hochgradig kriminell sind
  • MPN25

    #28

    @27: Erzähl doch bitte nicht so einen Blödsinn sondern lies einfach das Urteil. Das FA hat bei der Ermittlung des Gewinns pauschal 30% Betriebsausgaben gemessen an den Gewinnen geschätzt und zum Abtug gebracht. Eddi war aber nicht in der Lage seine tatsächlichen Ausgaben nachzuweisen. Die Buy-Ins stellen selbstverständlich Betriebsausgaben dar!
  • Acryl

    #29

    bei 800k steuerforderung, müsste das dann ja bedeuten, dass eddy je nach steuersatz, 1.6 - 2mil euro profit gemacht hat. das bezweifel ich stark.
  • Fantomas741

    #30

    Ist Turnier Poker dann als deutscher Staatsbürger überhaupt noch zu schlagen ?
  • daddy55

    #31

    Das die Leute hier immer das gleiche schreiben. Was denn nun? Glückspiel? "Geschicklichkeitsspiel"? Immer gerade so wie es passt. Sagt man, Poker sei ein Glückspiel schreien alle auf. Nun hat ein Gericht, der Bundesfinanzhof, beides beschrieben. Das Scharf dafür steuern zahlen muss, ist völlig richtig, denn er hat seine wesentlichen Einkünfte aus dem Pokern erzielt und das nicht unerheblich. Damit ist auch einiges für die Zukunft klar. Bei den Summen ist es keine private Vermögensverwaltung mehr, was sowieso der Geldwäschebeaufsichtigung unterläge. Das Gejammer ist lächerlich. Es wird Zeit, das Klarheit existiert oder wollte Scharf nur alles Netto haben? Was denn nun...Glücksspiel oder nicht? Wenn nicht, ist das Urteil völlig richtig. Der "psycho" Anteil in der Urteilsbegründung von "Menschenkenntnis" ist natürlich ein Witz. Das könnte auch jede Lidl Kassiererin einschätzen.
  • Synovate

    #32

    Nein, wenn man seine Gewinne ordentlich versteuert, dann ist Poker wohl mausetot für Pros.
    Und wenn man das nicht tut geht man halt die Gefahr ein, dass das FA irgendwann später einmal mit hohen Forderungen auf einen zukommt, die einen dann ruinieren können, wenn man nicht genug Rücklagen hat.

    Kann auch gut sein, dass einige Poker-Regs nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs in näherer Zukunft Post von ihrem Finanzamt bekommen.
  • Acryl

    #33

    poker war mal eine holde schönheit, zu zeiten als es noch galt: "was poker? hast du schon haus und hof verspielt?". heutzutage ist es eine hure über die schon jeder drüber gerutscht ist und jetzt, wo sich auch noch vater staat an ihr labt, ist ihr arschloch ungefähr so groß und ausgeleiert, dass man problemlos eine boeing 747 darin parken könnte. Hello, this is Eddy Scharf, your captain speaking. Spätestens nachdem poker offiziell steuerbar ist, ist jeder kloputzer job bei mc donalds lukrativer, als sich hier angesichts der tatsächlich gewaltigen glückskomponente die diesem spiel inne wohnt, noch um ein paar cent zu streiten, die dann ohnehin zu amaya wandern, im weiteren verlauf der rakeerhörung, verstaatlichung und anderen geldeintreibungsmaßnahmen.
  • tranceactor

    #34

    bleibt zu hoffen, dass wenigstens die freizeitspieler profitieren und ihre pokerverluste steuerlich geltend machen können.

    die anforderungen scheinen ja recht gering zu sein, um als berufskartenspieler eingeordnet zu werden. dann müssten die ihre verluste ja auch absetzen können, wenn sie nachweisen können, dass sie sagen wir mal 5 mal im jahr gespielt haben und dabei nachweisbar bspw. 2k bei einem jahreseinkommen von 30k verloren haben. meinetwegen brauchen sie halt noch nen iq von 101+ oder matheleistungskurs dazu, um als überdurchschnittlich zu gelten. oder habe ich übersehen, warum die das nicht absetzen können?
  • limpinbarney

    #35

    @32 Die Problematik ist seit Jahren bekannt und deswegen sind die meisten Pros schon im Ausland. Und die restlichen 95% aller Pokerspieler in Deutschland betrifft das überhaupt nicht.
    Die restlichen 4% werden ihre Pokereinnahmen nie erklären und auch nicht versteuern. Daran ändert auch "Zeigt her eure Graphen" nichts, weil hier jeder anonym ist. Weiß gar nicht, warum ihr hier so rumheult.

    Über die Summe wurde im Übrigen noch gar nicht geurteilt. Es handelt sich hierbei nur um ein Zwischenurteil zur grundsätzlichen Frage der Steuerbarkeit von Pokereinnahmen.

    Das Urteil schafft zumindest Klarheit für die Pokerspieler, so dass jetzt keiner mehr behaupten kann "hab ich nichts von gewusst".
  • limpinbarney

    #36

    @transreactor
    Als FZS kannst Du natürlich keine Verluste geltend machen. Wer overall bei dem Spiel verliert dem fehlt die Gewinnerzielungsabsicht und somit ist es "Liebhaberei".
  • Svobodenho

    #37

    @35 Ich weiß von nichts. Scharf? Wer ist Eddy Scharf?
  • SniffvsSnaf

    #38

    "Das Finanzgericht durfte auch Rückschlüsse von Eddys Beruf als Pilot auf seine Fähigkeiten beim Pokern ziehen. Die gesetzlichen Ausbildungsinhalten schließen die Durchführung von Berechnungen ein, sowie psychologische Kenntnisse und die Fähigkeit, "binnen Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen, die über das Leben vieler Menschen entscheiden."

    Hat da nicht neulich auch ein Germanwings Pilot in Sekundenbruchteilen Fehlentscheidungen getroffen...? - anyway - muss das Urteil noch durchlesen...

    Imo könnte man alle Finanzrichter als Befangen ablehnen, weil sie zweifelhafte Grundannahmen vertreten und kritiklos ein sehr zweifelhaftes Finanzrecht- und Finanzrechtssystem als gerecht vertreten. Ich hab mich ein bisschen damit beschäftigt und bin der Meinung, das unser Finanzrechtssystem einer dringenden Reform bedarf um wirklich gerecht zu sein. Nicht nur in Eddys Fall - in dem imo seine Anwälte teilweise oanders hätten argumentieren sollen. (aber kann ja hinterher jeder sagen)

    kann Eddy nicht vor den EGH ziehen?! Ich meine immerhin wurde ihm von Amtswegen mal was anderes erzählt und er nicht über eine andere Gesetzeslage etc. ausreichend vorab informiert...
  • MariuSatz

    #39

    Das Urteil ist in meinen Augen ziemlich suspekt. Kommt mir so vor, als hätte man ihn unbedingt rankriegen wollen
  • Tiltifull

    #40

    Ab nach Zypern oder Kambodscha, da wirst du kein Stress haben. In Deutschland sind wir Sklaven.
  • limpinbarney

    #41

    @SniffvsSnaf
    Lies das Urteil bitte. Der BFH geht auch auf die Auskunft des FA ein. Das Problem ist, dass Eddy zu dem Zeitpunkt nur die Hälfte der Wahrheit erzählt hat. Was willst Du vor dem EuGH in Sachen Einkommens- bzw. Gewerbesteuer? Wir haben keine Fiskalunion.
    Das FG kann sich nicht selbst im Detail mit der Bewertung von Poker befassen. Das sind schließlich keine Mathematiker. Deswegen wurden dazu auch Studien benannt. Und die sagen Poker ist nicht zu 100% ein Glücksspiel, was wir hier alle genauso gut wissen.
    Und dieser Punkt der persönlichen Befähigung ist wirklich nur das i-Tüpfelchen in dem Urteil. Dem braucht man nicht zu viel Bedeutung zumessen. Da könnte auch stehen "hatte 13 Punkte im Matheabi" o.ä..
  • derrichter

    #42

    Dieser Hinweis, dass hier alle anonym sind, ist wirklich süß, oder naiv. Da gibt es andere Beispiele onlinefirmen wo Mitglieder "anonym" sind, aber nur so lange, bis die Behörden Druck ausüben. Dann ist vorbei mit der Anonymität.
    Wer letztendlich von der Steuerfahndung verfolgt wird, hängt in erster Linie davon ab wer angezeigt wird. Auch im Falle Scharf wurde die Steuerfahndung erst durch eine anonyme Anzeige ins Visier genommen.
    Übrigens kann der Scharf sehr wohl seine Ausgaben belegen.
  • limpinbarney

    #43

    Wie will man bitte ein Synonym anzeigen? Man kann auch niemanden zwingen einen Forennick zu nennen. Genauso wenig kann ein deutsches Gericht eine gibraltesische Firma zwingen ihre Kundendaten herauszugeben. Ich glaube das könnte man noch nicht einmal in Deutschland, sofern die Firma nicht irgendwie illegal agiert.
  • cRaZyT69

    #44

    #43, was Gibraltar angeht hast Du wohl Recht, aber hier in Deutschland müssen Firmen per Richterlicher Anordnung ihre Kundendaten offenlegen wenn der Verdacht auf Strafbarehandlung besteht. Beim Pokern wäre das dann aufjeden Fall Steuerhinterziehung.
    Was den Punkt Synonym angeht, hier besteht die Möglichkeit über die jeweiligen I-Net Provider die entsprechenden Daten zu holen, denn hinter Deinem Synonym steht eine eindeutige IP Adresse, die bei den meisten Foren mitgeloggt wird.
  • limpinbarney

    #45

    PS.de ist aus gutem Grund in Gibraltar ;). Die Steuerfahndung hat außerdem keinen Zugriff auf das Forum. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass hier über einen Generalverdacht deutsche Provider gezwungen werden tausende Daten dt. Bürger offen zu legen. Das war noch nicht einmal bei Video- und Musikdownloads der Fall. Wir haben in Deutschland sehr hohe Hürden was den Datenschutz angeht. Im Übrigen würde die Steuerfahndung dann direkt Stars&Co zwingen und nicht PS.de
  • derrichter

    #46

    "Im übrigen würde die Steuerfahndung dann direkt Stars zwingen...."
    Ganz genau! Und zwingen ist gar nicht nötig. Es gibt genügend Gründe für Srars diese Informationen freiwillig weiterzugeben. Die Steuerfahndung hat sehr einleuchtende Argumente. In you know what i mean. Das sind keine Spekulationen sondern Erfahrungswerte.
  • derrichter

    #47

    Und was heißt das? Natürlich ließt die Steuerfahndung hier alles mit.
  • limpinbarney

    #48

    Ich bestreite nicht, dass die Steuerfahndung hier mitliest. Sie hat aber keinen Zugriff auf IP Adressen. Evtl. kauft sie auch Stakings um an Kontoadressen zu kommen. Wobei ich nicht sicher bin ob das legal wäre.
    Ob Stars gerne Daten weitergeben würde weiß ich nicht. Laut ihren eigenen AGB tun sie es nicht und sind auch nicht dazu verpflichtet. Sollte eine Regulierung des Glücksspielmarkts irgendwann erfolgen, kann sich das natürlich ändern.
  • Pokerfox68

    #49

    Obwohl das Urteil natürlich ein Witz ist, muss man Eddy wohl den Vorwurf machen zu verschwenderisch zu leben, wenn er jetzt wirklich Pleite ist. Denn mit seinem Einkommen als Pilot plus Pokergewinne, sollte er doch locker Millionär sein. Ansonsten hat seine Intelligenz in Sachen Geldumgang, wohl Defizite.
  • TyCobb

    #50

    Geilstes Stammtischniveau hier.

    Der BFH bezeiht sich zB in der Beweiswürdigung auf das Urteil des FG und meint, an die Bewertung gebunden zu sein, da es nicht rechtsfehlerhaft ist.

    So ein Verfahren ist derart komplex, dass hier wohl niemand auch nur ansatzweise die Kompetenz und Einsicht hat, den Fall zu beurteilen.

    Bei der Handanalyse hiess es dann immer: Ergebnisorientiertes Denken. Klar ist das Urteil scheiße im Ergebnis, aber damit hier alle Richter per se als unfähig abzustempeln ist halt ziemlich :-(
  • Heiliger

    #51

    @domman40, ein Unternehmer muss auch Steuern zahlen, ganz egal ob er Verluste einfährt
  • guth888

    #52

    @36: das ist nicht korrekt! die gewinnerzielungsabsicht liegt auch bei verlustbetrieben aka funplayern vor, da darauf abgestellt wird, ob sie regelmäßig am markt auftreten, sollte dies der fall sein, ist die gewinnerzielungsabsicht gegeben.
    dh funplayer, die overall verlieren, was bei 95% der fall sein dürfte, jedoch regelmäßig spielen, erzielen grds. steuerbares einkommen!
  • guth888

    #53

    ehrlich gesagt, wie ich die entscheidung fair! pokerpro´s erfüllen alle kriterien, um steuerbares und steuerpflichtiges einkommen zu erzielen.
    wer seine turnierbelege nicht verwahrt und demnach weniger absetzen kann, ist selbst schuld...
    es gibt btw in deutschland spieler, die dem FA gemeldet haben, dass sie dies professionell tun und dementsprechend steuern zahlen!
  • limpinbarney

    #54

    guth888 erzähl doch nichts. Bei einem Dauerlooser wird das FA immer Liebhaberei unterstellen. Es sei denn man kann glaubhaft (bspw. anhand von etlichen Coachings) versichern, dass man alles versucht hat in die Gewinnzone zu kommen. Und selbst dann wirst Du das wohl vor Gericht noch einklagen müssen.
  • guth888

    #55

    das ist nicht der entscheidende punkt... bei der gewinnerzielungsabsicht wird darauf abgestellt, ob du regelmäßig am markt auftrittst, dass du oftmals verluste erwirtschaftest, ist irrelevant!
    es kommt hierbei auf die regelmäßige teilnahme am markt an, sollte dies der fall sein und dies ist der fall, solltest du mehrmals monatlich zocken, ist das kriterium der gewinnerzielungsabsicht damit gegeben.

    du willst also ernsthaft sagen, dass funplayer zwar regelmäßig pokern, jedoch keinen wert darauf legen, dass sie profit erzielen?
  • limpinbarney

    #56

    Gewinnerzielungsabsicht hat mit Nachhaltigkeit (=Regelmäßigkeit) nichts zu tun. Wenn dem so wäre, dann könnte man Pokergewinne bspw. nach UK oder Österreich verschieben (die dort steuerfrei wären), indem dort ein Mutterunternehmen horrende Coachings oder Markups in Rechnung stellt. Aber evtl. geht das sogar :)

    Aber selbst wenn ein FZS seine Verluste verrechnen könnte. Verluste minus Kosten sind immer noch ein negativer Betrag. Also wo soll dann ein FZS Steuern sparen? Du kannst ja nur innerhalb einer Einkunftsart verrechnen.
  • kleinkind87

    #57

    dat wird ein Präzedenzfall, Eddy wird nochmal davon kommen. ;) gl
  • McrushW

    #58

    1.9 turniere im jahr ist samplesize laut gericht alle seid ihr alle pros... zum glück lebe ich nicht mehr in dem scheiß staat
  • lvcc

    #59

    Wenns nicht so weh täte...
  • Acryl

    #60

    im verlauf des prozess, hieß es seitens des gerichts auch, dass ein professioneller spieler in einer 50/50 situation, öfters gewinnt als ein freizeitspieler. damit ist eigentlich alles gesagt... wie hier einige das urteil noch gut heißen können ist mir ein rätsel
  • limpinbarney

    #61

    Schaut euch lieber mal das neueste Interview an. Der Prozess wird imo noch witzig. Eddy erwartet nämlich eine Steuerrückzahlung, weil er seine Verluste nun doch nachweisen kann. Er hat gebluffed :D
  • Acryl

    #62

    link?
  • livergraf

    #64

    Gewinnerzielungsabsicht. lol jeder der poker, lotto, ins casino geht tut es in Gewinnerzielungsabsicht
  • limpinbarney

    #65

    Das muss aber glaubhaft sein. Wer bspw. immer nur Miese macht, bei dem ist das nicht glaubhaft auch wenn er dasselbe Spiel spielt. Ein overall positives Ergebnis ist nicht unbedingt notwendig. Ein positives Jahr sollte aber bspw. schon vorhanden sein.