Verhandlungstermin für Eddy Scharf steht fest

Am 16. September 2015 findet die mündliche Verhandlung im Steuerprozess um Eddy Scharf vor dem Bundesfinanzhof in München statt.

Eddy Scharf
Eddy Scharf

Wie der Bundesfinanzhof auf seiner Homepage mitteilte, steht der mündliche Verhandlungstermin für den Steuerstreitfall um Eddy Scharf fest. Verhandelt wird am 16. September 2015, ein Urteil ergeht dann allerdings noch nicht.

Zuletzt wurde der Fall im Oktober 2012 vor dem Finanzgericht Köln beurteilt. Das Gericht bestätigte damals, dass Eddy Scharf Einkommenssteuer für seine Tätigkeit als professioneller Pokerspieler zahlen muss.

Von der Revision vor dem Bundesfinanzhof erhoffen sich viele Pokerspieler eine Klarstellung der sehr wiedersprüchlichen Besteuerung von Pokergewinnen. Denn Glücksspielgewinne sind in Deutschland grundsätzlich steuerfrei und strafrechtlich wird Poker als Glücksspiel behandelt.

Glück- oder Geschicklichkeitsspiel?

Nach Ansicht des Finanzgericht Köln muss man für die Frage der Besteuerung davon jedoch abrücken und "aufgrund der individuellen Gegebenheiten des Einzelfalles" entscheiden. Demnach hingen Eddys zwischenzeitliche Erfolge beim Poker laut Gericht "wesentlich und überwiegend" von seinen Fähigkeiten ab.

Dem widersprach Eddys Rechtsanwalt Dr. Robert Kazemi. Wenn die Pokertätigkeit in der ordentlichen, verwaltungsrechtlichen und strafrechtlichen Rechtsprechung als Glücksspiel einzuordnen sei, dann könne man ein gewerbliches Unternehmen beim Poker generell ausschließen.

Der heute 61 jährige Eddy Scharf war früher Full Tilt Pro und konnte bei offiziellen Live-Events mehr als $1,3 Millionen gewinnen. Unter anderem gewann er zwei Bracelets der WSOP und erreichte 2004 den 15. Platz beim WSOP Main Event. Trotzdem machte er nach eigenen Angaben insgesamt mehr Verluste als Gewinne mit dem Kartenspiel.

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Volker Rueß

Volker Rueß

Volker Rueß ist studierter Psychologe und Künstler aus Berlin und berichtet als freier Journalist über die Regulierung von Poker im deutschsprachigen Raum.

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Kommentare (33)

Neueste zuerst
  • Spielstephan

    #1

    go go Eddy!
  • WillMcfly

    #2

    Wie kann man für Eddy sein, nachdem er uns User beleidigt hat ....?
  • SmartDevil

    #3

    Er hat "uns User" hier nicht beleidigt. Aber zieh dir den Schuh ruhig an. ;-)
  • jean66Luc

    #4

    Bin schon neugierig wie der Fall entschieden wird.
  • Theodor95

    #5

    Spannender Fall, für die gesamte Community in Deutschland.
  • EiSackHaecktSchon

    #6

    Eddy macht mit dem konsequenten Durchziehen seines Prozesses mehr für die deutsche Pokerwelt, als alle tollen "User" hier zusammen jemals gemacht haben oder machen werden.
    McFly...! Jemand zuhause McFly?!?
  • FA_Morgoth

    #7

    hey Leute,
    Ich möchte alle bitten zum Verhandlungstermin in München zu erscheinen und zuzuschauen! Ich werde da sein.
    Ich glaube, dass der BFH die Sache nicht mit dem nötigen Weitblick und Gewicht betrachtet und es zu sehr auf den Einzelfall abstellt.
    Wenn die sich bewusst werden, dass es hier nicht um ne Handvoll sondern Hunderte Spieler geht, dann wird es deutlich schwieriger Poker steuerlich als Geschicklichkeitsspiel einzustufen.

    Die Richter sollen sehn, dass dieses Urteil konsequenzen hat. Und dass sie, wenn sie Eddy Klage abweisen, dann auch eine allgemeingültige Regelung schaffen müssen wer denn steuerpflichtigist.
    Davor drücken sie sich nämlich bisher.

    Die Zeit sich zu verstecken und zu hoffen, dass man nicht zahlen muss,ist vorbei...
  • 4thePORSCHE

    #8

    Ich bezweifel, dass so eine Aktion die Richter beeindrucken wird und würde zu Gunsten von Eddy Scharf, um den es ja in erster Linie geht, davon abraten.
  • Kasperkopf

    #9

    ist schon sehr wiedersprüchlich
  • Kasperkopf

    #10

    besteuert
  • FinalTableTillus

    #11

    Eduaard, viel glück von der strampelhosenfraktion!!!
  • viktoalia

    #12

    Sollen sie sich den rake der durch deutsche spieler generiert wird mit den jeweiligen skins teilen. Und ruhe ist. In deutschen casinos zahle ich fürs pokern auch nur rake.
    Im endeffekt ist es auch fast egal wo das geld wieder in den gesamtwirtschaftlichen kreislauf einfließt. Deutschland ist doch exportweltmeißter mit überschuss. Profitieren also immer.
  • Talisker74

    #13

    Bin mal gespannt was das dann gibt.
  • eplc

    #14

    Wenn dort eine Horde professioneller Pokerspieler auftaucht, die das Spiel dauerhaft und mehr oder minder planbar als Einkommensquelle betreiben, wird der BFH wohl kaum annehmen, dass es sich um ein Glücksspiel handelt.
  • powl2007

    #15

    Und das wäre gut für uns. Dann ist es wenigstens nicht mehr illegal :)
  • Libertines

    #16

    @7 du willst wohl deinen eigenen arsch retten, deswegen der aufruf zum zivilen ungehorsam?
  • highjeeemel

    #17

    wie keiner mehr den FA_Morgoth kennt ^^ ;(
  • Kuschelbaer

    #18

    FinanzAmt_Morgoth
  • zetec

    #19

    "McFly...! Jemand zuhause McFly?!?"

    :D
  • boumiii

    #20

    was hat er für ein Tell auf das Gericht?LOL
  • bigjemie

    #21

    Ich hoffe, dass Eddy gewinnt. Er ist das Idol meiner Pokeranfänge gewesen.
    Und für uns hoffe ich endlich mal Klarheit in Bezug auf Legalität und Besteuerung.
  • iGoD1989

    #22

    fliegt der eigtl immernoch für Lufthansa?
  • danzel

    #23

    Auf das Ende bin ich ja auchmal gespannt, sollten Pokereinnahmen zu versteuern sein, müssen doch theoretisch auch downswings absetzbar sein, oder? Aber wie kann man dann noch Poker mit illegalem Glücksspiel in Zusammenhang bringen?
  • linda82

    #24

    Wird wohl auch nicht die erhoffte klarheit bringen aber hoffentlich zumindest ein positer ausgang für Eddy
  • limpinbarney

    #25

    @23 Hast Du überhaupt eine Ahnung, was "absetzen" bedeutet? Entscheidend ist, was ich vom 1.1. bis 31.12. gewinne. Willst Du dann downswings doppelt ansetzen? Kosten lassen sich absetzen (Internet, Computer, Pokertrips), mehr nicht. Aber darum gehts in dem Prozess nicht.
  • livergraf

    #26

    ich besitze auch die fähigkeit lotto zu spielen. in jedem glücksspiel gibt es wohl leute die es besser können. aber wenn sie der meinung sind poker ist kein glücksspiel dann wäre es doch legal oder
  • BOUZZ

    #27

    spekulieren kann man natürlich viel.
  • FidiFlush

    #28

    @7
    LOL
  • lui69

    #29

    Eddy soll dem Gericht einfach mal seine Onlinecashgamebilanz zeigen.. Vlt. kriegt er dann noch Kohlen wieder ... !?
  • Nordspirit

    #30

    viel Erfolg Edy
  • sxslimx

    #31

    spekulieren kann man natürlich viel. +1
  • Madmaxxxvr88

    #32

    also, ich übersetze einaml die aussage des Gericbtes auf deutsch ^^ - "aufgrund der individuellen Gegebenheiten des Einzelfalles" - heisst übersetzt^^ soviel wie , wir schaffen hier einen präzdenzfall um bei weiteren verfahren die einfachere 1st oder zweit instanzliche verurteilung absichern können, wenn wir einen weiteren "steuerfisch" anklagen ;) ->somit schnellere urteile in weiteren verfahren dauern nicht mehr so lange und die strafzahlungen kommen schneller ins "staatsäcklein" ;)
    "strafrechtlich wird Poker als Glücksspiel behandelt" - heisst auf "deutsch" strafrechtlich ja - jedoch nimmt man folgende aussage hinzu ->"wesentlich und überwiegend" beruft man sich auf die wirtschaftsrechtlichen hintergründe , welche dann wiederum mit der gewerbsmässigkeit einen strafrechtsbestand darstellen ;)

    summa summarum = wenn der staat geld "riecht" kann er es ganz legal ! und auch nach diesem präzedenzfall auch viel einfacher und schneller einkassieren ;) also wettet mal nicht auf E.scharfs "triumphzug" looooool viel eher er wird "nicht über Los ziehen und keine 4000$ einkassieren" denn er hat mit 99.9%iger wahrscheinlichkeit die "komm in das gefängniss für einige runden/jahre gezogen "
  • zorle03

    #33

    #32 Deutsche Sprache, schwere Sprache. Gell?