Wie man ein Coachingvideo schauen sollte mit Epistokrat

Im Gespräch mit dem amtierenden Heads-up-Champion der SCOOP erfahren wir mehr über seine Tätigkeit als Spin-&-Go-Coach und seine Leidenschaft für Reisen rund um die Welt.

epistokrat
Epistokrat

Was sind die größten Herausforderungen, die SpinLegends-Schüler für gewöhnlich bewältigen müssen?

Epistokrat: Das ist unterschiedlich. Im Falle der Anfängergruppe (Silber-Level) haben wir ein paar grundlegende Strategien entwickelt, die sehr profitabel gegen die breite Masse an Spielern sind. Die Lowstakes kann man sehr einfach schlagen, wenn man sich strikt nur an diese Strategien hält. Auf höheren Stakes (ab dem Gold-Level bei SpinLegends) müssen sich die Spieler dann deutlich mehr auf Anpassungen mit Blick auf Exploits gegen individuelle Gegner mithilfe von Statistiken und Bayes-Schätzungen fokussieren und diese Daten richtig in ihren Gameplan integrieren. Ab dem Diamond-Level liegt die Konzentration dann auf dem Studieren von GTO-Plays, um eine Edge auf andere starke Regulars zu bekommen.

Und was ist das häufigste Problem, wenn Schüler den Schritt hin zu höheren Spin-&-Go-Limits geschafft haben?

Epistokrat: Auf den höheren Limits wird auch die Dichte an Regulars (das heißt andere Winning Player) immer höher. Also muss man ihnen mit Methoden begegnen, die ich in der letzten Frage angedeutet habe: korrekte Anpassungen zum Exploiten und GTO-Plays in Situationen, in denen wir schlichtweg nicht wissen, ob und welche Fehler genau Villain in einem bestimmten Spot macht.

Was denkst du, auf Basis deiner Arbeit bei SpinLegends, sind die effektivsten Methoden, um Poker so gut wie möglich zu erlernen?

Epistokrat: Wann auch immer man ein Video schaut, sollte man es pausieren und über den Spot nachdenken, der gerade präsentiert wird, noch bevor der Coach die Auflösung liefert. Man macht es sich zu einfach, wenn man schlichtweg im Nachhinein sagt, dass man es genauso gespielt hätte. Es ist etwas völlig anderes, wenn man selbst vorab über den optimalen Spielzug nachdenkt. Wenn ein Coach einem über die Schulter schaut und gespielte Hände analysiert, kann das ebenfalls äußerst effektiv zum Lernen sein. Gerade die ersten Sessions sind in dieser Hinsicht Gold wert.

"Es gilt, Aggression auf dem zweiten Level mehr zu respektieren"

Wie sieht ein gewöhnlicher Tag für dich aus?

Epistokrat: Ich versuche eine gesunde Balance zwischen Grinden und Coachen zu finden. Im Schnitt verbringe ich 15 Stunden in der Woche mit einem SpinLegends-Projekt. Das entspricht in etwa der Zeit, die ich jeweils selbst zum Lernen aufbringe und wöchentlich ins Grinden investiere.

Wie viele Stakes lassen Mitglieder im ersten Jahr bei SpinLegends im Schnitt hinter sich?

Epistokrat: Das ist ein sehr individueller Aspekt und es macht nicht allzu viel Sinn den Durchschnitt zu betrachten. Es hängt alles davon ab, wie viel Arbeit der Schüler gewillt ist, in sein Spiel zu stecken. Wir haben jede Menge Mitglieder, die auf $1 angefangen und in kürzester Zeit auf das Diamond-Niveau gekommen sind. Andere Mitglieder wiederum schaffen es schlichtweg nicht aus der Silber-Gruppe.

Du hast schon etliche Handverläufe von Mitgliedern seziert und ins Detail analysiert? Welchen Fehler macht die breite Masse an Spin-&-Go-Spielern am häufigsten?

Epistokrat: Der größte Fehler ist, Aggression auf dem zweiten Level nicht ausreichend zu respektieren. Wenn man bettet und geraist wird, muss man einsehen, dass die Ranges im Normalfall deutlich stärker als üblich ausfallen.

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Der Graph von Epistokrat bei Sharkscope

"12 Länder in 12 Monaten"

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"Dieselbe Hourly, aber nur ein Viertel der Kosten für Miete und Essen"

Sind Spins und HU-SNGs dein Lieblingsformat, weil es dir auch die nötige Flexibilität zum Reisen gibt?

Epistokrat: Ich würde sagen, dass Online-Poker generell recht gut zu einem Lebensstil passt, bei dem Reisen im Vordergrund steht. Bei mir geht es aber eher darum, dass ich am meisten Interesse daran habe, mein Spiel genau in diesen Formaten zu perfektionieren.

Wir haben gehört, dass du in letzter Zeit tatsächlich aber sehr viel gereist bist... 

Epistokrat: Ja, das stimmt. Ich war im vergangenen Jahr in insgesamt 12 Ländern. Im Schnitt also in jedem Monat in einem anderen.

Wie lange bist du schon Profispieler und wie lange schon derart in der Welt unterwegs?

Epistokrat: Ich bin seit rund sieben Jahren nun professioneller Pokerspieler, habe das Reisen jedoch erst so richtig im letzten Jahr angefangen, als ich meine Wohnung in Deutschland gekündigt und mich voll dem Reisen verschrieben habe.

Sollten alle Profispieler die Flexibilität nutzen und mehr von der Welt sehen?

Epistokrat: Die Freiheit, die man durch das Dasein als Pokerprofi hat, eröffnet einem natürlich diese Möglichkeit. Ich persönlich habe mich tatsächlich entschieden meinen Wohnsitz in Deutschland aufzugeben. Warum? Wir können einfach in einem Land mit geringen Kosten wie Thailand oder Indonesien arbeiten und würden dennoch dieselbe Hourly bekommen wie beim Leben in einer Großstadt im Westen. Stattdessen zahlen wir jedoch nur ein Viertel der Kosten für Miete und Essen, wenn überhaupt. Alles, was man braucht, ist eine verlässliche Internetanbindung und schon kann es losgehen. Die Herausforderung beim Reisen, wenn man wie ich allein unterwegs ist, ist nicht in Isolation zu verfallen. Also versuche ich dabei auch so viele soziale Zusammenkünfte wie möglich zu wahrzunehmen. Ich habe nämlich sehr schnell gemerkt, dass die Frage, ob man sich an einem Ort wohlfühlt oder nicht, ausschließlich mit den Leuten zusammenhängt, die man dort trifft.

Epistokrat steht für private Coachings wie auch als Coach bei SpinLegends zur Verfügung. Kontaktieren könnt ihr ihn über poker.epistokrat@googlemail.com.

Interesse an einer Spin-&-Go-Laufbahn?

spinlegends

Der verlässlichste Weg, um die Spin-&-Go-Limits zu erklimmen, ist zweifellos ein Beitritt zu SpinLegends. Wir liefern die nötige Bankroll, ein Weltklasse-Coaching und Support rund um die Uhr. Zudem kann man sich mit Gleichgesinnten austauschen und die eigenen Fortschritte verfolgen.

Wer zeigt, dass er das Zeug dazu hat, wird nach und nach an immer höhere Limits herangeführt, und kann bei Bedarf mithilfe der EV-Versicherung auch die Varianz bei den Ergebnissen reduzieren.

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Kommentare (3)

Neueste zuerst
  • LEman06

    #1

    -----------------fürstlich------------------------------------
  • CptJokerFish

    #2

    Epistokrat ist bester Mann ! Meiner Meinung nach sollte er eine Gehaltserhöhung bekommen.
  • Kogologo

    #3

    Interessantes Interview!