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Einführung in Seven Card Stud Hi

Einleitung

In diesem Artikel
  • Die Regeln von Seven Card Stud
  • Auswahl der Starthände
  • Grundlegende Strategien auf der Third Street

Seven Card Stud ist eine Pokervariante, die erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA auftauchte. Seit den 1930er Jahren war es das beliebteste Casino- und Pokerclub-Spiel, bis in den 1980ern No-Limit Hold'em diese Stellung übernahm. Nichtsdestotrotz bleibt Stud eine der beliebteren Pokervarianten und ist auch Teil von H.O.R.S.E. Mixed Games, 8-Game usw.

Die Regeln

Beim Seven Card Stud wird das Standard 52-Kartendeck verwendet. Das Spiel wird mit zwei bis acht Spielern gespielt.

Zu Beginn erhalten alle Spieler drei Karten, zwei verdeckt und eine offen vor sich. Nach der ersten Setzrunde, die entsprechend der bisher ausgegebenen Karten "Third Street" genannt wird, erhält jeder Spieler eine weitere aufgedeckte Karte. Danach folgen drei weitere Setzrunden, die analog ablaufen. Nachdem die siebte und letzte Karte ausgeteilt wurde, folgt die letzte Setzrunde, die auch "River" genannt wird. Die Hände werden nun beim Showdown verglichen und der Spieler, der aus den sieben verfügbaren Karten die beste Pokerhand mit fünf Karten bilden kann, gewinnt den Pot.

Die Wertung der Hände ist die gleiche wie bei den meisten Pokervarianten. In aufsteigender Reihenfolge: High Card, Paar, Zwei Paare, Drilling, Straße, Flush, Full House, Vierling, Straight Flush, Royal Flush.

Die beliebteste Spielart ist Limit Stud - dabei gibt es Antes und einen Bring-in anstatt von Blinds. Alle Spieler setzen also vor dem Dealen der ersten drei Karten einen Ante. Der Spieler mit der niedrigsten aufgedeckten Karte muss die Setzrunde beginnen, entweder durch Setzen eines Bring-ins oder durch eine "Completion Bet", die einer Small Bet entspricht. Der Betrag des Ante und Bring-ins hängt üblicherweise von den Regeln des jeweiligen Casinos oder Pokerraums ab - als Faustregel werden meist 10 - 15% und 25 - 50% der entsprechenden Small Bet verlangt. Wenn in der dritten Setzrunde mehr als ein Spieler gleichwertige Karten aufgedeckt vor sich hat, so beginnt der Spieler mit den höherwertigen Farben die Setzrunde. Die Wertigkeit der Farben richtet sich nach der alphabetischen Reihenfolge der Farben im Englischen, also von unten nach oben: Clubs (Kreuz), Diamonds (Karo), Hearts (Herz), Spades (Pik).

Die Setzrunde wird im Uhrzeigersinn vom Bring-in gespielt und die Spieler haben die Möglichkeit zu folden, zu callen oder eine Completion Bet zu machen. Nachdem die erste Minimum-Bet gesetzt wurde, müssen alle weiteren Raises in Minimum-Bet-Schritten erfolgen. Generell sind die Raises auf vier begrenzt. Auf den folgenden Streets ist der Spieler als erstes an der Reihe, der mit seinen aufgedeckten Karten die höchste Kombination bilden kann. Das bedeutet, dass sich die Position während einer Hand mehrfach ändern kann. Wenn zwei oder mehr Spieler gleichwertige aufgedeckte Karten haben, so entscheiden die Farben der Karten als zusätzliches Kriterium.

Auf der Fourth Street werden Bets und Raises in Mehrfachen einer Small Bet gespielt. Auf der Fifth bis Seventh Street erfolgen diese Erhöhungen in Mehrfachen einer Big Bet, die üblicherweise zwei Small Bets entspricht. Im Gegensatz zu anderen Stud-Varianten kann ein Spieler, der auf der Fourth Street ein aufgedecktes Paar hat, eine Big Bet anstatt nur einer kleinen spielen. Sollte er dies nicht tun, so kann jeder andere Spieler am Tisch eine Big Bet setzen, bis es eine Bet und einen Raise von einer Small Bet gibt oder bis die Setzrunde wieder bei dem Spieler ankommt, der zuerst an der Reihe war.

"Dead Cards"

Da jeder Spieler nicht nur seine eigenen, sondern in der dritten Setzrunde auch noch eine Karte seiner Gegner sieht, gibt es beim Stud Poker kein spezielles "Starting Hands Chart". Die Stärke einer Starthand variiert deutlich, je nachdem welche Karten beim Gegner liegen, welche Position wir auf den Bring-in haben und hängt außerdem von den Einsätzen der Gegner ab. Außerdem spielt es eine große Rolle, welche unserer drei Karten offen vor uns liegt.

Eins der Grundkonzepte des Spiels auf der Third Street sind die "Dead Cards". Das sind die Karten, die unsere Hand verbessern würden, aber aufgedeckt vor einem Gegner liegen. Wenn wir beispielsweise drei Piks haben, so sind alle weiteren Piks, die wir auf dem Tisch sehen, unsere "Dead Cards". Wenn wir ein Paar Zehner und ein Ass halten, so sind alle weiteren Zehnen und Asse, die aufgedeckt vor den Gegnern liegen, "Dead Cards". In diesem Moment ist auch unsere Startkombination "dead", da wir nur eine geringe Chance haben, die Hand verbessern zu können.

Analog dazu sind Karten, die wir benötigen, aber nicht aufgedeckt auf dem Tisch liegen, "Live Outs" und somit ist unsere Starthand auch "live". Beim Stud Poker ist ein gutes Erinnerungsvermögen sehr wichtig, da wir uns alle Dead Cards auf den vorhergehenden Streets merken müssen, um unsere eigene und die Chancen der Gegner auf den folgenden Streets korrekt einschätzen zu können.

Ähnlich vorsichtig sollte man, wie bei den anderen Pokervarianten auch, mit der Auswahl der Starthände umgehen. Hier sollte man tight und aufmerksam agieren. Beim Stud bedeutet das, die meisten live Hands zu spielen, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit verbessern und den Pot gewinnen können.

Auswahl der Starthände und Einsätze auf der Third Street

Wir können alle Starthände recht einfach in drei Kategorien einteilen - Made Hands, Draw Hands und Trash Hands. Mit Made Hands betten und raisen wir, um unsere Hand zu schützen und unseren Profit zu maximieren. Mit Draw Hands sollten wir sehr vorsichtig spielen und nur Bets callen, wenn wir live Outs und ausreichende Implied Odds haben, um in der Hand zu bleiben. Trash Hands sollten wir, außer in Spots, in denen wir Antes und Bring-in stealen wollen, folden. Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die verschiedenen Kategorien.

Made Hand

Made Hands sind hohe Paare und alle Starthände mit gleicher Wertigkeit - ausgeteilte oder rolled-up Trips. Mit rolled-up Trips wollen wir hauptsächlich den größtmöglichen Pot aufbauen. Unsere Hand vor schlechteren Made Hands und Drawing Hands zu schützen spielt hier eine eher untergeordnete Rolle. Wenn deine Gegner zu vorsichtig spielen und schnell folden, kannst du auch über ein Slowplay nachdenken.

Im Vergleich zu Hold'em Poker sind hohe Paare beim Stud deutlich verletzbarer. Daher sollten wir unbedingt versuchen, so viele Gegner wie möglich zum Folden zu bringen, um die Hand idealerweise nur gegen einen oder zwei Gegner spielen zu können. Die häufigste Gewinnerhand beim Stud Hi sind zwei Paare. Darum kann man eine gutes Paar auf der Third Street als gute Drawing Hand ansehen. Wir sollten aggressiv spielen, wenn unsere aufgedeckten Karten höher als die anderen sind, da wir gute Chancen haben, unsere Hand bis zum River zu den besten zwei Paaren zu verbessern. Zur gleichen Zeit sollten wir immer sicher sein, dass wir live Outs haben. Auch beim Spielen von Middle Pairs sollten wir den Wert unserer dritten Karte als Kicker berücksichtigen, durch den wir bessere Paare als unsere Gegner bilden könnten.

An einem Full Ring-Tisch sollten kleine Paare besser gefoldet werden, speziell wenn man keinen guten Kicker hat oder ein "Split Pair" (eine Karte des Paars ist aufgedeckt) halten. Wenn die Gegner erkennen, dass wir ein offenes Paar auf den folgenden Streets aggressiv spielen, werden sie schnell wissen, dass wir ein Set halten und nicht mehr viel Geld in den Pot bezahlen. Darum sind "versteckte/closed" Paare auf der Third Street wertvoller. Zwei niedrige Paare werden nur selten den Pot gewinnen und sollten daher nicht als Made Hands, sondern nur als Drawing Hands gesehen werden, mit denen man ein Set zu treffen versucht. Diese Hände sollten wir passiv spielen.

Drawing Hand

Alle Hände, die auf der Third Street keine Made Hands sind, aber dennoch Outs haben, um sich zu verbessern, sind Drawing Hands. Zum Beispiel Suited Hands und Connectors: und , Overcards wie wenn die aufgedeckten Karten des Gegners sind. Je mehr Potential und live Outs die Hand hat, desto stärker ist sie. Daher sollten drei miteinander verbundene und gleichfarbige Overcards auch aus jeder Position geraist werden. Drawing Hands sind jedoch meist nicht so gut, dass mit ihnen schon auf der Third Street ein großer Pot aufgebaut werden sollte. Daher werden sie meist passiv gespielt. Die Auswahl dieser Hände hängt von einer Vielzahl von Faktoren wie der eigenen Position und der Anzahl der Gegner in der Hand ab.

Overcards sind als solche nicht besonders wertvoll und dienen als zusätzliches "Backdoor"-Potential für andere Drawing Hands. Der Grund dafür ist, dass uns unsere Gegner selten auszahlen werden, wenn wir mit Glück auf einer späteren Street eine Hand treffen, da sie unsere hohen und verbundenen aufgedeckten Overcards sehen.

Unser Hauptziel ohne eine Made Hand ist es, mehrere Gegner in der Hand zu haben. Dabei sollten wir darauf achten, ob noch agierende Spieler besonders aggressiv sind und unsere Drawing Hands durch Reraises unspielbar machen könnten. Mit einem Flushdraw können wir nur callen, wenn es nicht mehr als zwei Dead Cards unserer Farbe gibt. Andernfalls ist es besser, die Hand einfach zu folden.

Straightdraws sollten vorsichtig gespielt werden, da sie von Flushdraws dominiert sein könnten und im Schnitt weniger Outs auf eine starke Hand haben. Aus diesem Grund sind die Anforderungen bei der Auswahl der Starthände in dieser Kategorie strenger. Unser Ziel ist es, die späteren Streets so billig wie möglich zu sehen. Daher sollten wir aus früher Position kurz nach dem Bring-in nicht limpen. Auch Gap-Hands sollten nicht gespielt werden, da wie Chancen auf eine Straight geringer sind – besonders wenn es Dead Cards geben sollte. Nach Limpern oder nach dem Call eines Raises, können wir aber dennoch Straightdraws mit keinen oder nur einer Dead Card spielen.

Wenn wir in später Position sind, die Setzrunde abschließen können, in einem Multiway-Pot sind oder wenn unsere Hand zusätzliches Potential zur Verbesserung hat, können wir unsere Starthände etwas looser als oben angegeben auswählen. Mit einer guten, verschiedenartigen Drawing Hand können wir sogar raisen – so erhalten wir die Initiative und verbergen die wahre Stärke unserer Hand.

Trash Hand

Alle weitere Hände, die in keine der obigen Kategorien gehören, sind Trash Hands. Diese sollte man fast immer folden und auf eine weitere Gelegenheit warten. Beim Stud Poker gilt der gute Merksatz "Tight is Right" noch viel mehr als beim Hold'em oder Omaha. Wenn jedoch nur noch wenige Spieler am Tisch sitzen, sollte die Range unserer Starthände natürlich weiter werden.

Wenn zu uns gefoldet wird und wir der letzte oder vorletzte Spieler vor dem Bring-in sind, können wir auch mit mittelmäßigen Händen versuchen, Ante oder Bring-in zu stealen. Dieser Move wird sehr oft gelingen, da der Bring-in den Regeln zufolge immer von dem Spieler mit der niedrigsten aufgedeckten Karte gebracht werden muss. Diese Hand ist meistens nicht sehr stark. Die Erfolgsaussichten eines Steals hängen vom Wert deiner aufgedeckten Karte ab und davon, ob sie live ist oder nicht. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Mathematik hinter einem Steal beim Stud Poker sehr kompliziert ist und stark von der Struktur des Ante und Bring-ins abhängt. Zum Beispiel wird solch ein Move auf PokerStars, wo der Betrag des Ante niedriger und der des Bring-ins höher ist, generell wenig profitabel sein.

Zusammenfassung

In diesem Artikel hast du gelernt:

  • Die Regeln von Seven Card Stud
  • Die relative Stärke der verschiedenen Starthände
  • Das Konzept der "Dead Cards" beim Stud
  • Das Aufteilen der Starthände in 3 Gruppen: Made Hands, Draw Hands und Trash Hands
  • Die grundlegende Strategie für alle Starthände auf der Third Street

Stud ist eine sehr interessante und dynamische Pokervariante, in der man häufig in verschiedene und komplizierte Situationen kommen kann. In diesem Artikel wurden einige grundlegende Begriffe zum Verständnis des Spiels erklärt. Jetzt kannst du gerne versuchen, diese Pokervariante einmal selber auszuprobieren.

 

Kommentare (6)

#1 Hexi1956, 15.12.10 16:52

Super, dass ihr Euch auch der H.O.R.S.E Varianten annimmt, denke mir der große Pokerboom ist eh schon etwas rückloäufig, und jetzt braucht es neue Varianten!<br /> Tolles Spiel! Beim Pokerstras Freerol ins Money gekomme 0,60$ *lol*<br /> Aber hat echt Spaß gemach, waren dann lauter Bigstacks am Tisch die ersten 4 Karetn A,2,3,4 und dann nada!<br /> Aber finde H.O.R.S.E und 8 Game hat schon Potential, insb. die 8 Game SnG´s gefallen mir, da komme ich oft ins Geld, da viele wirklich null Ahnung von den einzelnen Varianten haben-reicht da schon eine tighte Starthandauswahl (meißt). 2-7 Tripple Draw ist ja so ein geiles Spiel, macht doch mal da auch nen artikel drüber!

#2 David, 16.12.10 09:36

@1: Hi Hexi1956, danke für dein Feedback, 2-7 Tripple Draw ist notiert :)

#3 ThePark, 08.12.11 21:46

soll mal der hasu was darüber schreiben ;)

#4 Chaos0708, 11.09.12 17:43

Hallo, ich hab mal eine blöde Frage ?<br /> Ich habe gerade das 1. mal Stud gespielt mit acht Spielern am Tisch.<br /> Und jetzt meine Frage: 8 Spieler a 7 Karten ?? sind wenn keiner wegwirft (?) = 56 Karten ? Oder wo ist mein Denkfehler.

#5 Muelli123, 02.12.12 02:40

Falls es überhaupt dazu kommen sollte, was wirklich höchst unwahrscheinlich ist, wird der River offen in die Mitte gelegt und zählt für alle 8 SpielerInnen!

#6 RaucheCh1987, 07.07.14 12:54

Sieht nach ner netten Variante aus...