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StrategieAndere Varianten

Was ist anders als bei Texas Hold'em?

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Einleitung

In diesem Artikel
  • Die relative Position kann in einer Hand wechseln
  • Freecard-Plays sind häufig sinnlos
  • Ein Openlimp ist kein Verbrechen

Während man beim Umstieg von Texas Hold’em auf Omaha noch Nutzen aus seinen Hold’em-Erfahrungen ziehen kann, ist es bei Seven Card Stud weit anders. Seven Card Stud in der Split-Variante Hi/Lo ist ein komplett anderes Spiel, das du von Grund auf neu lernen musst.

Das kann auch ein Vorteil gegenüber dem Umstieg auf Omaha sein, wenn man sich anschaut, wie immer wieder passionierte Hold’em-Spieler in ihr Verderben rennen, weil sie ihre „Hold’em-Denke“ z.B. beim Bewerten von Handstärken oder Boardtexturen in Omaha nicht ablegen können.

Dieser Artikel zeigt dir einige wesentliche Unterschiede zwischen Seven Card Stud Hi/Lo und Texas Hold’em auf.

Position

Im Unterschied zu Hold'em sind die Positionen an einem Stud-Tisch nicht durch einen Dealer-Button festgelegt. Wer zuerst an der Reihe ist, hängt von den offenen Karten ab. Hat derjenige gehandelt, geht die Action jedoch wie gewohnt im Uhrzeigersinn um den Tisch. Daraus folgt, dass es auch in Stud wichtig ist, in Relation zu den Spielertypen am Tisch eine gute Position einzunehmen.

Es ist empfehlenswert, die aggressivsten Spieler auf seiner rechten Seite zu haben. Auf der 3rd Street weißt du so immer bereits, ob sie in den Pot einsteigen wollen und kannst entsprechend handeln. Hast du sie hingegen zu deiner Linken und sie halten z.B. ein Ass als offene Karte, musst du deine Starthandauswahl sehr einschränken, da sie dich mit einer weiten Range reraisen werden.

Loose-passive Spieler auf der rechten Seite zu haben, ist zwar auch wünschenswert, um sie isolieren zu können, anders als in Hold'em kannst du jedoch nach einem Limp nur auf eine SB completen und nicht auf zwei Small Bets raisen, so dass du viel weniger Foldequity gegen Hände hinter dir hast.

Ein weiterer Vorteil, aggressive Spieler zu deiner Rechten zu haben, zeigt sich auf den späteren Streets. Du kannst dir ihre Aggression durch Raises oder Checkraises zunutze machen, um andere Spieler aus dem Pot zu drängen.

Hast du passive Spieler zu deiner Rechten, die nur starke Holdings betten, verliert dieses Play an Wert, da du riskierst, dass die Street durchgecheckt wird oder dass du dich gegen eine stärkere Hand isolierst.

Position im Heads-up auf späteren Streets

Bist du in Stud8 ab der 4th Street Heads-up, folgt aus den Regeln, dass kein Spieler davon ausgehen kann, den Positionsvorteil über die gesamte Hand zu behalten, wie es in Hold’em der Fall.

Spielt eine Hi-Hand gegen eine Lo-Hand, befindet sich meist die Lo-Hand in Position. Dies führt dazu, dass die Lo-Hand, wenn sich ihr Board gut entwickelt, je nach Bedarf entweder betten oder Freecards nehmen kann, da die meisten Spieler mit der Hi-Hand auf der 5th Street nicht gegen ein Board mit drei Lo-Cards betten werden.

Spielen zwei Lo-Hands gegeneinander, kann die Position je nach Verlauf mehrfach wechseln. Meistens wird im Gegensatz zu Stud Hi die bessere Hand in Position sein. Hier ist zu beachten, dass Raises mit der Intention, gegebenenfalls auf der nächsten Street eine Freecard zu nehmen, mit Vorsicht zu genießen sind, denn in den meisten Fällen bist du plötzlich out of Position, wenn du die Freecard brauchst (du catchst schlecht, der Gegner gut).

Spielen zwei Hi-Hands gegeneinander, ist meistens die bessere Hi-Hand out of Positon und wird leaden, um die vermeintlich niedrigere Hi-Hand für Draws bezahlen zu lassen. Dies kann man mit einer versteckten Hi-Hand ausnutzen, z.B. einem höheren versteckten Paar als die gegnerische Upcard, um z.B. auf der 4th Street slowzuplayen und auf der 5th Street zu raisen.

Initiative

In Hold‘em ist die Initiative sehr wichtig, denn sie erlaubt es, durch fortgesetzte Aggression auf mehreren Streets (Continuation Bets) Pötte einzusammeln, in denen keine Seite eine brauchbare Hand getroffen hat. In Stud8 ist das Board viel wichtiger als die Initiative. Completest du auf der 3rd Street mit einer niedrigen Upcard und ein Gegner callt ebenfalls mit einer offenen Lo-Card, ist es völlig sinnlos, zu betten, wenn du eine schlechte Karte wie z.B. eine Queen triffst und der Gegner eine Lo-Card bekommen hat. Der Gegner kann schließlich sehen, dass du vermutlich eine schlechtere Hand hast als er. Blindes Contibetten ist eines der häufigsten Leaks, das Hold’em-Spieler beim Umstieg auf Studgames haben.

Auch das Ausnutzen der Initiative für Freecard-Plays ist oft unangebracht. Selbst wenn der Gegner eine Hi-Hand hält und du eine Lo-Hand hast und somit nicht out of Position auf der nächsten Street bist, wird er oft auf der nächsten Street wieder donken, wenn du eine Karte triffst, die dir offensichtlich nicht hilft. Das bedeutet, dass du dir meist nur dann die Freecard nehmen kannst, wenn du sie nicht brauchst.

Complete vs. Limp

In heutigen aggressiven Hold’em-Games gilt ein Openlimp fast als Todsünde. In Stud8 ist das nicht der Fall. Durch die Antes bekommt man sehr gute Odds für einen Limp und gerade mit Lo-Hands, die gut multiway spielen, aber keine Monster sind, kann es besser sein, aus early oder middle Position einfach zu limpen, um sich nicht beispielsweise gegen ein Reraise einer Hi-Hand zu isolieren.

Starke Hände solltest du natürlich for Value raisen, aber mit mittelstarken Händen solltest du dich immer fragen, ob du die Hände hinter dir lieber aus dem Pot drängen oder dabeihaben willst. Aus late Position solltest du aber nicht mehr openlimpen, da hier die Möglichkeit, die Antes direkt zu gewinnen, einen Complete attraktiver werden lässt. Mehr zu diesem Thema findest du auch im Artikel zum Spiel auf der 3rd Street: Klicke hier für den Artikel

Fazit

Stud8 ist einfach anders als Hold’em. Das aggressive Spiel, wie du es aus Texas Hold’em kennst, ist nicht immer die erste Wahl. Da einerseits die Position und damit die Reihenfolge der Spieler in einer Setzrunde auf andere Weise bestimmt wird, die relativen Positionen der Spieler untereinander auch in einer Hand wechseln können und da andererseits die Spieler einen großen Teil deiner Karten offen vor Augen haben, ist hier eine andere Spielweise gefragt.

Du wirst nicht viel von dem, was du aus Texas Hold’em kennst, verwenden können und du solltest es auch nicht. Die Problematik der übermäßigen Continuation Bets und des häufig sinnlosen Freecard-Plays wurde im Artikel angesprochen. 

Andere Dinge hingegen, die Grundlagen von Poker selbst, Outs, Odds, Pot Odds, Gegnerpsychologie, auch der ein oder andere Move oder Fundamente wie ein solides Bankrollmanagement wirst du auf Stud8 übertragen können. Du fängst also nicht bei Null an, musst dir aber der Unterschiede beider Pokervarianten immer bewusst sein.

 

Kommentare (3)

#1 caeci, 11.01.10 14:56

Da lernt ma schon fast wieder Demut!<br /> Sehr schöne Variante.

#2 YourN8brhood, 22.03.10 15:34

Schöner Artikel.<br /> Meiner Meinung nach der Beste in der gesamten Stud8-Reihe!

#3 Fanfromdoyle, 05.04.10 23:30

Sehr schöne Section! Sehr gute Artikel! Schade, dass es keine Seven Stud und keine RAZZ Section gibt. Denke mir mal zB auf Ps gibt es genügend H.O.R.S.E oder 8 Game Sit and Go´s wo man mit nen bißchen Wissen über die Varianten mal ne willkommene Abwechslung zu Holdem hat.