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StrategieNo-Limit

Wie spielst du nach dem Flop?

Einleitung

In diesem Artikel lernst du:
  • Wie du Profit aus starken Karten holst
  • Wie du dein Blatt schützt
  • Warum du setzt und warum du nicht setzt

Kommen wir zum harten Kern der Bigstackstrategie, dem Spiel nach dem Austeilen des Flops. No-Limit Hold'em ist ein dynamisches, situationsabhängiges Spiel. Was du wann machst, hängt von vielen Faktoren ab. Was ist vor dem Flop passiert? Wie sehen die Gemeinschaftskarten aus? Wer sind deine Gegner?

Nach Lektüre des folgenden Artikels wirst du in der Lage sein, in einer Spielsituation selbstständig Antworten auf die Fragen zu finden: Was will ich erreichen? Wie kann ich das erreichen?

Die daran anschließenden Artikel, auf die du nach Bestehen des PokerStrategy.com-Quiz Zugriff hast, werden dieses Wissen verfeinern, dir die Mathematik des Pokerns näherbringen und zeigen, wie sich die Stärke und Spielweise eines Blattes in verschiedenen Ausgangssituationen radikal ändern kann.

Doch zunächst einmal die Grundlagen: Was kannst du überhaupt treffen?

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Was sind gemachte Blätter?

MONSTER

  • zwei Paare
  • Drilling
  • Straße
  • Flush
  • Full House
  • Vierling
  • Straight Flush
  • Royal Flush

 

Das sind Blätter, z.B. ein Paar oder ein Drilling, die schon jetzt gewinnen könnten. Sie müssen sich nicht unbedingt verbessern, manchmal haben sie auch überhaupt keine oder nur wenige Verbesserungsmöglichkeiten.

Die meisten gemachten Blätter kennst du schon aus dem Artikel zu den Spielregeln von Texas Hold'em:

Gehe zum Artikel: Die Spielregeln von Texas Hold'em

Das sind zwei Paare, Drillinge, Straßen, Flushes oder noch bessere Blätter. Diese nennt man auch Monster, eben weil sie meist sehr stark sind. Mit ihnen liegst du oft vorn und sie werden dir gutes Geld einbringen, wenn du sie richtig spielst.

Es gibt aber auch Paare und schlechtere Blätter. Wirklich gut sind davon nur zwei Arten, die jetzt ausführlicher erklärt werden. Das sind zwei spezielle Formen von Paaren, das Toppaar und das Überpaar.

TOPPAAR
Hast du ein Paar und das besteht aus einer deiner beiden Startkarten und der höchsten Gemeinschaftskarte, ist das ein Toppaar.

 

ÜBERPAAR
Hast du ein Paar fertig in deinen beiden Startkarten und die Karten sind größer als jede Gemeinschaftskarte, nennt man das Überpaar. Es ist kein größeres Toppaar möglich.
 

HINWEIS: ZWEI PAARE SIND NICHT GLEICH ZWEI PAARE
Zwei Paare hast du im engeren Sinne nur dann, wenn das eine Paar aus deiner ersten Startkarte und einer Gemeinschaftskarte und das zweite Paar aus deiner zweiten Startkarte und einer Gemeinschaftskarte bestehen.

Anders ausgedrückt: Wenn eines der beiden Paare in den Gemeinschaftskarten liegt, dann kannst du dir das nicht anrechnen, schließlich kann ein Gegner ja damit einen Drilling oder sogar ein Full House bilden.

Zwei Paare
 

 
Nur scheinbar zwei Paare
 

Was sind Draws?

Draws sind Blätter, die zwar noch kein gutes gemachtes Blatt ergeben, aber sie können es werden, nämlich dann, wenn noch eine hilfreiche Gemeinschaftskarte ausgeteilt wird.

Es gibt starke und schwache Draws, je nachdem wie viele Karten hilfreich sind. Hast du die Chance auf einen Flush, dann helfen dir 9 Karten weiter. Hast du hingegen ein fertiges Paar auf der Hand, dann bringen dir nur 2 Karten einen Drilling.

Welche Karten dir weiterhelfen und wie du ganz einfach berechnen kannst, ob es profitabel ist, deinen Draw weiterzuspielen, lernst du übrigens in den weiterführenden Bronze-Artikeln zur Mathematik des Pokers. Sobald du das Quiz von PokerStrategy.com bestanden und dein kostenloses Startkapital erhalten hast, kannst du darauf zugreifen.

OESD
Kannst du aus deinen beiden Karten und den Gemeinschaftskarten irgendwie eine Folge von vier direkt aufeinanderfolgenden Karten bilden, dann hast du einen OESD. Das steht für open-ended Straightdraw.

Das heißt, du hast momentan eine unvollständige Straße. Ihr fehlt am oberen oder am unteren Ende die fünfte Karte, eben open-ended. Im unteren Beispiel komplettieren 8 Karten deine Straße, jedes Ass und jede Neun, von denen je 4 Stück im Kartenstapel sind.

 

FLUSHDRAW
Kannst du schon einmal vier Karten einer Farbe vorweisen, hast du die Möglichkeit einen Flush zu bilden, sofern noch eine Gemeinschaftskarte in der gleichen Farbe ausgeteilt wird.

 

MONSTERDRAW
Der Monsterdraw ist eine Kombination von Flushdraw und OESD. Du hast sowohl die Aussicht auf einen Flush, als auch auf eine Straße.

 

DOPPELTER GUTSHOT
Eine weitere Möglichkeit eines Straßendraws ist nicht immer leicht zu erkennen. Es ist der doppelte Gutshot (engl.: Double Belly Buster). Der Name leitet sich vom so genannten Gutshot ab. Das ist ein schwacher Straßendraw, dem eine mittlere Karte fehlt, z.B. 8, 9, Bube, Dame, wo die Zehn zur Straight fehlt.

Der doppelte Gutshot ist eine Art Kombination von zwei Gutshots. Du hast sozusagen zwei Straßendraws auf einmal, denen je eine mittlere Karte fehlt.

Im Beispiel unten sind das Ass, Dame, Bube, Zehn und Dame, Bube, Zehn, Acht. Wie du schon siehst, helfen dir hier wie beim OESD 8 Karten weiter, jeder König und jede Neun. Und in der Tat ist der doppelte Gutshot von der gleichen Stärke wie der OESD.

Wie du im Artikel zu den implied Odds noch lernen wirst, ist der doppelte Gutshot sogar ein Stückchen profitabler als ein OESD, weil er vom Gegner schwerer zu erkennen ist.

 

ÜBERKARTEN
Hast du keinen der genannten Draws getroffen und auch kein gemachtes Blatt, aber deine Karten sind höher als jede Gemeinschaftskarte, dann nennt man sie Überkarten. Sonderlich stark ist dieser Draw zwar nicht, aber wenn du noch ein Paar triffst, dann ist das auf jeden Fall ein Toppaar.

 

Warum setzt du?

In No-Limit Hold’em gewinnt der aggressive, aber auch denkende Spieler, der seine Aggressivität gezielt einsetzt. Jeder Einsatz und jede Erhöhung verfolgen ein bestimmtes Ziel.

Valuemaximierung

Der erste Verwendungszweck für einen Einsatz ist ganz klar: Du hast ein starkes Blatt und willst dafür Geld in den Pot bekommen. Du willst, dass Spieler mit schlechteren Karten den Einsatz mitgehen und weiter im Spiel bleiben. Deine Einsätze sind in diesem Fall for Value.

Aber Vorsicht! Es geht dabei nicht darum, ob du glaubst, dass dein Blatt besser ist als das deines Gegners. Es geht um die Frage, welche Karten er gegen einen Einsatz von dir weglegt bzw. mit welchen er mitgeht.

Nur wenn dein Gegner dich auch oft genug mit schlechteren Blättern ausbezahlt, ist dein Einsatz for Value.

Bluffen

Der zweite Verwendungszweck ist der Bluff. Du willst Gegner mit besseren Karten zur Aufgabe zwingen und so den Pot für dich holen.

Wann immer du einen Bluff in Erwägung ziehst, halte dich an fünf Regeln:
  • Bläh mit Bluffs keine Pötte auf.
  • Bluff eher dann, wenn dein Blatt sich noch verbessern kann.
  • Bluff nur Spieler, die auch aufgeben können.
  • Bluff nicht gegen mehrere Spieler.
  • Bluff nur, wenn du auch etwas repräsentieren kannst und deine Gegner selten gut getroffen haben.

BEISPIEL 1 - GUTE BLUFFGELEGENHEIT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du erhöhst auf $1
  • SB geht $0.90 mit
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, BB - Pot: $3.00
  • SB und BB schieben
  • Du setzt $2
  • SB und BB steigen aus

Ein klassisches Beispiel für eine so genannte Continuationbet und eine gute Bluffchance. Nur wenige Blätter, mit denen deine Gegner vor dem Flop mitgegangen sind, haben auf diesem Flop etwas Spielbares getroffen. Zudem kannst du gut ein Toppaar Asse repräsentieren. Wenn sie keines der drei verbliebenen Asse halten, wird es schwer für sie.

BEISPIEL 2 - SCHLECHTE BLUFFGELEGENHEIT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du erhöhst auf $1
  • SB geht $0.90 mit
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, BB - Pot: $3.00
  • SB und BB schieben
  • Du schiebst

Die Flopkarten sind stark drawlastig. Sie verbinden sich mit einer Menge möglicher Karten, mit denen deine Gegner vor dem Flop mitgegangen sind. Zudem kannst du kaum etwas repräsentieren. Bei sehr vorsichtigen Gegnern, kann man auch einmal setzen, aber auf diesem Flop wirst du immer Schwierigkeiten haben, deine Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Continuationbet

Wann immer du vor dem Flop erhöhst, Kundschaft findest und als Aggressor in die späteren Setzrunden gehst, bietet sich dir die Möglichkeit für eine so genannte Continuationbet. Durch deine Erhöhung vor dem Flop kannst du ein stärkeres Blatt repräsentieren, als du es tatsächlich hast.

Setzt du dann am Flop und hast eigentlich nur einen Bluff, wird er häufiger funktionieren. Du kannst als Aggressor mit einer Continuationbet viele Pötte attackieren, aber nicht jeden.
BEISPIELE FÜR GUTE FLOPS
Eine hohe Karte  
  • Du setzt

Ass und Bildkarte 
  • Du setzt

Ein Paar
  • Du setzt

Wie du siehst, macht einen guten Flop für eine Contibet als Bluff aus, dass er nur wenigen Blättern weiterhilft. Er bietet wenig Drawmöglichkeiten und wenig Chancen für starke gemachte Blätter. Auf einem guten Flop kannst du ein starkes Blatt repräsentieren, während dein Gegner selten die Karten hat, um einen Bluff von dir auffliegen zu lassen, selbst wenn er sich sicher ist, dass du bluffst.

BEISPIELE FÜR SCHLECHTE FLOPS
Sehr drawlastig  
  • Du schiebst

Sehr drawlastig
  • Du schiebst

Sehr drawlastig
  • Du schiebst

Alle drei Beispiele tragen die Überschrift: Sehr drawlastig. Trifft das zu, kommt das Setzen einer Continuationbet am Flop eigentlich nur in Frage, wenn du nur einen Gegner hast.

BEISPIEL 3 - KEINE CONTINUATIONBET
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1, UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du erhöhst auf $1
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $1 mit
  • SB steigt aus
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, BU - Pot: $3.10
  • BB schiebt
  • Du schiebst

Auf diesem Flop gibst du am besten auf. Sind deine beiden Gegner nicht extrem tight, dann lohnt sich eine Bluffcontibet überhaupt nicht. Sehr viele Blätter haben hier etwas getroffen und du kannst kaum etwas repräsentieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass beide Spieler aufgeben, sinkt auf so einem Flop dramatisch.

Protection

Nicht immer ist ein gemachtes Blatt gleich ein Monster. Oftmals siehst du dich mit deinem Blatt noch vorn, aber weißt auch, dass es verwundbar ist und deine Gegner nur darauf lauern, eine gute Gemeinschaftskarte zu erwischen, um dir das Genick zu brechen.

Deine Gegner können dich nur überholen, wenn sie eine gute Gemeinschaftskarte am Turn oder am River treffen. Je höher die Wahrscheinlichkeit dafür ist, dass sie treffen, desto stärker musst du deine Karten schützen (protecten).

Protection bedeutet, dass du die nächste Gemeinschaftskarte zu teuer machst. Hat ein Gegner ein Blatt, das deines überholen kann, muss er einen zu hohen Preis bezahlen.

In der Konsequenz heißt das: Hast du ein gutes gemachtes Blatt und es sind viele Draws möglich, dann schütze deine Karten und mach die nächste Gemeinschaftskarte teuer.

Das Thema rührt an die mathematischen Grundlagen von Texas Hold’em, die du in den weiterführenden Bronze-Artikeln noch kennen lernst. Du kannst auf sie zugreifen, sobald du das Quiz von PokerStrategy.com bestanden hast.

BEISPIEL 4 - PROTECTION
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du erhöhst auf $1
  • SB geht $0.90 mit
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, BB - Pot: $3.00
  • SB und BB schieben
  • Du setzt $2.5

Der Flop, den wir im letzten Beispiel noch als zu schlecht für einen Bluff befunden haben, ist gleichzeitig ein Flop, auf dem du deine gemachten Blätter unbedingt schützen musst. Es sind viele Draws möglich. Deine Gegner können einen Flushdraw, einen OESD, ein Paar und einen Gutshot haben. Mach die nächste Gemeinschaftskarte teuer. 

Warum setzt du nicht?

Es gibt viele gute Gründe, einmal nichts zu setzen bzw. zu erhöhen, z.B. wenn du so absolut nichts auf der Hand hast. Es gibt aber noch drei andere gute Gründe mit Namen Potcontrol, Bluffinduce und Slowplay.

Potcontrol

Stehst du am Flop, weißt du schon ungefähr, um was für einen Pot du spielen möchtest. Hast du ein Monsterblatt, willst du einen großen Pot spielen und bestenfalls All-In kommen. Hast du ein schwaches Blatt, magst du keine großen Einsätze sehen und spielst lieber um einen kleinen Pot.

Man sagt: Große Pötte sind für große Blätter da, kleine Pötte für kleine Blätter. Wenn du nicht wirklich starke Karten hältst (ein Toppaar ist selten wirklich stark), dann ist ein Ziel deiner Taktik, den Pot nicht ausufern zu lassen.

Das nennt man Potcontrol.

BEISPIEL 5 - POTCONTROL
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2 und MP3 steigen aus
  • Du erhöhst auf $1
  • BU geht $1 mit
  • SB steigt aus
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, BU - Pot: $3.10
  • BB schiebt
  • Du setzt $2.5
  • BU steigt aus
  • BB geht $2.5 mit

Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $8.10
  • BB schiebt
  • Du schiebst

Diese Spielweise bietet sich an, wenn keine nennenswerten Draws möglich sind und du in Position bist. Im Beispiel lassen die Gemeinschaftskarten keine starken Draws zu. Du musst dein Blatt auf diesem Turn nicht schützen.

Wenn du schiebst, passiert das Folgende:
  • Hat dein Gegner ein besseres Blatt, gibst du ihm dafür weniger Geld. Du hältst den Pot klein.
  • Hat dein Gegner ein schlechteres Blatt, vielleicht ein schlechteres Paar Asse, ein Paar Achten oder ein anderes Paar, wird er vieles weglegen, wenn du setzt. Schiebst du, signalisiert das Schwäche und er wird womöglich noch etwas am River setzen, als Bluff oder weil er glaubt, das beste Blatt zu halten. Setzt er nicht, wird er aber vielleicht eher einen Einsatz von dir mitgehen.

Slowplay

Wann immer du dein Blatt schwächer darstellst, als es tatsächlich ist, betreibst du Slowplay, du spielst deine Karten „langsam“.

Indem du dein Blatt unterrepräsentierst, animierst du Gegner dazu ein schwächeres Blatt zu überspielen oder überhaupt erst einmal etwas Spielbares zu treffen.

Du triffst z.B. am Flop ein Full House. Es gibt nicht viele Karten, die dein Gegner jetzt weiterspielen wird. Indem du auf einen Einsatz verzichtest, gibst du ihm die Chance, entweder am Turn etwas Spielbares aufzugreifen oder schon am Flop eine Dummheit zu begehen.

Slowplaye nicht gegen viele Gegner und slowplaye nicht bei drawlastigen Gemeinschaftskarten. Tu es auch nicht, wenn dein Gegner passiv ist. Tu es nur dann, wenn du dir sicher bist, dass dein Gegner die Einladung annimmt, sein Blatt zu überspielen.

Im Normalfall ist Slowplay die schlechtere Alternative. Es gibt auf den unteren Limits nämlich eine Regel, die du niemals vergessen solltest: Deine Gegner werden eher einen Einsatz mitgehen, als selbst zu setzen. Grund dafür ist der schon früher erwähnte Umstand, dass der normale Spieler auf den unteren Limits zu passiv und zu loose spielt.

BEISPIEL 6 - SLOWPLAY
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 erhöht auf $1
  • UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $1 mit
  • SB steigt aus
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $3.10
  • BB schiebt
  • UTG1 setzt $2.5
  • Du gehst $2.5 mit

Ein gutes Beispiel für eine Situation, in der ein Slowplay Sinn ergibt. Der Flop ist nicht drawlastig. Er sieht ungefährlich aus und es liegt ein Ass. Du brauchst dein Blatt nicht zu schützen und kannst am Flop den Einsatz auch erst einmal nur mitgehen, wenn du der Meinung bist, dadurch langfristig mehr Geld zu machen als mit einer direkten Erhöhung.

BEISPIEL 7 - FLUSH NIEMALS SLOWPLAYEN
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 erhöht auf $1
  • UTG2, UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • MP3, CO und Du gehen $1 mit
  • SB und BB steigen aus

Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, UTG1, MP3, CO - Pot: $4.35
  • UTG1 setzt $2.5
  • MP3 und CO steigen aus
  • Du erhöhst auf $9

In diesem Beispiel hast du zwar mit dem Flush ein starkes Blatt getroffen, doch jede höhere Pik-Karte hat einen Draw auf einen besseren Flush. Mit einem Flush musst du am Flop direkt Gas geben und versuchen, alles Geld sofort in die Mitte zu stellen. 

Putting it together…

Deine Spielentscheidungen nach dem Flop versuchen eine Balance zu finden, zwischen ...
  • ... deinem natürlichen Gewinnstreben, immer das meiste herauszuholen, wenn du vorne liegst.
  • ... dem Bestreben, den Pot zu kontrollieren und den Preis für deine schwächeren Blätter im Rahmen zu halten.
  • ... dem Bestreben, mit verwundbaren Blättern die nächste Gemeinschaftskarte teuer zu machen.
  Value  
   
Protection   Potcontrol

Je schwächer dein Blatt ist, desto wichtiger wird Potcontrol. Je stärker dein Blatt ist, desto wichtiger wird Valuemaximierung. Je verwundbarer dein Blatt ist, desto wichtiger wird Protection.

Wie spielst du gemachte Blätter?

Das Spiel mit gemachten Blättern ist relativ simpel. Hast du das beste Blatt, dann setze oder erhöhe. Je schwächer dein Blatt ist, desto mehr solltest du auf Potcontrol achten, den Pot klein halten und bei zu viel Action oder Gegenwehr schlicht aussteigen.

Dein Blatt muss umso stärker sein, je mehr Gegner du hast. Gab es vor dem Flop keine Erhöhung oder du bist eine Erhöhung mitgegangen, solltest du schon wirklich gute Karten vorweisen, um größere Action zu machen.

Slowplaye nur mit sehr starken Karten. Je drawlastiger die Gemeinschaftskarten sind und je verwundbarer dein Blatt ist, desto stärker achte auf Protection und lass deine Gegner nicht zu günstig die nächste Gemeinschaftskarte sehen.

Versuch immer, eine Balance zwischen Potcontrol und Protection zu finden. Du brauchst ein marginales Blatt nicht schützen, wenn es auch so schon gut hinten liegen kann.

BEISPIEL 8 - ZWEI PAARE
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt

Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG2, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und UTG2 schieben
  • Du setzt $1.2
  • BU steigt aus
  • BB und UTG1 gehen $1.2 mit
  • UTG2 steigt aus

Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $4.95
  • BB und UTG1 schieben
  • Du setzt $3.5
  • BB erhöht auf $8
  • UTG1 und Du steigen aus

Dein Einsatz am Flop ist Standard. Nachdem beide Spieler am Turn schieben, solltest du noch einmal setzen. Es kann durchaus Flushdraws geben, die nun mitgehen. Auch schlechtere gemachte Blätter könnten noch einen Grund finden, um mitzugehen. Zudem behältst du die Initiative. Wenn du schiebst, hast du keine Kontrolle mehr und weißt auch nicht wo du stehst.

Doch dann kommt eine Erhöhung vom Spieler im Big Blind. Dieser Spielzug am Turn gegen mehrere Gegner demonstriert sehr viel Stärke. Er wird häufig den Flush haben. Damit siehst du mit deinen zwei Paaren natürlich nicht mehr so gut aus. Es ist nur richtig, daraufhin auszusteigen.

BEISPIEL 9 - ÜBERPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1, UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du erhöhst auf $1
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $1 mit
  • SB steigt aus
  • BB geht $0.75 mit

Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, BU - Pot: $3.10
  • BB schiebt
  • Du setzt $2.5
  • BU geht $2.5 mit
  • BB steigt aus

Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $8.10
  • Du setzt $6.5
  • BU erhöht auf $15
  • Du steigt aus

Die beste Spielweise bei dieser Turnkarte ist, zu setzen und auf eine Erhöhung hin auszusteigen. Dein Gegner wird zu selten mit einem schlechteren Blatt als deinem erhöhen. Du kannst aber auch nicht schieben, denn sogar ein Blatt wie 22 hat geschätzte drei Millionen Chancen gegen dein Paar Buben.

Geht dein Gegner deinen Einsatz nur mit, dann gibst du am River entweder direkt auf oder machst einen kleinen Einsatz und steigst auf eine Erhöhung hin aus.

BEISPIEL 10 - ÜBERPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2 und MP3 steigen aus
  • CO erhöht auf $1
  • Du gehst $1 mit
  • SB und BB steigen aus

Am Flop - Aktive Spieler(2): Du, CO - Pot: $2.35
  • CO setzt $1.5
  • Du erhöhst auf $5

In diesem Beispiel erhöhst du am besten. In den Gemeinschaftskarten liegen einige Draws. Fällt am Turn eine höhere Karte als eine Neun, z.B. ein König oder eine Dame, dann dürftest du dich auch nicht mehr wirklich wohl mit deinen Karten fühlen.

In einer solchen Situation ist es immer besser, direkt zu erhöhen. Erhöht der Gegner weiter, weißt du sicher, dass du geschlagen bist. Geht er nur mit, kannst du je nach Turnkarte weiterentscheiden.

Wie spielst du Draws?

Für ein perfektes Drawspiel benötigst du einen Einblick in die mathematischen Konzepte Outs, Odds und Pot Odds, die du nach Bestehen des PokerStrategy.com-Quiz in den Bronze-Artikeln noch kennen lernst.

Generell gilt, dass du in Runden, in denen vor dem Flop niemand erhöht hat oder in denen du eine Erhöhung mitgegangen bist, Draws fast immer passiv spielst. Mit starken Draws wie Flushdraws und OESD kannst du moderate Flop-Einsätze mitgehen. Schwache Draws wie einen Gutshot kannst du meist gleich wegwerfen.

Jag keinen Draws hinterher! Stehst du mit einem Flushdraw am Turn, wirst du in nicht einmal 20% der Fälle am River den Flush treffen. Du verbrennst dein Geld, gehst du trotzdem am Turn große Einsätze mit.

Hast du vor dem Flop erhöht, kannst du mit vielen Draws auch am Flop weiter aggressiv spielen, sofern du nur einen oder zwei Gegner hast. Du setzt z.B. mit einem starken Draw fast immer eine Continuationbet am Flop.

Dennoch gilt auch für das aggressive Spiel mit Draws, dass es nur dann überhaupt sinnvoll ist, wenn die Gegner aussteigen können. Gegen viele Spieler oder solche, die aus Prinzip jeden Einsatz mitgehen, kannst du nicht bluffen und deshalb Draws auch nicht aggressiv spielen.

BEISPIEL 11 - PASSIVES SPIEL
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im SB
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 steigt aus
  • MP3 und CO gehen $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • Du gehst $0.15 mit
  • BB schiebt

Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, MP1, MP3, CO - Pot: $1.25
  • Du und BB schieben
  • MP1 setzt $1
  • MP3 geht $1 mit
  • CO steigt aus
  • Du gehst $1 mit
  • BB steigt aus

Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, MP1, MP3 - Pot: $4.25
  • Du setzt $3

Hier hast du dich am Flop aufgrund der Menge der Gegner nur für eine passive Spielweise entschieden. Aufgrund des Geldes, das MP1 und du noch haben, kannst du den Einsatz locker mitgehen.

Am Turn triffst du deinen Draw. Nun solltest du selbst aktiv werden. Würdest du schieben, würden deine Gegner aus Angst vor dem Flush nur selten etwas setzen. Aber gerade auf den kleineren Limits gehen sie oft noch einen Einsatz mit, u.a. weil dein Einsatz für sie wie ein Bluff aussehen mag.

BEISPIEL 12- AGGRESSIVES SPIEL
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt

Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, SB, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.25
  • SB, BB, UTG1 und MP1 schieben
  • Du setzt $1.1
  • SB und BB steigen aus
  • UTG1 geht $1.1 mit
  • MP1 steigt aus

In diesem Beispiel hast du einen starken Flushdraw und zusätzlich noch Überkarten (König und Bube), die deinen Draw noch etwas besser machen. Normalerweise solltest du gegen vier Gegner einen Semibluff unterlassen. Du wirst selten alle zur Aufgabe zwingen.

Doch in dieser speziellen Situation kannst du dennoch setzen. Wesentlicher Grund dafür ist, dass du in Position bist, also alle deine Gegner vor dir agieren müssen. Hinzu kommt, dass dir viele Karten am Turn oder River weiterhelfen. Geht jemand deinen Einsatz mit, wirst du dennoch häufig eine gute Karte treffen und die Runde für dich entscheiden können. 

Zusammenfassung

Dieser Artikel hat dir einen Überblick über alle wichtigen Konzepte für das Spiel nach dem Flop gegeben. Natürlich kann einer allein nicht das ganze Thema abdecken. Dafür gibt es noch weiterführende Artikel, auf die du zugreifen kannst, sobald du das PokerStrategy.com-Quiz bestanden hast.

Was du mitnehmen solltest, ist das Zusammenspiel von Potcontrol und Protection. Du willst mit einem mittelstarken Blatt nicht um große Pötte spielen. Du willst aber auch deinen Gegnern keine günstigen Gemeinschaftskarten schenken, mit denen sie dich noch überholen können.

Ebenfalls solltest du verstanden haben, dass ein Einsatz nur dann Profit bringt, wenn er entweder dein Blatt vor Draws schützt oder schlechtere gemachte Blätter mitgehen. Kannst du am River kostenlos zum Showdown kommen und dein Blatt reißt dich nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hin, dann nutz die Gelegenheit.

Generell gelten auch am Flop, am Turn und am River, die gleichen Regeln wie für das Spiel vor dem Flop:
  • Du spielst tight und bist in der Lage, marginalen Situationen aus dem Weg zu gehen.
  • Du spielst aggressiv und gestaltest das Spiel aktiv, anstatt ständig Einsätze nur mitzugehen.
  • Du spielst Position und achtest wie schon vor dem Flop darauf, nach Möglichkeit in Position auf deine Gegner zu sein.

So und das war es auch schon... fürs Erste. 

 

Kommentare (50)

#1 Binadas, 12.08.09 10:47

auch hier einige quiz komisch ;)
"Leider falsch. Die Antwort lautet: Setzen
Besonders in Position ist schieben eine einfache Möglichkeit, den Pot klein zu halten."

#2 Roe85, 13.08.09 15:50

sehr schön die neuen Artikel. ich finde die Beispiele sind sehr anschaulich geworden. Dickes Lob dafür

#3 Maverick290784, 13.08.09 23:21

Schön aufgebaut, wie #1 schon sagte: Einige Fehler in dem Quiz.

#4 Michael, 14.08.09 11:51

ja, es ist ein kreuz mit dem quiz. wird geändert. danke für den hinweis.

#5 tobiacdc, 26.08.09 11:22

Kurze Frage: In Beispiel 11, warum bin ich hier überhaupt mit 56s nach einer Erhöhung noch dabei, obwohl ich nach SHC folden müsste? Da ich noch BSS-Anfänger bin, finde ich den Widerspruch hier nicht so gelungen...

#6 cklein11, 27.08.09 15:18

da gabs preflp keine erhöhung ;)

#7 neolt1983LT, 08.09.09 15:12

schöner Artikel

#8 spekture, 02.10.09 16:26

Neben dem teil für gemachte hände ist auch din fehler zu finden. In der tabelle ist die strasse und die straight. Ausserdem werden auf meinem handy, in der gleichen tabelle nur 2 hände als monster unterstrichen. Ansonsten wird mich eure seite und meine (wird noch trainiert) geduld hoffentlich weiter bringen.

Gruß an alle

#9 spekture, 02.10.09 16:41

Ich alter klugscheisser. Der erste fehler war mein fehler ich hätte auch erkennen können, dass die straight auch ein flush ist. Ich werd auch trainieren genauer hinzusehen.

#10 dieraketejoltawans, 08.11.09 22:28

Beispiel 7 / wieso wird mit 87s preflop mitgegangen wenn es bereits ein raise gegeben hat? laut startinghandchart doch ganz eindeutig fold, oder habe ich etwas übersehen?

#11 GAMEster26, 25.01.10 21:31

@ #10 mit den suited connectors kann unter umständen auch gecallt werden, wenn nicht zu viel geraist wurde und schon mehrere leute vor dir gecallt haben. aber eigentlich schlechtes beispiel für so einen einleitungsartikel.

#12 deazrow, 04.02.10 23:05

im video bei 3.51 steht dass vier aufeinanderfolgende karten einen oesd ergeben, allerdings ist m.e. nach a-2-3-4 kein solcher, da hier keine 8 sondern nur 4 outs möglich sind zur strasse. hat auch nichts mit klugscheissen zu tun, sowas kann nen anfänger schon irritieren. und wenn dann noch mehr ungereimtheiten vorkommen...

#13 deazrow, 04.02.10 23:08

und j-q-k-a dementsprechend dann auch nicht ;-)

#14 David, 05.02.10 09:14

@12+13: Hallo deazrow, danke für deinen Hinweis. Das A stellt in der Tat einen Sonderfall dar, allerdings ist eine Änderung des Artikels oder des Videos derzeit nicht geplant :)

#15 degard, 15.02.10 21:54

zu Beispiel 8)

Wenn er hier den flush hätte, würde er dann nicht einfach callen, um auf dem river noch Geld von hero einzusammeln?

zu Beispiel 9)

"sogar ein Blatt wie 22 hat geschätzte drei Millionen Chancen gegen dein Paar Buben."
Wie kann das sein? JJ könnte von 22 doch nur durch set, quats, straight, flush, two pair, etc. geschlagen werden. Selbst unter Einbeziehung aller Farbkombinationen kommt man doch nicht auf 3. Mio., oder?

#16 David, 16.02.10 10:07

@15: Hallo degard, danke für deinen Feedback.
Zu 8): Es gibt durchaus Spieler die den Flush am Turn checkraisen würden, jedenfalls demonstriert dieser Move ziemlich viel Stärke im Multiway Pot.
Zu 9): "Drei Millionen" ist nicht wörtlich gemeint, es soll halt implizieren dass es sehr viele Karten gibt die uns in dieser Situation gefährlich werden können.

#17 Katakombenschlurf, 27.02.10 00:29

Ich habe ein Frage zu Beispiel 11:

Dürfte ich da aufgrund der Pot-Odds am Flop überhaupt noch mitgehen? Da steht's ja 3,25:1 zu 4:1. Geht's sich aufgrund der implied aus?

#18 Huckebein, 01.03.10 17:29

Ja, du hast massiv implied Odds und bist ja auch beinahe knapp an den korrekten Pot Odds dran. Deshalb ist es ein klarer Call.

#19 JuztMe, 13.03.10 12:11

auf jeden fall guter aufgebauter artikel mit schönen Beispielen.

#20 SilasMWU, 04.04.10 17:16

nochmal zu beispiel 11:

ich habe mich das selbe wie katakombenschlurf gefragt und zwar aus folgenden gründen:

ich spiele auf niedrigen limits (noch :D ) und hab die erfahrung gemacht, dass eigentlich jeder bei so einem turn auf eine bet foldet, es sei denn er hat selber einen flush...

naja und mit den 56 haben wir auch nicht grade einen super starken flush oder sehe ich da etwas falsch?

vor allem da bei 2 gegnern noch weniger ein bluff erwartet wird, wenn ich den flush getroffen habe... vielleicht liege ich ja falsch, dann klärt mich bitte auf ^^

#21 Huckebein, 06.04.10 08:39

@17, 20: Es ist meiner Erfahrung keinesfalls so, dass immer alle folden, wenn man seinen Flush trifft. Wenn ihr trotzdem gegen solche Spieler spielt, ist es sogar noch besser: bettet einfach immer einen diese Turnkarten und ihr gewinnt jeden Pot, egal ob ihr jetzt selber einen Flushdraw habt oder nicht ;)

#22 David, 06.04.10 08:44

@20: Wie in #18 erklärt haben wir beinahe korrekte Pot Odds auf den Call, plus sehr viele Implieds wenn wir den Flush treffen. Es ist allerdings sicherlich nicht ausgeschlossen dass eine unserer Gegner auch auf dem Flushdraw sitzt. Nichtdestotrotz handelt es sich hierbei um ein Beispiel aus einem Basic-Artikel in dem "passives Spiel" nur grob umrissen werden soll.

#23 SonMokuh, 26.04.10 20:03

Hab eine Frage zur Contibet, da steht:
BEISPIELE FÜR GUTE FLOPS:
A,K,8 - du setzt.
Da es hier um Bluffs geht geh ich davon aus dass man selbst kein A,K hält, also nichts getroffen hat.
Selbst bei einem Gegner kann man doch stark davon ausgehen, dass einer A oder K hält. Vor allem hat sich selbst in den niedrigen Limits meiner Erfahrung nach das Schieben am Flopp durchgesetzt, wenn man was getroffen hat, um das hohe Paar nicht gleich auffliegen zu lassen. Zwar nicht bei jedem, aber doch bei einigen.

Also erst mal Contibet zum Bluffen setzen und beim reraise folden!?

#24 egal11, 06.07.10 13:20

hi
bin neu hier und hab mir mal das ganze durchgelesen.
is wirklich gut und wahr was da steht.aber man sollte nicht vergessen,wer sich zu sehr auf theorien und mathematik stützt wird vorhersehbar.
hab selber die teure erfahrung gemacht,dass es bei höheren einsätzen viel mehr auf die eigene wahrnehmung ankommt.
wie es hier auch am rande angeschnitten wird,ist es immer davon abhängig was die gegner machen.

#25 rossaro, 22.07.10 09:00

@24... muss man den alles zerreden und bis ins kleinste aufklabustern, hier werden beispiele gezeigt und verhaltensweisen aufgezeigt, die sich bewährt haben - also erfindet nicht jeden tag das rad neu und nehmt auchmal was hin, was da steht... ohne gleich alles zu zerrupfen.. den ob ihr recht habt, steht wieder auf einem anderen papier ;-)

#26 DarkX2, 09.08.10 08:06

Warum wird hier eigentlich nicht darauf eingegangen, was vernünftige Größen für Raises sind?

#27 egal27, 09.09.10 17:45

Ich habe das gleiche Problenm wie DarkX2, was sind vernünftige Raises bzw Setzbeträge nach dem Flop?

#28 moneymanni11, 02.10.10 00:27

@26 und 27: Wie ihr schon an den Beispielhänden seht, sind die Setz- und Raisegrößen immer unterschiedlich!

Als Setzgröße würde ich ca. 2/3 bis 3/4 potsize emphelen; wenn das Board sehr drawlastig ist und ich meine Hand protecten will, dann wähle ich lieber 3/4 bis volle potsize als Setzgröße aus.

Als Raisegröße würde ich mindestens das 2,2fache wählen. Meisten erhöhe ich auf das 2,5fache bis 3fache. Ich glaube, das in diesem Artikel bei verwundbaren Händne auf etwas mehr als das 3fache geraist wurde (aus Protectiongründen). Ihr solltet auch noch etwas drauflegen wenn jemand eine Bet gecallt hat und ihr danach erhöhen wollt!

Wenn ihr Setzen oder Erhöhen wollt und hättet danach nur noch sehr wenig Geld übrig, dann geht ihr direkt All-In!

#29 bonnito, 15.02.11 09:05

Sehr viel gesagt an so früher Stelle - Gratulation!!!

Habe selbe Frage wie Kollege #23

#30 feragh, 19.03.11 06:23

Wenn aber grad ma wieder so ein lucky donk an deinem tisch sitzt den es nur 1/3 seines stacks kostet deinen raise oder dein all in zu callen dann gewinnt der honk noch mit 3 7 of! da könnste platzen

#31 EmmWee, 12.09.11 15:18

...habe ich gerade ebend durch... X(

#32 Matze90451, 26.01.12 23:51

guter Artikel :)

#33 151Rumpunch, 22.02.12 10:58

Im Beispiel 7 hätte ich Zb Schiss 9 zu setzen weil ich denken würde bei 2,5 hat er definitiv auch ein flush oder flushdraw mit höherem kicker... seht ihr das auch so ?

#34 Stahlregen, 24.02.12 20:25

Ganz ehrlich Leute... diese Artikel sind gut und schön aber wer auf untersten Limits spielt, so wie ich, und dann NUR diese top hands spielen soll, der sollte sich ne woche urlaub nehmen, sonst wird das nämlich nichts.

Dazu kommt, selbst auf den angesprochenen Limits merken die Leute, wenn man fast nur foldet und alle halbe Stunde einmal raised...

Die Tipps sind für mich realitätsfern, durch das Raisen würde man jeden Spieler aus dem Pot vertreiben.
Ich denke mir das nicht so aus, es ist genau meine Erfahrung, die ich in ca. einer Woche gemacht habe.

#35 KingLemur, 15.03.12 16:27

zu Beispiel 7:

warum ich mit 87s hoch setze wenn ich nen Flush floppe wir mir an dem Beispiel klar, warum ich Preflop damit aber 1$ calle weniger. Nach SHC wär die Hand doch ein klarer Fold?!

#36 KingLemur, 15.03.12 16:29

und die Antwort dazu grade bei #11 gelesen...

#37 fresh1976, 14.07.12 09:28

Tja, ein schöner einleitender Artikel, aber die Pokerwelt ist halt einfach komplexer als sie hier dargestellt wird. Es kann halt nicht nur Gewinner geben. Wenn sich alle an die hier vorgegebenen Regeln halten, muss trotzdem irgendjemand verlieren, nämlich die Spieler, die die meisten Fehler machen ... thats the game!

#38 Paelzabub, 10.09.12 07:35

Sehr gut erklärt :) Alles sehr ausführlich und verständlich :)

#39 FoxyCoconut, 21.09.12 20:49

Klar ist Poker komplexer als es Beispiele darstellen können (#37). Intuition spielt auch immer mit. Auch mit AA kann man gegen 2 4 verlieren. Ferner werden sich auch andere Spieler nicht an ein festes Schema halten und das Spiel variieren. Machen wir doch alle, oder?
Wie aber schon vorher von #25 geschrieben, man muß nicht alles zerreden. Gerade für Neueinsteiger sind die Seiten m. E. nach absolut hilfreich ein erstes Gefühl für Poker zu erhalten. Auch wenn ich mich nicht als Newbie sehe, kann ich sagen, daß auch für mich neue Blickwinkel dabei waren.
Ich finde es schon mal toll, dass man Kommentare hier beantwortet und Änderungen einfließen lässt. Für mich eine der besten deutschsprachigen Seiten! Kompliment!

#40 newuser2407, 27.06.13 14:21

Ich habe auch ne frage. ich spiele derzeit auf niedrigem Level (0,05/0,10) und ich kann nicht sagen das alle bei raise folden. ich erlebe immer wieder die Situation wie in folgendem Beispiel
Pocket: AKo (late) ; 2xcall vor mir ; raise auf 8BB ; alle folden einer callt ; Flop: A27 keine flush Gefahr ; Gegner raise mit 1/2 potsize ;ich reraise auf potsize. turn; B Gegner wieder 1/2 potsize , ich werde unsicher gehe trotzdem auf potsize ; river: 4 (kein flush möglich) Gegner potsize und ich call , Ergebnis: ich hab gegen 47s verloren.

so geht das ständig. wenigstens ist meine bankroll noch bei rais+/- 0 (nach Ca 20.000 Händen. mach was grundlegend falsch oder ist das nur Pech

#41 Stullenandyi, 08.08.13 20:30

@#40:
Ich bin mir zwar nicht sicher (Einsteiger), aber ich denke, dass dein Raise zu klein war. Ich hätte auf seine Bet das 3 fache geraist, ansonsten als du dir unsicher wurdest ist (wie gesagt meine Meinung als Einsteiger) Potcontrol angesagt. Vielleicht stimmts ja alles, aber wenn nicht, lass ich mich gerne belehren. Möchte ja schließlich aus meinen Fehlern lernen ;-)

#42 Aratunga, 20.09.13 10:52

a#40:
Nicht böse sein: Aber alle deine Raises laufen unter "Pi mal Daumen", aber nicht nach den Empfehlungen der Strategy-Seite (auf der wir nun mal sind): Die Preflop-Erhöhung sollte nach den Empfehlungen hier nur 6 BB betragen (Protection).
Was auf dem Flop und später mitgangen werden kann, entscheidet sich nicht nach PotSize, sondern nach PotEquity (verwandt, aber nicht gleich).
Und wenn es dir wirklich dauernd passiert, dass dir deine BigSlicks abgeklammert werden, kannst du ja PreFlop einfach mal dramatische 25 BB setzen. Immer exakt nach Fahrplan zu setzen ist gefährlich: Ein Spieler, der dich beobachtet, weiß dann exakt, welche Karte du hältst.
Es ist aber richtig, dass auf den niedrigen Levels wenig gefoldet wird und viele Spieler schlechte Karten bis zum Showdown verteidigen. Und dementsprechend häufig Niceneats finden. Auf Dauer zahlen die aber immer drauf. Wenn nach 20.000 Händen deine Bankroll bei +/- 0 steht, hast du m. E. gar nichts falsch gemacht: Die allerwenigsten starten wirklich nur mit dem geschenkten Geld bis nach ganz oben durch. Fast alle müssen irgendwann doch mal eigenes Geld einsetzen (Wer nicht mindestens dreimal Pleite war, wird auch kein Poker-Millionär).
Also: Geduld haben. Ich denke, du wirst bald gewinnen und kannst dann aufsteigen. Dann hast du es auch nicht mehr mit sovielen 47ern zu tun, die PreFlop eine Erhöhung mitgehen. Vor allem nicht bei Turnieren.
Andereseits attackieren starke Spieler den BigSlick auf andere Arten. Anna Kurnikowa ist halt nicht so stark, wie es ausschaut!

#43 83karak83, 06.04.14 00:04

auf jeden fall guter aufgebauter artikel mit schönen Beispielen.

#44 fuchs75, 18.04.14 05:04

ok

#45 xSlapMe, 30.04.14 14:16

Beispiel 11 ist meines erachtens schlecht gewählt.
Laut eurer Starting Hand Chart Spiele ich 45s bei mehreren Leuten die vorher schon ins Spiel eingestiegen sind garnicht erst weiter.

#46 Onkelz05, 10.09.14 18:47

Schön aufgebaut. Allerdings wäre das Spiel seeeeeeeehr langweilig, wenn jeder 1zu1 nach der Anleitung von euch spielen würde...

#47 sally73wuff, 18.10.15 16:09

nice.thx

#48 Ju202, 08.12.15 15:49

Frage zu Bsp 1: Ich bin BU mit KQs. Im Text heißt es dann später, ich könne ja zumindest Toppaar Asse repräsentieren!?

#49 proacesHH, 13.06.16 15:33

Danke für diesen guten Artikel. Ich werde ihn verinnerlichen und mich nach ihn richten.

#50 biene05, 23.05.17 03:33

...m