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StrategieNo-Limit

Range weithalten

Range weithalten ist ein Exploit bei dem du eine Madehand durch einen Check oder einen Call schwach aussehen lässt. Dadurch verbleiben schwache Hände in den Call- und Bet-Ranges deines Gegners auf den späteren Streets. Du hältst damit seine Range weit. Ist der Profit gegen diese schwachen Hände größer als der EV, den du mit einer direkten Bet (oder einem Raise) erzielt hättest, solltest du den Exploit "Range weithalten" spielen.



In dieser Lektion lernst du die zwei häufigsten Anwendungen dieses Exploits kennen:

  • Du checkst den Flop, um die Bluff- und Call-Ranges deines Gegners weit zu halten.
  • Du bet/callst mit einer starken Hand statt zu reraisen, um die Bet-Ranges deines Gegners weit zu halten.

Du checkst den Flop und hältst die Call- und Bet-Ranges deines Gegners weit.

Hierbei checkst du am Flop um von den schwachen Händen deines Gegners auf Turn und River mehr Geld zu gewinnen. Dies kann auf zwei Wegen geschehen:

  1. Dein Gegner trifft am Turn ein schwächeres Pair gegen das du valuebetten kannst.
  2. Dein Gegner blufft mit Händen, die er am Flop gegen eine Bet gefoldet hätte.

Du erweiterst also insgesamt die Range deines Gegners: Seine Call-Range durch die Möglichkeit eine zweitbeste Hand zu treffen und seine Bluff-Range durch deine signalisierte Schwäche.

Wähle wenig verwundbare Hände 

Du solltest für diesen Exploit nur Hände wählen, die durch weitere Turn-Karten kaum verwundbar sind, d.h. dein Gegner besitzt mit den meisten seiner schwachen Hände nur 0 bis 4 Outs gegen dich. Zum Beispiel könntest du  auf 3c checken. Auf diesem Board gibt es, bis auf das Ass, keine Turn-Karte die deine Hand verwunden kann und die meisten Hände aus der Range deines Gegners haben kaum Equity gegen deine Hand.

Je mehr Equity jede Hand in der Range deines Gegners hat, desto eher solltest du selbst betten und nicht checken.

Ein Board auf dem du betten solltest, wäre 4h6s mit einer Hand wie 6d: Jedes Spade, jede 3, jede 2, jede 7 und jede 8 entwerten deine Hand.

Beispiel für das Weithalten der Call-Range

NL25 (6max)
100BB Stacks

Preflop: Hero is Button with
3 folds, Hero raises to $0.50, 1 fold, BB calls $0.50

Flop: ($1.10) 3d (2 players)
BB checks, Hero checks

 

Du spielst gegen ein LAG der folgende Durchschnittsrange aus dem BB callt:


Call:
99-22, ATs-A6s, KJs-K8s, Q8s+, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, 54s, AJo-A7o, KJo-K8o, Q9o+, J9o+ (23%, #312)

Gegen eine Flop-Bet würde er folgende Range weiterspielen:


Call vs Bet:
99-22, AJs-A2s, K2s+, Q4s+, J7s+, T7s+, 96s+, 86s+, 75s+, 64s+, 54s, ATo-A7o, KJo-K8o, Q9o+, J9o+, T9o, 98o (31%, #412)

Gegen diese Range hast du zwar am Flop 58% Equity und kannst damit profitabel valuebetten. Am Turn kannst du jedoch nicht mehr valuebetten, da einige Hände aus der Range deines Gegners gegen eine Turn-Bet folden werden.

Checkst du stattdessen den Flop, kann einer der folgenden Fälle eintreten:

  1. Dein Gegner trifft am Turn mit einer 4,5,6,7,8,9,T oder einem Jack ein schwächeres Pair gegen das du valuebetten kannst.
  2. Dein Gegner blufft mit Air die er gegen deine Flop-Bet gefoldet hätte.

Da die Equity der meisten Hände aus der Range deines Gegners gering ist wird dein Gegner am Turn selten eine stärkere Hand als du treffen. Wesentlich häufiger wird der Fall eintreten, dass dein Gegner den Turn blufft oder ein schwaches Pair trifft gegen das du valuebetten kannst, wie in diesem Fall:

Turn: ($1.10) (2 players)
BB checks, Hero bets $0.80, BB calls $0.80

Qx oder besser und einige Air-Hände wird dein Gegner zumeist selbst betten. Daher sieht seine Range nach seinem Check folgendermaßen aus:

 

Da er die gelb markierten Hände gegen eine Bet callt, kannst du Turn und River valuebetten.

River: ($2.70) (2 players)
BB checks, Hero bets $2.00, BB calls $2.00
Villain shows:  

Die Bet-Range weithalten, indem du callst statt zu reraisen

Du hältst die Bet-Range deines Gegners weit, indem du eine starke Hand bet/callst statt zu reraisen. Du exploitest damit die Tendenz deines Gegners mehr Hände auf zukünftigen Streets zu betten als er gegen ein Reraise weiterspielt.

Du verlierst so zwar Value gegen die Hände in der Range deines Gegners, die gegen ein Reraise All-In gegangen wären und auf ungünstige Turn- oder Riverkarten noch check/folden. Allerdings gewinnst du deutlich mehr gegen die Bluffs und schwachen Draws in der Range deines Gegners, die selber betten und auf ein Raise gefoldet hätten.

Range weithalten:
Voraussetzung für diese Anwendung ist, dass dein Gegner auf zukünftigen Streets eine größere Range bettet als er gegen dein Raise weiterspielt und mehr schwache als starke Draws in seiner Range hält.

Beispiel für das Weithalten der Bet-Range.

NL25 (6max)
100BB Stacks

Hero hält
3 folds, Hero openraist am Button auf $0,5, der Big Blind callt.

Flop: ($1,10) 9s (2 Players)
BB checks, Hero bets $0,75, BB raises to $2.5, Hero call oder 3-Bet?

 

Die durchschnittliche Call-Range eines LAGs im BB sieht folgendermaßen aus:



Call:
99-22, ATs-A6s, KJs-K8s, Q8s+, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, 54s, AJo-A7o, KJo-K8o, Q9o+, J9o+ (23%, #312)
In diesem konkreten Fall, konntest du die Range deines Gegners im Big Blind erweitern. Die Gründe dafür sind:

  • Dein Gegner callt gegen Minraises mehr als gegen 3x Openraises. 
  • Dein Gegner callt gegen Openraises eines Spielers vom BU mehr. 
  • Du hast deinen Gegner bereits J7s in dieser Situation callen sehen.  

Insgesamt gibst du ihm damit die folgende Range preflop:


Modifizierte Durchschnittsrange:
99-22, AJs-A2s, KJs-K7s, Q7s+, J7s+, T7s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, 54s, ATo-A2o, KJo-K7o, Q8o+, J8o+, T8o+, 98o

Du weißt über deinen Gegner, dass er viele Flops, auch mit marginalen Händen, checkraist weil er sich viel Foldequity gegen dich gibt. Schließlich hast du am Button geopenraist und somit eine weite Range.

Checkraise-Range:
99, 33, ATs, KJs+, QJs, Q8s, J8s, J7s,T9s, 87s,7h6h,7s6s, Ah5h, As5s, Ac5c, 6h5h, 6s5s, Ah4h, As4s, Ac4c, Ah2h, As2s, Ac2c, ATo, KJo, QJo, Q8o, J8o,T9o (#107)

 

Diese Range kannst du in verschiedene Kategorien unterteilen:


Madehands:
99, 33, ATs, T9s, ATo, T9o (#18)

Starke Draws:
QJs, J8s, 87s, QJo, J8o  (#36)

Schwache Draws:
KJs+, Q8s, J7s, 7h6h, 7s6s, Ah5h, As5s, Ac5c, 6h5h, 6s5s, Ah4h, As4s, Ac4c, Ah2h, As2s, Ac2c, KJo, Q8o  (#53)

 

Nun gilt es den EV einer 3-Bet mit dem EV eines Calls gegen die einzelnen Teil-Ranges abzuschätzen.

Madehands: Hier ist der EV mit einem Call leicht schlechter als mit einer 3-Bet. Auf bestimmten - besonders ungünstigen Boardrunouts - wird dein Gegner eine Hand wie AT eventuell noch folden. Allerdings tritt dies sehr selten ein und somit ist der EV gegen die Madehands in der Ranges deines Gegners nur wenig schlechter.

Starke Draws: In diesem Fall verlierst du EV. Es ist gut möglich, dass dein Gegner mit einem starken Draw nach einem Call von dir am Turn bettet, aber am River check/fold spielt. Dein EV ist mit einer 3-Bet am Flop und anschließendem All-in ist höher. Allerdings machen die starken Draws nur 36 Kombos aus und sind somit weniger als die schwachen Draws in der Range deines Gegners.

Schwache Draws: Hier gewinnst du deutlich mehr mit einem Call gegenüber einer 3-Bet. Dein Gegner kann auf den späteren Streets noch Geld investieren oder sein Draw verbessert sich zu einer zweitbesten Hand.

Da dein Gegner mehr schwache Draws als starke Draws in seiner Range besitzt, solltest du hier die Range deines Gegners weithalten und am Flop nur callen.

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