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StrategieNo-Limit

Nach dem Flop - Niemand hat vor dem Flop erhöht

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Einleitung

In diesem Artikel
  • Spiele gemachte Hände am Flop niemals passiv
  • Du brauchst eine starke Hand für einen großen Pot
  • Der River ist nicht zum Bluffen da

Häufig passiert es, dass niemand vor dem Flop erhöht. Das nennt man einen nicht erhöhten Pot (engl.: unraised Pot). Das Spiel ist dann ein ganz anderes als das nach einer Erhöhung vor dem Flop. Niemand ist in der aggressiven Rolle und hat die Initiative an sich gerissen.

Was ist anders an diesen Flops?

In Händen, in denen niemand vor dem Flop erhöht hat, haben die Spieler meist eine größere Bandbreite an Karten und wollen z.B. mit schwächeren Blättern wie gleichfarbigen Karten billig den Flop sehen.

Der Spieler im Big Blind kann in dieser Situation sogar jede mögliche Kartenkombination halten, denn er kann vor dem Flop einfach schieben und hat keinen Grund, sein Blatt wegzulegen.

Häufiger sind in solchen Händen auch mehr Spieler aktiv. Geht einer vor dem Flop nur mit (limpt), dann fühlen sich andere ermutigt, ebenfalls mal einen günstigen Blick auf den Flop zu werfen.

Du stehst also häufig gegen mehrere Spieler, die jeweils eine breite Auswahl an Karten halten können und von denen niemand den Vorteil der Initiative hat. Der wohl wichtigste Punkt aber, warum du anders spielst, wenn es keine Erhöhung gab, ist die Größe des Pots. Gab es keine Erhöhung, ist der Pot signifikant kleiner.

BEISPIEL 1 - MIT ERHÖHUNG
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du erhöhst auf $1.5
  • BU, SB und BB steigen aus
  • UTG1 und MP1 gehen $1.25 mit
Der Pot beträgt $4.85.
BEISPIEL 2 - KEINE ERHÖHUNG
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Der Pot beträgt $1.10.

Wie du siehst, ist der Pot in Beispiel 1 mehr als viermal so groß wie der in Beispiel 2. Und auch das Verhältnis von deinem Stack zum Pot hat sich geändert. In Beispiel 1 hast du ca. das 5-fache des Pots als Chips zur Verfügung. In Beispiel 2 hast du noch etwa das 22-fache des Pots übrig.

Ganz klar, dass deine Spielweise eine andere ist. In einer Hand, in der es vor dem Flop keine Erhöhung gab, brauchst du schon einen guten Grund, um den Pot groß werden zu lassen. Du hast einen minimalen Teil deiner Chips investiert. Um nun mit einem größeren Teil deiner Chips nachzusetzen, brauchst du einen guten Grund, sprich: gute Karten.

Es gibt eine alte Regel im Poker: Never go broke in an unraised Pot. Gehe niemals pleite in einem Pot, in dem niemand erhöht hat. Das stimmt so nicht immer, aber sagt ganz deutlich, dass du eine wirklich starke Hand brauchst, um einen kleinen Pot, in den du kaum etwas investiert hast, ausufern zu lassen.

Warum das so ist und wie du welche Hände spielst, wenn es vor dem Flop keine Erhöhung gab, wird dieser Artikel klären. Er baut dabei auf die beiden Grundlagenartikel zur Mathematik des Pokerns auf. Hast du sie noch nicht gelesen, ist es besser, wenn du das machst, bevor du dich diesem Artikel zuwendest.

Gehe zum Artikel: Mathematik des Pokerns - Odds und Outs

Gehe zum Artikel: Mathematik des Pokerns - Implied Pot Odds

Doch kommen wir zurück zum Thema. Im ersten Schritt schauen wir uns an, wie so ein nicht erhöhter Pot zustande kommt, mit welchen Karten du darin vertreten bist und was du überhaupt treffen willst.

Downloads

Das Starting-Hands-Chart als PDF-Datei

Die Odds-Tabelle als PDF-Datei

Welches Blatt willst du treffen?

Jeder kommt auf zwei verschiedene Arten in einen nicht erhöhten Pot. Entweder ist er der Big Blind, zahlt also nichts und schiebt, oder er füllt aus einer beliebigen Position zum Big Blind auf und es gibt keine Erhöhung. Das nennt man Limpen. Viele Spieler tun dies aus allen möglichen Positionen, egal ob vor ihnen schon jemand in den Pot eingestiegen ist oder nicht. Auch haben sie alle möglichen Hände.

Du hingegen kommst nur mit ausgewählten Händen aus ausgewählten Positionen in diese Situation:

  • Entweder bist du der Big Blind und schiebst mit jeder Hand außer TT, JJ, QQ, KK, AA und AK, mit denen du erhöhst.
  • Du investierst freiwillig Geld aus einer der anderen Positionen. Du limpst.

Während du im Big Blind fast jedes mögliche Blatt halten kannst, limpst du nur mit Karten, die sich nach dem Flop auch gut in einem nicht erhöhten Pot spielen lassen. Das sind fast ausschließlich spekulative Hände wie kleine Paare, ein Ass mit einer kleinen Beikarte in der gleichen Farbe, gleichfarbige verbundene Karten wie 76 (suited Connectors genannt) und Bildkarten.

Wie du im Starting-Hands-Chart schon gesehen hast, wirst du in früher Position niemals limpen. Wenn du in dieser Position spielst, dann erhöhst du. Die Gründe kennst du bereits: Ohne Initiative und ohne Position zu spielen, ist eine haarige und oftmals unprofitable Angelegenheit.

Ist vor dir noch niemand eingestiegen, limpst du generell nur kleine Paare, denn mit diesen kannst du auch noch eine eventuelle Erhöhung nach dir mitgehen. Triffst du dann deinen Drilling am Flop, ist es gut. Wenn nicht, steigst du einfach aus. Mit anderen Blättern lohnt es sich hingegen nicht, zu limpen und dann eine Erhöhung mitzugehen. Dafür triffst du zu selten, um den Einsatz zu rechtfertigen.

Alle anderen genannten Hände kannst du nur dann limpen, wenn vor dir schon jemand eingestiegen ist. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dich auch jemand ausbezahlt, falls du eine gute Hand triffst.

Aber was willst du überhaupt treffen? Generell willst du Blätter in der Größenordnung von einem Drilling, einem Flush- oder einem Straightdraw treffen. In einem nicht erhöhten Pot hältst du nach starken Blättern Ausschau, mit denen du um einen großen Pot spielen kannst, eben Drilling, Flush, Straight und mit Ausnahmen auch zwei Paare.

Triffst du nichts dergleichen, kannst du dich sehr leicht von deinen Karten verabschieden. Grenzwertige Blätter wie ein Toppaar spielst du mit Vorsicht weiter. Doch dazu später mehr.

BEISPIEL 3 - KLEINES PAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP1
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB & BU - Pot: $0.85

In dieser Hand hältst du ein kleines Paar. Paare sind die einzigen Hände, mit denen du auch als Erster in eine Hand einsteigst. Der Grund wurde schon genannt: Es stört dich weniger, wenn hinter dir noch erhöht wird. Dann kannst du häufig diese Erhöhung mitgehen und schauen, ob du am Flop deinen Drilling triffst. Du weißt also am Flop ganz genau, ob du weiterspielst oder nicht.

Mit anderen Karten, die z.B. gleichfarbig sind und dir einen Flush bescheren können, ist das nicht so einfach. Erstens triffst du zu selten mit diesen Blättern und zweitens triffst du dann häufig nur einen Draw, den zu spielen, sehr teuer werden kann.

BEISPIEL 4 - SUITED CONNECTOR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 & Du gehen $0.25 mit
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): MP1, Du, BB, BU - Pot: $1.10
BEISPIEL 5- HOHE GLEICHFARBIGE KARTEN
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 steigt aus
  • UTG3 geht $0.25 mit
  • MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG3, BU - Pot: $1.35

In diesen beiden Beispielen siehst du, dass du ab der mittleren Position mit spekulativen Händen wie zwei gleichfarbigen verbundenen Karten (56s) oder zwei hohen gleichfarbigen Karten ins Spiel einsteigen kannst, wenn vor dir schon Spieler eingestiegen sind.

BEISPIEL 6 - ASS MIT KLEINER BEIKARTE IN EINER FARBE
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.10

In später Position kommen zu den schon genannten Blättern auch Asse mit kleiner gleichfarbigen Beikarte hinzu. Mit diesen Karten spekulierst du weniger auf ein Paar Asse, sondern auf einen Flush bzw. Flushdraw. Triffst du am Flop nur ein Paar Asse, kannst du sehr schnell ein Kickerproblem bekommen. Besonders im oberen Beispiel mit A2s kann ein Toppaar schnell zu einer Kopfschmerzhand werden.

Wie stark ist dein Blatt?

Die Stärke deines Blatts kannst du nicht einfach nur an deinen Karten festmachen. Du kannst nicht sagen: Ich habe eine Straße, ich geh All-In.

Wie stark dein Blatt ist, musst du immer in Relation zu verschiedenen Faktoren sehen. Dazu gehören besonders:

  • Das Blatt, das du hältst.
  • Die Anzahl deiner Gegner. Je mehr Gegner, desto stärker muss dein Blatt sein.
  • Deine Position in Hinblick auf deine Gegner. Wie viele sind in einer Setzrunde vor dir dran, wie viele nach dir? Es ist immer besser, möglichst wenige Spieler hinter sich zu haben.
  • Wie spielen deine Gegner? Gegen jemanden, der nur die absoluten Topkarten aggressiv spielt, kannst du ein Paar sofort weglegen, wenn er am Flop auf einmal Gas gibt.

Der erste Punkt in der Liste befasst sich mit der absoluten Handstärke. Die möglichen Blätter, die du am Flop halten kannst, können grob in fünf Kategorien unterteilt werden:

  • Wertlose Hände
  • Schwache Draws
  • Starke Draws
  • Mittelstarke gemachte Hände
  • Starke gemachte Hände
1. Wertlose Hände

Zu dieser Kategorie gehören alle Blätter, die weder eine nennenswerte gemachte Hand ergeben, noch eine gute Chance haben, sich zu einer solchen zu verbessern.

Entweder hast du den Flop komplett verpasst oder nur eine schwache Hand wie ein mittleres Paar. Meist wirfst du diese Blätter sofort weg, sollte jemand setzen.

BEISPIEL 7 - KOMPLETT WERTLOSES BLATT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1 steigt aus
  • UTG2 geht $0.25 mit
  • UTG3 und MP1 steigen aus
  • MP2 geht $0.25 mit
  • MP3 geht $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, UTG2, MP2, MP3, BU - Pot: $1.35

Klassisch und offensichtlich. Die Hand war vor dem Flop schlecht und ist es auch jetzt. Du hast keine Möglichkeit, etwas Verwertbares zu treffen. Einfache Aufgabe: Sollte jemand etwas setzen, steigst du aus.

BEISPIEL 8 - SEHR SCHWACHES BLATT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.10

Hier hast du zwar ein Paar, aber das ist es auch schon. Jede Zehn und jeder Bube schlagen dich. Alle Blätter, die dich noch nicht schlagen, haben viele Möglichkeiten, noch eine gute Karte zu erwischen und dich dann zu überholen.

Dir helfen hingegen nur zwei Karten weiter, die beiden verbliebenen Vieren im Kartenstapel. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon ausgeteilt wird, ist sehr gering. Deshalb lohnt sich ein Weiterspielen nicht.

BEISPIEL 9 - ETWAS POTENZIAL
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.10

Diese Hand ist kaum anders als die zuvor, doch deine Karten sind hier etwas mehr wert. Zunächst helfen dir nicht nur zwei, sondern schon fünf Karten weiter, jede Fünf und jede Sechs. Du kannst am Turn auch einen Flushdraw aufgabeln, was jedoch kaum etwas ausmacht.

Insgesamt hast du mehr Möglichkeiten, dein Blatt zu verbessern. Dennoch ist es immer noch eine schwache Hand. Nur selten lohnt es sich, damit weiterzuspielen. Im Regelfall wirfst du die Karten gegen jeden gegnerischen Einsatz weg.

2. Schwache Draws

Zu den schwachen Draws zählen alle Blätter, die keine nennenswerte gemachte Hand ergeben, aber etwas Potenzial haben, sich zu verbessern. Der Übergang zu den wertlosen Händen ist fließend, denn ein Blatt wie ein kleines Paar ist zwar einerseits eine relativ wertlose Hand, andererseits aber auch ein schwacher Draw, denn sie kann sich ja noch verbessern, wenn auch selten.

Zu dieser Kategorie gehören Gutshot-Straightdraws, Paare mit der kleinsten oder mittleren Gemeinschaftskarte, aber auch Überkarten. Auch diese Blätter wirst du selten weiterspielen können.

BEISPIEL 10 - DER GRENZFALL
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.10

Dieses Beispiel war schon bei den wertlosen Händen angegeben. Es markiert den Übergang zwischen beiden Kategorien, zwischen wertloser Hand und schwachem Draw.

Das Blatt steht an dieser Position, da ihm zwar fünf Karten weiterhelfen, jedoch nur zwei davon zu einem starken Drilling, während drei Karten aus ihm nur relativ schwache zwei Paare machen. 

Es hat zwar Chancen, manchmal kann es sogar einen Showdown gewinnen, aber insgesamt ist das Potenzial klein. Besser wäre hier schon das folgende Blatt als Draw.

BEISPIEL 11- GUTSHOT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im SB
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3, CO und BU steigen aus
  • Du gehst $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.00

In diesem Beispiel helfen dir zwar nur vier Karten weiter, jeder König, aber dann hältst du mit der Straße auch sicher das beste Blatt. Generell gibt es deinem Draw mehr Gewicht, wenn du damit zum bestmöglichen Blatt ziehst.

Bei einigen Straightdraws ist deshalb Vorsicht geboten. Ziehst du mit deinem Draw nicht zur bestmöglichen Straße, besteht immer die Möglichkeit, dass ein Gegner zu einer besseren Straße zieht. Teuer wird es dann, wenn die Karte, die dir weiterhilft, auch ihm weiterhilft.

Mit solchen Blättern solltest du sehr vorsichtig umgehen, denn sie gehören zu jenen Kopfschmerzblättern, mit denen du entweder nur einen kleinen Pot gewinnst oder einen großen verlierst.

BEISPIEL 12 - KOMPLETT WERTLOS
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, MP1, MP2 und MP3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, UTG3 - Pot: $0.85

Hier gibt dir zwar jede Acht eine Straße, leider schlägt dich dann schon jeder Bube und dich wird, sofern du vorn bist, auch selten eine schlechtere Hand ausbezahlen. Jeder Spieler sieht ja, dass jede 6 und jeder Bube die Straße machen. Hinzu kommt, dass hier ein Flushdraw möglich ist, der dich noch überholen kann.

BEISPIEL 13 - MEHRERE SCHWACHE DRAWS
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.10

Sechs Karten bringen dir ein möglicherweise gutes Toppaar, alle Pik-Karten einen Flushdraw, jede Neun oder jedes Ass einen Gutshot-Straightdraw und jeder Bube einen OESD. Insgesamt ist das kein starker Draw, aber ein paar Karten bringen dich weiter. Unter Umständen ist diese Hand für einen kleinen Einsatz noch spielbar.

3. Starke Draws

Ab dieser Kategorie wird es interessant. Während du bei den vorherigen Kategorien eher alles richtig, statt etwas falsch machst, wenn du die dort vertretenen Blätter einfach sofort am Flop aufgibst, lohnt es sich jetzt, schon genauer hinzuschauen.

Starke Draws können zwar noch nicht unmittelbar einen Showdown gewinnen, haben aber gute Chancen, sich zu einer starken Hand zu entwickeln. Dazu gehören auf jeden Fall der Flushdraw und der OESD, aber auch so genannte Combodraws, die z.B. aus einem Paar und einem Flushdraw oder sogar einem Flushdraw und einem OESD bestehen.

Starke Draws sind gute Hände, was aber nicht heißt, dass du sie unter allen Umständen weiterspielen solltest. Wie du damit umgehst, erfährst du später genauer.

BEISPIEL 14 - OESD
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, BU - Pot: $1.10

Ein klassischer starker Draw ist der OESD auf einem Flop aus drei verschiedenfarbigen Karten (Rainbow-Flop). Dir helfen ganze acht Karten weiter und das auch noch zur bestmöglichen Straße. Alles in allem ein schöner Draw.

Würdest du nicht zur bestmöglichen Straße ziehen oder wären zwei gleichfarbige Karten im Flop, die einen Flushdraw ermöglichen, müsstest du deine Karten schon wieder etwas abwerten.

BEISPIEL 15 - WERTLOSER OESD
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, BU - Pot: $1.10

In diesem Beispiel hast du zwar auch einen OESD, doch zwei Faktoren werten ihn ab:

  • Es ist ein Flushdraw möglich.
  • Du verwendest nur eine Karte und ziehst nicht zur besten Straße.

Du hältst das so genannte Idiotenende der Straße, weil du mit der Drei am unteren Ende ansetzt. Käme jetzt am Turn eine Sieben und du würdest dann mit deiner Straße ohne zu Zögern um all dein Geld spielen wollen, wäre das grob fahrlässig und eben idiotisch. Jede Acht würde dich dann schlagen.

Du hast zwar einen OESD, doch er ist in dieser Konstellation kaum etwas wert. Dein Blatt gehört in diesem Fall eher zu den wertlosen Händen.

BEISPIEL 16 - FLUSHDRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, BU - Pot: $1.10

Ein Flushdraw ist immer ein schönes Blatt, sofern du deine beiden Karten verwendest. Es sind in diesem Beispiel zwar bessere Flushdraws möglich, aber das ist weniger wahrscheinlich, weshalb du davon ausgehen kannst, tatsächlich die beste Hand zu halten, wenn am Turn eine weitere Herz-Karte erscheint.

BEISPIEL 17 - WERTLOSER FLUSHDRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, BU - Pot: $1.10

Dieses Beispiel zeigt wieder die Kehrseite der Medaille. Dieser Flushdraw ist nichts wert. Du verwendest nur eine deiner Karten. Jede Kreuz-Karte größer als Acht hat einen besseren Flushdraw. Bei drei Gegnern am Flop ist sogar wahrscheinlich, dass einer von ihnen einen besseren Flushdraw hat.

BEISPIEL 18 - PAAR IM FLOP
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 steigt aus
  • UTG2 und UTG3 gehen $0.25 mit
  • MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO, BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG2, UTG3 - Pot: $1.10

Generell ist mit Draws Vorsicht geboten, wenn die Gemeinschaftskarten ein Paar enthalten. Dadurch ist nämlich die Möglichkeit eröffnet, dass jemand entweder schon ein Full House hat oder mit einem Drilling ein Full House treffen kann.

Flushdraws und Straightdraws musst du bei gepaarten Gemeinschaftskarten und besonders bei vielen Gegnern häufig abwerten.

Was den Straightdraw im oberen Beispiel noch weiter abwertet, ist wieder, ...

  • ... dass du nicht zur bestmöglichen Straße ziehst. Eine Zehn gibt dir nicht unbedingt das beste Blatt.
  • ... dass ein Flushdraw möglich ist. Effektiv helfen dir also nur 6 Karten wirklich weiter, wobei bei diesen immer noch die Chance gegeben ist, dass sie einem Spieler, der den Drilling hält, ein Full House bescheren.

Letzten Endes gehört das Blatt eher zu den schwachen Draws und du musst sehr vorsichtig zu Werke gehen, solltest du es weiterspielen wollen.

BEISPIEL 19 - MONSTERDRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1 steigt aus
  • UTG2 geht $0.25 mit
  • UTG3 steigt aus
  • MP1 und Du gehen $0.25 mit
  • MP3 steigt aus
  • CO geht $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(6): Du, SB, BB, UTG2, MP1, CO - Pot: $1.50

Zum Abschluss noch ein Blatt, das ein wahres Monster ist. Du hast einen Flushdraw und einen OESD. Dir helfen insgesamt 15 Karten weiter. Besser geht es kaum.

4. Mittelstarke gemachte Hände

In Händen mit wenigen Mitspielern ist der Übergang von den wertlosen Blättern zu den mittelstarken Blättern das mittlere Paar.

In Pötten mit mehr Spielern findest du hier fast nur Toppaar mit gutem Kicker, also etwa einem König oder einer Dame. Selten hast du auch ein Überpaar, wenn du vor dem Flop mit einem Paar gelimpt hast.

Diese Hände sind von sich aus schon stark genug, Geld zu investieren, gegen Gegenwehr aber fast nie spielbar. Den Übergang zu den starken gemachten Händen bildet der Fall, in dem du zwei kleinere Paare hast.

BEISPIEL 20 - VERWUNDBARES TOPPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP1
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP2, MP3, CO, BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $0.85

Eine schon recht starke aber verwundbare Hand. Hier bist du zwar meist vorn, gegen Gegenwehr solltest du dennoch meist aufgeben, da du gerade in einem nicht erhöhten Pot auch durchaus von 22 oder JT (eventuell sogar T2 vom Big Blind) geschlagen seien könntest.

BEISPIEL 21 - KLEINES ÜBERPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG2, BU - Pot: $1.35

Auch ein starkes, aber in diesem Fall auch sehr verwundbares Blatt. Es gibt eine Menge Turnkarten, die dein Blatt weniger gut aussehen lassen. Neben einem Flushdraw und einem Straightdraw können deine Gegner aber auch Überkarten wie eine Dame oder einen König halten.

Und möglicherweise liegst du sogar schon am Flop hinten gegen eine fertige Straße, zwei Paare (besonders 54), einen Drilling mit 44, 55 oder 88 oder manchmal auch ein höheres Paar wie zwei Zehnen oder zwei Buben, mit denen manch einer vor dem Flop nicht erhöht.

Du kannst dich zwar zunächst noch vorne sehen, solltest aber bei Gegenwehr Abschied von der Hand nehmen, besonders bei vielen Gegnern. Wenn du nicht schon geschlagen bist, dann haben deine Gegner häufig genug noch gute Chancen, dich zu überholen.

Gegen viele Gegner, so wie hier, ist auch ein etwas stärkeres Blatt nicht mehr viel wert, bildet aber vor allem gegen wenige Gegner den Übergang zur stärksten Kategorie, den starken gemachten Händen, denen wir uns weiter unten widmen.

BEISPIEL 22 - BOTTOM-TWOPAIR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG2, BU - Pot: $1.35

Auch für diese Hand gilt das zuvor Gesagte. Zwar hältst du momentan gut möglich das beste Blatt, doch es gibt viele Karten, die dir am Turn oder River einiges Kopfzerbrechen bereiten können. Mit dieser Hand, Bottom-Twopair genannt, solltest du auf diesem Flop und insbesondere bei mehreren Gegnern vorsichtig sein.

Das Blatt ist nicht so gut, wie es auf den ersten Blick aussieht. Selbst jedes Paar Achten hat noch einige Möglichkeiten, dein Blatt zu überholen. Du liegst nicht unbedingt vorn und kannst zudem sehr leicht überholt werden.

5. Starke gemachte Hände

Die letzte Kategorie bilden die wirklich starken Hände. Es fängt an mit starken zwei Paaren und geht über Drilling, Straße, Flush bis hin zum Royal Flush, der zugegebenermaßen recht selten vorkommt.

BEISPIEL 23 - TOP-TWOPAIR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • MP3 und CO gehen $0.25 mit
  • BU und SB steigen aus
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, MP3, CO - Pot: $0.85

Gegenüber den zwei Paaren aus dem Beispiel zuvor sind zwei Paare dann besonders stark, wenn ein Paar mit der höchsten Gemeinschaftskarte und das zweite mit der zweithöchsten Gemeinschaftskarte gebildet wird. Das nennt man Top-Twopair.

In diesem Fall schlagen dich nur ein unwahrscheinlicher Drilling Könige, ein Drilling Fünfen und ein Drilling Zweien, nur drei Hände. Du hast also sehr wahrscheinlich das beste Blatt. Doch es sind einige Draws möglich. Insbesondere der mögliche Herz-Flushdraw und der OESD mit 43 gefallen dir gar nicht.

In diesem Beispiel sollte dein erstes Ziel sein, deine Hand vor diesen Draws zu schützen, indem du ihnen einen möglichst hohen und damit unprofitablen Preis für die Turnkarte vorgibst.

BEISPIEL 24 - DRILLING
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1 und UTG2 steigen aus
  • UTG3 und MP1 gehen $0.25 mit
  • MP2, MP3, CO, BU und SB steigen aus
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, UTG3, MP1 - Pot: $0.85

Ein Drilling, in diesem Fall Trips, ergibt natürlich auch ein sehr starkes Blatt. Im Moment liegst du nur gegen einen Drilling mit besserem Kicker (Bube, König, Ass) und ein Full House (zwei Damen oder Dame/Vier) hinten.

Es ist aber ein Flushdraw möglich und sollte noch eine Dame ausgeteilt werden, kannst du auch nicht sonderlich glücklich sein. Auf keinen Fall darfst du in so einer Situation, und du wirst sie häufiger erleben, trickreich werden und versuchen, einem Gegner eine Falle zu stellen. Besonders bei mehreren Gegnern ist es tödlich, hier nicht sofort Gas zu geben.

Welchen Einfluss haben deine Gegner?

Neben den Karten, die du hältst, musst du auch beachten, gegen wen du eigentlich spielst.

Dabei sind wichtig:

  • Die Anzahl der Gegner.
  • Deine Position in Hinsicht auf die Gegner.
  • Die Spielweise der Gegner.

Eine Grundregel lautet: Je mehr Gegner du hast, desto stärker muss dein Blatt sein. Hast du ein Toppaar mit mittelmäßigem Kicker, dann kann das gegen einen Spieler noch eine gute Hand sein. Gegen vier Spieler stehst du damit aber meist auf verlorenem Posten.

Es ist zudem wichtig, wie deine Position auf deine Gegner ist. Wie viele Gegner sind vor dir in einer Setzrunde an der Reihe? Wie viele sind noch nach dir an der Reihe und können zum Beispiel einen Einsatz von dir noch erhöhen?

Du hast bereits gelernt, dass in Position zu spielen, also nach seinen Gegner agieren zu können, um Welten profitabler ist, als vor den Gegnern, out of Position, agieren zu müssen. Dieses Prinzip gilt auch, wenn es vor dem Flop keine Erhöhung gegeben hat.

Mit einem grenzwertigen Blatt solltest du tendenziell schneller aussteigen, wenn du vor deinen Gegnern handeln musst, als wenn du nach ihnen handelst.

Und nicht zuletzt ist für dich von Bedeutung, wie deine Gegner spielen. Das bedeutet nicht, abgedrehte Reads auf sie zu bekommen, herauszufinden, dass sie immer ein Monster haben, wenn sie exakt 1.3 Sekunden warten, bevor sie setzen. Es geht vielmehr um ganz banale aber entscheidende Fragen wie:

  • Wie leicht gibt der Gegner sein Blatt auf, wenn du setzt?
  • Wie häufig wird er in späteren Setzrunden versuchen, dich aus der Hand zu bluffen?
  • Wenn er denn ungern am Flop aufgibt, wann gibt er denn auf?

Gegen Spieler, die leicht aus der Hand zu vertreiben sind, kannst du auch mit schwächeren Blättern Action machen. Gegen sie gewinnst du häufiger kleine Pötte.

Bei Spielern, die gerne und oft einen Einsatz mitgehen, musst du die Anforderungen an dein Blatt deutlich hochschrauben, kannst dafür aber aus deinen starken gemachten Händen weitaus mehr Profit herausholen, eben weil sie ungern aussteigen und du in mehreren Setzrunden Einsätze anbringen kannst.

BEISPIEL 25 - TOPPAAR UND GEGNER ERHÖHT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1 und UTG2 steigen aus
  • UTG3 geht $0.25 mit
  • MP1 und MP2 steigen aus
  • MP3 geht $0.25 mit
  • CO, BU und SB steigen aus
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, UTG3, MP3 - Pot: $0.85
  • Du setzt $0.55
  • UTG3 erhöht auf $2
  • MP3 steigt aus

Keine einfache Situation. Fast immer ist es am besten, in diesem Fall direkt auszusteigen.

Gehst du den Einsatz mit, gibt es viele Karten, die du am Turn nicht sehen möchtest (Ass, 8, 5, Zehn, 3, jedes Herz). Es wird für dich unheimlich schwer, noch vernünftig weiterzuspielen.

Selbst zu erhöhen wäre hier völlig überzogen. Dein Blatt ist dafür nicht stark genug. Du kannst auch gut möglich schon geschlagen sein. Deswegen bleibt nur, dass du die Karten weglegst.

Wie spielst du am Flop?

Nachdem du nun mit den Grundlagen vertraut bist und weißt, worauf du achten musst, wird es etwas konkreter. Was sollst du denn genau mit welcher Hand auf welchem Flop gegen welche Gegner machen?

Hierfür hast du am Anfang die Kategorien kennen gelernt. Diese werden wir nun als grobe Richtlinie verwenden. Allgemein gilt auch Folgendes: Spiele am Flop niemals passiv mit einer gemachten Hand. Stell deinen Gegnern keine Falle, gehe nicht einen Einsatz mit einer mittelmäßigen gemachten Hand mit. Spiele einfach geradeaus.

Die einzige Ausnahme ist die, wenn der Small Blind setzt. Setzt er jedoch nicht und du hast eine gemachte Hand, dann gibt es nur die Möglichkeiten, selbst zu setzen oder aufzugeben.

Du willst nicht etwa schieben und dann einen Einsatz mitgehen. Du hast dann überhaupt keine Ahnung, wo du mit deinem Blatt stehst und kannst auch nur schwer die Kontrolle über die Hand und die Potgröße erlangen.

Hast du am Flop eine gemachte Hand, dann setzt du oder du gibst auf.

Da in nicht erhöhten Pötten nicht allzu viel geblufft wird, gibt es mit gemachten Händen nämlich nur zwei Möglichkeiten:

  • Du bist vorn. Dann solltest du deine Hand schützen und Geld von schlechteren Händen mitnehmen.
  • Du bist hinten. Dann solltest du aufgeben, da deine Chancen, noch zu gewinnen, nicht gut sind.
Wertlose Hände

Mit allen Händen der Kategorie 1 kannst du getrost direkt aufgeben. Aufgeben bedeutet hier, einfach zu schieben und gegen jeden Einsatz auszusteigen. Die Hand ist es schlicht nicht wert, auch nur einen einzigen Big Blind zu investieren.

BEISPIEL 26- KLEINES PAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 steigt aus
  • UTG3 geht $0.25 mit
  • MP1, MP2 und MP3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, UTG3 - Pot: $1.10
  • BB setzt $0.5
  • UTG geht $0.5 mit
  • Du steigst aus

In diesem Beispiel hast du gerade zwei Karten, die dir weiterhelfen. Dein Blatt ist wertlos und es wäre pure Geldverschwendung, noch weiteres Geld in sie zu investieren. Du steigst ganz einfach aus.

BEISPIEL 27 - MITTLERES PAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1, MP2 und MP3 steigen aus
  • CO geht $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • SB geht $0.15 mit
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, SB, UTG1, UTG2, CO - Pot: $1.25
  • SB und Du schieben
  • UTG1 setzt $1
  • UTG2 geht $1 mit
  • CO, SB und Du steigen aus

In diesem Beispiel ist dein Blatt etwas stärker als zuvor. Du hast ein Paar mit der mittleren Gemeinschaftskarte und es gibt vllt. 4 Karten, die dein Blatt verbessern. Allerdings sind auch Flushdraws und Straightdraws auf diesem Flop möglich und natürlich Toppaare mit dem Ass, denn immerhin spielen besonders schlechtere Gegner gerne alle möglichen Startkarten, wenn sie nur ein Ass enthalten.

In dieser Konstellation stehst du bei insgesamt vier Gegnern am Flop sehr wahrscheinlich auf verlorenem Posten. Dein Blatt gehört in diesem Fall zur Kategorie 1, zu den wertlosen Händen. Es sind zu viele Draws möglich, es sind zu viele Gegner, es sind einige bessere Blätter möglich und du hast auch kaum Entwicklungspotenzial zu einem wirklich starken Blatt.

Schwache Draws

Hättest du im Beispiel zuvor wenigstens einen Gutshot-Straightdraw und die Aussicht auf eine Straße, könntest du zumindest einen minimalen Einsatz mitgehen. Den Einsatz von $1 könntest du aber auf keinen Fall bezahlen.

Anders sieht die Sache schon aus, wenn du nur einen oder zwei Gegner hast. Hast du Position auf sie und beide schieben, dann kannst du auch einmal etwas setzen, sofern beide auch einmal ihre Karten weglegen können. Ein Einsatz in Höhe von 2/3 des Pots ist angemessen.

Das ist eine Art Bluff, aber kein kompletter Bluff. Hast du momentan keine besonders starke gemachte Hand, aber Chancen, dein Blatt zu einer solchen zu verbessern, und du setzt dann, nennt man das einen Semibluff.

Ein Semibluff ist dann sinnvoll, wenn ...

  • ... du dein Blatt zu einer starken gemachten Hand ausbauen kannst.
  • ... du deine Gegner mit einem Einsatz auch oft direkt zur Aufgabe zwingen kannst.

Du gewinnst also ab und zu direkt, weil deine Gegner aussteigen, und du gewinnst ab und zu, wenn du dein Blatt verbessern kannst. Erst beides zusammen macht einen Semibluff profitabel. Kannst du keine starke gemachte Hand treffen oder sind deine Gegner nicht gerade von der Sorte, die leicht aufgibt, dann ist ein Semibluff sinnlos.

Geht jemand den Einsatz mit und du verbesserst dein Blatt am Turn nicht, dann schiebst du. Noch einmal zu bluffen, ist selten profitabel, und trotz allem ist ein Semibluff immer noch ein Bluff.

BEISPIEL 28 - GUTSHOT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im SB
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3, CO und BU steigen aus
  • Du gehst $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.00
  • BB, Du und UTG1 schieben
  • MP1 setzt $0.25
  • Du und BB gehen $0.25 mit
  • UTG1 steigt aus

Hier helfen dir vier Karten auf die wirklich bestmögliche Hand. Einen minimalen Einsatz eines Spielers mit vollem Stack kannst du mitgehen. Setzt er mehr, steigst du aus. Gegen drei Gegner solltest du auch nicht mehr am Flop als Semibluff setzen. Dafür gewinnst du zu selten, wenn jemand mitgeht und bei drei Gegnern ist die Wahrscheinlichkeit dafür zu hoch.

BEISPIEL 29- GUTSHOT
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • MP3 geht $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, MP3, BU - Pot: $0.85
  • Du setzt $0.55
  • MP3 und BU steigen aus

Hier hast du nur zwei Gegner und kannst auch mit deinem schwachen Straightdraw einmal semibluffen. Geht jemand mit und du triffst den Turn nicht, gibst du auf.

Starke Draws

Hände der Kategorie drei, also starke Draws, solltest du am Flop meist nicht aufgeben, außer bei großer Gegneraction. Im Regelfall hast du hier eine Gewinnchance von 30%. Die Frage ist nur, wie du am besten spielst.

Sehr starke Draws wie einen Flushdraw auf den höchstmöglichen Flush, z.B. A2 auf einem 59T-Flop oder auch auf den zweithöchsten Flush solltest du immer anspielen, wenn die Gegner vor dir schieben. Ein Einsatz von 2/3 bis in voller Höhe des Pots ist am besten.

Zu den sehr starken Draws gehören auch Combodraws wie ein Flushdraw plus einem Straightdraw oder ein Flushdraw plus einem Paar, ebenso ein OESD plus einem Paar oder auch ein OESD mit zwei Überkarten, z.B. QJ auf einem 29T-Flop.

Wird vor dir gesetzt, solltest du mit solchen Draws jedoch nur mitgehen, sofern dein Gegner noch genügend Geld hat, um dich später auszubezahlen (implied Pot Odds) oder du direkt den richtigen Preis am Flop bekommst (Pot Odds). Für welchen Preis du mit einem Draw einen Einsatz profitabel mitgehen kannst, erfährst du in den beiden Artikeln zur Mathematik des Pokerns:

Gehe zum Artikel: Mathematik des Pokerns - Odds und Outs

Gehe zum Artikel: Mathematik des Pokerns - Implied Pot Odds

Mit einem Draw, auch wenn er stark ist, einen Einsatz zu erhöhen, ist völlig übertrieben in einer Hand, in der es vor dem Flop keine Erhöhung gab. Du bringst damit nur andere Draws zur Aufgabe, die dir später noch weiteres Geld geben könnten, und du setzt dich zudem der Gefahr aus, dass dein Gegner erneut erhöht.

Hast du einen schwächeren Draw wie einen kleinen Flushdraw oder einen Straightdraw auf einem ungünstigen Board und spielst gegen mehr als zwei Gegner, bietet es sich häufig an, nur zu schieben und zu schauen, ob jemand setzt und welchen Preis er dir vorgibt. Dann kannst du nach dem Pot-Odds-Prinzip schauen, ob du diesen Preis bezahlen kannst oder nicht.

BEISPIEL 30 - OESD
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP2
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, BU - Pot: $1.10
  • BB und UTG1 schieben
  • Du setzt $0.75
  • BU steigt aus
  • BB und UTG1 gehen $0.75 mit

Du hast zwar nun drei Gegner, aber auch einen um einiges stärkeren Draw. Diesen kannst du mit acht Outs auf die beste Hand auch gegen so viele Gegner semibluffen.

Selbst wenn es wie hier nicht gelingt, gewinnst du den Pot doppelt so oft wie mit einem schwächeren Straightdraw. Das rechtfertigt einen Einsatz auch gegen mehrere Gegner. Wärst du in dem Beispiel der Big Blind und nicht der MP2, so hättest du alternativ auch schieben können.

BEISPIEL 31- STARKER DRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, SB, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.25
  • SB, BB, UTG1 und MP1 schieben
  • Du setzt $1.1
  • SB und BB steigen aus
  • UTG1 geht $1.1 mit
  • MP1 steigt aus

In diesem Beispiel hast du einen starken Flushdraw und zusätzlich noch Überkarten (König und Bube), die deinen Draw noch etwas besser machen. Normalerweise solltest du gegen vier Gegner einen Semibluff unterlassen. Du wirst selten alle zur Aufgabe zwingen.

Doch in dieser speziellen Situation kannst du dennoch setzen. Wesentlicher Grund dafür ist, dass du in Position bist, also alle deine Gegner vor dir agieren müssen. Hinzu kommt, dass dir viele Karten am Turn oder River weiterhelfen. Geht jemand deinen Einsatz mit, wirst du dennoch häufig eine gute Karte treffen und die Hand für dich entscheiden können.

Einzig schlecht für deine Hand wäre eine Erhöhung seitens eines Mitspielers. Das ist aber auch sehr unwahrscheinlich, da jeder Spieler schon geschoben hat.

BEISPIEL 32- FLUSHDRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im SB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • MP3 und CO gehen $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • Du gehst $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, MP3, CO - Pot: $1.00
  • Du setzt $0.8
  • BB erhöht auf $2
  • UTG1 und MP1 steigen aus

Beim Thema Draws gehört natürlich noch ein kurzer Ausflug ins Thema Odds und Outs. Hier ist die Frage, ob du mitgehen kannst oder nicht. Hast du die Artikel zum Thema Pot Odds und implied Pot Odds schon gelesen, stellt das sicher kein Problem für dich dar.

Der Pot beträgt nach der Erhöhung $3.80. Du musst $1.20 zahlen. Damit hast du Pot Odds von $3.80:$1.20, also etwa 3:1. An sich müsstest du aussteigen, denn du brauchst Pot Odds von mindestens 4:1, um die Turnkarte zu sehen, wenn du am Flop mit einem Flushdraw profitabel einen Einsatz mitgehen willst. 

Doch du hast auch implied Pot Odds. Das heißt, dass du dir etwas bessere Pot Odds geben kannst, weil dein Gegner ja nicht auf jeden Fall sofort aufgeben wird, wenn dein Flush am Turn ankommt. Eine andere Möglichkeit ist die, dass dein Gegner am Turn nicht mehr setzt, wenn du mitgehst, und du kannst dann auch noch die Riverkarte sehen - zwei Karten zum Preis von einer.

Nimm an, du machst am Turn deinen Flush. Wie viel Geld musst du dann noch von deinem Gegner gewinnen, dass es korrekt war, am Flop die Erhöhung mitzugehen? Die Lösung ist simpel.

Du brauchst normalerweise Pot Odds von 4:1, um profitabel mitgehen zu können. Der für dich zu bringende Einsatz beträgt $1.20. Der Pot müsste also 4 * $1.20 = $4.80 groß sein.

Der Pot ist aber nur $3.80 groß. Die Differenz liegt gerade einmal bei $1.00. Diesen Betrag musst du noch herausholen und es ist wohl anzunehmen, dass dein Gegner diesen einen Dollar noch bezahlen wird, selbst wenn du deinen Flush machst. Immerhin hat er deinen Einsatz am Flop erhöht und das bei drei Gegnern. Damit hat er oft ein starkes Blatt, das er nur ungern weglegen wird.

Mittelstarke gemachte Hände

Mittelstarke gemachte Hände spielst du zwar vorsichtig, gibst aber am Flop nicht unter allen Umständen auf, denn besonders bei wenigen Spielern hast du häufig das beste Blatt.

Wenn vor dir alle schieben, solltest du immer setzen. Wird nach dir erhöht, steigst du aus, egal wie groß oder klein die Erhöhung ist.

Wie am Anfang erklärt, brauchst du in einem nicht erhöhten Pot eine deutlich stärkere Hand. Ein einfaches Toppaar reicht nicht aus, um gegen eine Erhöhung weiterzuspielen.

Setzt vor dir jemand etwas, dann erhöhst du, sofern du nicht zu viele Gegner hast. Damit findest du raus, wo du stehst. Gibt es eine weitere Erhöhung, steigst du aus. Geht jemand mit, musst du am Turn je nach Karte und Gegner neu entscheiden.

Sind am Flop keine nennenswerten Draws möglich und es setzt jemand, dann kannst du bei drei oder weniger Gegnern auch einmal den Einsatz nur mitgehen und am Turn weitersehen. Das sollte aber nicht zur Gewohnheit werden.

BEISPIEL 33 - TOPPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP1
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3 und MP1 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP2, MP3, CO, BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $0.85
  • BB setzt $0.5
  • UTG1 geht $0.5 mit
  • Du erhöhst auf $2.25
  • BB erhöht auf $7.3
  • UTG1 und Du steigen aus

In dieser Situation ist dein Toppaar eine gute, aber doch nur mittelstarke gemachte Hand. Besonders weil viele Draws möglich sind, solltest du einen Einsatz vor dir unbedingt erhöhen. Du musst deine Karten schützen und dazu eine bessere Idee davon kriegen, wie stark die Blätter deiner Gegner sind.

In der gezeigten Beispielhand erhöht der Spieler im Big Blind aber ein weiteres Mal. Das ist für dich das sichere Zeichen, dass du geschlagen bist. Du steigst deshalb ohne Zögern aus.

BEISPIEL 34 - MITTLERES PAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, BU - Pot: $0.75
  • SB schiebt
  • Du setzt $0.6
  • BU geht $0.6 mit
  • SB steigt aus

Wie schon festgestellt eine grenzwertige Hand. Da du hier allerdings nur zwei Gegner hast und es sich nur um den Small Blind und den Button handelt, die hier vorm Flop wahrscheinlich keine starke Hand hatten, da sie sonst erhöht hätten, kannst du einmal setzen. Nach dem Call vom Button musst du am Turn neu entscheiden, wie es weitergeht.

Starke gemachte Hände

Starke gemachte Hände spielen sich am Flop sehr einfach. Nur in Ausnahmefällen kannst du sie noch aufgeben, wenn du guten Gewissens davon ausgehen kannst, geschlagen zu sein.

Meistens gibst du mit diesen Blättern einfach Gas. Der Pot ist klein, dein Blatt ist stark. Grund genug, um einen großen Pot aufzubauen. Das erreichst du nur auf eine Weise: Du setzt bzw. erhöhst.

Generell solltest du mit starken gemachten Händen am Flop immer aggressiv spielen und versuchen, so viel Geld wie möglich in den Pot zu bekommen. Wenn du setzt, dann in Höhe von 2/3 des Pots bis in Höhe des ganzen Pots.

Wenn du einen gegnerischen Einsatz erhöhst, dann richtet sich die Größe deiner Erhöhung nach folgender Formel:

Erhöhung = Pot (inkl. aller Einsätze) + 2 * gegnerischer Einsatz.

BEISPIEL 35
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP1
  • UTG1, UTG2, UTG3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, SB, BB, BU - Pot: $1.00
  • SB schiebt
  • BB setzt $0.7
  • Du erhöhst auf $3.1
  • BU, SB und BB steigen aus

Nicht schön, dass alle aussteigen. Aber immer noch besser als ein Gegner, der später einen Draw trifft. Es gibt in diesem Beispiel sehr viele Draws und du musst deine Hand schützen.

Vor dem Flop war $1 im Pot. Dein Gegner setzt $0.7 und der Pot wächst damit auf $1.7.

Deine Erhöhung ist also $1.7 + 2 * $0.7 = $3.1

Wäre das Board weniger gefährlich und würde keine starken Flush- und Straightdraws ermöglichen, könntest du auch weniger erhöhen.

BEISPIEL 36
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, BB, UTG1, MP1 - Pot: $1.10
  • BB setzt $0.5
  • UTG1 erhöht auf $1.5
  • MP1 steigt aus
  • Du erhöhst auf $6

Trotz der vielen Action bist du mit deinem Flush meistens vorn. Allerdings möchtest du auf keinen Fall ein viertes Karo, aber auch kein Ass, keine Zehn oder Neun am Turn sehen. Du musst deine Hand schützen und in diesem Fall so viel Geld wie möglich in die Mitte des Tisches bringen, wenn du mit hoher Wahrscheinlichkeit die besten Karten hältst.

Wie spielst du am Turn?

Am Turn wird das Spiel neu eröffnet. Generell kann man zwischen zwei Situationen unterscheiden.

  • Jemand hat am Flop etwas gesetzt.
  • Am Flop hat keiner etwas gesetzt.

Hat am Flop niemand etwas gesetzt, dann spielt sich die Hand fast wie am Flop. Hast du am Flop keine spielbare gemachte Hand gehabt und verbesserst dich nun, indem du z.B. ein Toppaar triffst, dann setzt du. Hat sie sich nicht verbessert, steigst du auf einen Einsatz aus. Triffst du einen Draw, kannst du einen Einsatz noch mitgehen, wenn du die richtigen Pot Odds erhältst, z.B. 11:1 für einen Gutshot-Straightdraw, 4:1 für einen Flushdraw und 5:1 für einen OESD. Und du kannst auch nur dann mitgehen, wenn sicher ist, dass hinter dir niemand erhöht.

Hat am Flop jemand gesetzt und du bist den Einsatz mitgegangen, hast du entweder eine mittelstarke gemachte Hand gegen wenige Gegner oder einen Draw. Zuerst die gemachte Hand.

Hast du am Turn mehr als einen Gegner und einer von ihnen setzt, dann solltest du mit jeder mittelstarken gemachten Hand aussteigen. Mit einem Draw kannst du mitgehen, wenn du die richtigen Pot Odds erhältst und du dir sicher bist, dass hinter dir kein Spieler erhöhen wird.

Konntest du dein Blatt verbessern und z.B. zwei Paare treffen, musst du anhand der Gemeinschaftskarten und der Spielweise deiner Gegner abschätzen, ob du damit mit hoher Wahrscheinlichkeit die beste Hand hältst. Zwei Paare sind bei vier Herz-Karten auf dem Tisch sehr wahrscheinlich nicht die beste Hand. Kannst du dir sicher sein, das beste Blatt zu halten, dann ist ein Einsatz bzw. eine Erhöhung deinerseits angebracht.

Draws
BEISPIEL 37- FLUSHDRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, SB, BB, MP1 - Pot: $1.00
  • SB, BB und MP1 schieben
  • Du setzt $0.8
  • SB geht $0.8 mit
  • BB und MP1 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, SB - Pot: $2.60
  • SB schiebt
  • Du setzt $2

In diesem Beispiel hast du am Turn Position auf deinen Gegner. Du kannst dir erst anschauen was er macht. Er schiebt. Du hast deinen Draw am Flop aggressiv gespielt, am Turn aber leider keinen Flush getroffen.

Dir stehen zwei Möglichkeiten offen:

  • Du schiebst - Man sagt auch: Du nimmst dir eine Freecard. Du hältst den Pot klein und siehst sozusagen zwei Gemeinschaftskarten für den Einsatz, den du am Flop gebracht hast.

  • Du setzt - Ist dein Gegner jemand, der öfter einmal aufgeben kann, dann ist ein Einsatz sinnvoll. Du semibluffst erneut und hast damit die Gewinnchancen, dass dein Gegner entweder aussteigt, oder dass du am River deinen Flush machst. Sollte dein Gegner doch mitgehen und du triffst deinen Flush nicht, solltest du am River einfach aufgeben. Erhöht er sogar, steigst du sofort am Turn aus. Da ist kein Blumentopf mehr für dich zu gewinnen.

BEISPIEL 38 - FLUSHDRAW
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, SB, BB, MP1 - Pot: $1.00
  • SB, BB und MP1 schieben
  • Du setzt $0.8
  • SB und BB gehen $0.8 mit
  • MP1 steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, SB, BB - Pot: $3.40
  • SB, BB und Du schieben

Die gleiche Situation wie im Beispiel zuvor, nur dieses Mal hast du am Turn zwei Gegner. Dann bist du immer gut beraten, wenn du keinen weiteren Einsatz mit deinem Draw setzt. Du schiebst und schaust, ob ein Gegner setzt.

Dann schaust du dir die Höhe des Einsatzes an, berechnest schnell deine Pot Odds und, je nachdem, was sie sagen, gehst du mit oder steigst aus.

Etwas anders sieht die Situation aus, wenn du im Beispiel eine gemachte Hand hältst, mit der du schon am Flop gesetzt hast. Dann musst du erneut einschätzen, ob du guten Gewissens davon ausgehen kannst, vorn zu liegen. Wie viele Draws sind möglich? Welche besseren Hände sind möglich? Kann die Turnkarte einem Gegner geholfen haben? Wie viele Gegner hast du und wie spielen sie?

Mit einer starken gemachten Hand und häufig auch mit schwächeren Überpaaren und Toppaaren setzt du erneut. Das tust du aber nicht, wenn ein Draw ankommt oder wenn du ein Toppaar hältst und es kommt eine höhere Karte. Nur bei einem Gegner kannst du selbst dann evtl. noch einmal setzen, aber nicht bei mehreren. Je mehr Gegner du hast, desto besser und solider muss dein Blatt sein.

Wird dein Einsatz erhöht, gibst du auf, außer du hältst eine starke gemachte Hand. Damit schiebst du dein Geld in die Mitte.

BEISPIEL 39 - SCHWACHES ÜBERPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG2, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und UTG2 schieben
  • Du setzt $1.1
  • BU geht $1.1 mit
  • BB, UTG1 und UTG2 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $3.55
  • Du setzt $2.75
  • BU steigt aus

Die Turnkarte in der gezeigten Hand gefällt dir. Wenn sich eine der kleineren Flopkarten am Turn paart, ist das meist gut für dein Paar. Hast du dich am Flop vorne gesehen, kannst du es auch angesichts dieser Turnkarte.

Es sind auch viele Draws möglich. Du musst deine Hand schützen und willst Geld aus den Draws deines Gegners ziehen. Es führt kein Weg an einem Einsatz vorbei. Erhöht der Gegner, steigst du ohne Umschweife aus. Diese Spielweise ist zu selten ein Bluff und du schlägst mit deinem Blatt auch fast nur noch Bluffs.

BEISPIEL 40 - SCHWACHES ÜBERPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG2, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und UTG2 schieben
  • Du setzt $1.1
  • BU und BB gehen $1.1 mit
  • UTG1 und UTG2 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, BB, BU - Pot: $4.65
  • BB und Du schieben
  • BU setzt $3
  • BB geht $3 mit
  • Du steigst aus

Bei dieser Turnkarte und sogar gegen zwei Gegner solltest du aufgeben. Es kommt der Flushdraw an, der OESD mit 32, ein Gegner könnte ein Ass halten. Die Situation ist unprofitabel. Du gibst hier unter allen Umständen auf.

Deine Hand war am Flop schon mittelstark, du hast zwei Gegner und die Turnkarte ist noch die schlimmstmögliche Karte, die kommen konnte.

Mittelstarke gemachte Hände

Hältst du weiterhin nur eine mittelstarke Hand und hast aber nur einen Gegner, dann ist wieder eine Einschätzung der Spielweise deines Gegners gefragt. Du kannst aussteigen, aber auch einen Einsatz mitgehen, wenn du ihn so einschätzt, dass er häufig eine schlechtere Hand hat und auch am River keine großen Bluffs mehr startet. Am Turn mitzugehen, um dann am River auszusteigen, ist ein Spiel, das nicht unbedingt zur Gewohnheit werden sollte.

Setzt dein Gegner nicht, liegt es in deinem Ermessen, ob du setzt oder auch schiebst. In diesem Fall stehen dir zwei Standardspielzüge zur Verfügung:

  • Du schiebst und gehst einen Einsatz am River mit (check behind Turn, call River).

    Die Vorteile von dieser Spielweise sind:

    • Du hältst den Pot am Turn klein.
    • Du animierst deinen Gegner zu einem Bluff am River.

    Die Nachteile sind:

    • Du schützt deine Hand nicht.
    • Du versäumst, Geld aus gegnerischen Draws herauszuholen.

    Diese Spielweise ist vor allen Dingen gegen aggressive Gegner bei weniger drawlastigen Gemeinschaftskarten sinnvoll. Du musst deine Karten dann weniger schützen und dein Gegner ist aggressiv genug, um am River zu bluffen.

    Für den Fall, dass du am Turn schiebst und dein Gegner nicht setzt, stehst du wieder vor der Frage, ob du noch sinnvoll setzen kannst. Gibt es genug schlechtere Hände, die deinen Einsatz mitgehen könnten? Gibt es bessere Hände, die aufgeben könnten? Wie viele bessere Hände sind möglich, die dich schlagen? Im Regelfall solltest du einfach nichts setzen und dir den Showdown anschauen.

    Setzt du doch, dann musst du aber auch so konsequent sein, auf jede Erhöhung deines Gegners hin auszusteigen. Wird dein Einsatz erhöht, steigst du aus.

  • Du setzt und schiebst am River (bet Turn, check behind River)

    Die Vorteile dieser Spielweise sind:

    • Du schützt deine Hand.
    • Du holst Geld aus gegnerischen Draws heraus.
    • Du kannst manchmal sogar bessere Hände rausbluffen.
    • Du bestimmst den Preis, für den du den Showdown siehst.

    Besonders der letzte Punkt ist interessant. Indem du die Größe des Einsatzes bestimmst, liegt es auch in deiner Macht, den Preis zu bestimmen, für den du den Showdown siehst.

    Nimm an, der Pot beträgt $10 und dein Gegner schiebt. Schiebst du ebenfalls, kann es passieren, dass dein Gegner am River $10 setzt. Das kann ein Bluff sein, muss aber nicht. Wenn du aber am Turn $6 setzt, ist es wahrscheinlich, dass du für diese $6 auch zum Showdown kommen kannst. Du hast damit $4 gespart, siehst den Showdown und hast zudem noch Geld aus einem möglichen Draw herausgeholt.

    Die Nachteile sind:

    • Du setzt dich der Gefahr eines so genannten Checkraises aus (der Gegner schiebt, du setzt, er erhöht).
    • Du nimmst deinem Gegner die Möglichkeit, am River mit einer schlechteren Hand zu bluffen.

    Diese Spielweise ist gegen einen Großteil der eher passiveren Spieler auf den unteren Limits sinnvoll, wenn die Gemeinschaftskarten Draws oder sinnvolle schlechtere Hände als deine zulassen. Kann dein Gegner mit guter Wahrscheinlichkeit einen Draw oder ein schlechteres Blatt als deines halten, dann solltest du am Turn setzen und am River je nach Karte den Showdown ohne einen weiteren Einsatz ansehen.

    Unter Umständen kannst du sogar am River noch einmal setzen, wenn die schon genannten Voraussetzungen für einen Einsatz erfüllt sind.

    Erhöht dein Gegner am Turn, bist du auf jeden Fall draußen. Selbst wenn er blufft, was auf diese Weise selten vorkommt, ist der Preis zu teuer, um das herauszufinden.

BEISPIEL 41 - MITTLERES PAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, BU - Pot: $0.75
  • SB schiebt
  • Du setzt $0.6
  • BU geht $0.6 mit
  • SB steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $1.95
  • Du setzt $1.5
  • BU steigt aus

Es sind starke Draws möglich, du hast nur einen Gegner und die Turnkarte hat ihm sehr wahrscheinlich nicht geholfen. Deshalb ergibt ein Einsatz Sinn. Du musst nicht immer setzen, aber es gibt Gründe dafür.

Bei zwei Gegnern oder einer schlechteren Turnkarte wie Neun, Bube, Dame oder eine Karo-Karte, wäre die Sache für dich gelaufen. Auf lange Sicht ist es nicht profitabel, noch weiteres Geld zu investieren.

BEISPIEL 42 - SCHWACHES TOPPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2 und MP3 steigen aus
  • CO geht $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • SB geht $0.15 mit
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, CO - Pot: $0.75
  • SB setzt $0.5
  • Du und CO gehen $0.5 mit
Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, SB, CO - Pot: $2.25
  • SB setzt $1.5
  • Du steigst aus

Dieses Beispiel zeigt einen typischen Fehler, den viele Spieler auf den unteren Limits begehen. Du bist zwischen zwei Spielern eingeklemmt. Der Flop bringt ein Paar Achten und du hast ein Toppaar Neunen getroffen, das dazu mit mittelstarkem Kicker, nämlich der Dame.

Der Spieler vor dir setzt. Du gehst mit, was durchaus vertretbar ist. Es sind nicht viele Draws möglich. Er kann eine Acht haben, eine Neun, er kann bluffen oder vielleicht auch ein Paar auf der Hand halten, vielleicht ein Paar Zehnen, vielleicht ein Paar Fünfen.

Der Spieler hinter dir geht ebenfalls mit und jetzt sollte dir klar sein, dass du kein Geld mehr investierst, wenn du dein Blatt nicht verbesserst.

Am Turn, der wohl niemandem geholfen hat, setzt der Spieler in Small Blind erneut, obwohl zwei Spieler am Flop mitgegangen sind. Selbst wenn er dein mittelprächtiges Toppaar Neunen nicht schlägt, dann vielleicht der Spieler hinter dir. Gehst du mit, kann er noch erhöhen.

Du kannst nur sehr unkomfortabel weiterspielen. Besonders der Spieler hinter dir macht die Sache ungemütlich. Du wirst nie wissen, wo du stehst. Es wird eine Ratespiel und was du im Poker nicht haben willst, ist raten zu müssen.

Insgesamt ist die Situation als viel zu gefährlich und marginal, als dass du am Turn noch mitgehen könntest.

Starke gemachte Hände

Hättest du im Beispiel hingegen eine starke gemachte Hand, einen Flush, eine Straße, einen Drilling oder zwei Paare, würdest du erneut setzen. Erhöht dann jemand, musst du zwei Paare leider weglegen. Auch die Straße ist meist nichts mehr wert. Einzig den Drilling kannst du weiterspielen, da du noch Chancen auf ein Full House hast und evtl. doch noch vorne liegen könntest. Das aber auch nicht bei allen Gemeinschaftskarten. Bist du ganz offensichtlich geschlagen, kannst du auch einen Drilling bedenkenlos weglegen.

Wäre die Turnkarte ungefährlich und es käme nicht der Flush oder eine offensichtliche Straße an, dann spielst du mit einer starken gemachten Hand auch am Turn weiter auf All-In und versuchst, so viel Geld wie möglich in die Mitte des Pokertischs zu bekommen.

BEISPIEL 43 - FLUSH AM TURN
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im SB
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 steigt aus
  • MP3 und CO gehen $0.25 mit
  • BU steigt aus
  • Du gehst $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, MP1, MP3, CO - Pot: $1.25
  • Du und BB schieben
  • MP1 setzt $1
  • MP3 geht $1 mit
  • CO steigt aus
  • Du gehst $1 mit
  • BB steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, MP1, MP3 - Pot: $4.25
  • Du setzt $3
  • MP1 erhöht auf $6

Hier hast du dich am Flop aufgrund der Menge der Gegner nur für eine passive Spielweise entschieden. Aufgrund des Geldes, das MP1 und du noch haben, kannst du den Einsatz locker mitgehen. Am Turn triffst du deinen Draw.

Nun solltest du selbst aktiv werden. Würdest du schieben, würden deine Gegner aus Angst vor dem Flush nur selten etwas setzen. Aber gerade auf den kleineren Limits gehen sie oft noch einen Einsatz mit, u.a. weil dein Einsatz für sie wie ein Bluff aussehen mag.

Erhöht dann jemand, wie es im Beispiel geschieht, erhöhst du erneut und gehst je nach Stackgrößen auch direkt All-In. In der Hand oben ist es am besten, auf die Erhöhung hin All-In zu gehen. Eine normale Erhöhung von dir, würde dich so oder so an den Pot binden. Er wäre dann so groß, dass du aus der Hand nicht mehr herauskommst. Und dein Blatt ist auch stark genug dafür. Außerdem musst du es schützen. Ein viertes Herz am River würde dir kaum gefallen.

BEISPIEL 44 - ZWEI PAARE
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP3
  • UTG1 und UTG2 gehen $0.25 mit
  • UTG3, MP1 und MP2 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • CO steigt aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, UTG2, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und UTG2 schieben
  • Du setzt $1.2
  • BU steigt aus
  • BB und UTG1 gehen $1.2 mit
  • UTG2 steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $4.95
  • BB und UTG1 schieben
  • Du setzt $3.5
  • BB erhöht auf $8
  • UTG1 und Du steigen aus

Auch hier ein bekanntes Beispiel. So könnte es ablaufen. Dein Einsatz am Flop ist Standard. Nachdem beide Spieler am Turn schieben, solltest du noch einmal setzen. Es kann durchaus Flushdraws geben, die nun mitgehen. Auch schlechtere gemachte Hände könnten noch einen Grund finden, um mitzugehen. Zudem behältst du die Initiative. Wenn du schiebst, hast du keine Kontrolle mehr und weißt auch nicht ,wo du stehst.

Doch dann kommt eine Erhöhung vom Spieler im Big Blind, der zunächst nur geschoben hat. Er macht ein Checkraise. Dieser Spielzug am Turn gegen mehrere Gegner demonstriert sehr viel Stärke. Er wird häufig den Flush haben. Damit siehst du mit deinen zwei Paaren natürlich nicht mehr so gut aus. Es ist nur richtig, daraufhin auszusteigen.

Etwas anderes ist es, wenn der Spieler im Big Blind direkt gesetzt hätte. Das nennt man Donken. Die Standardspielweise dafür lautet: Kommt am Turn ein Draw an und ein Gegner donkt, dann erhöhst du mit einem Drilling oder stärker. Mit zwei Paaren kannst du evtl. noch mitgehen, musst aber ohne Verbesserung am River aufgeben. Mit allen anderen Blättern steigst du direkt aus.

Wie spielst du am River?

Nun bist du in der letzten Setzrunde angekommen. Wenn bis jetzt noch niemand Interesse am Pot bekundet und einen Einsatz gebracht hat, gilt es wieder zu schauen, ob sich dein Blatt verbessert hat und ob es sinnvoll ist, ...

  • ... damit zu setzen, weil dich genügend schlechtere Blätter ausbezahlen können.
  • ... damit einen Einsatz mitzugehen, weil der Gegner mit schlechteren Blättern setzen kann.

Am River kannst du in diesem Fall, es hat also an Flop und Turn noch niemand gesetzt, mit jedem Toppaar oder einem so genannten 2nd Pair (ein Paar mit der zweithöchsten Gemeinschaftskarte) einen kleinen Einsatz bringen, in etwa so groß wie 1/3 des bestehenden Pots. Ist deine Hand schwächer, solltest du einfach aufgeben.

Hat es in den Setzrunden zuvor aber schon Action gegeben, ist die Vorgehensweise eine andere. Hast du einen Draw gehabt, der nicht angekommen ist, dann gibst du auf. Es ist dabei gleich, ob du ihn aggressiv oder passiv gespielt hast. Nicht erhöhte Pötte sind besonders auf unteren Limits kein Ort für große Bluffs am River. Das lohnt nicht.

Mit einem gemachten Blatt gilt es erneut abzuschätzen, wie gut es gegen die möglichen Blätter deiner Gegner steht. Dazu musst du wieder die Gemeinschaftskarten (Textur) und die bisherige Spielweise deiner Gegner ins Kalkül ziehen.

Kannst du damit setzen? Sind deine Karten stark genug für eine Erhöhung oder sind bei den Gemeinschaftskarten und der Spielweise deiner Gegner zu viele bessere und zu wenige schlechtere Blätter möglich?

Kannst du wenigstens einen Einsatz mitgehen, weil ein Gegner oft genug mit schlechteren Blättern als deinem am River setzen wird? Solltest du dich dafür entscheiden, einen Einsatz mitzugehen, dann musst du aber etwas beachten.

  • Situation A: Der Gegner setzt, du gehst mit.
  • Situation B: Der Gegner setzt, ein zweiter Spieler geht mit, du gehst mit.

Beide Situationen erscheinen ähnlich. In Situation B kannst du sogar einen etwas größeren Pot gewinnen, weil noch ein Spieler mitgegangen und Geld investiert hat. Doch die Situationen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt.

In Situation A musst du nur einen Gegner besiegen. In Situation B musst du zwei besiegen und zumindest der zweite Spieler, der den Einsatz mitgegangen ist, hat angezeigt, dass er eine gemachte Hand hält, von der er glaubt, mit ihr den Showdown gewinnen zu können.

Bringt ein Spieler am River einen Einsatz, muss dein Blatt umso stärker sein, je mehr Spieler vor dir schon mitgegangen sind. In Situation B mit einem mittleren Paar oder auch schwachem Toppaar mitzugehen, ist selten sinnvoll. Du musst zwei Spieler schlagen, nicht nur einen.

Draws
BEISPIEL 45 - FLUSHDRAW KOMMT NICHT AN
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(4): Du, SB, BB, MP1 - Pot: $1.00
  • SB, BB und MP1 schieben
  • Du setzt $0.8
  • SB geht $0.8 mit
  • BB und MP1 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, SB - Pot: $2.60
  • SB schiebt
  • Du setzt $2
  • SB geht 2$ mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, SB - Pot: $6.60
  • SB und Du schieben

In diesem Beispiel hast du am Flop und Turn deinen Draw aggressiv gespielt. Am River hat ein weiterer Einsatz keinen Sinn. Der Spieler im Small Blind hat sich in zwei Setzrunden nicht vertreiben lassen. Er wird es wohl nur selten bei diesem River. Einzig schlechtere Flushdraws könnte er aufgeben, aber die schlägst du ja auch so.

Mittelstarke gemachte Hände

Interessant wird es, wenn du am River eine mittelstarke gemachte Hand der Kategorie 4 hast. Warst du bis jetzt der Aggressor und hast in den Setzrunden zuvor gesetzt, hängt deine Spielweise am River stark von den Gemeinschaftskarten ab.

War mit den Flopkarten kein nennenswerter Draw möglich, solltest du am River meist noch einmal zwischen 1/3 Pot und etwas mehr als 1/2 Pot setzen. Wird erhöht, kannst du aussteigen.

Gab es am Flop einen Draw, der am River ankommt, solltest du in Position auf deine Gegner versuchen, ohne weiteren Einsatz zum Showdown zu gelangen.

Hast du keine Position und musst vor deinen Gegnern agieren, so bietet es sich an, bei nicht mehr als zwei Gegnern noch einmal einen Einsatz in der oben genannten Größe zu bringen und auf eine Erhöhung hin auszusteigen. Du kannst dir dann recht sicher sein, dass du geschlagen bist.

Normalerweise wird am River gegen Einsätze wenig bis nie geblufft. Würdest du hier schieben, müsstest du häufig noch einen Einsatz zahlen, da du ja ansonsten riskierst, die beste Hand wegzulegen.

Leider wird dein Gegner aber mit vielen Händen schieben, die dich noch auszahlen würden, wenn du selbst etwas setzt, da er auch Angst vor dem Draw hat. Es ist daher besser, selbst zu setzen und auf eine Erhöhung auszusteigen. Du verlierst den gleichen Betrag, wie wenn du hinten liegst. Du gewinnst aber mehr, da dich so noch schlechtere Hände ausbezahlen, die ansonsten schieben würden.

Eine andere Spielweise bietet sich an, wenn am Flop z.B. ein Flushdraw möglich war, der aber auch am River nicht ankommt. Wenn die Chancen gut stehen, dass dein Gegner diesen Flushdraw hatte und du bist vor ihm an der Reihe, kannst du auch den Spielzug "check/call for Bluffinduce" spielen.

Das bedeutet, dass du schiebst und einen Einsatz deines Gegners mitgehst. Hat dein Gegner den Draw, der nicht angekommen ist, wird er kaum einen Einsatz mitgehen. Er hat schließlich nichts. Er wird aber evtl. die Chance nutzen, mit diesem Nichts zu bluffen.

Wann du diesen Spielzug wählst und wann du lieber setzen solltest, hängt von der Spielweise deines Gegners und den Gemeinschaftskarten ab. Allgemeine Richtlinien sind kaum möglich. Mit etwas Spielpraxis wirst du aber wissen, wann du welche Aktion wählst.

BEISPIEL 46 - TOPPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist in MP1
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 & UTG3 steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • MP2, MP3, CO, BU und SB steigen aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $0.85
  • BB setzt $0.5
  • UTG1 geht $0.5 mit
  • Du erhöhst auf $2.25
  • BB geht $1.75 mit
  • UTG1 steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $5.85
  • BB schiebt
  • Du setzt $4.5
  • BB geht $4.5 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $14.85
  • BB und Du schieben

Hier ist kein Platz mehr für einen Einsatz. Dein Gegner scheint etwas zu halten, das es wert war, am Turn $4.5 zu investieren. Das wird entweder eine gemachte Hand sein oder ein Draw. Die Draws sind am River aber größtenteils angekommen oder werden auf einen Einsatz hin aussteigen.

Es wird dich bei diesen Gemeinschaftskarten kaum ein schlechteres Blatt noch ausbezahlen, es sind hingegen aber einige bessere möglich. Daher solltest du froh sein, dass dein Gegner nicht setzt und du ohne weiteren Einsatz zum Showdown kommen kannst.

BEISPIEL 47 - TOPPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $0.85
  • BB und UTG1 schieben
  • Du setzt $0.5
  • BB geht $0.5 mit
  • UTG1 steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $1.85
  • BB schiebt
  • Du setzt $1
  • BB geht $1 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $3.85
  • BB schiebt
  • Du setzt $2
  • BB steigt aus

Diese Situation ist schon eine andere. Dein Gegner hat keinerlei Stärke gezeigt. Aufgrund deines Einsatzes am Turn ist eine Fünf unwahrscheinlich und er wird viel eher einen König oder eine Zehn halten.

Die meisten Paare schlägst du und dein Gegner wird gut möglich noch einen Einsatz am River damit bezahlen. Nach so viel Demonstration von Schwäche kannst du noch ein drittes Mal setzen, um Geld von schlechteren Blättern zu bekommen.

BEISPIEL 48 - TOPPAAR BEI ÜBERKARTE AM RIVER
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BU
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • Du gehst $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, BB, UTG1 - Pot: $0.85
  • BB und UTG1 schieben
  • Du setzt $0.5
  • BB geht $0.5 mit
  • UTG1 steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $1.85
  • BB schiebt
  • Du setzt $1
  • BB geht $1 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BB - Pot: $3.85
  • BB und Du schieben

Auf eine solche Riverkarte musst du nicht mehr setzen. Dame Bube als Straightdraw ist nun angekommen und könnte dir am River eine Falle stellen. Eine Zehn wird meist aufgeben, wenn du setzt und einzig ein schlechteres Paar Könige könnte dich vielleicht noch ausbezahlen.

Das ist insgesamt eine zu marginale Situation, als dass sich ein Einsatz lohnen würde. Du tust gut daran, zu schieben und dir den Showdown anzusehen.

BEISPIEL 49 - TOPPAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du und BU gehen $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, MP1, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und MP1 schieben
  • Du setzt $1
  • BU geht $1 mit
  • BB, UTG1 und MP1 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $3.35
  • Du setzt $2.25
  • BU geht $2.25 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $7.85
  • Du setzt $3.5
  • BU erhöht auf $9
  • Du steigst aus

Am River kommt der Flushdraw an und du musst dich entscheiden: Setzen oder Schieben. Hier bietet sich wieder das Setzen an. Dein Gegner kann durchaus mit einem schlechteren Buben noch einen Einsatz zahlen. Hat er einen Flush, wird er erhöhen und du kannst aussteigen. Er wird aber kaum als Bluff erhöhen und du riskierst, dass er mit Händen, die deinen Einsatz mitgegangen wären, schiebt und nur starke Hände noch einmal setzt.

BEISPIEL 50 - MITTLERES PAAR
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im BB
  • UTG1, UTG2, UTG3, MP1, MP2, MP3 und CO steigen aus
  • BU geht $0.25 mit
  • SB geht $0.15 mit
  • Du schiebst
Am Flop - Aktive Spieler(3): Du, SB, BU - Pot: $0.75
  • SB schiebt
  • Du setzt $0.6
  • BU geht $0.6 mit
  • SB steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $1.95
  • Du setzt $1.5
  • BU geht $1.5 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $4.95
  • Du schiebst
  • BU setzt $2
  • Du steigst aus

Hier lohnt sich kein weiterer Einsatz mehr. So wie die Hand gelaufen ist, kannst du aufgeben. Du hast am Flop und am Turn schon zwei knappe Einsätze gehabt. Dein Gegner könnte zwar mit zwei Karokarten bluffen, aber es ist genauso möglich, dass er eine Zehn hatte oder eine Dame am River getroffen hat oder auch einfach eine Zwei hält. Die profitabelste Entscheidung ist, am River aufzugeben.

BEISPIEL 51 - TOPPAAR / HARMLOSER RIVER
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du und BU gehen $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, MP1, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und MP1 schieben
  • Du setzt $1
  • BU geht $1 mit
  • BB, UTG1 und MP1 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $3.35
  • Du setzt $2.25
  • BU geht $2.25 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $7.85
  • Du schiebst
  • BU setzt $3
  • Du gehst $3 mit

Dieser Fall wurde schon besprochen. Der Flop macht einen starken Draw möglich, einen Flushdraw. Dein Gegner spielt passiv und geht an Flop und Turn deine Einsätze mit. Gut möglich, dass er den Flushdraw hält. Am River ist sein Blatt dann nichts mehr wert.

Da bietet es sich an, dass du schiebst und einen Einsatz von ihm mitgehst. So gibst du ihm die Gelegenheit für einen Bluff. Auch wenn er ein schwächeres Paar hält, zum Beispiel zwei Achten auf der Hand, kann er noch einmal setzen, weil er dich z.B. auf eine schwache Hand setzt.

BEISPIEL 52 - TOPPAAR / HARMLOSER RIVER
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im CO
  • UTG1 geht $0.25 mit
  • UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 und MP3 steigen aus
  • Du und BU gehen $0.25 mit
  • SB steigt aus
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, UTG1, MP1, BU - Pot: $1.35
  • BB, UTG1 und MP1 schieben
  • Du setzt $1
  • BU geht $1 mit
  • BB, UTG1 und MP1 steigen aus
Am Turn - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $3.35
  • Du setzt $2.25
  • BU geht $2.25 mit
Am River - Aktive Spieler(2): Du, BU - Pot: $7.85
  • Du setzt $3.5
  • BU steigt aus

Gab es dagegen am Flop keinen Draw, so bietet es sich an, am River selbst noch einen moderaten Einsatz zu bringen und auf eine Erhöhung auszusteigen.

Starke gemachte Hände

Mit starken gemachten Händen solltest du immer noch einmal setzen. Je nachdem, was dein Gegner zu zahlen bereit ist, setzt du einen Einsatz zwischen der Hälfte und dem ganzen Pot. Das gilt auch für Draws, die du am River getroffen hast.

Du kannst hier nicht davon ausgehen, dass dein Gegner setzt, wenn du schiebst. Hast du den Draw zuvor passiv gespielt, indem du nur gegnerische Einsätze mitgegangen bist, bist du am River darauf angewiesen, das Geld in die Mitte zu bringen. Allzu oft wird der Gegner nicht mehr setzen.

BEISPIEL 53 - FLUSH
Vor dem Flop - NL25 Blinds: $0.10/$0.25
Du bist im SB
  • UTG1, UTG2 und UTG3 steigen aus
  • MP1 geht $0.25 mit
  • MP2 steigt aus
  • MP3 und CO gehen $0.25 mit
  • BU steigst aus
  • Du gehst $0.15 mit
  • BB schiebt
Am Flop - Aktive Spieler(5): Du, BB, MP1, MP3, CO - Pot: $1.25
  • Du und BB schieben
  • MP1 setzt $1
  • MP3 geht $1 mit
  • CO steigt aus
  • Du gehst $1 mit
  • BB steigt aus
Am Turn - Aktive Spieler(3): Du, MP1, MP3 - Pot: $4.25
  • Du setzt $3.5
  • MP1 geht $3.5 mit
  • MP3 steigt aus
Am River - Aktive Spieler(2): Du, MP1 - Pot: $11.25
  • Du setzt $7
  • MP1 steigt aus

Ganz einfach: Eine Hand der Kategorie fünf wird weiter aggressiv gespielt. Du willst ja deinem Gegner nochmal die Möglichkeit geben, zum Beispiel mit einem Ass Geld an dich zu verlieren.

Fazit

Du hast nun einen Überblick erhalten, wie du in welcher Situation spielen solltest, wenn vor dem Flop nicht erhöht wurde. Du bist einige Beispiele zu den verschiedenen möglichen Situationen durchgegangen und hast gelernt, warum du in bestimmten Situationen Geld investierst und warum du dich aus anderen Situationen heraushältst.

Wichtig ist noch einmal, dass du dich nicht dazu hinreißen lässt, gemachte Hände am Flop passiv zu spielen. Mit gemachten Händen setzt du oder du steigst aus. Da der Pot noch sehr klein ist, ist Information über die gegnerische Handstärke hier noch viel wichtiger als in den größeren Pötten, in denen es vor dem Flop eine Erhöhung gab.

Diese bekommst du am besten, wenn du selbst setzt, da du aus einem einfachen Einsatz eines Gegners wenig Information bekommst. Er könnte ein Monster, aber auch nur eine mittelstarke gemachte Hand oder ein Draw haben. Du weißt es schlicht nicht.

Wenn du selbst setzt, wird er meist mit einem Monster erhöhen. Das ist oft die Information, die du haben willst. Darum setzt du am Flop.

Generell spielst du in einem nicht erhöhten Pot sehr geradeaus. Du hast nur wenig Geld investiert, der Pot ist klein und deine Gegner können eine große Bandbreite an Karten halten. Wenn du einen großen Pot aufbaust, dann nur, weil du eine wirklich starke Hand hast.

Es ist ein großer Fehler in einem vor dem Flop nicht erhöhten Pot mit mittelstarken Blättern um große Pötte zu spielen. Behalte das immer im Gedächtnis.

 

Kommentare (40)

#1 superpit, 02.01.09 13:00

"klitzekleiner" Fehler auf Seite 1 Beispiel 3. Da wir ja MP1 sind kann nicht wie beschrieben MP1 auch gefoldet haben. Bitte mal das MP1 in der Fold-Auflistung streichen.<br /> Thanks<br /> <br /> pit<br /> <br />

#2 superpit, 02.01.09 13:09

Beispiel 4 stimmt auch irgendwas nicht mit den Bezeichnungen. Bitte mal kontrollieren<br /> <br /> pit<br /> <br />

#3 gregsamsa, 11.02.09 21:53

sehr lehrreicher artikel, aber auch sehr ermüdend zu lesen, wenn mann sich in 53 Beispiele plus Text reindenkt.. (hab aber geschafft ;)

#4 Knusperklaus, 25.03.09 00:57

echt megaermüdend! <br /> <br /> diesen text im stück durchlesen und verstanden <br /> zu haben bleibt wohl den meisten verwehrt...<br /> <br /> zumal auch viele situationen sehr ähnlich erscheinen, <br /> aber eben DOCH nicht gleich sind.<br /> <br /> ich bin immerhin bis seite 4 gekommen^^<br /> <br /> da bleibt nur eins: immer wieder durchlesen

#5 Huckebein, 25.03.09 09:52

Am Ball bleiben und den Artikel stückchenweise "besiegen", es lohnt sich....

#6 victor0891, 16.04.09 21:15

Ich versteh den Unterschied zwischen Beispiel 51 und 52 nicht so ganz. Am River ist es doch eigentlich egal, ob am Flop ein Draw möglich war oder nicht. Die Riverkarte ist in beiden Fällen harmlos. Wieso wird auf Grundlage dieser Argumentation eine andere Spielweise empfohlen?

#7 LaughingDuke, 27.04.09 15:57

TOP - einfach schöne Situationen - hilft mir definitiv :-)<br /> Danke<br /> <br />

#8 killiah, 27.04.09 16:48

an #6:<br /> es ist halt deswegen nicht ganz egal, weil man durch einen check am river häufig noch einen bluff inducen kann, wenn ein draw gebusted wurde. man würde im beispiel 51 einen busted flushdraw nur zum folden bringen, so kann man jedoch noch value extrahieren.<br /> beim beispiel 52 war halt kein flushdraw möglich, deswegen wird der gegner selten bluffen. man kann jedoch durchs selber setzen unter umständen ein pocket oder nen schlechteren jack noch zum callen animieren, der sonst wahrscheinlich einfach behindgecheckt hätte. kommt dann ein raise, kann man i.d.R. davon ausgehen, geschlagen zu sein.

#9 kgreen, 30.05.09 15:41

Guter Artikel, danke!

#10 FabolusFlow, 04.06.09 13:09

Mal zum letzten Beispiel...<br /> Was bitte ist eine Hand der Kategorie 5?<br /> Wo finde ich die Zuordnung?<br /> <br /> LG<br /> <br /> Flow

#11 Bionickid, 07.06.09 12:41

Top Artikel Sehr hilfreich. Ich habe noch ein problem bei Hand 44 zitat:<br /> <br /> "Etwas anderes ist es, wenn der Spieler im Big Blind direkt gesetzt hätte. Das nennt man Donken. Die Standardspielweise dafür lautet: Kommt am Turn ein Draw an und ein Gegner donkt, dann erhöhst du mit einem Drilling oder stärker. Mit zwei Paaren kannst du evtl. noch mitgehen, musst aber ohne Verbesserung am River aufgeben. Mit allen anderen Blättern steigst du direkt aus."<br /> <br /> Kann mir jemand bitte genau erklären warum ich bei angekommen draw und einer bet nochmal raise und nicht nur calle?<br /> <br /> Ich verstehe es ja so, das ich den gegner dadurch zum folden bringen will wenn er nicht den draw getroffen hat. Ich sofort die info kriege das der draw angekommen ist wenn er nochmal raised. Und ich mich am river noch immer verbessern kann.<br /> <br /> Gibts dazu irgendeinen Artikel ich blick da noch nicht so richtig durch. Danke.<br /> <br /> @ FabolusFlow<br /> <br /> Seite 2 im Artikel wie stark ist dein Blatt<br /> <br /> 1. Wertlose Hände<br /> 2. Schwache Draws<br /> 3. Starke Draws<br /> 4. Mittelstarke gemachte Hände<br /> 5. Starke gemachte Hände

#12 grtill, 30.06.09 11:34

Ist das nur für die BBS?

#13 laky9, 07.07.09 14:26

#11 push <br /> <br /> bin mir da auch unsicher ob das richtig ist

#14 Masblok, 29.11.09 22:17

Schwer zu verstehen, aber nach mehrmaligen durchlesen und Video schauen ist es ein sehr schoener und defintiv hilfreicher Artikel!

#15 gugilein, 27.12.09 13:56

Super Artikel !

#16 Reiko23, 27.01.10 15:20

sehr guter artikel nicht schwer zu verstehen finde ich. schöne Situationen- sehr hilfreich.danke sehr lehrreicher artikel.

#17 schoxx, 27.01.10 23:31

Super Artikel, <br /> <br /> finde nur das die Hände am Ende zu marginal werden,<br /> wo wir ja eigentlich keine großen Pötte aufbauen wollen<br /> mit schwachen und mittelstarken Händen, hu?

#18 vandien, 03.03.10 05:20

hi, hätte mal ne frage zu bsp.31 bzw. 32...<br /> <br /> in bsp.31 wird ein semibluff gemacht, gegen 4 gegner -"WESENTLICHER Grund dafür ist, dass du in Position bist, also alle deine Gegner vor dir agieren müssen."-<br /> <br /> in bsp.32 bin ich out of position und hab einen etwas schwächeren draw, zwar nur gegen 3, aber eben oop...<br /> <br /> woran liegt das? an der struktur des flops? ein gegner weniger? <br /> oder ist es bei nem flushdraww gar nicht so wesentlich?<br />

#19 hasenbraten, 03.03.10 11:38

Anzahl der Gegner hauptsächlich. Gegen 2 ist es halt schon knapp, gegen 3 OOP so gut wie nie gut. Dazu kommt das in BSP31 dein Draw doch deutlich stärker ist, da deine beiden Overcards auch häufig noch gute Outs darstellen. <br /> <br /> Also stärke des Draws + Position + 1 Gegner weniger führt hier zu der Bet IP. <br /> <br /> Gegen einen Gegner weniger kann man, wenn dann auch OOP betten.

#20 vandien, 03.03.10 15:39

sry, aber irgendwie is da was durcheinander, hab ich das gefühl...<br /> <br /> also du sagst, gegen 3 oop ist es so gut wie nie gut, aber genau das wird in bsp.32 gemacht...<br /> <br /> was mich eben auch stutzig gemacht hat war das wort "wesentlich".<br /> <br /> aber ganz allgemein kann man sagen...<br /> mit "normalem" flushdraw<br /> -gegen 3 ip --->bet<br /> -gegen 2 oop--->bet<br /> richtig?<br /> <br /> danke schonmal für die mühe!<br /> <br /> <br />

#21 moneymanni11, 10.04.10 23:46

@4: Manches versteht man auch erst nach einiger Zeit, wenn man seinen Skill verbessert hat und oft genug solche Situationen erlebt und vielleicht in Videos gesehen hat.<br /> Also ich spreche hier hauptsächlich für mich. Ich würde mich ehrlich gesagt erst jetzt als Winning-Player zumindest auf den Lowstacks bezeichnen, der mittlerweile solche Konzepte verstanden hat und diese Situationen auch erkennen kann. Mein Fehler war wohl bisher, solche wichtigen Artikel nicht oft genug durchgelesen zu haben.<br /> <br /> <br /> Zu Beispiel 17: "Jede Kreuz-Karte größer als Neun hat einen besseren Flushdraw."<br /> Muss es hier nicht heißen "...größer als Acht...", weil man ja selbst die 8 hält.<br /> <br />

#22 K1llingKing, 09.08.10 17:12

Mit der Zeit und verbesserten Skill hast Du vollkommen recht. Erst beim wiederholten Lesen lohnt sich dieser Artikel außerordentlich gut .<br /> Keep on !!

#23 Mischu1, 29.11.10 07:36

Hallo aus München. Nach der Einleitung auf Seite 2 limpe ich nur kleine Paare, bei anderen Blättern lohne es sich nicht. Nach SHC muss ich aber auch KQs mitgehen, ebenso ATs als Blind. Weiter soll ich in vielen Fällen erhöhen, wenn alle aussteigen, dies ist doch ein Widerspruch zu der Aussage auf Seite 2, bitte um Hilfe. Danke

#24 Mischu1, 29.11.10 13:19

Frage hat sich erledigt, sorry.

#25 QBZ, 22.02.11 21:22

"Hättest du im Beispiel [Beisp. 27, Seite 3] zuvor wenigstens einen Gutshot-Straightdraw und die Aussicht auf eine Straße,."<br /> Ist hier die Aussicht auf einen Flushdraw gemeint?<br /> Sonst ist es doch das gleiche, oder bin ich einfach blöd? :)

#26 hasenbraten, 28.02.11 18:48

es ist wie du denkst gemeint "und mit dem gutshot straightdraw die chance auf eine straße". hätte man kürzer formulieren können, stimmt!

#27 adragonro, 08.07.11 11:17

Alles in allem ein gelungener und hilfreicher Artikel! :D<br /> <br /> Eine Frage zum 3 Absatz in "Wie spielst du am Flop?": Da steht etwas mit dem SB, der aber später nicht mehr speziell erwähnt wird. Welche spezielle Bedeutung des SB ist hier gemeint?

#28 kremsy, 23.07.11 10:02

toller artikel

#29 Ste1204, 08.10.11 14:56

Ich habe einen Fehler bei Bsp. entdeckt:<br /> "Deine Erhöhung ist also $1.7 + 2 * $0.7 = $3.1"<br /> <br /> Da ist die Mathematik klar dagegen ;) <br /> Lösung: 2,59<br /> <br /> Ansonsten danke für den tollen Artikel

#30 Ste1204, 08.10.11 14:56

Bsp. 35 natürlich :(

#31 medline, 20.11.11 14:30

Punktrechnung vor Strichrechnung ;-)

#32 medline, 20.11.11 14:31

Punktrechnung vor Strichrechnung ;-)

#33 msn1406, 18.12.11 18:54

lang, aber sehr lehrreich <br /> danke

#34 Kohloe, 02.08.12 21:37

Sehr ausführlich!

#35 guaranteed86, 14.01.13 11:41

Danke für den Artikel.

#36 Karlacho13, 18.01.13 13:40

immer mal wieder schön zu lesen. es schleichen sich doch immer mal wieder kleine nachlässigkeiten ins spiel ein

#37 Supevi, 20.02.13 08:22

Auf Seite 3 unter Punkt mittelstarke gemachte Hände wird geschrieben:<br /> <br /> "Setzt vor dir jemand etwas, dann erhöhst du, sofern du nicht zu viele Gegner hast. Damit findest du raus, wo du stehst. Gibt es eine weitere Erhöhung, steigst du aus."<br /> <br /> Ist das nicht ein Beispiel eines so genannten Info-Raises, welches man tunlichst unterlassen sollte?

#38 CarlosCarbon, 06.01.16 21:03

Sehr lehrreich, danke dafür!

#39 Tobi1SJ, 11.07.16 17:49

sehr lehrreich, danke dafür!

#40 MrChamp92, 30.07.16 14:48

Ein sehr guter und leicht verständlicher Artiker! Danke