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StrategieFixed-Limit

Die optimale Spielweise

Einleitung

In diesem Artikel
  • Wie maximale und optimale Spielweise zusammenhängen
  • Wie du die optimale Spielweise findest
  • Wie sich Playability und Spielstärke auf deine Hand auswirken
Der Großteil gängiger Pokerabhandlungen befasst sich damit, wie man das Maximum an Gewinn gegen schlechte Spieler erzielen kann. Es geht also darum, die besonderen Schwächen dieser Gegner effektiv auszunutzen. Was aber, wenn der Gegner selbst ein exzellenter Spieler ist, der eher darauf abzielt, unsere Schwächen und Spieltendenzen gegen uns zu verwenden? Gegen so einen Spieler sind viele der Tricks, die gegen einen schwachen Spieler einen extrem hohen Wert haben kontraproduktiv. Somit geht es gegen einen guten Spieler nicht mehr darum, seine Schwächen auszunutzen - er hat kaum welche - sondern es geht darum, so zu spielen, dass wir dem Gegner keine Angriffsfläche bieten.

Teil I: Playing against tough opponents – Die Theorie

Die Theorie
BEISPIEL 1:

Jack ist loose-passive. Am Flop callt er nahezu mit jeder Hand - egal ob er getroffen hat oder nicht. Am Turn allerdings wird er tight und foldet verhältnismäßig viel.

Gegen Jack werden wir somit nach einer Flop Bet jeden Turn erneut betten. Er wird oft folden. Raist er den Turn, wissen wir, dass er eine sehr starke Hand hat und können oft gute Laydowns machen.

Joe ist ein Bekannter von Jack und ein tough player. Er beobachtet unser Spiel gegen Jack und als Jack keine Lust mehr zum weiterspielen hat, springt Joe für ihn ein. Wir nehmen fälschlicherweise an, dass Joe ähnlich spielt wie Jack. Joe ist allerdings ein tough player. Er nutzt unsere Tendenz, den Turn nach jeder Flop Bet erneut zu betten durch "call Flop, raise Turn" gnadenlos aus. Am Turn raist er zudem häufig als Semi-Bluff, so dass unsere "guten Laydowns" für uns fatal werden.

Kurz gesagt: Joe ist extrem gut im Erkennen von Schwächen in unserem Spiel, die er optimal ausnutzt. Unsere Spielweise ist hochprofitabel gegen Fische wie Jack, aber sehr verlustreich gegen Joe.

Wie wir später sehen werden, gibt es Spielweisen, die kaum Schwächen haben, d.h. die auch von sehr guten Spielern nicht ausgenutzt werden können. Diese "optimalen" Spielweisen - wenn man sich stur an sie hält - erzielen allerdings gegen Fische nicht das Maximum. Allerdings sind sie theoretisch gegen *jeden* Spieler mindestens break even, in der Regel aber gegen jeden Spieler zumindest leicht +EV, da niemand absolut fehlerfrei spielt.

  Anti-Jack
Optimal
Gegen Jack
+ 3 BB/100
+ 2 BB/100
Gegen Joe
- 3 BB/100
+ 0,5 BB/100
Definition "Optimale Spielweise"

Eine optimale Spielweise ist umgangssprachlich eine Spielweise ohne Schwächen. Selbst der beste Pokerspieler der Welt, der genau weiss, wie wir welche Hand spielen und genau unsere Ranges kennt, kann sich gegen einen optimal spielenden Gegner keinen Edge verschaffen.

Die optimale Spielweise ist zudem rein defensiv. Wir suchen nicht mehr gezielt nach Schwächen des Gegners, sondern nehmen an, dass unser Gegner der perfekte Spieler ist und dass jede Abweichung von der optimalen Spielweise von ihm bestraft wird.

Wenn man streng optimal spielt, spielen somit unsere Reads und Stats über den Gegner überhaupt keine Rolle. Wir spielen gegen jeden Gegner gleich und sind zudem gegen jeden Gegner mindestens break even, de facto machen wir also definitiv plus, da kaum ein Gegner fehlerfrei spielt.

Wir holen allerdings nicht das maximal Mögliche heraus. Denn dazu müssten wir - wie im Beispiel oben gegen Jack - von der optimalen Spielweise abweichen, um die besonderen Schwächen der Gegner maximal auszunutzen.

Optimale Spielweise
Maximale Spielweise
Defensiv Offensiv
Versucht eigene Schwächen zu vermeiden
Versucht Schwächen auszunutzen
Reads und Stats irrelevant
Basiert auf Reads und Stats
EV ≥ 0 gegen jeden Gegner
Verwundbar gegen gute Gegner
+ EV gegen Fische
maximal + EV gegen Fische
Interessanter Fakt

Die maximale Spielweise basiert auf den Schwächen des Gegners. Je weniger Schwächen der Gegner hat, desto mehr nähert sich die maximale Spielweise der optimalen Spielweise an.

Gegen einen Gegner ohne Schwächen (d.h. gegen den perfekten Gegner) sind die maximale Spielweise und die optimale Spielweise identisch.

Fazit

Natürlich versuchen wir, gegen jeden Gegner das maximal Mögliche herauszuholen. Denn gegen Fische nach der optimalen Spielweise zu spielen wäre zwar +EV, aber wir würden dennoch viel value verschenken.

Gegen gute Spieler ist aber die optimale Spielweise häufig sehr nah an der maximalen Spielweise. D.h. durch optimales Spiel holen wir schon das Maximum heraus. Aber die optimale Spielweise hat einen entscheidenen Vorteil: sie ist unabhängig von Stats und Reads, wir können somit nicht "falsch liegen" und können auch vom Gegner nicht überlistet werden. Egal was der Gegner macht oder wie gut er ist; wir sind mindestens break-even, de facto aber fast immer +EV.

 

Das ist noch nicht der ganze Artikel...

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Kommentare (3)

#1 otto0815, 10.09.09 10:58

Somit ist mit TP Händen gegen Nit's IP MI: b/r Flop, c oder c Turn, b oder c River die optimale Spielweise. Sehe ich das Richtig.<br /> Da ich im Falle das ich vorne bin sowieso kein Value bekomme jedoch im Falle das ich hinten bin nur minimal bezahlen muß.<br /> Sehe ich das Richtig.

#2 Spectra1, 19.04.10 12:55

gut erklärt, aber<br /> A2 zu folden wäre dennoch ein dicker fehler.. denn auch wenn wir immer dominiert sind wenn wir ein A hitten und der gegener auch eins hat ist dies nur zu 1/3 der fall betrachtet man nun noch die fixed betting sequ der flopbet wird dieser fall zu: <br /> (4sb*0,66-6sb*0,33)*1:7 + >4sb*1:4 dh allein auf das A zu warten ist insito +-0 sollte der gegner ein "leak" haben und die fbs auf bet flop und turn erweitern wird der call +ev je nachdem wie oft er barrelt und wie loose er called falls er den turn behind checkt.. <br /> erst wenn der A anteil der range an die 50% geht kann man schlechte Assen folden.. <br /> allemein gilt es daher auszurechnen wie oft man einen flop trifft, den man profitabel weiterspielen kann.. und wieviel implied odds man sich in dem fall geben kann.. zb A2 wäre ev zu folden würde villian nicht jeden flop betten..

#3 wuerstchenwilli, 25.11.10 20:20

Der Artikel ist schon so alt und hat so wenig Beachtung gefunden? Ich habe lange danach gesucht! Vor allem die True-Equity bringt mich echt weiter. Ich denke aber, dass hier ein kleiner Fehler/Ungenauigkeit ist. Die 2% Equity auf schlechte Gegner ist imo von der Position abhängig. Oder sie muss nochmal extra aufgeführt werden, da der Positionsvorteil natürlich auch gegen gute Gegner da ist. Außerdem fehlt mir noch der Rake, der die sache dann komplett machen würde.