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StrategiePsychologie

The Peter Principle

Einleitung

In der Wirtschaftswissenschaft gibt es das sogenannte "Peter Principle". Es besagt, dass Mitarbeiter eines Unternehmens so lange befördert werden, bis sie einen Posten innehaben, dem sie nicht mehr gewachsen sind. Dort bleiben sie dann. Übertragen lässt sich das Prinzip sicherlich auch auf den öffentlichen Dienst. Jeder, der sich schon mal über den Mitarbeiter einer Behörde aufgeregt hat, weiß wovon ich spreche.

Auswirkungen

Geht man davon aus, dass dieses Prinzip in einem großen Maße gültig ist, würde das zu einer sehr pessimistischen Einstellung führen. Es hieße ja, dass die wichtigsten Schaltstellen unserer Gesellschaft mit inkompetenten Menschen besetzt sind. Für Gesellschaftskritiker sind solche Überlegungen natürlich ein gefundenes Fressen.

Ich persönlich glaube, dass an dem Grundsatz einiges dran ist, und dass er eine gute Ausgangsbasis für diverse Überlegungen sein kann. Trotzdem dürfte die Mehrheit der Stellen mit kompetenten Menschen besetzt sein, die nicht befördert werden, weil sie a) noch nicht lange genug auf dem Posten sitzen, b) unterschätzt werden oder c) keinen Fürsprecher in der Führungsetage besitzen.

In Bezug aufs Pokern sehe ich folgende Probleme:

Einige Leute spielen auf dem Niveau ihrer Inkompetenz.


Sie sind folgerichtig in den Levels aufgestiegen, bis sie schließlich auf einem Niveau gelandet sind, auf dem sie vom winning player zum losing player wurden. Der einzig richtige Schritt wäre nun, wieder zurückzukehren auf die Stufe, die man schlagen konnte. Nun ist ein Rückschritt etwas, das jedem naturgemäß widerstrebt. Für einige stellt dies ein wirklich großes psychisches Problem dar. Es scheint, als verlören sie lieber Geld, anstatt sich ihr "Scheitern" einzugestehen.

Das ist natürlich Unsinn. Zum einen ist es ja kein wirkliches Scheitern, wenn man zügig die Stufen empor steigt, und irgendwann auf Widerstände trifft. Man kann ja nicht erwarten, dass man die Weltspitze im Sturm erobert. Die Entwicklung der Pokerskills benötigt sehr viel Zeit. Auf einer anderen Ebene betrachtet ist es so, dass auch ein wirkliches Scheitern keine Schande ist. Die Bewertung des Scheiterns hängt mit der "Kultur des Scheiterns" einer Gesellschaft zusammen. In Deutschland ist es häufig so (imho), dass der Gestrauchelte mit Spott überzogen wird, oder Besserwissereien ertragen muss (Das habe ich dir doch gleich gesagt!). In den USA wird dagegen eher der Mut belohnt, etwas riskiert zu haben (Respekt für deine Courage. Beim nächsten mal klappt's bestimmt!).

Die Quintessenz: Scheitern ist keine Schande! Geht eine Stufe zurück und bereitet in aller Ruhe den nächsten Anlauf vor!


Einige Leute reduzieren ihre Winrate.


Dies ist die abgeschwächte Form des Peterprinzips. Angenommen man macht auf 10/20 Dollar 2 Big Bets per hour. Nun steigt man auf 15/30 Dollar und erwirtschaftet "nur noch" 1 Big Bet per hour. Die Profitabilität ist dadurch gesunken. Natürlich ist diese Konstellation weit weniger tragisch als im Fall a). Auch läßt sich die tatsächliche Winrate nur nach einer großen Anzahl von Händen bestimmen, d.h., es kann sein, dass man nach seinem Aufstieg erst einmal überdurchschnittlich viel Pech zu erleiden hatte. Ich wollte an dieser Stelle einfach nur auf dieses Phänomen hinweisen.
 

Kommentare (9)

#1 wespetrev, 04.03.08 15:02

Klingt logisch.<br /> <br /> Der letzte Abschnitt hat aber auch etwas mit meiner Zielsetzung zu tun. Möglicherweise kann ich temporär eine geringere Gewinnmarge oder auch Verluste akzeptieren, wenn mir das Spiel auf höherem Niveau hilft, meine Spielstärke mittelfristig zu steigern. Das setzte natürlich voraus, dass ich bereit bin, die Ursachen zu analysieren.

#2 DeinChef, 13.03.08 11:17

Fall a) könnte extrem schmerzlich ausgehen, wenn man nach dem Limitaufstieg einen längeren Upswing erlebte. Dann hat man dieses Limit ja "eigentlich schon geschlagen" ... wollt ich nur mal sagen

#3 DonAndre25, 16.03.08 18:08

gute sache<br />

#4 Gorith, 14.04.08 06:01

Ähm... ehrlich gesagt ERWARTE ich einen anfänglichen Verlust beim Levelaufstieg. Fall b) ist meiner Ansicht nach nicht negativ, sondern phantastisch. Immerhin wächst mit jedem Level auch das durchschnittliche Spielniveau. Wenn ich also trotz Aufstiegs in der Anfangsphase bereits einen Gewinn mache ist das Positiv. Immerhin braucht man ne Weile um das neue Limit zu beherrschen.

#5 malexmave, 13.01.09 10:56

guter Artikel, schnell und kurz auf den Punkt gebracht. Über solche sachen muss man auch keine 12 Seiten Philosophieren, wie es in anderen Artikeln manchmal gemacht wird.

#6 kiyu727, 15.07.10 08:19

@5 find ich auch, kurz Rede großer Sinn.<br /> Wobei mein Problem ist dass ich auf 11$ buyin SnG besser spiele bzw einfacher zu den letzten wenigen komme als bei 2$ buyin ganz einfach weil dort mein reraise auch akzeptiert wird als QQ und ich nich mit A4 all in ge-4-bettet werd und der beim all in sein A trifft.

#7 bandusch, 21.01.11 09:40

@6 <br /> ist doch überhaupt nicht 1 zu 1 auf Poker übertragbar das Prinzip... Man setzt einen Wirtschafstwissenschaftler auch nicht nach dem Studium an die Aldi-Kasse. Micros sind halt einfach Varianzlastiger, wenn du TAG nach ABC bist.

#8 Heiamann, 15.02.11 14:40

@7<br /> ich finde, das das Prinzip durchaus aufs pokern übertragbar ist. Das ist nämlich genau einer der Punkte, wo auch umgekehrt das Pokerspiel auf das täglich leben übertragbar wird.<br /> Ich besitze das Buch "Das Peter-Prinzip" und habe es auch gelesen. Ich kann es nur empfehlen. Aus dieser Sichtweise wird deutlich, wie und unter welchen Umständen sich tägliches Leben (übrigens auch und gerade in der Wirtschaft)und Pokerspiel gegenseitig korrelieren.<br /> Was im übrigen auch ein guter und wichtiger Tell sein dürfte, wenn ich während des spiels einen "Kunden" als auf seinem Niveau der Inkommpetenz spielenden entlarven kann.<br /> Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel!!

#9 Stepsi, 25.01.16 19:21

Ein wirklich guter Artikel, der einfach zeitlos gültig ist.