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StrategiePsychologie

Neuropsychologie des Pokerns (2) - Serotonin und Stimmung

Video (EN): Klicke hier

Einleitung

In diesem Artikel
  • Wie Emotionen sich auf dein Pokerspiel auswirken
  • Was es mit dem "Glückshormon" auf sich hat
  • Warum eine dauerhaft gesunde Serotoninaktivität
    nicht nur beim Pokern wichtig ist

Heute wird ein großartiger Tag. Du wirst zur gewünschten Zeit aufwachen, ein gesundes und reichhaltiges Frühstück einnehmen und positiv an deine Arbeit gehen, die du konzentriert und diszipliniert erledigst. Das wird aber nicht nur heute passieren, sondern auch morgen und übermorgen, in dieser und der nächsten Woche, so dass eine stabile Struktur entsteht. Was für ein gutes Gefühl diese Vorstellung doch hervorrufen muss.

Wenn das Leben als Online-Pokerspieler nur so einfach und ausgewogen wäre... Wie du sicher weißt, ist dieses Maß an Disziplin und Ausdauer in deiner Arbeitsumgebung nur schwer zu erreichen. Zu deinem Glück aber kann deine Widerstandsfähigkeit jedes Hindernis überwinden, auch wenn das bedeutet, gegen deine eigene Physiologie kämpfen zu müssen, um zu einem wahren “Super-Ich” werden zu können.

Der Einfluss von Emotionen auf das Spiel

Was ist dein Hauptziel als Pokerspieler? Beständig durch das Treffen der Entscheidungen mit dem höchsten Erwartungswert den größtmöglichen Profit zu erreichen und diese Entscheidungen objektiv umzusetzen. Besonders der letzte Teil dieses Ziels soll uns heute beschäftigen.

Du hast Probleme damit, objektiv zu bleiben und zu verhindern, dass deine Emotionen/Stimmungen und deine Physiologie die Objektivität deines Pokerspiels beeinflussen. Damit bist du nicht alleine. Obwohl die meisten Pokerspieler unter ähnlichen Problemen leiden, lassen sich die Auswirkungen dieser allzu menschlichen Schwächen mildern. Genau dort steigen wir jetzt ein.

Ich werde damit beginnen, objektiv zu bleiben, obwohl ich ein berechtigtes Interesse daran habe, dass dieser Artikel einen anregenden Einfluss hat: Eventuell wirst du nie mit dem Tilten aufhören können. Irgendwann wirst du in irgendeiner Hand wieder auf Tilt sein. Dadurch dass du objektiv bleibst, kannst du aber die Häufigkeit und die Auswirkungen deines Tilts verringern – mit einiger Anstrengung sogar ganz dramatisch. Aber wie?

Tilt ist nicht gleich Tilt
In seinem geistreichen und sehr empfehlenswerten Buch “Elements of Poker” hebt Tommy Angelo die zwei verschiedenen Formen des Tilts hervor.

“Hard Tilt” beschreibt dabei die emotionalen Reaktionen, die uns dazu veranlassen, in einer unkontrollierten Mischung aus Anspannung und Stress, Chips buchstäblich aus dem Fenster zu werfen.1 Wenn du je deine Maus gegen die Wand geschleudert hast, lag das wahrscheinlich an einem “Hard Tilt”.

Im Gegensatz dazu sind von deinen Gefühlen unabhängige Faktoren wie Müdigkeit, Hunger und Ruhelosigkeit Formen des “Soft Tilt”.2 Dieser Artikel wird sich mit dem Soft Tilt beschäftigen und besonders auf die Faktoren eingehen, die mit dem Serotonin einen der wichtigsten Neurotransmitter des Gehirns betreffen.

Das "Glückshormon"

Wahrscheinlich hast du schon mal von diesem sogenannten Glückshormon gehört. Serotonin war in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder in der Diskussion. Leider stand es aber auch im Fokus vieler Pharmahersteller. SSRIs oder selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sorgen für höhere Dosen an Serotonin im Gehirn, wodurch man potentiell glücklicher ist. Warum ist das so? Wie sorgt Serotonin für Glücksgefühle? Und welche Bedeutung hat es im täglichen Leben und an den Pokertischen?

Wenig bekannt dürfte sein, dass sich 80% des Serotonins in deinem Darm befinden und dort Verdauungsabläufe regelt, während nur 20% des Vorrats im Gehirn liegen. Diese Information wird umso interessanter, je mehr man über die Rolle des Serotonins im Körper erfährt. Dieses Hormon vermittelt hauptsächlich die Wahrnehmung deiner Ressourcen in Beziehung zu deinen körperlichen und anderen Bedürfnissen.

Deine Nahrungszufuhr, die Erfüllung deiner materiellen Bedürfnisse und dein sozialer Status sind alles Ressourcen, die den Anteil von Serotonin in deinem Gehirn beeinflussen. Wenn du bestimmte Sachen isst, wird Serotonin ausgeschüttet und hebt somit deine Stimmung.

Ernährung ist aber nicht der einzige relevante Bereich. Auch soziale Ressourcen haben einen ähnlichen Einfluss. Wenn du ein breit gespanntes und sicheres soziales Netz um dich hast und einen hohen sozialen Status genießt, dann wird auch der Serotoninspiegel in deinem Gehirn steigen und dich damit positiv und bestätigt fühlen lassen.3

Wenn du dich je während einer Pokersession ausgelaugt gefühlt hast, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Serotonin etwas damit zu tun hat, da es die Hauptursache für den "Soft Tilt" zu sein scheint. Es beeinträchtigt nämlich nicht nur deine Stimmung, sondern auch deinen Appetit, deinen Schlaf und dein Erinnerungs- und Lernvermögen. Dieser sehr wichtige Neurotransmitter ist also wahrscheinlich der Hauptgrund dafür, warum du nicht so schnell lernst, wie du willst oder warum du immer wieder die gleichen Fehler begehst.4

Bevor ich dir nun zeige, wie du deinen Serotoninspiegel erhöhst und damit "Soft Tilt" vermeidest, musst du zuerst einmal verstehen, wie Serotonin dein Gehirn und damit auch dein Pokerspiel beeinflusst.

Wie Serotonin dein Gehirn beeinflusst

Wie gesagt könnte Serotonin der Grund dafür sein, warum du immer wieder die gleichen Fehler begehst. Das ist im Besonderen der Fall, wenn du das mit einer gewissen Gleichgültigkeit machst. Sich eine negative Angewohnheit abzugewöhnen und zu verändern, obwohl sie ursprünglich positive Folgen hatte, wird als eine Funktion von Serotonin gesehen.5 Dieser Mechanismus ist für ein erfolgreiches Pokerspiel von großer Bedeutung und zudem äußerst ergiebig.

Oft erlebt man, dass ein Gegner für einen Spielzug belohnt wird, der auf lange Sicht mit Sicherheit nicht profitabel sein wird. Vielleicht bringt einen diese Aktion sogar auf einen "Hard Tilt", aber darüber werden wir in einem kommenden Artikel noch sprechen.

Das Wichtige dieses Beispiels ist, dass dieser Spieler die gleiche Entscheidung in der Zukunft sehr wahrscheinlich wieder treffen wird und dafür vielleicht sogar erneut belohnt werden könnte. Obwohl dieser Spielzug also langfristig keinen positiven Erwartungswert hat, so hat die ursprüngliche positive Antwort einen Belohnungskreislauf im Gehirn gestartet, der mit zunehmender Wiederholung immer stärker wird.

Die Unfähigkeit aus Fehlern zu lernen oder deren Nichtbeachtung ist eine Eigenschaft, die von uns als Fische bezeichnete Spieler in hohem Maße in sich tragen. Du bist aber kein Fisch und versuchst daher, immer den besten Spielzug zu machen – unabhängig vom kurzfristigen Ergebnis. Sich etwas abzugewöhnen und neu zu lernen ist also eine äußerst wichtige Fähigkeit, die ein guter Spieler besitzen muss.

In einer aktuellen Studie wurden bei Ratten die Aktivitätszellen von Serotonin blockiert und somit verhindert, dass in ihren Gehirnen Serotonin ausgeschüttet wird. Dadurch wurden diese Ratten gegenüber negativen Ereignissen unsensibler und gleichgültiger. Sie waren weniger in der Lage, ihr Verhalten zu ändern, das diese negativen Ereignisse produziert hatte, und wiederholten dadurch ihre Fehler öfter.6 Du bist natürlich auch keine Ratte, obschon ein Säugetier, weswegen dein hochentwickeltes Gehirn nicht dermaßen abhängig von solchen physiologischen Kleinigkeiten sein kann. Oder etwa doch?

Serotoninmangel

Nur ein kleiner Teil deiner Gehirnzellen ist in der Lage, Serotonin auszuschütten und auch du wirst die Auswirkungen spüren, wenn er daran gehindert wird.7 Wie oben bereits erwähnt, gehört zu den negativen Auswirkungen auch die Unfähigkeit oder Verlangsamung, Verhaltensweisen mit negativen Folgen zu ändern, besonders wenn die gleiche Aktion in der Vergangenheit zu positiven Folgen führte. Dieses Konzept ist besonders vor dem Hintergrund von Bedeutung, dass das Pokerspiel deinen Serotoninspiegel auch dann senken kann, wenn du die richtige Entscheidung triffst.

Beim Poker zu verlieren, egal ob man nun richtig oder falsch entschieden hat, senkt deinen Serotoninspiegel. Dauerhaftes Verlieren führt zu signifikant niedrigen Serotoninspiegeln bei Glücksspielen.8 Genau wie der Serotoninspiegel durch größere wahrgenommene Ressourcen erhöht wird, wird er durch reduzierte Ressourcen gesenkt. Dieser Rückgang ist nicht nur wegen der möglichen Behinderung von Lernprozessen von Bedeutung. Niedrige Spiegel dieses sehr wichtigen Neurotransmitters resultieren in einer folgenden Verhaltensbeschränkung.

Einfacher gesagt: Je niedriger dein Serotoninspiegel ist, desto schwieriger wird es für dich, Verhaltensweisen zu verhindern, die du für falsch erachtest.9 Je mehr du verlierst, desto eher wirst du auch in Zukunft verlieren, da du nur sehr schwer die richtigen Entscheidungen treffen, oder besser gesagt, die richtigen Buttons anklicken kannst. Dabei hört es aber noch nicht auf. Ein niedriger Serotoninspiegel betrifft nicht nur deinen Auftritt an den Pokertischen. Die Auswirkungen betreffen auch dein restliches Leben und können einen tiefgehenden, indirekten Einfluss auf alle Lebensbereiche haben.

Auswirkungen auf den Körper

Ein Rückgang der Serotoninaktivität wird auch mit Atem- und Schlafproblemen in Verbindung gebracht, die beide zur gleichen Zeit auftreten können. Die genauen Zusammenhänge sind hier nicht von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist, dass ein Absinken des Serotoninspiegels zu Schlafproblemen führt, die dein Energielevel negativ beeinflussen.10

Sicher hattest du, als es besonders schlecht lief, auch schon Probleme beim Einschlafen und/oder die ganze Nacht durchzuschlafen. Dadurch steigert sich die Müdigkeit am nächsten Tag und setzt das Problem weiter fort, indem du erneut eher falsche Entscheidungen triffst und sich somit dein Serotoninspiegel noch weiter senkt. Das ist auch einer der Gründe, warum du dir nach einem besonders schlechten Tag oder einem Downswing einen Tag freinehmen solltest. Die Vorzüge dieser Maßnahme sind spür- und messbar. Suboptimale Serotoninspiegel behindern deinen Schlafrythmus und machen es schwierig, dein A-Game zu spielen.

Zunehmende Erschöpfung abzuwehren ist nicht der einzige Grund, ausreichend Schlaf zu finden, denn dieser ist Voraussetzung für bestmögliche mentale und kardiovaskuläre Gesundheit. Im Schlaf baut der Körper nicht nur Muskeln auf, sondern stärkt auch neurale Verbindungen. Das ist wichtig, da ein entscheidender Schritt in der Bildung von Erinnerungen im Schlaf erfolgen soll. In der Tat wird angenommen, dass der Grund dafür, dass Menschen träumen, die Verarbeitung von Informationen und erlebten Ereignissen ist. Außerdem wehrt sich der Körper im Schlaf gegen zahlreiche Toxine.

Um einen gesünderen Nachtschlaf zu erreichen, trinke am besten ein Glas Milch vor dem Schlafengehen, verzichte schon Nachmittags auf Koffein, reduziere deinen Alkoholkonsum (Alkohol lässt dich zwar leichter einschlafen, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, nachts aufzuwachen), verzichte auf Nikotin, welches anregend wirkt, und treibe Sport. Speziell zum Sport gibt es später mehr. Natürlich fördert guter Schlaf eine gesunde Serotoninaktivität.

Ein gesunder Serotoninspiegel hilft dir direkt sowie indirekt. Wie du bereits weißt, fördert dieses Hormon Lernprozesse und Verhaltensänderungen und sorgt so für stetige Verbesserungen. Diese positiven Auswirkungen von gesunden Serotoninspiegeln sind ebenfalls selbstverstärkend. Eine positivere Grundeinstellung erhöht die Wahrscheinlichkeit, von positiveren und gesünderen sozialen Kontakten, die noch größere Serotoninschübe mit sich bringen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dich zu weiteren neuen sozialen Erfahrungen zu motivieren und dich aus deiner Komfortzone zu bewegen.

Kurz- und langfristige Auswirkungen auf den Serotoninspiegel

Du oder eine bekannte Person gehst vielleicht ständig einkaufen, weil es dir oder ihr Glücksgefühle verschafft. Pokerspieler haben zumeist schon in relativ jungen Jahren ein hohes Einkommen zur Verfügung und oft ist ein kluges Investieren dieser Beträge nicht ihr Hauptanliegen. Wie schon gesagt ist die Serotoninausschüttung aber abhängig von den wahrgenommenen Ressourcen.

Wenn du also die diamantbesetzte Uhr oder das schnelle Auto kaufst, wird als Resultat dieser Ressourcenverfügbarkeit Serotonin ausgeschüttet. Diese Dinge könnten dir sogar Bewunderung von deiner direkten sozialen Umgebung bescheren und somit deine wahrgenommenen sozialen Ressourcen ebenfalls erhöhen. Generell lässt sich aber sagen, dass diese Art von Käufen eher Neid und negative soziale Energie erzeugen, als Bewunderung. Noch wichtiger ist, dass dieser materielle Serotoninschub nur kurzfristige positive Effekte hat und langfristig eher negative.

Unsere Vorfahren hätten sich wahrscheinlich relativ wenig für die Unterschiede zwischen einem Honda und einem Mercedes interessiert. Sie waren mehr damit beschäftigt, ihre Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wärme und der Pflege sozialer Kontakte zur Fortpflanzung zu befriedigen.

So kann die Verbesserung unseres Soziallebens deutlichere und langfristigere positive Effekte auf den Serotoninspiegel haben. Vielleicht lohnt es sich nicht, fünf Stunden pro Woche zusätzlich zu spielen, um sich ein schöneres Auto zu kaufen, wenn diese Zeit auch für gemeinsame Stunden mit einer geliebten Person verbracht oder für eine gemeinnützige Arbeit genutzt werden könnte.

Es hat sich außerdem gezeigt, dass eine positive Einstellung und ein angenehmes Wesen die soziale Unterstützung und damit auch die Empfindung von bereitstehenden sozialen Ressourcen stärkt, die damit den Serotoninspiegel weiter steigen lassen.11 Sich auf die materielle Dinge für kurzfristige Serotoninschübe zu verlassen, kann es langfristig erschweren, zukünftig ähnliche Steigerungen wahrzunehmen, da die Wahrnehmungsschwelle mit der Zeit deutlich ansteigen wird.

Der Kauf einer $1.000-Uhr macht dich für den Moment vielleicht glücklich, in ein paar Monaten wird es aber schon eine $3.000-Uhr sein müssen, um eine ähnliche Stimmungsveränderung zu erzielen. Im Gegensatz dazu sind soziale Interaktionen wesentlich kostengünstiger und können eine tiefgreifende und spürbare langfristige Erhöhung des Serotoninspiegels bewirken. Dennoch sind soziale Kontakte nicht der einzige Weg, um eine gesunde Serotoninaktivität zu fördern.

Wege zu einer gesunden Serotoninaktivität

Entgegen weitverbreiteter Annahmen erhöhen Bananen deinen Serotoninspiegel nicht. Das ist ein Mythos. Bananen enthalten zwar durchaus Serotonin, aber keins von der Art, das die Blut-Gehirn-Schwelle überwinden kann und so ins Gehirn gelangt. Es gibt jedoch tatsächlich Substanzen, die du zu dir nehmen kannst, um deinen Serotoninspiegel zu erhöhen.

In einigen Fleisch- und Milchprodukten sowie in einigen Gemüsesorten kommt die essentielle Aminosäure Tryptophan vor. Aminosäuren sind im Grunde die Bausteine von Eiweißen, falls dir der Begriff nicht geläufig ist. Von Tryptophan weiß man, dass es einen großen Einfluss auf die Aktivierung von Serotonin hat. Das Problem dabei ist, dass Nahrungsmittel mit einem hohen Tryptophananteil meist den Serotoninspiegel nur mäßig steigern können, da diese im Vergleich mit anderen Aminosäuren eher inaktiv ist und somit nur in geringem Maße vom Körper aufgenommen wird.12


Du solltest also auf Nahrungsmittel achten, die verglichen mit anderen Aminosäuren einen relativ hohen Tryptophananteil haben. Kichererbsen und Mais sind hierfür gute Beispiele, vor allem weil es davon Zuchtarten mit besonders hohem Tryptophananteil gibt. Zu diesen genetisch speziellen Maisarten gibt es auch internationale Studien, in denen eine signifikant negative Korrelation zwischen dem Konsum von Mais und Mord- bzw. Selbstmordraten in der betreffenden Region herausgestellt wurden. Tryptophan scheint also allgemein Depressionen und Aggression zu reduzieren.13 Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit an dem Einfluss auf den Serotoninspiegel im Gehirn. Die Bedeutung dieses Hormons kann also gar nicht genug hervorgehoben werden.

Es gibt auch Tryptophan-Präparate, die aber in einigen Ländern illegal sind, da diese Aminosäure in Reinform in der Tat als Droge angesehen wird. Du solltest also gewarnt sein, wenn du diese Lösung bevorzugst. Tryptophan wird deinen Insulinspiegel erhöhen. Durch Insulin reguliert der Körper den Blutzuckergehalt. Dieses System erfordert jedoch Beständigkeit. Wenn es über längere Zeit entscheidend durcheinandergebracht wird, kann dies dramatische Folgen haben.14 Zum Glück ist die Ernährung aber nicht der einzige Weg, um den Serotoninspiegel zu erhöhen.

Auch Sport erhöht den Serotoninspiegel des Gehirns. Noch ist unklar, ob die motorische Aktivität an sich zu größerer Aktivität der Neurotransmitter führt (wie es beispielsweise im Falle des Dopamins ist, auf das im nächsten Artikel genauer eingegangen wird) oder ob die körperliche Erschöpfung dabei eine Rolle spielt. Letzteres würde erklären, warum eine Ermüdung des kardiovaskulären Systems die Verfügbarkeit von Tryptophan erhöht, da das BCAA reduziert wird. BCAA ist eine natürlich vorkommende Verbindung, die die Aktivität von Tryptophan hemmt.15 Sport stärkt außerdem deine Herzfunktion und trägt somit entscheidend zu einem glücklichen und gesunden Leben bei.

Wenn es bisher noch nicht offensichtlich wurde: Die Mechanismen und Verhaltensweisen, die dich und deinen Gesundheitszustand charakterisieren, sind nicht unabhängig. Deine Ernährung beeinflusst deinen Schlaf und dein Schlaf beeinflusst deine Ernährung und so fort. Einfacher gesagt führt Gesundheit zu größerer Gesundheit und Aktivität führt zu höherer Aktivität – ein Phänomen, das noch genauer betrachtet wird, wenn wir uns in Artikel 3 dem Dopamin und Ernergieflüssen widmen.

Zusammenfassung

Sport zu treiben, soziale Kontakte zu pflegen und dich gesund zu ernähren macht dich zu einem glücklicheren, produktiveren und objektiveren Pokerspieler. Das wusstest du bereits. Jetzt weißt du aber, warum das so ist, und wirst hoffentlich einige Veränderungen vornehmen, um deinen Serotoninspiegel zu erhöhen. Das macht dich nicht nur zu einem profitableren Pokerspieler, sondern wie du weißt, auch zu einem gesünderen und positiveren Teil deines sozialen Umfelds und der Gesellschaft im Allgemeinen.

Und dabei sind wir nur am Anfang der Betrachtungen des Gehirns im Bezug auf Poker. Wie jemand, dessen Name ich vergessen habe, in einem Buch, an das ich mich nicht mehr erinnere, mal geschrieben hat: “Wissen ist das eine. Seine Aufteilung aber ist ein Eingeständnis an menschliche Schwäche.” Auch ich habe diese Schwäche und hoffe ihr begebt euch mit mir auch im nächsten Artikel “Dopamin und Stimmung” auf die Suche nach psychologischem Wohlbefinden und Pokergewinnen.

Bis dahin übertreibt es nicht mit dem Tryptophan und schaut euch das entsprechende Video an, in dem ihr weitere praktische Ratschläge zur Steigerung eures Serotoninspiegels und eurer Stimmung bekommt, um zu noch besseren Pokerspielern zu werden.

1 Angelo, 2 Angelo, 3 Schroeder, 4 Schroeder, 5 Schroeder, 6 Schroeder, 7 Thayer, 8 Nickerson, 9 Schroeder, 10 Thayer, 11 Young, 12 Young, 13 Young, 14 Young, 15 Young

 

Kommentare (21)

#1 MrPink05, 01.04.11 17:59

first :)

#2 yubinbasya, 01.04.11 18:19

Kanns noch nich lesen... :(

#3 Lunaticone, 02.04.11 05:48

liest sich ganz gut, kannte das meiste schon aber nochma gut sowas aufzufrischen.

#4 shaddiii, 02.04.11 13:31

Extrem interessanter Artikel, merci!

#5 Shqual, 02.04.11 17:48

Wirklich schöner Artikel, freu mich auf den nächsten :)

#6 18andabused, 03.04.11 10:32

ich hab den besten weg seinen serotoninspiegel jeden tag immer gleich zu erhöhen , immer ne kleine nase coke und der tag ist deiner , am besten alle 3 std bisschen!!!!!

#7 Kingmurder, 03.04.11 11:10

Mach mal weiter so: "ich hab den besten weg seinen serotoninspiegel jeden tag immer gleich zu erhöhen , immer ne kleine nase coke und der tag ist deiner , am besten alle 3 std bisschen!!!!!<br /> ...Wenn dein Serotoninspeicher dann leer ist kommste zu mir dem Sozialarbeiter. Hehe...

#8 pwnadine, 03.04.11 21:55

der wahnsinn, jeder artikel verbessert mein Leben, thanks alot

#9 18andabused, 04.04.11 08:14

sozialarbeiter :coolface:

#10 pwnadine, 04.04.11 14:39

sozialarbeiter, whos that ?

#11 Freak92, 04.04.11 14:57

Sehr interessanter Artikel, ich wusste zwar, dass Sport und Ernährung sich positiv auswirken; aber wie genau und in welchem Maß, das ist wirklich hochinteressant!

#12 sjay123, 11.04.11 12:38

Danke für den super Artikel!

#13 amayaner, 14.04.11 02:38

Ein Glas Milch vor dem Schlaf? Also somnius scheint bzgl. Neuronen und Co einiges erzählen zu können, jedoch zeigen neue Langzeittestergebisse (neben dem gesunden Menschenverstand), dass Milch für erwachsene Säugetiere das Schlimmste ist. <br /> <br /> Sonst ein sehr informativer Artikel, danke

#14 FineFlavaP, 15.04.11 19:36

#13 jo milch ist so das schlimmste was man zu sich nehmen kann. Dadurch das es die darmzotten verklebt, kann es jegliche nährstoffaufnahme verhindern.

#15 LuckOnHoldem, 31.05.11 11:23

@ 13 und 14<br /> Wovon redet ihr? Könnt ihr mich evtl. mit einem Link versorgen? Finde bei google auf die schnelle jetzt nix. Würds allerdings super gerne durchlesen!

#16 Nikita1972, 24.06.11 19:51

Sehr schön sein Wissen mal auf anderer Ebene zu erweitern und ich werde versuchen, ein bissle weniger Rippchen mit Barbecuesoße zu essen ^^ Das ist wohl mein Serotoninverstärker ^^

#17 mergelina, 07.08.11 08:04

"Das wusstest du bereits. Jetzt weißt du aber, warum das so ist"<br /> <br /> was für ein Artikel! Perfekt.<br /> <br /> Ich werde das als Mod der Sorgenhotline sehr konstruktiv verwenden können. Thx!<br /> <br /> Jetzt ist auch kler, warum man sich mehr mit content beschäftiguing sollte wahrend Upswing. Das ist ein vielfaches effizienter als die (manchmal notbremsenartige und verzweifelte) Weiterbildung während eines Downs.<br /> <br /> sehr schön danke, Das Puzzle fügt sich zu einem ganzen zusammen.

#18 caeci, 19.01.12 15:34

Geh´ mir ab mit Milch!<br /> <br /> Ansonsten geht es in die richtige Richtung.<br /> <br /> Laut Wiki haben Walnüsse besonders viel Serotonin,die werden die Hirnschranke wohl auch nicht überwinden,aber Nüsse in Maßen gehen immer...

#19 Alexandro559, 05.03.13 18:15

Superartikel ich glaube ich werde dem nächst einiges aus Psychologischer sicht bei mir ändern müssen...<br /> <br /> Glück ist der Weg zum Erfolg

#20 ihatewonderbras, 11.07.14 19:30

sehr geil

#21 joel1893, 26.08.14 11:27

Super Artikel, in der Reihe wird aber immer Milch empfohlen, meines Wissens, ist aber eine Milch und Fleichreiche Ernährung schlecht für den Serotinenspiegel, wegen des hohen Eiweis Gehaltes?