Mit Strategie zum dauerhaften Erfolg im Online Poker – jetzt kostenlos anmelden!

Die stärksten Strategien Mit der richtigen Strategie wird Poker zum Kinderspiel. Unsere Autoren zeigen Schritt für Schritt, wie es geht.

Die klügsten Köpfe Lerne von und mit international erfolgreichen Pokerprofis in unseren Live-Coachings und im Forum.

Gratis Pokergeld PokerStrategy.com kostet dich nichts. Und es wartet gratis Pokergeld auf dich.

Du bist schon PokerStrategy.com Mitglied? Logg dich hier ein

StrategiePsychologie

Selbstmanagement als Pokerspieler

1. Einleitung

Neben den strategischen-technischen Fertigkeiten kommt es beim Pokern darauf an, sich selbst unter Kontrolle zu haben.

Poker ist ein Kampf gegen das eigene Ich! Überall lauern Gefahren und Versuchungen, vom richtigen Wege ab zukommen.

Wir zeigen Euch hier sämtliche Fallstricke auf und ebenso die Mittel, wie Ihr Eure Standhaftigkeit stärken könnt. Die genannten Beispiele beziehen sich auf Fixed Limit.

2. Das Bad Beat-Problem

Bad Beat ist der Fachausdruck für folgendes Phänomen: Man spielt eine qualitativ hochwertige Hand, trifft den Flop oder hat dort bereits ein hohes Paar, nur um von einer minderwertigen Hand überholt zu werden. Der Niederlage ist beim Bad Beat stets ein schlechtes Spiel vom Gegner vorausgegangen.


Lasse dich nie durch schmerzhafte Erlebnisse vom theoretisch richtigen Weg abbringen!

Man raist mit AK, der Gegner callt das Raise cold (2 Bets auf einmal) mit A6s. Der Flop kommt A 6 2 rainbow (dreifarbig).

Man hat allen Grund anzunehmen, weit vorne zu liegen und verliert die Hand schließlich gegen 2 Paar. Der Pre-Flop Call vom Gegner war katastrophal schlecht. In solchen Fällen möchte man sich die Haare raufen. Verlieren ist ja schon schlimm genug, dann aber noch gegen einen Vollidioten. Kommen mehrere Bad Beats hintereinander, stellt das die eigene Belastbarkeit auf eine harte Probe.

Dadurch kann es zu Kurzschlusshandlungen kommen: Du traust dich nicht mehr, mit guten Händen zu raisen. „Ich werde ja doch wieder unterwegs bis zum River eingeholt. Da investiere ich lieber nicht so viel Geld.“ Das ist natürlich ein Fehler. Man versäumt damit, möglichst viel Geld mit seinen starken Händen zu verdienen, und erlaubt schwachen Händen in der Hand zu bleiben und einen noch einzuholen.

Belehre / Beschimpfe deine Gegner (Kunden) nicht!
Oder du bist versucht, den Gegner auf sein schwaches Spiel hinzuweisen (zu belehren) oder gar zu beschimpfen.

Dies ist nachvollziehbar aber auch in einer gewissen Weise absurd. Man beschimpft den Gegner als Anfänger / schlechten Spieler und outet sich dabei selbst als einer, indem man elementare Anfängerfehler begeht.

 

Wenn man Gegner belehrt, kann das mehrere Folgen haben:

  1. Der Gegner wird schlauer und damit gefährlicher.

  2. Der Gegner, der nur zum Zocken kam, wird durch die verbissene Atmosphäre zu mehr Ehrgeiz und Konzentration animiert.


Beschimpfen ist noch schlimmer. Erstens ist das nicht nett und zweitens dumm. Die schlechten Gegner sind die Kunden des seriösen Pokerspielers. Die Beschimpfung der eigenen Kunden ist wahrlich kein Zeichen von Intelligenz. Häufig verlässt der Beschimpfte Just-for-Fun-Player darauf den Tisch, denn der Spaß ist ihm vergangen.

Habe immer einen längerfristigen Fokus. Habe immer das große Bild vor Augen!

Wichtig ist die Einsicht, dass einem die schlechten Spieler durch ungerechtfertigtes Callen mehr Profit einbringen, als sie durch Bad Beats wieder abziehen. Man will diese Spieler am Tisch haben und man will, dass sie genauso spielen, wie sie es tun! Also, kein Grund auszurasten, wenn sie mal treffen. Menschliche Größe ist, sich ins Unabänderliche zu fügen (nach Nietzsche).

3. Das Downswing-Problem

Mein Mitgefühl ist bei jenen, die gerade einen fiesen Downswing durchlaufen. Natürlich hatte ich auch schon mehrfach damit zu tun. Es ist immer wieder ein frustrierendes Erlebnis.

Die 50 BB Regel: Verliert man während einer Session mehr als 50 BB, so macht man am besten bis zum nächsten Tag Pause.

 

3.1. Der kurzfristige Downswing

Kurzfristige Downswings ereignen sich ziemlich oft. Man spielt seinen normalen soliden Stil und am Ende der Session hat man ordentlich Geld verloren.

Wie ist das zu erklären? Im Prinzip ist es nichts anderes als eine Verkettung unglücklicher Ereignisse.

Jede Menge zweitbeste Hände, Bad Beats und dann noch all die kostspieligen High Quality Draws, die sich nicht materialisieren wollen.

 

Für viele Spieler ist es angebracht, eine Stop-Loss-Marke festzulegen. Diese könnte sehr gut bei - 50 BB (Big Bets) liegen.

Es ist nun einmal so: Wenn man verliert, dann verschlechtert sich die Stimmung. Es besteht die Gefahr, dass man dann nicht mehr seine optimale Leistung bringen kann.
Umgekehrt gilt ja auch, dass man alles, was man mit Freude macht, besonders gut erledigt. Jeder, der dazu neigt, schlechter zu spielen, wenn er verliert, sollte sich strikt an eine bestimmte Stop-Loss-Marke halten.

Wenn man verliert, kann dies auch äußere Umstände haben. Vielleicht sind die Gegner besonders stark.

Es spricht jedenfalls einiges dafür, ein wenig Abstand zwischen sich und den Misserfolg zu bringen. Morgen ist auch noch ein Tag!


 

3.2. Der langfristige Downswing

Der eigentliche Härtetest für den Pokerspieler ist der langfristige Downswing.

Dieser kann sich über Wochen erstrecken und hat schon manche verheißungsvolle Pokerkarriere beendet, bevor sie eigentlich begann. So unwahrscheinlich es klingt, aber auch sehr lange Pechsträhnen befinden sich durchaus im Rahmen des mathematisch Plausiblen. Um sich gegen die psychische Belastung während eines Downswings zu wappnen, sollte man sich auf jeden Fall mit der mathematischen Natur von Glücks- und Pechsträhnen vertraut machen.

 

Zwar ist Poker ein Strategiespiel, aber es kann oft sehr lange dauern, bis die richtige Spielweise Früchte trägt. Denn die Varianz ist unerwartet groß

Unter Umständen kann man über mehrere tausend Hände Verlust machen, obwohl man perfekt gespielt hat. Andererseits kann aber auch der Gewinn über die gleiche Zahl an Händen deutlich größer sein als erwartet.

Auf lange Sicht jedoch, wird sich der tatsächliche Gewinn mit dem mathematisch erwarteten Gewinn (hinsichtlich der eigenen Spielstärke) decken.

Überprüfe, ob der Downswing spielerische Ursachen hat

Natürlich ist nicht auszuschließen, dass ein Downswing spielerische Ursachen hat. Man sollte sich stets fragen, ob das Limit einen nicht überfordert. Wer unsere Anweisungen zum richtigen Bankrollmanagement befolgt, der wird natürlich automatisch im Limit herunter gehen, wenn es längerfristig schlecht läuft.




Benutze den Downswing, um dich vermehrt mit der theoretischen Seite des Pokerns zu beschäftigen!

Ein Downswing ist immer eine gute Gelegenheit, sein eigenes Können auf den Prüfstand zu stellen. Wo sind meine Schwächen, wo die Leaks, durch die ständig Geld versickert? Während einer Pechsträhne sollte man verstärkt an seinem Spiel arbeiten und sich vermehrt mit Literatur beschäftigen. Da das Spielen ja in solchen Phasen ohnehin nicht so viel Freude bereitet, dürfte das nicht schwerfallen.

Mache dich mit der mathematischen Natur von Glücks- und Pechsträhnen vertraut!

Es hilft zumeist mit einer Problematik klar zukommen, wenn man diese in ihrem Ansatz versteht. Wer die Unabänderlichkeit von Glück und Pech versteht, kann sich leichter in sie fügen und sich nicht von ihr beeinflussen lassen. Spiele wie eine Maschine !

4. Das Lern-Problem

Viele Spieler bleiben auf einem bestimmten Niveau stecken, da Ihr gewohnter Lernmechanismus beim Pokern versagt. Sie tappen in die Falle des ergebnisorientierten Denkens!


Lasse dich nicht von einzelnen Ereignissen irritieren. Ziehe Schlussfolgerungen nur auf Basis ausreichend großer Datenmengen!

Wie wir gezeigt haben, darf man die korrekte Spielweise einer Hand nicht an deren Ergebnis festmachen.
Es gibt Hände, die man komplett falsch gespielt aber gewonnen hat, und welche, die man absolut korrekt gespielt aber verloren hat.


Lerne Poker auf eine abstrakte, theoretische Weise!

Dies stellt den menschlich angeborenen Lernmechanismus extrem auf die Probe.
Das Gehirn arbeitet üblicherweise in Abhängigkeit von kurzfristigem Erfolg- und Misserfolg, d.h. nach der Methode von "Trial and Error". Poker ist aber ein langfristig angelegtes Spiel.
Der Erfolg stellt sich sehr häufig zeitverzögert ein. Lernen bedeutet hier in erster Linie, die theoretischen Grundlagen und Prinzipien ausgiebig zu studieren und durch Anwendung in der Praxis zu verfestigen.

5. Das Kaffeesatzleserei-Problem

Das Kaffeesatzleserei-Problem ist mit dem Lernproblem verwandt und basiert auf einer der größten Fähigkeiten des menschlichen Gehirns: der Mustererkennung.

Der Mensch lernt, indem er im gewaltigen und chaotischen Strom der Sinneseindrücke nach Analogien, wiederkehrenden Strukturen und Sinnzusammenhängen sucht.

Dieser unbremsbare zerebrale Trieb ist ungemein produktiv, führt aber auch häufig dazu, dass Muster erkannt werden, wo einfach keine existieren.

Beim Pokern versteifen sich einige fantasievolle Zeitgenossen gerne dazu, Prognosen aufgrund vergangener Begebenheiten anzustellen, obwohl diese keinerlei Einfluss auf die Zukunft haben.

Glücks- und Pechsträhnen sind Begriffe, die Vergangenes sehr gut beschreiben können, aber mehr auch nicht. Man kann sie immer nur im Rückspiegel erkennen.


Immer schön rational bleiben! Ziehe keine Verbindungen zwischen voneinander unabhängigen Ereignissen!


Wenn ich meinen Flush Draw fünf Mal hintereinander verfehlt habe, dann hat das keine Auswirkung auf meinen nächsten Flush Draw.

Es bedeutet keinesfalls, dass ich aufhören sollte, mit meinen Flush Draws bis zum River zu gehen, "weil es eh nicht klappt".

Wenn ich gerade viel Geld verloren habe, dann war das zweifelsohne eine Pechsträhne. Diese hat aber keine Auswirkung auf die Zukunft.

6. Das Ungedulds-Problem

Wer sich an unseren Pre-Flop-Chart hält, spielt im Durchschnitt 20 % seiner Hände. In vier von fünf Fällen schmeißt er seine Karten weg.


Die Mega-Pokerregel: Winning by folding!


Einige Spieler langweilen sich dann, weil ihnen die Action fehlt.

Sie erinnern daran, dass der heroische Cowboy im Film eher durch waghalsige Bluffs als durch kleinliches Ablegen seiner Karten aufgefallen ist. Aber das ist Hollywood.

Die Realität ist eher nüchtern. Nur wer sich strikt daran hält, ausschließlich Qualitätshände zu spielen, wird mit Erfolg belohnt.

Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch auf dem Flop. Wenn man nichts getroffen hat – weg damit. Das Folden ist eure stärkste Waffe beim Pokern!

Übrigens gibt es überhaupt keinen Grund, sich zu langweilen. Selbst außerhalb der Hand gibt es jede Menge zu tun.

Um erfolgreich zu pokern, muss man seine Gegner beobachten und klassifizieren.
Auf Partypoker kann man sich über die Hyperlinks oben rechts die Handhistories anschauen und daraus Rückschlüsse auf die gegnerischen Verhaltensmuster ziehen.
Wenn man vom absoluten Anfänger zum Fortgeschrittenen avanciert, wird man in der Lage sein, konzentriert an zwei Tischen zu spielen. Die Langeweile dürfte dann verschwinden.

Oder aber, man steigt so weit in den Limits auf, dass das auf dem Spiel stehende Geld für den nötigen Adrenalinkitzel sorgt. Spätestens dann sollte man mit Respekt und Sorgfalt an seine Pokerpartien gehen.


Beobachte deine Gegner nach dem Folden. Praktiziere Handreading!


Ein weiteres Mittel gegen die Langeweile ist das Praktizieren des Handreadings.
Handreading ist eine der anspruchsvollsten und wichtigsten Fähigkeiten beim Pokern. Man sollte es ständig trainieren, um seine Skills darin zu schärfen.

Benutzt die gefoldeten Hände, um zu überlegen, welche Karten die verbleibenden Spieler halten könnten.

7. Das Break-even-Problem

Vielen Spielern fällt es schwer, die Session mit einem Verlust zu beenden. Dies führt dazu, dass man länger spielt, als es die Konzentrationsfähigkeit gebietet.

Spiele nicht aggressiver, wenn du hinten liegst!


Besonders gefährlich ist dieses Phänomen natürlich kurz vorm Zubettgehen, da die übergroße Müdigkeit zu einem deutlichen Abfall der Spielstärke führt.

Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, die Verluste auf Biegen und Brechen wieder auszugleichen. Eine überaggressive Spielweise führt meistens zu noch größeren Verlusten.


Halte dich an feste Spielzeiten!

Durch das einplanen fester Spielzeiten schützt man sich vor Break-even Problemen und erleichtert sich das spielen dadurch ungemein.


It’s one big session!

Hier sollte man sich stets das Zitat von David Sklansky vor Augen führen:"It's one big session."

Unsere Pokerlaufbahn ist eine große Sitzung und die nächste Stunde ist immer die nächste Stunde, egal ob sie sofort stattfindet oder am nächsten Morgen, wenn man wieder ausgeschlafen ist.

Die einzelne Session ist somit nur eine künstliche, willkürliche Einteilung ohne wirklichen Realitätswert.

Hat man sich eine große Bankroll erspielt, wird man auch nach einer verlorenen Session noch deutlich im Plus sein. Man war vorher ein Winning Player; man ist auch hinterher ein Winning Player.

Es gibt absolut keinen Grund zur Beunruhigung.


Verlasse den Tisch, wenn sich die Bedingungen rapide verschlechtern, egal ob du vorne oder hinten liegst.

Eine spezielle Form des Break-even-Problems entsteht im Rahmen der Table Selection-Problematik.

Leider passiert folgendes sehr häufig: Man sucht sich einen Tisch mit schwachen Spielern und gerät dort in Rückstand. Ehe man sich versieht, ist der Großteil der Zielobjekte verschwunden.

Der Tisch ist nun sehr tight geworden. Viele Spieler bleiben in solchen Fällen am Tisch sitzen, da sie ihn nicht als Loser verlassen wollen.

Diese Einstellung ist natürlich falsch. Beim Pokern geht es stets um den Erwartungswert und der ist nun mal höher an Tischen mit schwachen Spielern.


8. Das Ego-Problem

Einige Menschen besitzen ein größeres Ego als andere. Beim Pokern kann das verschiedene Konsequenzen haben:


Es geht nicht um Pötte, sondern um Geld.


Die hyper-aggressiven Spieler, genannt Maniacs haben den Drang, im Mittelpunkt zu stehen und durch exzessives Bluffen ihre Gegner aus der Hand zu drängen.

Sie möchten möglichst viele Pötte gewinnen, um ihre Persönlichkeit damit aufzuwerten. In der Tat gewinnen sie viele Pötte, aber sie verlieren auf Dauer all ihr Geld.

Dem erfolgreichen Pokerspieler geht es nicht um Pötte, sondern um einen positiven Saldo.


Spiele nur die Limits, die du schlagen kannst!

Einige Spieler suchen die Herausforderung. Sie wollen sich auf hohen Limits mit starken Gegnern messen. Die Low Limits sind unter ihrer Würde. Wer über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, der mag diesen Weg einschlagen und als sein Privatvergnügen betrachten.


Spiele nur, wenn du einen Vorteil hast!

Für gewinnorientierte Pokerfreunde ist diese Einstellung selbstredend zerstörerisch. Erfolgreiche Pokerprofis haben eines gemein.

Sie spielen nur, wenn sie einen Vorteil für sich erkennen. Treffen sie auf starken Widerstand, weichen sie aus. Beim Pokern gibt es kein Platz für eine Art falsch verstandene Ritterehre.

Es geht einzig und allein um Overlay, Edge und Profit.

9. Das Misstrauen-Problem

Lasst andere den Tisch-Sheriff spielen!

Misstrauische Naturen neigen dazu, zu oft zu callen, da sie es nicht ertragen können, geblufft zu werden.

Möglicherweise haben sie im Leben schlechte Erfahrungen gemacht, sind verletzt und betrogen worden.

Sie betrachten es als Demütigungen, aus einer Hand heraus geblufft zu werden und setzen nun alles daran, dieses Trauma zu verhindern.


Wer noch nie einen Winner gefoldet hat, spielt viel zu loose!

Wie wir alle wissen, ist übermäßiges Callen ein Loosing Play. Mein Ratschlag: Am Pokertisch ja nichts persönlich nehmen. Es ist keine Schande aus der Hand geblufft zu werden.

10. Das Pessimismus-Problem

Nicht hinter jedem Baum steht gleich der Butzemann!

Der Pessimist sieht ständig die Nuts gegen sich. Er spielt viel zu schüchtern und holt zu wenig Value aus seinen starken Händen heraus.

Außerdem lässt er sich wirklich (siehe Punkt 7) zu oft aus der Hand bluffen.

11. Das Rache-Problem

Rachegedanken vernebeln die Sinne und schwächen die Urteilskraft!

Es kommt häufig vor, dass man gerade bei einem speziellen Gegner sehr viel Geld ablädt, möglicherweise in Verbindung mit fürchterlichen Bad Beats. Da steigen dann manchmal schon negative Gefühle in einem auf. Trotzdem sollte man die Angelegenheit auf keinen Fall persönlich nehmen. Spielt weiterhin euer objektives, wissenschaftlich korrektes A-Game.

12. Das Fokus-Problem

Sorge für gute Spielbedingungen!

Es gibt viele potentielle Konzentrationskiller beim Pokern: Müdigkeit, Alkoholgenuss, Ablenkungen wie z.B. Fernsehen gucken, email beantworten etc..


13. Das Komfortzonen-Problem

Wenn deine Spielstärke dafür ausreicht, wähle das Limit, welches genau im Zentrum deiner finanziellen Komfortzone liegt.

Die Wahl des richtigen Limits hat auch viel mit der eigenen Komfortzone zu tun.
Für jeden hat das Geld einen individuellen Wert. Spielt man auf einem niedrigen Limit, kann es sein, dass man den Einsatz nicht genügend achtet, und anfängt, zu lässig zu spielen.
Spielt man dagegen auf einem Niveau über der eigenen Komfortzone, stellt sich leicht eine Art Beklommenheit ein.
Man verhält sich passiver, als es die strategische Vernunft gebietet.



14. Die Tugenden des Pokerspielers

Fassen wir an dieser Stelle noch einmal alle Tugenden des Pokerspielers zusammen:

  • Geduld
  • Disziplin
  • Gelassenheit
  • Fleiß
  • Objektivität (Selbstkritik)
  • Gesunder Optimismus, Courage
  • Sportsgeist
  • Wirtschaftliche Vernunft
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Nervenstärke
  • Bescheidenheit, Demut


15. Schlussüberlegung

Neben den spieltechnischen Anforderungen stellt Poker eine große Herausforderung für eure charakterliche Disposition dar.

Wer die Mehrzahl der aufgeführten Tugenden bei sich vermisst, dem empfehle ich, sich gründlich zu überlegen, ob er sich das Ganze überhaupt antun will.

Auf der Positivseite kann man all die psychischen Fallstricke natürlich auch als Chance begreifen.

Nicht zuletzt durch diese Abhandlung werdet Ihr auf der psychologischen Seite von unserem Team einigermaßen gut betreut. Anders sieht es bei euren Gegnern aus.
Teilweise sind die auf sich allein gestellt und völlig ohne Plan.
Jedes der genannten Probleme ist damit eine potentielle Falle für eure Gegner und ein Vorteil für Euch.

Poker wird manchmal als verrucht, sündhaft und geldlastig beschrieben.
Sicherlich ist da etwas dran, aber es gibt auch eine andere Seite. Richtig erfolgreich wird nur derjenige, der ständig an sich und den Pokertugenden arbeitet.

Jede Session stellt den eigenen Charakter immer wieder auf eine neue, harte Probe. Jede Session ist eine Schulung der eigenen Geduld, Disziplin und Gelassenheit.
Jeder Downswing macht demütig. Poker hat damit durchaus eine Art meditative Note.


16. Literaturhinweis

Psychologische Aspekte werden in vielen Pokerbüchern erwähnt. Die spezielle Natur des Themas geht eigentlich über den Anfängerbereich hinaus. Da dieser Artikel aber auch von Fortgeschrittenen gelesen wird, hier ein paar Buchempfehlungen. Die folgenden zwei beschäftigen sich ausschließlich mit Psychologie, wobei das Zen-Buch etwas esoterisch ist:
  • The Psychology of Poker, Dr. Alan Schoonmaker, Twoplustwo
  • Zen and the Art of Poker, Larry W. Phillips, A Plume Book
Die nächsten zwei bieten ebenfalls gutes Material:
  • Inside the Pokermind, John Feneey, Twoplustwo
  • Ace on the River, Barry Greenstein, Last Knight Publishing
 

Kommentare (47)

#1 tomac, 01.02.08 17:38

Danke für diese interessanten Ausführungen.Hat sehr geholfen die bad Beats mit etwas anderen Augen zu sehen.

#2 bbgt, 04.02.08 21:45

Danke für diesen Artikel. Habe gesehen, dass ich einiges schon halbwegs im Griff habe, aber auch bei manchem noch hart arbeiten muss. Vor allem der Punkt Rache-Problem...da habe ich mich sofort erkannt ;)

#3 ibumania, 14.03.08 21:16

grandios... denke jeder erkennt sich da wieder. vor allem "It’s one big session!" - da hab etwas für gebraucht:, aber wenn man sich sagt dass IMMER, d.h. 24/7 irgendwo ein tisch auf seinem limit frei ist, hilft das ungemein

#4 BadBaby, 26.03.08 14:16

wow.... ist ein genialer Aritkel, muss wohl noch hart an mir arbeiten!

#5 jozef2k7, 21.04.08 10:48

tja... ich hab immer mit fernsehen die langeweile zwischen den spielbaren händen überbrückt.
aber ihr habt mich überzeugt.
manchmal sind die reads mehr als wichtig für schwere entscheidungen.
danke

#6 bagpack, 20.05.08 12:12

Sehr guter Artikel.

#7 Witz84, 21.05.08 19:59

Genau das habe ich jetzt gebraucht, danke für die Tiltreihe hier. Bin nämlich in meiner ersten 15k Breakeavenphase

#8 sinistre, 28.05.08 15:00

teile dieses artikels könnte man sich pamphlethaft an die wände seiner wohnung nageln, oder gleich rund um den monitor. auch wenn die meisten erkenntnisse unumstößlich und völlig offenbar sind, vergißt man sie immer mal wieder für kurze momente - glück für andere... - noch (-´

#9 parasiempre6, 03.06.08 09:08

Super Artikel... :)

Sollte ich ausdrucken und meine Wand mit tapezieren:P

#10 danymue, 06.06.08 05:51

Sehr guter Artikel

#11 sinibini, 20.07.08 17:47

da kann man als strategie mitglied aber froh sein so was geboten zu kriegen ist glaib ich so das wichtigste für jeden der am pokern nicht kaputt gehen will das geht nämlich auch

#12 sjay123, 07.09.08 15:24

super Artikel!

#13 Odinho85, 15.09.08 12:43

Sehr guter Artikel

#14 d0LL4r1990, 28.10.08 20:48

Vielen Dank, für diesen sehr sehr guten Artikel. Habe viel drauß gelernt und werde ihn mir, als derzeitiger Anfänger, jeden Tag durchlesen, um an mir zu arbeiten.

#15 malexmave, 06.01.09 21:09

Danke für den Artikel, ich habe heute mein erstes Echtgeldspiel überhaupt gehabt und mit der SSS gleich 3$ gewinn gemacht xD.
Die Tugenden sollte ich mir irgendwo an den Bildschirm nageln oder so.

#16 fiendish, 12.01.09 02:04

"Wir zeigen Euch hier sämtliche Fallstricke auf und ebenso die Mittel, wie Ihr Eure Standhaftigkeit stärken könnt. "

Das finde ich ist doch etwas überambitioniert und zeigt auch nicht unbedingt von großer selbstreflektion, zu welcher aber wiederum in diesem Artikel geraten wird. Ich würde empfehlen es in "die größten und am häufigsten auftretenden Fallstricke" zu ändern.

Ansonsten ein netter Artikel, zu den Tugenden würde ich Frustrationstolerant hinzufügen, denn auch im Umgang mit Frust, welcher jedem Pokerspieler zwangsläufig ereilen wird, unterscheidet sich der winning player vom loosing player

#17 chaissa, 04.02.09 21:36

Sehr schöner Einblick auf die Punkte neben dem "Kartenspielen". Diese "Tugenden" sind nicht nur beim Pokern hilfreich und verhelfen einem auch im übrigen Leben weiter. Eigentlich Erkenntnisse des Lebens, oder auch "Lebensweisheiten" die sich ein jeder aneignen sollte. Um von diesen Inhalten zu profitieren ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, wie auch im Artikel erwähnt, sich in seiner Komfortzone aufzuhalten, d.h. sicheres Bankrollmanagement.

#18 bruce433, 08.02.09 12:41

thanks a lot - bin beim start auf mansion in den ersten tage auf 70$ gestiegen um dann auf 16$ abzustürzen, jetzt nach viel zen und viel demut wieder bei 40$ - it´s one big session, egal wie die einzelne ausging - und no emotions - angst, gier, hoffnung und stolz sind die begleiter des pleitiers, alles hier verinnerlichen - das hilft.

#19 Eurynnia, 07.04.09 14:30

Ooooooh, es ist gar nicht so einfach, seine Wut unter Kontrolle zu halten, wenn man von einem grottenschlechten Spieler ausgeluckt wird. :-( *sniff*.

Ein toller Artikel, der mir - unter anderem - hierbei helfen wird!

Danke!

#20 Gunius, 10.05.09 15:52

Wird ins Spiel eingebaut, ablenken lassen geht ganz gut bisher, der PC ist einfach dafür gebaut worden :<

#21 faetzer, 20.05.09 08:27

Hatte gerade 1/3 meiner BR in nur drei Tagen verloren und war auf Tilt bevor ich diesen Artikel las. Das Prinzip "one big session" kann man nicht genug betonen. Das hilft mir zumindest sehr, mich zu disziplinieren.

#22 Renitz, 21.05.09 17:53

"Nicht hinter jedem Baum steht gleich der Butzemann!"

danke, ps.de

#23 Tartarus, 26.07.09 17:00

50 BB regel???

Tut mir leid aber ich geh ja schon mit 100BB an den tisch...
ich würd ja garnet mehr zum spielen kommen wenn ich das beachte... vorallem beim omaha... da verliert man leicht mal den stack...

ich glaube dennoch den tieferen sinn zu verstehen ;)

#24 ElMoe19, 04.08.09 22:18

könnte mir mal jemand den mathematischen Hintergrund erläutern wie man darauf kommt das man jede 5 hand spielt, wenn mann sich an die preflopcharts hält.
ich komme laut stats gerade mal auf 12 %
bin ich einfach nur ein pechvogel?

#25 YourHatred, 02.09.09 15:09

Danke für den Artikel, ist zwar alles im Hinterkopf, aber ich denk mir halt doch viel zu oft "Ach scheiß drauf" ;). Muss mich noch ein bisschen disziplinieren ;)

#26 NavyCdr, 09.11.09 15:23

Ich habe schon ein paar Poker Buecher gelesen und jetzt so ueber 1,5 Jahre hinweg im Durschnitt nur verloren. Das aendert sich zum Glueck gerade etwas nachdem ich auf SSS umgestiegen bin. Solche Artikel muss man nicht nur lesen und verstehen, sondern auch strikt nach ihnen HANDELN!

Artikel wie solche sind meiner Meinung nach der eigentliche Schluessel zum langfristig erfolgreichen Poker spielen. Da insbesondere das online Spielen zu einem sehr grossem Teil nur auf harten Zahlen und Fakten basiert, die alle mathematisch begruendet sind. Es ist natuerlich immer der Spieler selbst, der die Verluste verursacht. Und - das ist wichtig! - nicht weil er die Regeln, die Zahlen und die Mathematik nicht verstanden hat, sondern weil er staendig (so auch ich) gegen die beschriebenen Grundsaetze verstoesst.

Also warum verdammt nochmal handelt man in der Pokersitation, immer wieder gegen das besseren Wissen, das man noch eben 5 Minuten vorher nachgelesen hat??? Warum laueft man dem AA hinterher, wenn auf dem Turn schon 4 Mal die gleiche Farbe liegt??

Ich werde mal zusaetzlich eins der genannten Buecher lesen. Und melde mich dann 10.000 Haende spaeter mal wieder.

#27 JackAce91, 20.12.09 22:27

das warn jetzt alles sachen über die ich mir bereits im klaren war... aber jetzt wo ich durch diesen artikel darüber nechdenken musste hab ich mich bei vielen sachen erkannt und weiß das ich noch sehr viel an mir arbeiten muss und das ich mich nicht in einem downswing befinde sondern einiges falsch mache... thx ;)

#28 Th0m4sBC, 01.01.10 12:10

Best.Artikel.Ever

#29 Dyonis88, 01.01.10 13:45

Der Artikel hat mir sehr gefallen und die Pokertugenden werde ich in nächster Zeit auf jeden Fall im Kopf behalten!
MfG

#30 DS111, 14.01.10 11:07

"Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, die Verluste auf Biegen und Brechen wieder auszugleichen. Eine überaggressive Spielweise führt meistens zu noch größeren Verlusten."

Wie recht der Autor doch hat. Schöner Artikel!

#31 Mikomika, 04.05.10 10:25

Vielen Dank für diese Ausführungen. Einen Punkt könnte man hier noch anfügen: die körperliche Verfassung. Ist zwar schon hinlichlich langem Spielen angesprochen worden, aber ich stelle bei mir fest, dass ich zu Zeit nur noch vor der Kiste hänge und mir Poker reinziehe. Ich merke, dass mir der körperliche Ausgleich fehlt. Das bedeutet, dass meine allgemeine Konzentrationsfähigkeit herabgesetzt ist. Nicht nur die nach einer langen Session. Ich überlege mir gerade etwas für mich wie: 3h Pokern <-> 1h Sport. Mal sehen, ob ich das schaffe ;-)

#32 muffyx, 18.05.10 18:25

Das gibt noch mehr anlass zu überlegen und Lernen. Danke

#33 United28, 09.08.10 09:33

Ein toller Artikel ich hab mich oft wieder erkannt aber ich fühle mich auch ein wenig bestätigt da ich wirklich nur gute Hände spiele und diese dann auch erfolgreich ich sehe bei Turnieren oft Spieler die viele Chips haben aber diese alle verdonken weil sie meinen einen auf Bluffer zu machen und ihre Blätter komplett überspielen. Ich wurde dafür kritisiert
das ich ja nur gute Hände und damit auch wenig Hände spielen sie sagen oft das das doch langweilig wäre aber nur so gehts meiner Meinung nach.
Was mein grösster Fehler ist den es gilt abzustellen ist das ich manchmal doch zu ängstlich spiele und dieses Phänomen das ich oft denke der Gegner hat ein unschlagbares Blatt dieses gilt es jetzt abzustellen und ich glaube der wichtigste Punkt ist Selbstkritik und dort hab ich mich schon gut verbessert und das dank dieser tollen Artikel

#34 LosMilkos, 15.09.10 17:07

Super Artikel, hat mir echt weiter geholfen mein Denken anders umzusetzten!

#35 Stronz70, 01.12.10 13:08

Diesen Artikel werd ich mir öfter zur Brust nehmen...
GJ weiter so....

#36 ultraradi, 08.02.11 20:49

Bei mir funktioniert das eigentlich mit den tugenden ganz gut ...zumindestens beim cashgame(mikrolimit)....ausser wenn die ostblockfraktion dazukommt.....dann ist es meistens nach langen zusammenreißen schnell wieder vorbei....
;)zum erbrechen diese spielweise ! ! !
Super artikel..funktioniert auf jeden fall...was ich auch noch wichtig finde,mann sollte keine profitvorraussagen treffen.geht meistens genau dann schief

gl an alle
mfg

#37 Skarj, 25.03.11 12:35

Aller erste Sahne, dieser Artikel!

#38 pisaopfer71, 01.04.11 13:13

Interessant ...

#39 96joni, 23.06.11 13:37

Big Bet = Big Blind? (Bei dem Stop Loss Limit) Ich meine, wenn ich einmal meinen Startstack bei der MSS verliere, dann habe ich ja schon 40BB verloren, dann kann ich ja gleich aufhören :P

#40 Underdog66, 09.08.11 13:44

@ 39
"Die genannten Beispiele beziehen sich auf Fixed Limit. " heißt es in der Einleitung

#41 Pakoone1983, 04.09.11 18:17

Ich hasse Bad Beats immernoch. Wie die dann einen im River noch abziehen, mit 28o oder sone Dreckshänden! :(

#42 Sickcore, 06.06.12 10:21

Naja, mein Stop Loss Limit liegt nicht bei 50BB sondern 300 BB, da ich auch an +8 Tischen spiele.
Jedenfalls ist das absofort meine neue Bibel, die ich wohl jeden Tag lesen werde um mit mein scheiß Ego,Lern,Bad Beat und Downswing Problem besser zurechtzukommen und einen besseren Umgang mit zu pflegen.

#43 Eisenherz311, 16.03.13 10:57

sehr guter Artikel,wenn man diese Punkte beachtet,steigt stetig der account.Ich habe mich erfolgreich auf sit and go 18,geworfen.Macht super spass und funktioniert.

#44 kogge, 07.04.15 13:39

lese den Artikel gerne hin und wieder mal, weil einem ein paar der wichtigsten Aspekte beim Pokern vor Augen hält und Poker ist nicht nur ein Strategiespiel sondern in erster Linie auch ein Geduldsspiel

#45 Doty, 28.09.15 21:54

ich geh dann mal wieder ne runde meditieren, äh ... pokern :P. Guter Artikel

#46 Mossi81, 20.10.15 22:41

warum habe ich das nicht schon früher gelesen :( ............guter Artikel

#47 Ludenkoenig, 24.06.16 16:06

wow, einer der besten Artikel, die ich hier bisher gelesen habe. Hilfreich, informativ und noch dazu ein angenehmer Schreibstil!