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StrategiePsychologie

Häufige Fehler beim Lernen

Einführung

In diesem Artikel

  • Die häufigsten Arten von Fehlern beim Lernen
  • Die Wichtigkeit von Pausen
  • Verbesserung deines C-Games
Ich arbeite gerne mit PokerStrategy.com zusammen, da die Philosophie dieser Seite ganz auf das Lernen ausgerichtet ist. All die Videos, Artikel, Coaching-Sessions und die spannenden Community-Foren sind einzig und allein dafür da, um dich zu einem besseren Spieler zu machen.

Dank all dieser interessanten Angebote ist es fast unmöglich, bei PokerStrategy.com nichts zu lernen. Nichtsdestotrotz gehen die meisten Pokerspieler die Verbesserung ihres Spiels eher unstrukturiert an. Manche sind zu passiv und hoffen, dass sie durch bloßes Kopieren der Spielweise von weit fortgeschrittenen Spielern ihre Ziele erreichen, während andere Opfer ihres eigenen Übermuts werden und sich durch den Versuch, zu viel zu lernen, selbst überfordern.

In meinem neuen Buch The Mental Game of Poker 2 gehe ich direkt auf diese Probleme ein und zeige dir, wie du organisierter und effektiver lernen kannst. Das hat folgende Vorteile:

•    Du kannst dich besser an die sich schnell verändernde Konkurrenz anpassen.
•    Du entwickelst eine widerstandsfähige Struktur, die den Hochs und Tiefs beim Poker standhält.
•    Du erhältst dir den Spaß und den Enthusiasmus für das Spiel und vermeidest Stagnation, Langeweile und Burnouts.
•    Du entwickelst übertragbare Fähigkeiten, die dir auch außerhalb der Pokerwelt von Nutzen sind.
•    Du lernst, Fortschritte besser und unabhängig von kurzfristigen Ergebnissen einzuschätzen.
•    Du vergrößerst deine Unabhängigkeit als Spieler.
•    Du wirst beständiger Top-Leistungen bringen können.

Dein Hauptaugenmerk solltest du darauf richten, jeden Tag Fortschritte zu erzielen. Wenn du schon länger Poker spielst und deine Lernerfolge in letzter Zeit zu Wünschen übrig lassen, kannst du durch Ausmerzen der folgenden oft übersehenen Fehler deinen Lernfortschritt erheblich steigern.

Lerne nicht zu viel

Einer der häufigsten Fehler beim Lernen, den Pokerspieler begehen, ist der Versuch, zu viele Dinge auf einmal zu lernen. Viele Quellen wie Bücher, Artikel, Videos, Foren usw. zu benutzen ist generell eine gute Idee. Wenn du allerdings versuchst, alles auf einmal zu benutzen und alles gleichzeitig zu lernen, überforderst du die Fähigkeit deines Gehirns, diese Informationen auch zu verarbeiten. Anstatt zu lernen, stopfst du immer mehr Informationen in deinen Kopf. Der Fehler liegt darin, dass du glaubst, das würde ausreichen, um die Informationen später nutzen zu können. So funktioniert das Gehirn aber nicht.

So viele Informationen in sich aufzusaugen ist ein bisschen wie in einem unglaublich unordentlichen Zimmer zu leben (ich bin aber sicher, dass sich kein Leser dieses Artikel angesprochen fühlt). Wenn du in diesem Zimmer etwas suchst, wirst du es nicht so einfach finden. Das ist nicht wirklich ein Problem, wenn du alle Zeit der Welt hast, aber was würde passieren, wenn du unter Zeitdruck stehst und es dabei auch noch im Geld geht? Stell dir dich selbst in solch einem Zimmer vor, und dass du alle 20 Sekunden einen bestimmten Gegenstand in diesem Zimmer finden müsstest. Wenn du es schaffst, bekommst du $10, und wenn du es nicht schaffst, verlierst du $10. Wie erfolgreich wärst du? Und wie lange würde es dauern, bis du müde wirst, deine Leistung nachlässt und du ständig mehr verlierst? Wie frustriert würdest du mit der Zeit werden, weil du Geld verlierst, und wie würde sich das weiter auf deine Leistung auswirken?

Du merkst sicher, worauf ich hinaus will. Wenn du etwas lernst, musst du dir bewusst sein, dass du diese Informationen schnell und einfach abrufen können willst, wenn du Poker spielst. Andernfalls riskierst du, während einer Hand verloren zu sein und Informationen nicht nutzen zu können, die du zwar hast aber nicht finden kannst. Darüber hinaus wirst du durch diese Anstrengungen weniger Leistung bringen können und durch das Wissen frustriert werden, dass du nicht auf dem Level spielst, das du eigentlich erreichen könntest.

All diese Probleme kannst du durch eine bessere Organisation vermeiden. Anstatt acht Themen auf einmal zu lernen, konzentrierst du dich einfach auf die zwei oder drei wichtigsten Themen. Konzentriere dich in allen Videos, Artikeln oder Handanalysen vor allem auf diese Aspekte. Diskutiere mit Coaches oder anderen Spielern über die Hände. Gehe dabei tief ins Detail und sorge dafür, dass alle Informationen in deine drei Schwerpunktthemen einsortiert werden. Auf diese Art und Weise wird dir das Lernen wesentlich leichter fallen und du kannst schon bald die nächsten Themen ins Visier nehmen. Lerne weniger, aber lerne effizienter. Auf lange Sicht wirst du so viel mehr lernen, da du die Sachen auch wirklich verinnerlichst.

Mache genug Pausen

Dieser Ratschlag knüpft direkt an den ersten an. Das menschliche Gehirn verfügt leider nur über begrenzte Ressourcen für das Lernen und Denken. Zu viel zu lernen kann einen dauerhaft erschöpfen. Genau wie deine Muskeln nach einem anstrengenden Workout eine Pause benötigen, um zu wachsen, braucht auch dein Gehirn seine Auszeiten. In diesen Ruhezeiten kann dein Gehirn die neuen Informationen verarbeiten, sodass du später leichter darauf zurückgreifen kannst. Wenn du dir keine Pausen gönnst und immer mehr Informationen aufsaugst, wirst du auf die oben erwähnten Probleme stoßen.
 
Vor allem für ambitionierte Grinder sind Pausen aber oft ein Problem. Sie sind der Meinung, dass sie ohne Ruhepausen auf hohem Niveau sowohl spielen als auch lernen können und dass Pokerspielen für sie wie Geld drucken wäre - sie müssen nur jeden Tag an den Tischen sein, um die Maschine in Gang zu halten. Ohne Pausen wird es aber zum Problem, dass die Informationen nur oberflächlich und nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert werden.

Ich rate immer dazu, sich mindestens einen Tag pro Woche, fünf Tage pro Monat und 3-5 aufeinanderfolgende Tage pro Quartal freizunehmen und sich nicht mit Poker zu beschäftigen. Darüber hinaus sind kurze Pausen zwischen einzelnen Sessions natürlich auch sehr wichtig. Natürlich gibt es immer auch Phasen, in denen man kurzfristig ohne diese Pausen auskommt, aber langfristig wird deine Fähigkeit zu Lernen und die Qualität deines Spiels auf jeden darunter leiden.

Viele Spieler fürchten, dass sie in diesen Ruhepausen ihr Momentum verlieren könnten, ohne zu realisieren, dass sich dieses Momentum verlangsamen wird, wenn sie ihre Psyche und ihr Spiel derart vernachlässigen. Dein Ziel muss es sein, dauerhaft auf einem immer höheren Level zu spielen. Durch intensive Ruhepausen kann sich dein Gehirn erholen, wachsen und ausgeruht zurückkommen, sodass du auf hohem Niveau weiterspielen kannst. Der Schlüssel dazu sind Pausen, damit du an und abseits der Tische erhaltene Informationen auch tatsächlich verarbeiten kannst.

Verbessere dein C-Game

Auf der Suche nach deinen Schwachstellen ist es verständlich, wenn du dich auf dein A-Game konzentrieren willst. Wenn du auf das Niveau der besten Spieler kommen willst, ist es natürlich, ihre Videos anzuschauen, ihre Bücher zu lesen und ihre Spielweise zu kopieren zu versuchen.

Einer der Gründe dafür, warum diese Spieler so erfolgreich sind, ist aber nicht der, dass ihr A-Game so gut ist, sondern vielmehr, dass ihr C-Game ausreicht, um profitabel zu spielen. Wenn der Unterschied zwischen deinem C-Game und deinem A-Game klein genug ist, musst du dich nicht groß anstrengen, um auch wirklich dein A-Game zu spielen. Sollte der Unterschied zwischen A- und C-Game aber sehr groß sein, wird dein Spiel heftige Niveauunterschiede erleben. An einem Tag dominierst du deine Gegner und am nächsten Tag machst du unglaublich dumme Fehler. Es wird dir so vorkommen, als hätten zwei verschiedene Spieler für dich gespielt.

Die Lösung für dieses Problem ist recht einfach. Anstatt dich einseitig auf die Verbesserung deines A-Games zu konzentrieren, solltest du die größten Leaks in deinem C-Game ausmerzen. Du wirst immer ein C-Game haben, aber wenn du dich hauptsächlich auf dessen Verbesserung konzentrierst, wird dein C-Game irgendwann dein altes A-Game überholen und so zu einem neuen und besseren A-Game werden.

In deinem Spiel könnten deine Skills für die verschiedenen Streets beispielsweise so aussehen:

•    A-Game: Aggressiv an Turn und River
•    B-Game: Aggressiv am Turn, zurückhaltend am River
•    C-Game: Zurückhaltend an Turn und River

Wenn du dich darauf konzentrieren würdest, ständig nur dein A-Game zu spielen, könntest du diese Phasen zwar verlängern und häufiger an beiden Streets aggressiv spielen. Wenn du aber unter Druck gerätst oder tiltest, fällst du in dein zurückhaltendes C-Game zurück. Solltest du dich aber darauf konzentrieren, dein passives C-Game zu verbessern, könntest du auch mit deinem C-Game wenigstens am Turn aggressiv spielen und erst am River nachlassen. Dein neues Spiel könnte demnach so aussehen:

•    A-Game: Ultra-aggressiv an Turn und River
•    B-Game: Aggressiv an Turn und River
•    C-Game: Aggressiv am Turn, zurückhaltend am River

Wie du siehst, ist dein altes C-Game verschwunden, dein altes A-Game zu deinem B-Game geworden und du hast ein völlig neues A-Game. Darüber hinaus hast du eine klare Vorstellung davon, an welchem Teil deines Spiels du als nächstes arbeiten solltest.

Erkenne deine Fortschritte

Manchmal kann das Lernen nicht durch eigene Fehler scheitern, sondern dadurch, dass man seine Fortschritte nicht erkennt. Die kurzfristige Varianz beim Poker ist dabei ganz sicher nicht hilfreich. Kurzfristig kann man alles richtig machen und trotzdem verlieren. Tatsächliche Fortschritte werden also oft von den Ergebnissen einer Session überlagert.

So hast du vielleicht abseits der Tische an dünnen Valuebets gearbeitet, in deiner Session dann aber große Verluste eingefahren und glaubst nun, dass du Fehler gemacht hast. Allein die Tatsache, dass du mehr über dünne Valuebets nachgedacht hast als zuvor, ist aber bereits ein Fortschritt - zwar kein allzu großer und noch lange nicht dein Ziel, aber immerhin ein Fortschritt.

Wenn du eine schreckliche Session spielst und auf Tilt bist, wirst du wahrscheinlich davon ausgehen, dass du mit deinem Tilt-Problem keine Fortschritte erzielt hast. Allerdings könntest du tatsächlich Fortschritte gemacht haben, wenn du länger gebraucht hast, um zu Tilten, der Tilt nicht so heftig war und du weniger verloren hast als normalerweise. Das wird nicht befriedigend sein, weil du ja immer noch tiltest, aber auf dem Weg zur Lösung eines mentalen Problems beim Poker wirst du oft Rückschritte machen. Du solltest nur sicherstellen, dass du nach jedem Schritt zurück etwas besser dastehst als beim nächsten Mal.

Der Grund dafür, warum du Fortschritte unbedingt erkennen solltest, ist dass sich viele Spieler schnell entmutigen lassen und funktionierende Strategien nicht länger anwenden. Was für eine Schande! All ihre Arbeit fängt an Früchte zu tragen, aber dann geben sie auf, weil sich die Fortschritte nicht so zeigen, wie sie es erwartet hatten. Wenn es keine Fortschritte gibt, musst du das wissen, um deine Herangehensweise zu ändern - die alte funktioniert offensichtlich nicht. Aus dem gleichen Grund musst du auch wissen, wenn deine Strategie funktioniert - um genau so weitermachen zu können.

Ein einfacher Weg, um diesen Fortschritt erkennen zu können, ist im Vorhinein die Variablen festzulegen, die dir als Indikatoren für den Erfolg dienen und dich erkennen lassen, wann du dein Ziel erreicht hast. Wenn du dir ein Lernziel setzt, solltest du dir die Auswirkungen dieses Ziel gut überlegen und klar definieren. Falls du beispielsweise an deinen 4-Bets arbeitest, könnte ein guter Gradmesser für deinen Erfolg sein, sofort zu wissen, was du in den entsprechenden Situationen tun musst. Auch ein positiv verlaufender Graph über eine große Sample Size für 4-Bet-Situationen oder die Einschätzung eines erfahrenen Coaches könnten helfen.

Auf jeden Fall solltest du vorher Variablen festlegen, nach denen du deinen Erfolg definierst. Damit vermeidest du es, eine erfolgreiche Strategie abzubrechen und eine unprofitable Strategie weiter zu verfolgen.

Lerne auf deinem Niveau

Wenn du einem Anfänger Poker beibringen willst, würdest du nicht mit Implied Odds oder G-Bucks anfangen, sondern ihm die Grundlagen der Handauswahl oder die Bedeutung der Position erklären. Das hört sich zwar sehr offensichtlich an, aber wenn es um die eigenen Lernziele geht, begehen viele ambitionierte Pokerspieler ganz ähnliche Fehler. Für einen $0,50/$1-Spieler könnte ein Video eines $25/$50-Spiels zwar interessant sein, aber nie so hilfreich wie ein $0,50/$1- oder $1/$2-Video eines erfahrenen Coaches. Der Skill Gap zwischen $0,50/$1 und $25/$50 ist zu groß und trotzdem meist nicht leicht zu erkennen, sodass deine Adaptionen meistens falsch sein werden. In diesem Moment bist du einfach noch nicht gut genug, um zu verstehen, warum die Spielweise bei $25/$50 für dein eigenes Spiel kontraproduktiv sein könnte.

Wenn du dich zu sehr auf Materialien außerhalb deines Skill Sets konzentrierst, wirst dich selber für vermeintliche Fehler kritisieren, die auf deinem aktuellen Limit nicht unbedingt Fehler sein müssen. Darüber hinaus wirst du oft zum sogenannten 'Fancy Play Syndrome' neigen, deinen Gegnern zu viel Credit geben und auf ausgefeilte Strategien zurückgreifen, obwohl ein einfacher ABC-Ansatz viel erfolgversprechender wäre.

Das soll natürlich nicht heißen, dass du nicht von Weltklassespielern lernen solltest. Immerhin sind sie dort, wo du einmal hin möchtest. Du solltest aber unbedingt erkennen, dass schrittweise Arbeit an deinem Spiel erfolgreicher sein wird, als auf den einen großen Sprung in deiner Pokerkarriere zu hoffen.

JaredTendler ist Mental Game Coach für mehr als 250 professionelle Pokerspieler und zusammen mit PokerStrategy.com-Redakteur BarryCarter Autor des Buches The Mental Game of Poker. Ihr neues Buch Mental Game of Poker 2 behandelt das Lernen beim Poker und dauerhaftes Spielen des A-Games. Erhältlich ist das Werk bei Amazon oder hier mit einem Rabatt von 10% mit dem Promocode PokerStrategy.
 

Kommentare (10)

#1 Falco35, 18.05.13 06:28

Schöner Artikel!

#2 jackiestory, 19.02.14 19:28

Echt gut

#3 Megaflare87, 08.04.14 07:55

ich werde mir beide bücher zulegen müssen, ich bin einer von denen mit dem sofortigen unordendlichen zimmer dass immer noch unordendlicher gemacht wird aber mit dem ziel schnell alles zu wissen. <br /> <br /> ich hab im glossar nach """ G-Bucks """<br /> da es im artikel steht , was bedeutet das ?

#4 Witz17, 08.07.14 08:34

Hm.. wie verbessert man jedoch sein C-Game?<br /> WIrd das auch in dem Buch erklärt?

#5 Novak44, 20.10.14 14:45

Bin großer Freund von Pokerbüchern - von Poker Maths that Really Matter" bis "The Zen of Poker" - aber mMn sollte man/ich in der Pokerfreien Zeit wirklich abseits jeglicher Pokerismen abhängen. In meinem Fall vermehrt Kochkünste schulen, mehr für den Körper im Allgemeinen tun. Schadet sicher keinem von uns:-)

#6 cccpXIRNMD, 09.11.14 17:04

top, thx

#7 Kardinill05, 14.11.14 14:12

Danke interessanter Artikel und mein erster in Richtung Psychologie.

#8 RoyalGino, 07.06.15 09:45

Klingt sehr interessant. Weiß jemand, ob es das Buch auch auf deutsch gibt? Hab auf die schnelle nichts gefunden im Netz.

#9 aAhdH, 12.09.15 11:13

sehr schlüssig !

#10 aAhdH, 12.09.15 11:13

sehr schlüssig !