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Bubblestrategie (4): Multi-Table-SNGs Teil 2

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:


Mittlerweile solltest du grundsätzlich wissen, was die Bubblephase ist und wie du diese angehst. Außerdem hast du etwas über die speziellen Eigenschaften der Bubble in Single-Table-SNGs gelernt und erste Feinheiten der Bubble in Multi-Table-SNGs kennengelernt, in denen sich die Bubble am Final Table befindet.

In dieser Lektion geht es um Multi-Table-SNGs, in denen die Bubble schon vor dem Final Table ausgespielt wird. Hier haben sich zwei beliebte Strukturen etabliert: 90-Spieler-SNGs mit einer Auszahlungsstruktur von 27,55/18/14/9,2/6,7/4,95/4/3,35/2,75/2,25(x4) sowie 180-Spieler-SNGs, bei denen die Auszahlung nach der Struktur 30/20/11,4/7,4/5,8/4,3/3/2,2/1,5/0,95(x9)/0,65(x9) erfolgt. Die Zahlen beziehen sich auf den Prozentsatz am Gesamtpreispool, den die Spieler entsprechend ihrer Platzierung erhalten.

Die Bubblephase eines 90-Spieler-SNGs

Wann sie beginnt

Von der Definition her beginnt die Bubblephase in einem 90-Spieler-SNG mit 13 bezahlten Plätzen, wenn noch 17 Spieler im Turnier sind. Man kann also sagen, dass sie ungefähr mit Beginn der letzten beiden Tische anfängt. Fast 30% des gesamten Preispools werden direkt an der Bubble verteilt, da zu diesem Zeitpunkt 13 Spieler mindestens 2,25% des Preispools sicher haben. Dies bedeutet, dass der fast 30%-"Bubblepool" in absoluten Werten größer als in 45-Spieler-SNGs ist. Vom Preisgeld für den ersten Platz her ist er außerdem größer als in einem 18-Spieler-SNG und nur ein wenig kleiner als in einem SNG mit 27 Spielern. Die Bubble ist deshalb relativ gesehen wichtiger als in Multi-Table-SNGs, in denen die Bubble an nur einem Tisch gespielt wird. Es handelt sich um die wichtigste Phase des Turniers.

Typischer Risikoaufschlag

In dieser Phase des Turniers wird noch an zwei Tischen gespielt. Deshalb macht es wenig Sinn, eine gewöhnliche Stackverteilung als Beispiel abzubilden. Die jeweiligen Risikoaufschläge und Strategien hängen auch vom jeweils anderen Tisch ab.

Stattdessen werfen wir einen Blick auf den durchschnittlichen Risikoaufschlag während der Bubblephase:

Anzahl an Spielern 17 16 15 14
Durchschnittlicher Risikoaufschlag
11,3% 11,8% 12,8% 14,3%

Bei diesen Werten wird der Einfachheit halber und für eine bessere Vergleichbarkeit angenommen, dass alle Stacks (auch deiner) eine mittlere Größe haben. In der Praxis musst du diese Werte anpassen, wobei Folgendes zu berücksichtigen ist:

•    Je kleiner der Stack deines Gegners ist, desto kleiner ist der Risikoaufschlag.
•    Je ähnlicher dein Stack dem deines Gegners ist, desto größer ist der Risikoaufschlag.
•    Je mehr Shortstacks es an beiden Tischen gibt, desto größer ist der Risikoaufschlag.

Standard-Gameplans für bestimmte Stacksizes

Alle Schlussfolgerungen für Single-Table-Bubbles gelten auch hier. Da die Anzahl der Spieler nun noch größer ist, variieren auch die Stacksizes mehr. Wenn Shortstacks, Mediumstacks und Deepstacks im Spiel sind, dann sind die Risikoaufschläge in der Regel höher, als in der Tabelle oben dargestellt. Du musst die Werte also mit Vorsicht genießen und an die jeweilige Situation anpassen.

Ebenfalls beachtenswert ist, dass der Risikoaufschlag an der Bubble größer ist als in einem 45-, 27- und 18-Spieler-SNG. In diesen Varianten beträgt er 12,4%, 11,5% und 11,6% (basierend auf den Beispielen der letzten Lektion).

Neu ist im Szenario mit 90 Spielern, dass noch an zwei Tischen gespielt wird. Deshalt ist es sehr wichtig, immer das Stacksetup des anderen Tischs im Auge zu behalten und das eigene Spiel entsprechend anzupassen. Wenn einige Spieler wahrscheinlich in Kürze ausscheiden, musst du als Bigstack mehr wagen und als Shortstack vorsichtiger spielen. Eine weitere Strategie, die man als Shortstack an der Bubble (zumindest bis kurz vor der Bubble) verfolgen kann, ist bei jeder Hand so lange wie möglich zu warten und zu hoffen, dass am anderen Tisch in dieser Zeit möglichst viel passiert. So erhöht sich die Chance, dass dort ein Spieler ausscheidet, bevor man selbst ein Risiko eingeht.

Die Bubblephase eines 180-Spieler-SNGs

Wann sie beginnt

Von der Definition her beginnt die Bubblephase in einem 180-Spieler-SNG mit 27 bezahlten Plätzen, wenn noch 34 Spieler im Turnier sind. Man kann also sagen, dass sie ungefähr dann beginnt, wenn noch an vier Tischen gespielt wird. Ungefähr 17,5% des Preispools werden exakt an der Bubble verteilt, da 27 Spieler jeweils mindestens 0,65% des Preispools sicher haben. Dies bedeutet, dass die Bubble in einem 180-Spieler-SNG im Verhältnis zu allen anderen SNG-Typen die unbedeutendste ist, sowohl absolut als auch relativ (zum Preisgeld für den ersten Platz) gesehen: Der Anteil am Preispool, der an der Bubble verteilt wird, ist der mit Abstand geringste.

Zum ersten Mal ist damit nicht die Bubble der alleinige wichtigste Moment in einem Turnier, denn bei noch drei verbleibenden Spielern wird mit 17,2% ein ähnlich großer Anteil des Preispools ausgeschüttet. Auch die Ausschüttungen bei vier, fünf und zwei verbleibenden Spielern sind mit 12%, 10,4% und 10% nicht weit hiervon entfernt.

Typischer Risikoaufschlag

Da in einem 180-Spieler-SNG zu diesem Zeitpunkt sogar noch an vier Tischen gespielt wird, macht es keinen Sinn, ein typisches Stacksetup darzustellen. Die jeweiligen Risikoaufschläge und Strategien hängen zu sehr von den anderen Tischen ab.

Stattdessen werfen wir einen Blick darauf, wie sich der durchschnittliche Risikoaufschlag während der Bubblephase verändert:

Anzahl an Spielern 34 32 28
Durchschnittlicher Risikoaufschlag 7,0% 8,0% 8,8%

Auch bei diesen Werten wird der Einfachheit halber und für eine bessere Vergleichbarkeit angenommen, dass alle Stacks (auch deiner) eine mittlere Größe haben. In der Praxis musst du diese Werte anpassen, wobei Folgendes zu berücksichtigen ist:

•    Je kleiner der Stack deines Gegners ist, desto kleiner ist der Risikoaufschlag.
•    Je ähnlicher dein Stack dem deines Gegners ist, desto größer ist der Risikoaufschlag.
•    Je mehr Shortstacks es an allen vier Tischen gibt, desto größer ist der Risikoaufschlag.

Standard-Gameplans für bestimmte Stacksizes

Es gibt zwei sich gegenüberstehende Faktoren, die bei der Beschreibung der Eigenheiten einer 180-Spieler-Bubble eine Rolle spielen: Auf der einen Seite ist es von allen SNG-Varianten die mit Abstand unwichtigste Bubble. Dies sollte dazu führen, dass du sowohl als Spieler mit großem als auch mit kleinem Stack etwas looser spielen solltest.

Auf der anderen Seite bedeutet die größere Anzahl an Spielern auch, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass in kurzer Zeit ein Shortstack All-in gehen muss. Deshalb kann die oben beschriebene Hinhaltetaktik effektiver sein und die Wahrscheinlichkeit eines Coolers oder eines Bad Beat wird größer. Dies führt dazu, dass die Bubble schneller platzt und die Kosten für einen Shortstack geringer werden, wenn er sich an der Bubble passiv verhält und primär abwartet.

Deshalb sollten Shortstacks ähnlich tight wie in anderen SNG-Formaten agieren, die Bigstacks jedoch ein bisschen looser spielen. Die Stacksize, welche von den Besonderheiten eines 180-Spieler-SNGs am meisten profitiert, ist im Vergleich zu anderen SNG-Formaten der Mediumstack. Mediumstacks können im Vergleich zu anderen Formaten erheblich looser spielen. Der Grund: Sie riskieren keinen großen Verlust bei geringen Risikoaufschlägen, während der mögliche Zugewinn gleich bleibt.

Um dies zu verdeutlichen, lohnt es sich, einen Blick auf das folgende Beispiel der Bubble eines 180-Spieler-SNGs zu werfen. Aufgrund des Shortstacks am Button müsste der Big Blind in den meisten SNG-Formaten sehr oft folden, um ein unnötiges Ausscheiden zu verhindern. In dieser Struktur kann er aufgrund der oben genannten Faktoren jedoch mit einer weiteren Range callen.

180man bubble

Du siehst, dass du in dieser Situation gemäß der folgenden Berechnung mit einer Range von Axs, A5o+, 55+, K8s+, KTo+ und QTs+ callen kannst.

180man bubble icmzer

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