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Bubblestrategie (5): Satellites und DONs

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:

Mittlerweile solltest du wissen, was die Bubblephase ist und wie du sie grundsätzlich angehst. Außerdem hast du die speziellen Eigenschaften der Bubble in Single-Table-SNGs sowie ihre Feinheiten in Multi-Table-SNGs kennengelernt.

Dieses Wissen bringt dir jedoch nur wenig in Satellite-Turnieren oder in Double-or-Nothing-SNGs (DONs). Der Grund hierfür ist recht einfach: In den eben genannten Turniertypen ist es egal, wie viele Chips du am Ende gesammelt hast. Weil alle Preisgeldränge gleich belohnt werden, ist dein einziges Ziel, die Bubble zu überstehen. Dies verändert die Dynamiken, genauer gesagt: Die Dynamiken bleiben zwar die gleichen, aber sie kommen extremer zum Tragen. Entscheidend ist, dass dieser Umstand die Art und Weise verändern sollte, wie du deine Strategie gestaltest. Genau hierum dreht sich die aktuelle Lektion.

Die Bubblephase in einem Satellite-/DON-SNG

Die Inhalte dieses Artikels können auf folgende Turniere angewendet werden:

•    Jedes Satellite-SNG (oder Turnier), in dem mehr als ein Package/Ticket/Seat vergeben wird
•    Jedes Double-or-Nothing-SNG (oder Triple-or-Nothing etc.)

Sie finden jedoch nicht auf solche Satellites Anwendung, in denen es nur einen einzigen Preis zu gewinnen gibt. In diesen Formaten platzt die Bubble erst im Heads-up, dieses Thema wird im Artikel nicht behandelt. Ebenso finden die Inhalte keine Anwendung auf Fifty-Fiftys bzw. Turniere mit ähnlicher Struktur, die einen Mix aus einem Satellite und einem Winner-Takes-All-Turnier darstellen.

Der Wert deines Stacks entspricht deiner Chance, es ins Geld zu schaffen

Die Stacksize ist zwar grundsätzlich eine wichtige Variable, aber sie eignet sich nicht als ein zuverlässiger Indikator zur Berechnung der Chancen eines Gegners, in einem Satellite zu cashen. Wirklich wichtig ist vielmehr der $EV eines Stacks. Dieser stellt einfach gesagt die Wahrscheinlichkeit dar, im jeweiligen Turnier zu cashen. Folglich sollten es nie Stacksizes sein, die deine Entscheidungen direkt begründen. Vielmehr solltest du die Stacksetups als Anhaltspunkt dafür nehmen, wie groß die Chance eines Spielers ist, es ins Geld zu schaffen.

Im späteren Verlauf der Lektion wirst du lernen, wie du mit dieser Herangehensweise fundierte Entscheidungen an der Bubble eines Satellites treffen kannst. Wirf jedoch zunächst einen Blick auf die folgenden Stacksizes und überlege, wie groß die Chancen der Spieler prozentual aussehen könnten, ins Geld zu kommen.

satellite bubble

7 Spieler sind noch im Turnier, 6 Plätze erhalten denselben Preis. Um einen ersten Eindruck der Chancen eines jeden Spielers zu bekommen, es ins Geld zu schaffen, solltest du das ICM anwenden. Beachte dabei, dass das ICM die Wahrscheinlichkeit zeigt, ins Geld zu kommen, bevor die Blinds und Antes gesetzt wurden. Die Zahlen in der nachfolgenden Tabelle könnten also in gewissem Maße variieren, nachdem die Karten ausgeteilt wurden.

Spieler SB BB EP MP1 MP2 CO BU
Stack
9200 5650
5650 1650 9240 19200 1650
%-Chance (ICM) 98% 94% 94% 58% 98% 99,8% 58%

Basierend auf den obigen Ergebnissen kann man folgende Schlüsse ziehen:

•    Ob man Mediumstack oder Bigstack ist, macht nur einen kleinen Unterschied, die Differenz zwischen Bigstack und besonders großem Stack ist sogar vernachlässigbar gering;

•    Es gibt immer viel mehr zu verlieren, als es zu gewinnen gibt. Wenn der Chipleader gegen den SB oder MP2 All-in ist, könnte er 2% an Wahrscheinlichkeit zu cashen verlieren, wenn er das Race verliert. Auf der anderen Seite kann er nicht mehr als 0,2% Wahrscheinlichkeit hinzubekommen, wenn er gewinnt. Somit bräuchte er über 90% Equity, um langfristig eine vom Erwartungswert her gesehen neutrale Entscheidung zu treffen;

•    Der größte Fehler des ICM ist, dass es keine Positionen berücksichtigt. Wenn die Stacks im Vergleich zu den Blinds sehr groß sind, ist dieser Effekt zu vernachlässigen. Mit kleinen Stacks hingegen ist die Reihenfolge, in der die Spieler ausblinden, überaus wichtig. So ist einleuchtend, dass der BU im Beispiel deutlich größere Chancen hat als MP1, weil letzterer schneller All-in gehen muss. Genauso gilt, dass die Chancen von EP höher sind als diejenigen des BB, denn wenn beide Shortstacks überleben, wird der BB früher gezwungen, All-in zu gehen. ICM kann diese Unterschiede nicht berücksichtigen, du solltest dies jedoch tun.

In vier Schritten zur korrekten Entscheidung

Das ICM kann außerdem nicht berücksichtigen, wie die anderen Spieler spielen. Dies ist jedoch ein wichtiger Faktor. Je mehr deine Gegner dazu neigen, All-ins zu callen, desto tighter solltest du selbst spielen. Dein erster Gedanke an einer Satellite-Bubble sollte deshalb lauten: "Wie groß sind meine Chancen, ins Geld zu kommen, wenn ich jede Hand folde?" Mit einem großen Stack und loosen Gegnern am Tisch beträgt diese Chance oft fast 100%, sodass kein Risiko den möglichen Ertrag rechtfertigen würde. In einer solchen Situation solltest du im Autofold-Modus sein. Wenn dir dies schwerfällt, dann schau einfach erst gar nicht auf die Karten, die du erhältst.

Angenommen das eben Beschriebene ist nicht der Fall und du spielst mit dem Gedanken, in einen Pot einzusteigen. Um die Profitabilität deines Plays zu berechnen, solltest du gedanklich vier Schritte durchgehen. Du musst:

•    alle möglichen Ausgänge der Hand durchspielen (dein Stack, nachdem du die jeweilige Hand gewonnen oder verloren hast),
•    für jeden dieser möglichen Ausgänge die Wahrscheinlichkeit abschätzen, ins Geld zu kommen (beurteile deinen Stack für jedes Szenario),
•    dieses Ergebnis mit der Wahrscheinlichkeit des jeweiligen Szenarios selbst multiplizieren und alles zusammenzählen, und
•    zum Schluss das Ergebnis mit deiner aktuellen Sieg-Wahrscheinlichkeit vergleichen, genauer gesagt mit der Sieg-Wahrscheinlichkeit, die du nach einem Fold hättest.

Schau dir das folgende Beispiel an, um das Konzept in der Praxis zu verstehen:
satellite bubble

Hier lohnt es sich, die Entscheidung des BB zu analysieren. Weil es durchaus denkbar ist, nehmen wir an, dass der SB Any-Two pusht. Dem ICM zufolge liegt die Sieg-Wahrscheinlichkeit des BB derzeit bei 94%. Aufgrund der Positionen am Tisch ist der Wert etwas geringer – vermutlich liegt er bei rund 92%. Wenn der BB foldet, sinkt seine Chance, ins Geld zu kommen, auf ungefähr 85%. Wenn er verliert, muss nicht groß gerechnet werden, denn die Chance reduziert sich auf 0% – er ist ausgeschieden. Gewinnt er die Hand und verdoppelt so seinen Stack, steigen seine Siegchancen auf ungefähr 99%. Folgende Showdown-Equity (SDEq) braucht er also für einen Breakeven-Call:

SDEq%*99% > 85%

SDEq% > 86%

Dies bedeutet, dass selbst AA hier ein Fold wären, wenn der SB Any-Two pushen würde:

equilab

Wenn der SB begründet annehmen kann, dass der BB dies versteht, sollte er mit Any-Two pushen. Selbst wenn er nicht viel gewinnen kann, ist es besser, ein bisschen zu gewinnen, als dies nicht zu tun. In der Praxis haben jedoch viele Gegner Probleme damit, die besten Karten ihrer Range zu folden. Folglich sollte der SB deutlich vorsichtiger agieren. Wenn der BB in diesem Fall 40% callen würde, könnte der SB nur eine Range von 20% pushen. Du siehst also, wie wichtig es ist, dass man stets die möglichen Callingranges der Gegner berücksichtigt, wenn man über einen Push nachdenkt. Vergiss nicht, dass der schlechte Call eines Gegners nicht nur diesem selbst schaden kann, sondern auch dir. Dann profitieren aufgrund des ICM alle anderen Spieler, du jedoch nicht.

Shortcuts, Tipps und Tricks

Während einer Session hast du natürlich keinen Zugriff auf ICM-Software. Daher musst du deine Chancen, ins Geld zu kommen, selbst einschätzen. Dies wird mit zunehmender Erfahrung immer einfacher. Außerdem gibt es ein paar Kniffe und Faustregeln, mit denen du schneller ans Ziel gelangst.

Als Bigstack bist du enormer Favorit

Wenn du einen großen Stack hast, kannst du häufig davon ausgehen, eine Chance von 100% auf den Sieg zu haben. Wenn es mehrere Shortstacks mit ähnlicher Stacksize gibt, kannst du annehmen, dass jeder von ihnen mit einer gleich großen Wahrscheinlichkeit in Kürze ausscheiden wird, während alle anderen Spieler gewinnen. Das ist natürlich vereinfacht dargestellt, aber oftmals reicht diese Faustregel, um eine korrekte Entscheidung zu fällen.

Pushen anstelle von Callen

Wenn du dich dazu entschieden hast, in eine Hand einzusteigen, dann vergiss nicht, dass Foldequity der wichtigste Faktor ist. Hieraus ergibt sich, dass du alles dafür tun musst, derjenige zu sein, der selbst All-in geht und nicht derjenige zu sein, der callt. Du solltest dein Betsizing so manipulieren, dass du dieses Ziel stets erreichst. Hierzu zählt auch der Overbet-Shove vor dem Flop, um die Action zu beenden. Darüber hinaus sollte deine Repushingrange oft weiter ausfallen als deine Openpushingrange, denn du kannst bei gleichem Risiko mehr gewinnen.

Das Stacksetup ist oft wichtiger als deine Karten

Wenn du dich zu einem Push entscheidest, sind die Stacks, die hinter dir an der Reihe sind, weitaus wichtiger als deine Karten. Es ist immer besser zu pushen, wenn hinter dir keine Shortstacks mehr an der Reihe sind. Mediumstacks und Bigstacks sollten fast nie callen, während die Shortstacks irgendwann dazu gezwungen sind, einen Call zu wagen. Dies bedeutet, dass sich die Foldequity gegen Shortstacks von der gegen Medium- und Bigstacks enorm unterscheidet.

Achte auf dein Timing, um als Shortstack von Blinderhöhungen zu profitieren

Zu guter Letzt solltest du als einer der Shortstacks immer versuchen, deine Aktionen so zu timen, dass jede Blinderhöhung zuerst die anderen Shortstacks betrifft.

Schauen wir uns das folgende Beispiel an:

blind manipulation

Die Blinds erhöhen sich in Kürze auf 400/800 bei einer Ante von 100. Der Spieler, der momentan im CO sitzt, wird All-in sein, wenn er im SB ist. Es ist für ihn von entscheidender Bedeutung, dass der Spieler in EP entweder beide Blinds im neuen Level zahlt, wenigstens aber den Small Blind, wenn das neue Level begonnen hat. Hierfür muss der CO alles tun und notfalls seine komplette Timebank nutzen, damit dies geschieht. Wenn die Blinds hingegen erst erhöht werden, wenn der EP-Spieler den SB und BB überstanden hat, überlebt er länger als der CO:

blind manipulation

Wenn aber der EP-Spieler die höheren Blinds bezahlen muss, wird er entweder vor dem CO All-in sein oder wenigstens in derselben Hand, dann aber mit einem kleineren Stack.

Die nächsten Schritte

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