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StrategieSit & Go

Bubblestrategie (2): Single-Table-SNGs

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:

Mittlerweile solltest du grundsätzlich wissen, was die Bubblephase ist und wie du diese allgemein angehst. In dieser sowie in der folgenden Lektion geht es um die Dynamiken in dieser Phase und wie sie sich in den verschiedenen SNG-Typen voneinander unterscheiden.

Diese Lektion behandelt Single-Table-Turniere. Dabei gibt es zwei übliche Strukturen, die thematisiert werden: Die 65/35-Auszahlungsstruktur eines 6-Spieler-SNGs und die 50/30/20-Auszahlungsstruktur eines 9-Spieler-SNGs. Diese Zahlen beziehen sich auf die Prozentanteile vom Preispool, die auf den jeweiligen Platz entfallen.

Die Bubblephase im 6-Spieler-SNG

Wann sie beginnt

Wie in der letzten Lektion erläutert, beginnt die Bubblephase in einem 6-Spieler-SNG gemäß Definition, wenn nur noch vier Spieler im Turnier verbleiben. Siebzig Prozent des Preispools werden direkt am Ende der Bubble an die verbleibenden Spieler verteilt, da jeder der ersten beiden Plätze mindestens 35% der gesamten Auszahlung erhält. Damit ist dies der mit Abstand wichtigste Zeitpunkt im Turnier. Aus diesem Grund geht es in dieser Lektion ausschließlich um die Bubble. Es wird dabei angenommen, dass in diesen Spots immer drei Spieler um die zwei Plätze in den Geldrängen kämpfen.

Typischer Risikoaufschlag

Im Folgenden siehst du ein Beispiel dafür, wie die Stacks in dieser Phase des Turniers verteilt sein könnten:

bubble

Da es sich um ein normales Stack-Setup handelt, solltest du in der Lage sein, die verschiedenen Risikoaufschläge zu ermitteln. In der unten stehenden Tabelle findest du die jeweiligen Risikoaufschlagswerte, die für alle Spieler gegen jeden anderen Spieler in dieser Situation gelten. Beachte dabei, dass der Risikoaufschlag nicht nur von der eigenen Stacksize, der Auszahlungsstruktur und der Anzahl der verbleibenden Spieler abhängt, sondern auch von der jeweiligen Stacksize des Gegners.

Risikoaufschlag von ↓ gegen →BUSBBB
BU (1500 Chips) - 8,0% 2,7%
SB (1000 Chips) 17,7% - 2,9%
BB (500 Chips) 8,8% 4,9% -

In diesen Positionen und mit Blinds von 50/100 sehen die Pushing- und Calling-Ranges nach dem Nash Equilibrium wie folgt aus:

  • BU pusht 42,8% (22+ Ax+ K2s+ K7o+ Q4s+ Q9o+ J5s+ J9o+ T6s+ T8o+ 96s+ 86s+ 75s+ 65s 54s), SB callt 2,3% (TT+), wogegen BB nur mit AA overcallt, BB callt 23,3% (33+ A2s+ A3o+ K9s+ KTo+ QTs+)
  • SB pusht 76,4% (22+ Qx+ J2s+ J4o+ T2s+ T6o+ 92s+ 96o+ 83s+ 86o+ 73s+ 75o+ 63s+ 65o 52s+ 54o 42s+), BB callt 50,7% (22+ Kx+ Q2s+ Q5o+ J5s+ J8o+ T7s+ T8o+ 97s+)

    hrc1


    Eine nach dem Nash Equilibrium ermittelte Range ist die mathematisch korrekte Range gegen Gegner, die ihrerseits optimal spielen. Gegen Spieler, die von der optimalen Strategie abweichen, ist eine solche Range nicht optimal. Von ihrer Konzeption her können Nash-Ranges also nicht mögliche Leaks der Gegner ausnutzen, andererseits können sie aber auch nicht exploitet werden. Daher sind sie in jeder Situation ein guter Ausgangspunkt für die eigenen Überlegungen.

    Standard-Gameplans für bestimmte Stacksizes

    Anhand der obigen Ergebnisse können folgende Schlüsse gezogen werden:

    • Der Bigstack kann beide Gegner exploiten und sollte auf den Mediumstack den größtmöglichen Druck ausüben, da dieser nur sehr tight callen kann.
    • Der Mediumstack sollte jegliche Konfrontation mit dem Bigstack vermeiden. Er kann aber durchaus eine angemessene Zahl an Händen selbst pushen, wenn er vor dem Bigstack an der Reihe ist. Der Grund hierfür ist, dass auch der Bigstack nicht allzu light callen kann.
    • Der Shortstack muss (im Verhältnis zu seiner Stacksize) relativ tight pushen, da beide Gegner gegen ihn nur einen geringen Risikoaufschlag haben und ihn so relativ leicht callen können. Er kann jedoch (dafür, dass sich das SNG an der Bubble befindet) relativ weit callen und so von den weiten Pushing-Ranges seiner Gegner und guten Odds profitieren.

     

    Diese Schlussfolgerungen definieren einen Standard-Gameplan für alle Stacksizes. Dabei musst du jedoch unbedingt Folgendes berücksichtigen: Wenn deine Gegner genauso oder tigther callen als oben angenommen, wird deine Pushing-Range hauptsächlich von ihrem Risikoaufschlag gegen dich beeinflusst. Wenn sie hingegen zu loose callen, wird dein eigener Risikoaufschlag gegen sie zum wichtigsten Faktor.

    Es ist wichtig, dass du verstehst, in welche Extreme sich Bubbledynamiken entwickeln können. Wirf hierfür einen Blick auf das folgende Beispiel:

      bubble
      In diesem Spot hat der Button mit sehr kleinem Stack gefoldet. Die Ranges von SB und BB sehen im Equilibrium jetzt wie folgt aus: Der SB pusht 100% (also Any-Two), der BB callt 2,3% (TT+). Erinnere dich an dieses Beispiel, wenn du dich selbst in einer Situation wiederfindest, in der ein Spieler nur noch sehr wenige Chips hat.

      Die Bubblephase im 9-Spieler-SNG

      Wann sie beginnt

      Von der Definition her beginnt die Bubblephase in einem 9-Spieler-SNG, wenn noch 5 Spieler im Turnier sind. Sechzig Prozent des Preispools werden direkt am Ende der Bubble an die verbleibenden Spieler verteilt, da drei Spieler jeweils mindestens 20% des Preisgelds erhalten. Dies ist etwas weniger als die 70%, die in einem 6-Spieler-SNG an der Bubble verteilt werden, aber immer noch mehr als die Hälfte des Preispools. Deshalb ist auch hier die Bubblephase von sehr großer Bedeutung. Im Folgenden gehen wir daher davon aus, dass noch vier Spieler im Spiel sind, von denen drei ins Geld kommen.

      Typischer Risikoaufschlag

      Auch hier verdeutlichen wir den Risikoaufschlag anhand einer typischen Situation aus einem Turnier:

      bubble
      In der folgenden Tabelle findest du die sich hieraus ergebenden Risikoaufschläge:


      Risikoaufschlag von ↓ gegen → COBUSBBB
      CO (5000 Chips) - 14,5% 8,9% 3,6%
      BU (4000 Chips) 21,8% - 11,7% 4,2%
      SB (3000 Chips) 19,7% 18,3% - 4,6%
      BB (1500 Chips) 11,1% 9,8% 7,5% -


      In diesem Beispiel ergeben sich bei Blinds von 200/400 und einer Ante von 50 folgende Equilibrium-Ranges:
      • CO pusht 50,8% (22+ Kx+ Q2s+ Q8o+ J4s+ J9o+ T6s+ T8o+ 96s+ 85s+ 75s+ 64s+ 54s), BU callt 1,4% (QQ+), wogegen SB/BB nur mit AA overcallen, SB callt 2,6% (TT+, AKs), wogegen BB mit KK+ overcallt, BB callt 31,8% (22+ Ax+ K4s+ K7o+ Q9s+ QTo+ J9s+)

      • BU pusht 50,0% (22+ Kx+ Q2s+ Q8o+ J5s+ J9o+ T6s+ T8o+ 96s+ 86s+ 75s+ 65s 54s), SB callt 2,6% (TT+, AKs), wogegen BB mit KK+ overcallt, BB callt 37,6% (22+ Ax+ K2s+ K5o+ Q6s+ Q9o+ J8s+ JTo T9s)
      • SB pusht 85,6% (22+ Tx+ 92s+ 95o+ 82s+ 85o+ 72s+ 75o+ 62s+ 64o+ 52s+ 54o 42s+ 32s), BB callt 68,0% (22+ Jx+ T2s+ T6o+ 95s+ 97o+ 85s+ 87o 75s+)

      hrc2

      Standard-Gameplans für bestimmte Stacksizes

      Die allgemeinen Schlüsse sind dieselben wie im Beispiel zum 6-Spieler-SNG. Da jedoch ein Spieler mehr im Spiel ist, gibt es einen weiteren wichtigen Faktor.

      • Mit vier verbleibenden Spielern können die Stacksizes deutlich mehr variieren. Dadurch werden die Risikoaufschläge größer und abhängiger von den jeweiligen Gegnern.

      Beenden wir das Thema mit einem weiteren extremen Beispiel:
      bubble
      In diesem Spot gibt es zwei Spieler mit sehr kleinen Stacks. Einer von ihnen, der Big Blind, muss in dieser Hand jedoch callen, weil er in der nächsten Hand ohnehin All-in wäre und nur eine sehr kleine Chance hätte, seinen Stack wieder aufzubauen. Der CO hat bereits gefoldet.

      Nach dem Equilibrium für diesen Spot pusht der BU 81,9%, während der SB nur 20,1% callen kann. Obwohl er vom Chip-EV her eigentlich klar Pot-comitted ist, muss er darauf warten, dass der BB bustet. Der BB muss normalerweise Any-Two callen. Wenn aber der SB vor ihm callt, sollte er die schlechtesten 11,4% seiner Hände folden. Mit seinen schwächsten Karten sollte er also die ohnehin kleine Chance darauf, seinen Stack wieder aufzubauen, aufgeben, um vom eventuellen Ausscheiden des SB auf dem vierten Platz zu profitieren.

      Die nächsten Schritte

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