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StrategieSit & Go

Das Postflopspiel (1): als Preflopaggressor

 

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:

Nach der Bearbeitung der beiden vorherigen Module solltest du ein Verständnis davon haben, wie du vor dem Flop am besten agierst. In den späten Phasen eines SNGs geht es in der Regel ausschließlich um das Preflopspiel, weil die Stacks immer kleiner werden und der Risikoaufschlag immer größer, wodurch Flatcalls und Postflopspiel kaum noch zur Geltung kommen.

In den frühen Phasen eines SNGs hingegen befindest du dich immer wieder in Situationen, in denen ein Preflopraise geflatcallt wurde. Diese Lektion soll dir dabei helfen, in diesen Spots die richtigen Entscheidungen zu treffen und die für eine korrekte Entscheidung wesentlichen Faktoren zu verstehen. Schließlich soll auch eine Standardstrategie gegen Gegner entwickelt werden, auf die noch kein spezieller Read besteht.

Continuationbetten

cbet
Diesen Postflopspot wirst du mit Sicherheit am häufigsten erleben: Du hast vor dem Flop geraist und wurdest von einem oder mehreren Gegnern gecallt. Nun haben alle Gegner zu dir gecheckt oder du bist am Flop als erster Spieler an der Reihe.

Grundsätzlich solltest du in diesen Situationen eher aggressiv auftreten, denn du hast die Initiative und deine Range ist in aller Regel stärker als die deiner Gegner. Mit einer guten Hand solltest valuebetten und dich vor Draws schützen. Du solltest außerdem mit allen Händen bluffbetten, bei denen die Chance auf einen erfolgreichen Bluff groß ist. Manchmal kannst du beide Ziele miteinander verbinden, wenn du zwar eine schwache Hand, aber dafür einen guten Draw hast. Dies nennt man Semibluff. Im Folgenden erfährst du, wann genau eine Continuationbet (oder kurz "CBet") Sinn macht und wie groß sie sein sollte.

Wann eine CBet Sinn macht

Zunächst solltest du dich vergewissern, ob du heads-up oder multiway in die Hand involviert bist. In einem Heads-up-Pot solltest du grundsätzlich nur äußerst unpassende Boards nicht cbetten. In einem Multiway-Pot hingegen solltest du eher nur dann cbetten, wenn du entweder eine starke Hand hältst oder das Board sehr trocken ausfällt, sodass es unwahrscheinlich ist, dass deine Gegner es getroffen haben.

Was aber ist nun ein gutes und was ein schlechtes Board für eine CBet? Ein Board, auf dem viele Draws möglich sind ("wet Board"), hat in der Regel der Caller häufiger getroffen als der Raiser. Auch ein Board mit niedrigen Karten ("low Board") ist für den Aggressor schlecht, weil er weniger niedrige Karten in seiner Range hat als der Gegner, der nur callt. Auf der anderen Seite gibt es auf einem trockenen Board nur wenige oder keine Draw-Möglichkeiten, sodass das Board nicht so oft mit der Range deines Gegners connectet. Dann sollte eine CBet sehr profitabel sein. Im Endergebnis ist es für den Preflopraiser am besten, wenn das Board nur eine einzige hohe Karte enthält.

Dieses Beispiel ist ein Board, bei dem sich eine CBet anbietet:
cbet good
Dieses Board bietet sich dagegen nicht für eine CBet an:
cbet bad
Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist deine Position im Verhältnis zur Position deines Gegners. Grundsätzlich solltest du folgende Strategie bei CBets anwenden:
Out of Position solltest du alle Boards cbetten, die du getroffen hast, sowie fast alle Boards gegen einen einzelnen Gegner. Gegen mehrere Gegner solltest du nur die besten Boards cbetten, wenn du nicht getroffen hast.
In Position solltest du deine Hände mit schwachem Showdownvalue nur behindchecken. Diese Hände können jeweils situationsabhängig von Ace-high bis Top-Pair, Weak-Kicker reichen. Ansonsten solltest du mit denselben Händen cbetten, die du auch out of Position cbetten würdest.

Diese Strategieansätze solltest du bei bestimmten Reads auf deine Gegner entsprechend anpassen oder wenn die Situation vom Standard abweicht. Im Speziellen musst du bedenken, welche Range dein Gegner in einer bestimmten Situation am ehesten hält und auf welche Range er dich setzt. Freizeitspieler denken in der Regel nicht über deine Range nach, Regulars hingegen schon.
 
Du solltest außerdem darauf achten, welche Tendenzen dein Gegner postflop aufweist. Wenn er tight ist und seine Hand auf viele Flopbets foldet, könnte eine CBet ganz unabhängig von der eigenen Hand oder der Board-Struktur immer profitabel sein.

Hinzu kommt, dass du um so vorsichtiger im Hinblick auf Postflopspots sein musst, je näher die Bubble rückt. Der Grund ist der höhere Risikoaufschlag, denn der Verlust eines großen Pots würde viel schmerzhafter sein als in den meisten anderen Phasen eines Turniers.

Der letzte zu berücksichtigende Faktor ist die Größe des gegnerischen Stacks. Wenn dein Gegner nur noch einen kleinen Stack hat, kann er viel leichter Pot-committed sein und mehr Hände spielen müssen. In diesen Fällen solltest du deine Range value-lastiger gestalten, denn es wird häufiger zum Showdown kommen.


Wie groß eine CBet sein sollte

Nun weißt du, wann du cbetten solltest. Wie groß aber sollte deine CBet ausfallen? Das hängt vor allem von der Board-Struktur ab.
Auf einem draw-lastigen Board sollte die Größe der Bet zwischen 50% und 60% des Pots betragen, mit Tendenz zu durchschnittlich 60%.
Auf einem trockenen Board sollte die Größe der Bet zwischen 40% und 50% des Pots betragen, mit Tendenz zu durchschnittlich 40%.
Diese Größe solltest du dann anpassen, wenn eine CBet dich Pot-committen würde, eine etwas kleinere CBet hingegen nicht. Dann solltest du die kleinere CBet wählen.

Wenn du annehmen kannst, dass die Reaktion deines Gegners nicht von der Größe deiner Bet abhängt (dies wird unelastische Calling-Range genannt), kannst du mit besseren Händen größer und mit schlechteren Händen kleiner setzen. Dies solltest du jedoch nicht häufig machen, denn dein Spiel wird so unbalanced und kann von deinen Gegnern exploitet werden.

Wenn die CBet geraist wird

Wenn deine CBet am Flop geraist wird, solltest du sehr vorsichtig und ehrlich agieren. Wenn du glaubst, dass du eine Hand hältst, welche die Range deines Gegners schlägt, dann spiele weiter. Anderenfalls solltest du einfach folden, wenn du keine starken Draws hältst, die einen Call rechtfertigen.

Um diese "ehrliche" Strategie zu verdeutlichen, nehmen wir an, dass deine CBet auf einem draw-lastigen Board geraist wird.

cbet raised

In dieser Situation solltest du raisen und versuchen, All-in zu kommen, wenn du eine Straight oder ein Set hast. Mit AT solltest aufgeben und folden. Mit einem Draw wie oder solltest callen und am Turn abhängig von der aufgedeckten Karte und der Action deines Gegners die Situation neu analysieren.

Barreln

Es kann vorkommen, dass du preflop geraist hast, den Flop bettest und trotzdem gecallt wirst. Nach einer CBet den Turn und/oder den River erneut zu betten nennt man Barreln. Vereinzelt wird es auch als Turn/River-CBetten bezeichnet. Wenn deine Hand stark genug ist (also die Range wahrscheinlich schlägt, mit der dein Gegner weiterspielt), solltest du weitermachen und valuebetten. Du solltest deine Barrel-Range jedoch balancen und auch mit einigen Bluffs betten, um so den maximalen Value zu bekommen, wenn du die Nuts hältst.

Es ist bei der Entscheidung, ob du barreln solltest oder nicht, wichtig, dass du bereits deine nächsten Aktionen geplant hast. Am wichtigsten ist es hierbei, die Bet-Sizes entsprechend des effektiven Stacks in zwei oder drei passende Barrel-Größen aufzuteilen. Hierfür musst du die SPR (Stack to Pot Ratio: Das Verhältnis des Pots zum verbleibenden effektiven Stack) kennen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Der Pot beträgt am Flop 2.000 und der verbleibende effektive Stack ist 6.000 groß. Wenn das Board wet ist, würdest du eigentlich 1.200 betten, also 60%. Dies hätte jedoch zur Folge, dass dein Stack am Turn die unangenehme Größe von 4.800 hätte, während der Pot 4.400 groß wäre.

In einem solchen Szenario kannst du entweder am Flop etwas größer setzen, z.B. 1.600 (80%), dann hättest du noch einen Stack von 4.400 bei einem 5.200 großen Pot (85%). Alternativ kannst du am Flop auch kleiner cbetten, z. B. 950 (47,5%). Der Pot wäre dann 3.900 groß, während die Stacks noch 5.050 betragen würden. Du kannst dann am Turn 1.600 (41%) betten und am River mit den restlichen 3.450 (49%) bei einem 7.100 großen Pot All-in gehen.

Daneben solltest du dir vor Augen führen, ob dein Gegner bestimmte Foldfrequenzen angesichts einer zweiten oder dritten Barrel hat und welche Karten für weitere Barrels geeignet sind.

Eine zum Barreln gut geeignete Karte ist eine solche, die entweder deine Equity verbessert, indem sie dir weitere Outs verschafft (zum Beispiel die Karten, die dir einen Backdoor Flush Draw oder einen Backdoor Straight Draw geben), oder eine Scarecard. Eine Scarecard zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit deine Perceived-Range getroffen hat (zum Beispiel ein Ass, das du als Preflopaggressor immer halten kannst).

Allgemein solltest du nur dann bluffbarreln, wenn am Turn eine gute Barrel-Karte kommt.

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